Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer GrundschuleIch möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer […]
Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule
Ich möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer Kinder, ihre individuellen Bedürfnisse und die Frage, wie viel Zeit, Freiheit und familiäre Geborgenheit wir ihnen in diesem wichtigen Lebensabschnitt zugestehen möchten.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst lange funktionieren und sich einem vorgegebenen System anpassen sollen. Gerade im Grundschulalter brauchen sie Zeit, um sich zu entwickeln, Erlebtes zu verarbeiten, ihre Persönlichkeit zu entfalten und einfach Kind sein zu dürfen.
Besonders kritisch sehe ich die Auswirkungen auf neurodivergente Kinder. Kinder mit beispielsweise ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten müssen im Schulalltag häufig bereits eine Vielzahl von Reizen, sozialen Anforderungen und strukturellen Vorgaben bewältigen. Ein noch längerer Tag in einem institutionellen Umfeld kann für sie eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Was für manche Kinder funktionieren mag, kann für andere zu Überforderung, Erschöpfung und emotionalem Stress führen. Gerade diese Kinder brauchen individuelle Lösungen, Rückzugsmöglichkeiten und ein Umfeld, das ihre Bedürfnisse ernst nimmt, anstatt sie noch stärker in ein vorgegebenes System einzubinden.
Darüber hinaus sehe ich die Gefahr, dass die Familie zunehmend zur Nebensache wird. Familie ist weit mehr als der Ort, an dem Kinder schlafen, essen und für den nächsten Schultag vorbereitet werden. Sie ist ein Ort der Geborgenheit, der Liebe, der Fürsorge und des Vertrauens. Hier können Kinder zur Ruhe kommen, sich öffnen, Nähe erfahren und Kraft tanken. Wenn der überwiegende Teil des Tages durch Schule und Betreuung bestimmt wird, bleibt möglicherweise zu wenig Zeit und Energie für diese wichtigen Beziehungen. Die emotionale Nähe und die gemeinsame Zeit innerhalb der Familie dürfen nicht zu einem Restbestand des Tages werden.
Auch die körperliche und seelische Erschöpfung der Kinder darf nicht unterschätzt werden. Ein langer Schultag bedeutet nicht automatisch mehr Bildung oder bessere Entwicklung. Kinder brauchen Pausen, Bewegung, selbstbestimmte Beschäftigung und Zeiten, in denen sie keinerlei Erwartungen erfüllen müssen. Sportliche Aktivitäten, Hobbys und persönliche Interessen dürfen nicht daran scheitern, dass Kinder am Ende des Tages schlicht keine Kraft mehr haben. Ebenso wichtig ist die freie Spielzeit: das spontane Spielen mit Freunden, das Erfinden eigener Welten, das Draußensein und das Lernen ohne Anleitung und Leistungsdruck. Freies Spiel ist kein unnötiger Zeitvertreib, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung.
Ich wünsche mir, dass wir bei allen Überlegungen zur Organisation von Schule und Betreuung nicht aus den Augen verlieren, um wen es eigentlich geht: um unsere Kinder. Sie sollen nicht möglichst früh daran gewöhnt werden, ihren Alltag vollständig durchzutakten, sich permanent anzupassen und möglichst lange in vorgegebenen Strukturen zu funktionieren. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Interessen zu entdecken und in ihrem eigenen Tempo zu wachsen.
Eine Grundschule sollte ein Ort des Lernens sein, aber sie darf nicht den Anspruch erheben, den gesamten Alltag eines Kindes auszufüllen. Bildung bedeutet für mich nicht nur schulisches Lernen. Sie findet auch in der Familie, im Sportverein, beim freien Spielen, in Freundschaften und in den vielen kleinen Erfahrungen des täglichen Lebens statt.
Ich bin deshalb klar gegen eine verpflichtende Ausrichtung auf die Ganztagsschule, wenn dabei die individuellen Bedürfnisse der Kinder, die Bedeutung der Familie und die notwendige freie Zeit zu wenig berücksichtigt werden. Statt eines einheitlichen Betreuungsmodells wünsche ich mir flexible und freiwillige Angebote, die Familien unterstützen, ohne ihnen und ihren Kindern die Möglichkeit zu nehmen, ihren Alltag selbst zu gestalten.
Wir sollten nicht ausschließlich fragen, wie wir Kinder möglichst lange betreuen können. Wir sollten uns vielmehr fragen, was Kinder brauchen, um gesund, selbstbewusst, geborgen und frei aufzuwachsen.
Kinder brauchen nicht nur Betreuung und Förderung. Sie brauchen Zeit, Freiraum, Erholung und vor allem Menschen, bei denen sie einfach Kind sein dürfen. Diese Bedürfnisse müssen bei jeder Entscheidung über die Zukunft unserer Grundschule an erster Stelle stehen.
