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Werkstattgespräch

Bürgerwerkstatt: Umweltbepreisung

Die Landesregierung möchte neue Wege dabei gehen, wie umweltfreundliches Verhalten belohnt und umweltschädliches Verhalten bepreist werden kann. Um das zu diskutieren werden etwa 30 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger im April und Mai 2020 nach Stuttgart eingeladen.

Gemeinsam wollen und müssen wir den Weg in eine klimafreundliche Zukunft finden. Doch was ist uns das Leben in einem gesunden Klima und einer intakten Umwelt wert? Das Land will neue, kreative Anreize dafür finden, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und andere Umweltschäden stark zu verringern.

Preisfragen zum Klima- und Umweltschutz

Wie können das Land und die baden-württembergischen Kommunen Klima- und Umweltschutz belohnen? Und wie können sie Klima- und Umweltschäden bepreisen, sodass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und andere Institutionen motiviert werden, zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, lädt das Staatsministerium Bürgerinnen und Bürger dazu ein, über ihre Ideen zu einer fairen und nachhaltigen Anreizsetzung zu sprechen!

Auf Landesebene neue Wege gehen

Auf EU-Ebene gibt es den Emissionszertifikatehandel, auf Bundesebene ist eine nationale CO2-Steuer im Gespräch und wird auch von der Bewegung „Fridays for future“ gefordert. Zusätzlich zur nationalen und europäischen Ebene will das Land Baden-Württemberg einen eigenen Beitrag leisten, um CO2 zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. Dazu sind innovative Ideen für das Land und auch die Kommunen gefragt. Folgende drei Fragestellungen möchte die Landesregierung mit Bürgerinnen und Bürgern diskutieren:

  • Welche Instrumente der Umweltbepreisung scheinen sinnvoll, um Menschen und Institutionen zu motivieren, die Umwelt besser zu schützen oder weniger Umweltqualitäten zu schädigen, etwa Preissignale, Verbote, Prämien oder ähnliches?
  • Unter welchen Prämissen sollten diese Instrumente durchgesetzt werden? Dabei geht es beispielsweise um soziale Gerechtigkeit und Fairness.
  • Wie scheinen die identifizierten Maßnahmen besonders gut vermittelbar? Gibt es kreative Wege dafür? Welche Argumente muss man nennen?

Besonders die Erfahrungen aus dem persönlichen Alltag der Bürgerinnen und Bürger wie auch deren Bedürfnisse und Ängste spielen für die erfolgreiche Umsetzung und die Akzeptanz der Instrumente eine wichtige Rolle. Ihre Sichtweisen können Bürgerinnen und Bürger in einem zweitägigen Workshop im April und Mai 2020 in Stuttgart einbringen.

Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger

Rund 30 Teilnehmende aus der Stadt Stuttgart und einem ländlichen Umkreis von etwa 150 km werden für die Bürgerwerkstatt nach dem Zufallsprinzip kontaktiert und eingeladen. Dabei wird auf eine gleichmäßige Verteilung bezüglich des Alters und des Geschlechts geachtet. Durch die Einbindung von Menschen sowohl aus der Stadt als auch aus dem ländlichen Raum können Bedürfnisse und Bedenken aus verschiedensten Lebenssituationen und Hintergründen „an einem Tisch sitzen“. Diese Zufallsauswahl wird von einem professionellen Meinungsforschungsinstitut durchgeführt. 

Neues lernen und Eigenes einbringen

Die Möglichkeiten einer Umweltbepreisung sind vielfältig und die Anforderungen daran können sehr unterschiedlich sein. Deshalb werden Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen eine Basis für gemeinsame Diskussionen liefern. Damit kann jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin Neues rund um die Umweltbepreisung lernen und auch ohne Vorwissen vor Ort mitreden. Dies wird die Grundlage für neue Blickwinkel und nachhaltige Diskussionen sein.

Eigene Empfehlungen an die Politik weitergeben

In den Workshops werden durch die Teilnehmenden Chancen und Risiken zur Umweltbepreisung diskutiert und die Bedingungen für alternative Konzepte gemeinsam formuliert werden. Das von den Zufallsbürgerinnen und -bürgern erstellte Portfolio an Instrumenten und die zugehörige Bewertung der Instrumente werden von Frau Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung an die Landespolitik weitergegeben werden. Damit können Ideen, Bedenken, Botschaften und Empfehlungen aus der Bevölkerung direkt an die Landespolitik gegeben werden, damit das Land Baden-Württemberg einen weiteren Schritt im Klimaschutz machen kann.

Kontakt

Haben Sie Fragen zur Bürgerwerkstatt? Schreiben Sie uns gerne an buergerwerkstatt@umweltbepreisung-bw.de.