17.
Kommentar von :PAN
Ganztagsschule: Flexibel & Familiengerecht
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne […]
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne schulischen Leistungsdruck.
Entlastung bei Hausaufgaben: Der Arbeitsaufwand außerhalb des Unterrichts muss so gering sein, dass eine entspannte, wertvolle Familienzeit am Abend garantiert bleibt.
Flexible Verpflegung: Die Entscheidung über das Mittagessen muss bei den Eltern liegen. Ein Zwang zur Schulverpflegung lehnen wir ab; mitgebrachtes Essen von zu Hause muss uneingeschränkt möglich sein.
Zukunft außerhalb der Schule: Kinder benötigen verlässliche Zeitfenster für das lokale Vereinsleben, Musikschulen und selbstbestimmte Freundschaften im eigenen Wohnort.
16.
Kommentar von :AN
Wahlfreiheit für Kinder
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen […]
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen unstrukturierte Zeit für Bewegung, Erholung und Natur.
Familienfreundliche Hausaufgaben: Der Umfang von Aufgaben muss so reduziert sein, dass am Abend ausreichend Raum für ein entspanntes Familienleben bleibt - nicht nur Wochenenden!
Vereinsleben und soziales Umfeld schützen: Kinder brauchen Zeitfenster außerhalb von Institutionen, um am lokalen Vereinsleben teilzunehmen und selbstbestimmte Freundschaften zu pflegen.
Fazit: Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist eine wichtige Entlastung – er muss aber ein flexibles, freiwilliges Angebot bleiben. Das System hat sich den Bedürfnissen des Kindes anzupassen, nicht umgekehrt.
15.
Kommentar von :AN
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14.
Kommentar von :Erschreckend
Mehr als dagegen!
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?Kinder sind […]
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?
Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst früh lernen müssen, acht Stunden am Tag zu funktionieren, stillzusitzen, sich unterzuordnen und fremdbestimmen zu lassen!
Wir sprechen hier von KINDHEIT! Von einer unwiederbringlichen Lebensphase, in der Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, ihre eigenen Interessen entdecken, Bindungen aufbauen und lernen, wer sie eigentlich sind.
Kinder besitzen von Natur aus eine unglaubliche intrinsische Motivation. Sie WOLLEN lernen! Nicht, weil jemand es ihnen vorschreibt, sondern weil sie neugierig sind, forschen, hinterfragen, ausprobieren und ihre Umwelt begreifen möchten. Warum schaffen wir immer mehr Strukturen, in denen genau dieser natürliche Entdeckungsdrang Gefahr läuft, durch Leistungsdruck, Anpassung und Fremdbestimmung verdrängt zu werden?
Und was ist mit der GESUNDHEIT? Mit stundenlangem Sitzen, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und einem Nervensystem, das irgendwann schlichtweg überfordert ist? Kinder brauchen Bewegung, Natur, Ruhe, freies Spiel und unverplante Zeit. Das sind keine Luxusbedürfnisse, sondern elementare Grundlagen einer gesunden Entwicklung!
Und über die zunehmende Fremdbetreuung müssen wir endlich auch sprechen!
Warum wird es immer selbstverständlicher, dass Kinder immer mehr Zeit außerhalb ihrer Familien verbringen sollen? Warum wird gemeinsame Familienzeit zunehmend zu etwas, das nur noch am Abend und am Wochenende stattfindet?
Familie ist nicht irgendeine Randerscheinung im Leben eines Kindes! Sie ist für viele Kinder der wichtigste Ort für Bindung, Geborgenheit, Orientierung, Wertevermittlung und emotionale Sicherheit.
Wir reden ständig davon, Kinder zu fördern, während wir gleichzeitig riskieren, ihnen immer mehr von dem zu nehmen, was sie emotional trägt: Zeit mit ihren Familien!
Und ja, auch das Thema MOBBING gehört auf den Tisch! Für Kinder, die bereits unter Ausgrenzung, Gruppendruck oder Mobbing leiden, kann ein verpflichtend verlängerter Schultag bedeuten, noch mehr Stunden in genau dem Umfeld verbringen zu müssen, das sie belastet. Wo bleibt hier der Schutz dieser Kinder? Wo bleibt ihr Recht auf Rückzug und Erholung?
Nicht jedes Kind ist gleich belastbar. Nicht jedes Kind fühlt sich in großen Gruppen wohl. Nicht jedes Kind kann stundenlange Fremdbetreuung gleichermaßen gut bewältigen. Und nicht jedes Kind hat dieselben emotionalen, sozialen oder körperlichen Bedürfnisse!
Was mich aber am meisten erschüttert, ist die gesellschaftliche Richtung dahinter: Immer mehr Institutionalisierung, immer weniger familiäre Selbstbestimmung.
Wir sollten Familien stärken, statt ihren gemeinsamen Alltag immer weiter durch institutionelle Vorgaben bestimmen zu lassen. Wir sollten Eltern ermöglichen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, anstatt lange Betreuungszeiten zunehmend zur gesellschaftlichen Normalität zu erklären.
Welche Werte wollen wir unseren Kindern eigentlich mitgeben? Freiheit? Selbstbestimmung? Individualität? Eigenverantwortung? Oder dass sie sich möglichst früh daran gewöhnen, ihre eigenen Bedürfnisse einem vorgegebenen System unterzuordnen?
Ich respektiere jede Familie, die eine Ganztagsbetreuung benötigt oder sich bewusst dafür entscheidet. Aber aus einem Angebot eine Verpflichtung zu machen, ist für mich eine vollkommen andere Dimension!
Eltern müssen selbst entscheiden dürfen, wie sie Familie leben und welche Betreuungsform den Bedürfnissen ihrer Kinder entspricht.
Unsere Kinder gehören nicht dem System. Und ihre Kindheit ist keine Ressource, über die beliebig verfügt werden darf!
Eine Gesellschaft sollte sich nicht daran messen, wie früh und wie lange sie Kinder institutionell betreuen kann, sondern daran, wie gut sie deren körperliche, emotionale und seelische Entwicklung schützt.
Kindheit ist kein Trainingslager für eine Leistungsgesellschaft. Familie ist kein Auslaufmodell. Und Fremdbetreuung darf niemals zur pauschalen Pflicht werden!
Denn eines bekommen unsere Kinder niemals zurück: die Jahre ihrer Kindheit.
13.
Kommentar von :ohne Name 141475
Wahlmöglichkeit sollte gegeben sein!
Ein qualitativ hochwertiger Ganztag kann gerne geschaffen werden und stetig weiter entwickelt werden im Hinblick auf das Kindeswohl. Jedoch MUSS es eine Wahlmöglichkeit bleiben und keine Verpflichtung!
12.
Kommentar von :VT
Kindeswohl
Aktuell sehe ich bei meinem Kind (1. Klasse), das wohlgemerkt nur 3,5h in der Grundschule betreut wird, wie mental erschöpft es nach Hause kommt. Es wird intensiv gespielt, sich ausgeruht, bis überhaupt die Hausaufgaben ordenlich und konzentriert erledigt werden können. Ich frage mich, was das Ganztageskonzept mit meinem Kind macht, wenn es 7h […]
Aktuell sehe ich bei meinem Kind (1. Klasse), das wohlgemerkt nur 3,5h in der Grundschule betreut wird, wie mental erschöpft es nach Hause kommt. Es wird intensiv gespielt, sich ausgeruht, bis überhaupt die Hausaufgaben ordenlich und konzentriert erledigt werden können. Ich frage mich, was das Ganztageskonzept mit meinem Kind macht, wenn es 7h betreut werden muss...Ich sehe darin eine Reizüberflutung, ein Burnout (was Kindern evtl schwerer anzusehen ist). Wozu die Gesundheit meines Kindes während den aller ersten Schuljahren so dermaßen strapazieren? In den weiterführenden Schulen werden die Kinder noch früh genug länger betreut - wohlgemerkt sind sie da auch 4 Jahre älter!
11.
Kommentar von :N.N.
Kindeswohl First
Eine Wahlmöglichkeit, die die Interessen der Kinder berücksichtigt, ist aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg.Ich verstehe, dass manche Familien auf Jobs im umfangreichen Stundenbereich angewiesen sind und nach Möglichkeiten suchen: für die braucht es Lösungen. Flexibilität im Job, keine Großeltern in der Nähe, uvm. Alles verständlich. Auch mein […]
Eine Wahlmöglichkeit, die die Interessen der Kinder berücksichtigt, ist aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg.
Ich verstehe, dass manche Familien auf Jobs im umfangreichen Stundenbereich angewiesen sind und nach Möglichkeiten suchen: für die braucht es Lösungen. Flexibilität im Job, keine Großeltern in der Nähe, uvm. Alles verständlich. Auch mein Job verlangt oft Flexibilität - aber auch hier steht doch das Kindeswohl dem vorne an?!
Denkt doch auch Mal an die Kinder: manche mögen das weg stecken (ob es Ihnen gut tut weiß ich nicht), ich hätte es früher nicht getan und sehe das Stand heute auch nicht bei meinen Kindern: totale Reizüberflutung - Blockaden, Emotionsaisbrüche, usw. wären die Folge.
Für mich heißt ein Staat / eine Gemeinde, die mir als Elternteil VORSCHREIBT (leben wir denn hier in einer Planwirtschaft?), dass ich MEIN Kind, für das ich
das Beste möchte (glücklich, ausgeglichen, individuell gefördert),
das im Kindesalter insbesondere Familienzeit benötigt und
für das ich verantwortlich bin (wie soll ich das sein, wenn ich nicht Mal weiß, wer mein Kind ist)
zwingend bis zum späten Nachmittag (und ja, für ein Schulkind ist auch 7:30/:45 bis 14 Uhr extrem lang! - ich keinen 12:30 / 13 Uhr noch) in die Schule zu bringen habe, dies in Verbindung mit einer Schulpflicht und der Festschreibung keiner Wahlmöglichkeit (es gibt ja nur 1 Grundschule) nur eines:
entweder Privatschule oder
tschüss Dornstadt (und ja, meine Kinder gehen mir über das, was ich heute meine Heimat nenne!).
Rechtlich steht die Schulpflicht und die Erziehungsberechtigung der Eltern auf selber Stufe! Wo genau wird dem bei einer verpflichtenden Ganztagesbetreuung Rechnung getragen? Auch wenn es vielleicht rechtens ist, ist es aus meiner Sicht keinesfalls OK.
Bei ca. 20 Kindern - wie genau soll denn eine Lehrkraft, so gut sie auch ist - auf diese Kinder zugleich individuell eingehen und das in 8h am Tag und im Alter von 6, 7, 8, 9. Ich erinnere mich noch, wie ich müde war von 1, 2 Mittagsschule-Tagen in der Woche - in der 7. Klasse (ganz anderes Alter).
Aus meiner Sicht kann dem Kindeswohl so nicht entsprochen werden: zu laut, zu viel, zu wenig Kontrolle, zu wenig Personal, zu wenig elterliche Verantwortungsmöglichkeit und mit einem Kind um 16:30 Uhr fängt man doch am Ende nichts mehr an (und wer da dem Kind einen Vorwurf macht, sollte selber vielleicht nochmal in diese Art von Schule!).
Wo darf in diesem Modell ein Kind noch Kind sein, eigene Interessen entwickeln? Motivation kommt von Innen - und kann nicht auf indoktriniert werden.
Bei all diesen Überlegungen wundern wir uns noch, dass Kinder unter Leistungsdruck, psychischen Auffälligkeiten, ADHS und vielem mehr leiden?
Offen gestanden: ab Klassenstufe 8 war ich dann FREIWILLIG in mehreren AGs mit Verantwortungen tätig - teils auch als Klassen-/Stufensprecher, Jugend-forscht und vielem mehr.
Es mag Kinder geben, die das in dem Alter weg stecken und ich kann nur für mich sprechen: ich wäre unter gegangen. Kinder müssen heute schon im Familienalltag, in der Krippe, im Kindergarten, in der Schule usw. funktionieren. Und dann auch noch ganztägig?
Weil ich früher Kind sein durfte, weil ich meinen eigenen Antrieb gefunden habe, weil mir Platz für Entwicklung, Ruhe und Muse gegeben wurde, konnte ich mich zu dem entwickeln, was ich heute bin.
Bitte ! Gebt den Kindern die Chance, sich selbst zu entwickeln, Interessen, Stärken und Antrieb zu finden. Und das funktioniert nicht bei Lärm, zu langen Tagen, fehlender Möglichkeiten eigene Interessen zu entdecken, Wochenenden als Regeneration zu brauchen anstatt Freizeit zu haben. Fantasie, Kreativität, Motivation, Ideenreichtum und damit Lösungsfindungskompetenz wie auch die Fähigkeit, mit sich selbst klar zu kommen, entstehen am Besten bei Langeweile und Ruhe.
Mir fehlt die Fantasie, wie die bei Schule bis 14 / 16 Uhr aufkommen mag.
Anschließend: Schon wir Erwachsenen brauchen das Wochenende zur Erholung nach dem Arbeiten, nachdem wir im 2- oder 3-Mann Büros saßen und offen gestanden nicht von morgens bis abends neues Lernen mussten sondern Gelerntes nutzten. Und unsere Kinder sollen das Gleiche im Großraumbüro mit viel mehr Lerninput schaffen? Schreiben ist immer ressourcenintensiver als lesen - egal ob beim lesen/schreiben, in der Informatik, oder beim lernen/anwenden.
10.
Kommentar von :JNML
Kapazität des Kindes
Ich finde es sollte beachtet werden, dass nicht jedes Kind die Kapazität für einen ganzen Tag hat (Stichwort Lautstärke, Reize etc).
Es sollte auch noch Raum für die eigenen Bedürfnisse sein und auch die Möglichkeit bestehen den Nachmittag frei zu gestalten.
9.
Kommentar von :LiMe
Erholung nach einem anstrengenden Schultag
Nicht jedes Kind verarbeitet einen langen Schultag gleich gut. Manche Kinder sind nach dem Unterricht, Lärm und sozialen Kontakten erschöpft und brauchen am Nachmittag vor allem Ruhe.
Eine Ganztagsbetreuung kann für ein eher introvertiertes oder schnell überreiztes Kind etwas völlig anderes bedeuten als für ein sehr extrovertiertes Kind.
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Kindeswohlgefährdung / Bornout
Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule
Ich möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer Kinder, ihre individuellen Bedürfnisse und die Frage, wie viel Zeit, Freiheit und familiäre Geborgenheit wir ihnen in diesem wichtigen Lebensabschnitt zugestehen möchten.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst lange funktionieren und sich einem vorgegebenen System anpassen sollen. Gerade im Grundschulalter brauchen sie Zeit, um sich zu entwickeln, Erlebtes zu verarbeiten, ihre Persönlichkeit zu entfalten und einfach Kind sein zu dürfen.
Besonders kritisch sehe ich die Auswirkungen auf neurodivergente Kinder. Kinder mit beispielsweise ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten müssen im Schulalltag häufig bereits eine Vielzahl von Reizen, sozialen Anforderungen und strukturellen Vorgaben bewältigen. Ein noch längerer Tag in einem institutionellen Umfeld kann für sie eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Was für manche Kinder funktionieren mag, kann für andere zu Überforderung, Erschöpfung und emotionalem Stress führen. Gerade diese Kinder brauchen individuelle Lösungen, Rückzugsmöglichkeiten und ein Umfeld, das ihre Bedürfnisse ernst nimmt, anstatt sie noch stärker in ein vorgegebenes System einzubinden.
Darüber hinaus sehe ich die Gefahr, dass die Familie zunehmend zur Nebensache wird. Familie ist weit mehr als der Ort, an dem Kinder schlafen, essen und für den nächsten Schultag vorbereitet werden. Sie ist ein Ort der Geborgenheit, der Liebe, der Fürsorge und des Vertrauens. Hier können Kinder zur Ruhe kommen, sich öffnen, Nähe erfahren und Kraft tanken. Wenn der überwiegende Teil des Tages durch Schule und Betreuung bestimmt wird, bleibt möglicherweise zu wenig Zeit und Energie für diese wichtigen Beziehungen. Die emotionale Nähe und die gemeinsame Zeit innerhalb der Familie dürfen nicht zu einem Restbestand des Tages werden.
Auch die körperliche und seelische Erschöpfung der Kinder darf nicht unterschätzt werden. Ein langer Schultag bedeutet nicht automatisch mehr Bildung oder bessere Entwicklung. Kinder brauchen Pausen, Bewegung, selbstbestimmte Beschäftigung und Zeiten, in denen sie keinerlei Erwartungen erfüllen müssen. Sportliche Aktivitäten, Hobbys und persönliche Interessen dürfen nicht daran scheitern, dass Kinder am Ende des Tages schlicht keine Kraft mehr haben. Ebenso wichtig ist die freie Spielzeit: das spontane Spielen mit Freunden, das Erfinden eigener Welten, das Draußensein und das Lernen ohne Anleitung und Leistungsdruck. Freies Spiel ist kein unnötiger Zeitvertreib, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung.
Ich wünsche mir, dass wir bei allen Überlegungen zur Organisation von Schule und Betreuung nicht aus den Augen verlieren, um wen es eigentlich geht: um unsere Kinder. Sie sollen nicht möglichst früh daran gewöhnt werden, ihren Alltag vollständig durchzutakten, sich permanent anzupassen und möglichst lange in vorgegebenen Strukturen zu funktionieren. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Interessen zu entdecken und in ihrem eigenen Tempo zu wachsen.
Eine Grundschule sollte ein Ort des Lernens sein, aber sie darf nicht den Anspruch erheben, den gesamten Alltag eines Kindes auszufüllen. Bildung bedeutet für mich nicht nur schulisches Lernen. Sie findet auch in der Familie, im Sportverein, beim freien Spielen, in Freundschaften und in den vielen kleinen Erfahrungen des täglichen Lebens statt.
Ich bin deshalb klar gegen eine verpflichtende Ausrichtung auf die Ganztagsschule, wenn dabei die individuellen Bedürfnisse der Kinder, die Bedeutung der Familie und die notwendige freie Zeit zu wenig berücksichtigt werden. Statt eines einheitlichen Betreuungsmodells wünsche ich mir flexible und freiwillige Angebote, die Familien unterstützen, ohne ihnen und ihren Kindern die Möglichkeit zu nehmen, ihren Alltag selbst zu gestalten.
Wir sollten nicht ausschließlich fragen, wie wir Kinder möglichst lange betreuen können. Wir sollten uns vielmehr fragen, was Kinder brauchen, um gesund, selbstbewusst, geborgen und frei aufzuwachsen.
Kinder brauchen nicht nur Betreuung und Förderung. Sie brauchen Zeit, Freiraum, Erholung und vor allem Menschen, bei denen sie einfach Kind sein dürfen. Diese Bedürfnisse müssen bei jeder Entscheidung über die Zukunft unserer Grundschule an erster Stelle stehen.
Ganztagsschule: Flexibel & Familiengerecht
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne schulischen Leistungsdruck.
Entlastung bei Hausaufgaben: Der Arbeitsaufwand außerhalb des Unterrichts muss so gering sein, dass eine entspannte, wertvolle Familienzeit am Abend garantiert bleibt.
Flexible Verpflegung: Die Entscheidung über das Mittagessen muss bei den Eltern liegen. Ein Zwang zur Schulverpflegung lehnen wir ab; mitgebrachtes Essen von zu Hause muss uneingeschränkt möglich sein.
Zukunft außerhalb der Schule: Kinder benötigen verlässliche Zeitfenster für das lokale Vereinsleben, Musikschulen und selbstbestimmte Freundschaften im eigenen Wohnort.
Wahlfreiheit für Kinder
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen unstrukturierte Zeit für Bewegung, Erholung und Natur.
Familienfreundliche Hausaufgaben: Der Umfang von Aufgaben muss so reduziert sein, dass am Abend ausreichend Raum für ein entspanntes Familienleben bleibt - nicht nur Wochenenden!
Vereinsleben und soziales Umfeld schützen: Kinder brauchen Zeitfenster außerhalb von Institutionen, um am lokalen Vereinsleben teilzunehmen und selbstbestimmte Freundschaften zu pflegen.
Fazit: Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist eine wichtige Entlastung – er muss aber ein flexibles, freiwilliges Angebot bleiben. Das System hat sich den Bedürfnissen des Kindes anzupassen, nicht umgekehrt.
Mehr als dagegen!
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?
Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst früh lernen müssen, acht Stunden am Tag zu funktionieren, stillzusitzen, sich unterzuordnen und fremdbestimmen zu lassen!
Wir sprechen hier von KINDHEIT! Von einer unwiederbringlichen Lebensphase, in der Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, ihre eigenen Interessen entdecken, Bindungen aufbauen und lernen, wer sie eigentlich sind.
Kinder besitzen von Natur aus eine unglaubliche intrinsische Motivation. Sie WOLLEN lernen! Nicht, weil jemand es ihnen vorschreibt, sondern weil sie neugierig sind, forschen, hinterfragen, ausprobieren und ihre Umwelt begreifen möchten. Warum schaffen wir immer mehr Strukturen, in denen genau dieser natürliche Entdeckungsdrang Gefahr läuft, durch Leistungsdruck, Anpassung und Fremdbestimmung verdrängt zu werden?
Und was ist mit der GESUNDHEIT? Mit stundenlangem Sitzen, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und einem Nervensystem, das irgendwann schlichtweg überfordert ist? Kinder brauchen Bewegung, Natur, Ruhe, freies Spiel und unverplante Zeit. Das sind keine Luxusbedürfnisse, sondern elementare Grundlagen einer gesunden Entwicklung!
Und über die zunehmende Fremdbetreuung müssen wir endlich auch sprechen!
Warum wird es immer selbstverständlicher, dass Kinder immer mehr Zeit außerhalb ihrer Familien verbringen sollen? Warum wird gemeinsame Familienzeit zunehmend zu etwas, das nur noch am Abend und am Wochenende stattfindet?
Familie ist nicht irgendeine Randerscheinung im Leben eines Kindes! Sie ist für viele Kinder der wichtigste Ort für Bindung, Geborgenheit, Orientierung, Wertevermittlung und emotionale Sicherheit.
Wir reden ständig davon, Kinder zu fördern, während wir gleichzeitig riskieren, ihnen immer mehr von dem zu nehmen, was sie emotional trägt: Zeit mit ihren Familien!
Und ja, auch das Thema MOBBING gehört auf den Tisch! Für Kinder, die bereits unter Ausgrenzung, Gruppendruck oder Mobbing leiden, kann ein verpflichtend verlängerter Schultag bedeuten, noch mehr Stunden in genau dem Umfeld verbringen zu müssen, das sie belastet. Wo bleibt hier der Schutz dieser Kinder? Wo bleibt ihr Recht auf Rückzug und Erholung?
Nicht jedes Kind ist gleich belastbar. Nicht jedes Kind fühlt sich in großen Gruppen wohl. Nicht jedes Kind kann stundenlange Fremdbetreuung gleichermaßen gut bewältigen. Und nicht jedes Kind hat dieselben emotionalen, sozialen oder körperlichen Bedürfnisse!
Was mich aber am meisten erschüttert, ist die gesellschaftliche Richtung dahinter: Immer mehr Institutionalisierung, immer weniger familiäre Selbstbestimmung.
Wir sollten Familien stärken, statt ihren gemeinsamen Alltag immer weiter durch institutionelle Vorgaben bestimmen zu lassen. Wir sollten Eltern ermöglichen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, anstatt lange Betreuungszeiten zunehmend zur gesellschaftlichen Normalität zu erklären.
Welche Werte wollen wir unseren Kindern eigentlich mitgeben? Freiheit? Selbstbestimmung? Individualität? Eigenverantwortung? Oder dass sie sich möglichst früh daran gewöhnen, ihre eigenen Bedürfnisse einem vorgegebenen System unterzuordnen?
Ich respektiere jede Familie, die eine Ganztagsbetreuung benötigt oder sich bewusst dafür entscheidet. Aber aus einem Angebot eine Verpflichtung zu machen, ist für mich eine vollkommen andere Dimension!
Eltern müssen selbst entscheiden dürfen, wie sie Familie leben und welche Betreuungsform den Bedürfnissen ihrer Kinder entspricht.
Unsere Kinder gehören nicht dem System. Und ihre Kindheit ist keine Ressource, über die beliebig verfügt werden darf!
Eine Gesellschaft sollte sich nicht daran messen, wie früh und wie lange sie Kinder institutionell betreuen kann, sondern daran, wie gut sie deren körperliche, emotionale und seelische Entwicklung schützt.
Kindheit ist kein Trainingslager für eine Leistungsgesellschaft. Familie ist kein Auslaufmodell. Und Fremdbetreuung darf niemals zur pauschalen Pflicht werden!
Denn eines bekommen unsere Kinder niemals zurück: die Jahre ihrer Kindheit.
Wahlmöglichkeit sollte gegeben sein!
Ein qualitativ hochwertiger Ganztag kann gerne geschaffen werden und stetig weiter entwickelt werden im Hinblick auf das Kindeswohl. Jedoch MUSS es eine Wahlmöglichkeit bleiben und keine Verpflichtung!
Kindeswohl
Aktuell sehe ich bei meinem Kind (1. Klasse), das wohlgemerkt nur 3,5h in der Grundschule betreut wird, wie mental erschöpft es nach Hause kommt. Es wird intensiv gespielt, sich ausgeruht, bis überhaupt die Hausaufgaben ordenlich und konzentriert erledigt werden können. Ich frage mich, was das Ganztageskonzept mit meinem Kind macht, wenn es 7h betreut werden muss...Ich sehe darin eine Reizüberflutung, ein Burnout (was Kindern evtl schwerer anzusehen ist). Wozu die Gesundheit meines Kindes während den aller ersten Schuljahren so dermaßen strapazieren? In den weiterführenden Schulen werden die Kinder noch früh genug länger betreut - wohlgemerkt sind sie da auch 4 Jahre älter!
Kindeswohl First
Eine Wahlmöglichkeit, die die Interessen der Kinder berücksichtigt, ist aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg.
Ich verstehe, dass manche Familien auf Jobs im umfangreichen Stundenbereich angewiesen sind und nach Möglichkeiten suchen: für die braucht es Lösungen. Flexibilität im Job, keine Großeltern in der Nähe, uvm. Alles verständlich. Auch mein Job verlangt oft Flexibilität - aber auch hier steht doch das Kindeswohl dem vorne an?!
Denkt doch auch Mal an die Kinder: manche mögen das weg stecken (ob es Ihnen gut tut weiß ich nicht), ich hätte es früher nicht getan und sehe das Stand heute auch nicht bei meinen Kindern: totale Reizüberflutung - Blockaden, Emotionsaisbrüche, usw. wären die Folge.
Für mich heißt ein Staat / eine Gemeinde, die mir als Elternteil VORSCHREIBT (leben wir denn hier in einer Planwirtschaft?), dass ich MEIN Kind, für das ich
das Beste möchte (glücklich, ausgeglichen, individuell gefördert),
das im Kindesalter insbesondere Familienzeit benötigt und
für das ich verantwortlich bin (wie soll ich das sein, wenn ich nicht Mal weiß, wer mein Kind ist)
zwingend bis zum späten Nachmittag (und ja, für ein Schulkind ist auch 7:30/:45 bis 14 Uhr extrem lang! - ich keinen 12:30 / 13 Uhr noch) in die Schule zu bringen habe, dies in Verbindung mit einer Schulpflicht und der Festschreibung keiner Wahlmöglichkeit (es gibt ja nur 1 Grundschule) nur eines:
entweder Privatschule oder
tschüss Dornstadt (und ja, meine Kinder gehen mir über das, was ich heute meine Heimat nenne!).
Rechtlich steht die Schulpflicht und die Erziehungsberechtigung der Eltern auf selber Stufe! Wo genau wird dem bei einer verpflichtenden Ganztagesbetreuung Rechnung getragen? Auch wenn es vielleicht rechtens ist, ist es aus meiner Sicht keinesfalls OK.
Bei ca. 20 Kindern - wie genau soll denn eine Lehrkraft, so gut sie auch ist - auf diese Kinder zugleich individuell eingehen und das in 8h am Tag und im Alter von 6, 7, 8, 9. Ich erinnere mich noch, wie ich müde war von 1, 2 Mittagsschule-Tagen in der Woche - in der 7. Klasse (ganz anderes Alter).
Aus meiner Sicht kann dem Kindeswohl so nicht entsprochen werden: zu laut, zu viel, zu wenig Kontrolle, zu wenig Personal, zu wenig elterliche Verantwortungsmöglichkeit und mit einem Kind um 16:30 Uhr fängt man doch am Ende nichts mehr an (und wer da dem Kind einen Vorwurf macht, sollte selber vielleicht nochmal in diese Art von Schule!).
Wo darf in diesem Modell ein Kind noch Kind sein, eigene Interessen entwickeln? Motivation kommt von Innen - und kann nicht auf indoktriniert werden.
Bei all diesen Überlegungen wundern wir uns noch, dass Kinder unter Leistungsdruck, psychischen Auffälligkeiten, ADHS und vielem mehr leiden?
Offen gestanden: ab Klassenstufe 8 war ich dann FREIWILLIG in mehreren AGs mit Verantwortungen tätig - teils auch als Klassen-/Stufensprecher, Jugend-forscht und vielem mehr.
Es mag Kinder geben, die das in dem Alter weg stecken und ich kann nur für mich sprechen: ich wäre unter gegangen. Kinder müssen heute schon im Familienalltag, in der Krippe, im Kindergarten, in der Schule usw. funktionieren. Und dann auch noch ganztägig?
Weil ich früher Kind sein durfte, weil ich meinen eigenen Antrieb gefunden habe, weil mir Platz für Entwicklung, Ruhe und Muse gegeben wurde, konnte ich mich zu dem entwickeln, was ich heute bin.
Bitte ! Gebt den Kindern die Chance, sich selbst zu entwickeln, Interessen, Stärken und Antrieb zu finden. Und das funktioniert nicht bei Lärm, zu langen Tagen, fehlender Möglichkeiten eigene Interessen zu entdecken, Wochenenden als Regeneration zu brauchen anstatt Freizeit zu haben. Fantasie, Kreativität, Motivation, Ideenreichtum und damit Lösungsfindungskompetenz wie auch die Fähigkeit, mit sich selbst klar zu kommen, entstehen am Besten bei Langeweile und Ruhe.
Mir fehlt die Fantasie, wie die bei Schule bis 14 / 16 Uhr aufkommen mag.
Anschließend: Schon wir Erwachsenen brauchen das Wochenende zur Erholung nach dem Arbeiten, nachdem wir im 2- oder 3-Mann Büros saßen und offen gestanden nicht von morgens bis abends neues Lernen mussten sondern Gelerntes nutzten. Und unsere Kinder sollen das Gleiche im Großraumbüro mit viel mehr Lerninput schaffen? Schreiben ist immer ressourcenintensiver als lesen - egal ob beim lesen/schreiben, in der Informatik, oder beim lernen/anwenden.
Kapazität des Kindes
Ich finde es sollte beachtet werden, dass nicht jedes Kind die Kapazität für einen ganzen Tag hat (Stichwort Lautstärke, Reize etc).
Es sollte auch noch Raum für die eigenen Bedürfnisse sein und auch die Möglichkeit bestehen den Nachmittag frei zu gestalten.
Erholung nach einem anstrengenden Schultag
Nicht jedes Kind verarbeitet einen langen Schultag gleich gut. Manche Kinder sind nach dem Unterricht, Lärm und sozialen Kontakten erschöpft und brauchen am Nachmittag vor allem Ruhe.
Eine Ganztagsbetreuung kann für ein eher introvertiertes oder schnell überreiztes Kind etwas völlig anderes bedeuten als für ein sehr extrovertiertes Kind.