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Abschnitt 3

Barrierefreiheit im allgemeinen Wohnungsbau

Die Landesbauordnung soll so geändert werden, dass künftig schon in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar und die Wohn- und Schlafräume sowie Bad und Küche mit dem Rollstuhl zugänglich sein müssen.

[§ 35 Abs.1 (vgl. Art. 1 Nr. 13 a des Gesetzentwurfs)]

Derzeitige Rechtslage: Die Anforderungen bestehen bisher nur bei Gebäuden mit mehr als vier Wohnungen.

Kommentare : zu Barrierefreiheit im allgemeinen Wohnungsbau

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1. Kommentarvon :Reiner Schneck

privater Wohnungsbau; barrierefreies Bauen per "Abwrackprämie" fördern!!

1. §35 Wohnungen (1) In Wohngebäuden mit mehr als 3 Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar nutzbar sein. In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad und die Küche oder Kochnische, mit dem Rollstuhl >>zugänglich nutzbar<< sein. >> Neu: Ebenfalls müssen in diesen Wohnungen die

1. §35 Wohnungen

(1) In Wohngebäuden mit mehr als 3 Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar nutzbar sein.

In diesen Wohnungen müssen die Wohn- und Schlafräume, eine Toilette, ein Bad und die Küche oder Kochnische, mit dem Rollstuhl >>zugänglich nutzbar<< sein.

>> Neu:

Ebenfalls müssen in diesen Wohnungen die dafür notwendigen Kellerräume, Abstellräume, Fahrradräume, Technikräume barrierefrei nutzbar sein.

 

Begründung:

Barrierefreier Fahrradraum:

Rollstuhlfahrer nutzen immer häufiger sogenannte "Handbike's", hierfür benötigen sie abschließbare, trockene,Abstellfläche.

 

Barrierefreier Kellerraum:

Barrierefreier Kellerraum am Beispiel eines Rollstuhlfahrer querschnittsgelähmt:

Hoher Platzbedarf für Inkontinenzartikel.

 

Barrierefreier Technikraum:

Auch Menschen mit Behinderung muss es möglich sein, z.B. Handwerker zu beaufsichtigen, den Wasserzähler abzulesen.

 

>>Neu

In Wohnungen des Geschosswohnungsbaues mit z.B. mehr als 10 Wohnungen müssen mindestens 20% der Wohnungen inkl. Kellerräume, Abstellräume, Fahrradräume, Technikräume, barrierefrei nutzbar sein.

Hiervon müssen die Hälfte der Wohnungen nach DIN 18040-2 und die andere Hälfte nach DIN 18040-2 R (Wohnungen für eine uneingeschränkte Rollstuhlnutzung) gebaut werden. Gleichwohl müssen gemeinschaftlich genutzte Räume (z.B. Gemeinschaftsküche) barrierefrei nutzbar sein. <<

 

Begründung:

Wenn es nur wie folgt genannt würde: "In Wohngebäuden mit mehr als drei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein".

Dann kann dies auch die Penthouse-Wohnung sein. Bei dieser Wohnung wäre es leicht möglich die notwendigen Bewegungsflächen von 150cm x 150 cm zu realisieren, es wäre aber nur eine Wohnung barrierefrei, zudem für die allermeisten nicht bezahlbar.

 

Die Sätze 1 und 2 gelten nicht, soweit die Anforderungen insbesondere wegen schwieriger Geländeverhältnisse, wegen des Einbaus eines sonst nicht erforderlichen Aufzugs oder wegen ungünstiger vorhandener Bebauung nur mit Mehrkosten von 30%, erfüllt werden können.

 

2. §39 Barrierefreie Anlagen

(2)

10. Krankenhäuser

Liste der technischen Baubestimmungen

>>Neu:

Neu-/ Umbauten: 20% der Patientenzimmer müssen nach DIN 18040-2 (R) und weitere 20% der Patientenzimmer müssen nach DIN 18040-2 gebaut werden.<<

 

Für Sonderbauten bitte unbedingt einführen:

 

Baurechtsamt, muss bei Einreichung der Pläne von Neu/- Umbauten und Sanierungen, eine Prüfung auf Einhaltung aller DIN 18040 Normen, durchführen.

 

Die dafür zuständigen Mitarbeiter, müssen sich externes Fachwissen einholen, dies kann z.B. durch qualifizierte Personen (Architekten mit entsprechender Zusatzqualifikation, speziell ausgebildete Fachplaner, Experten in eigener Sache, Wohnberatungsstellen der Verbände, per einheitlichem Gebührensatz entlohnt) geschehen.

 

Alternativ: sich als "Fachplaner" bei fachkundigen Stellen ausbilden lassen.

 

Fachkundige Stellen wie z.B. Fortbildungsinstitute müssen Qualitätsprüfungen standhalten können, dafür wird eine unabhängige Prüfstelle mit interdisziplinären Qualifikationen benötigt.

 

Bitte dringend eine Nachrüstungspflicht, sowie bei Verweigerung der Nachrüstung, ein Bußgeld, in Höhe der behinderungsbedingten Mehrkosten, einführen.

 

Meines Erachtens ist es nicht Zielführend sich auf Maßnahmen wie z.B. eine

Freiwillige Selbstkontrolle, Musterbeherbergungsstättenverordnung zu verlassen

 

3. Bei den Mehrkosten für barrierefreies Bauen bitte die Zumutbarkeitsgrenze von 20 % auf 30% erhöht werden.

 

Personenaufzüge dürfen nicht mehr dem Kostenblock des "barrierefreien Bauens" zugerechnet werden, da diese bereits heute bei Neubauten nach §27 der Bauordnung ( § 2 Abs. 4 Satz 2 von mehr als 13 m müssen Aufzüge in ausreichender Zahl haben) gebaut werden müssen.

 

 

4. Für den privaten Sektor (Bauherren, private Wohnbauunternehmen und Investoren) werden besondere Anreize geschaffen, barrierefrei zu bauen. Das gilt für Neubau, Renovierung und Sanierung gleichermaßen. Es werden dringend Förderprogramme benötigt, die neben günstigen Krediten auch Zuschüsse ermöglichen, unter anderem für Beratungen und für Bau- sowie Umbaumaßnahmen.

 

Variante: Steuerliche Abschreibung

der für den barrierefreien Ausbau, notwendigen Mehrkosten sollten innerhalb von 8 Jahren zu 100% abzuschreiben sein.

 

5. Untere Türanschläge und Schwellen sind, wie in der Erklärung des Deutschen Institutes für Normung e.V. zu bauen:

 

"Nur eine niveaugleiche, schwellenlose Ausbildung bei Außentüren, das heißt mit einer Schwellenhöhe von null Zentimetern ist barrierefrei.“

 

Die im zweiten Satz formulierte Höhe von zwei Zentimetern stelle lediglich einen Ausnahmefall im begründeten Einzelfall dar. „Ob und wann diese Ausnahmeregelung zum Tragen kommt, ist nur in Verbindung mit einer Begutachtung von einem Sachverständigen vor Ort, der dann die objektbezogenen und konstruktiven Einflussfaktoren berücksichtigt, zu treffen.“ Siehe unter: www.freiraeume-magazin.de/news/newsdetails/artikel/nur-niveaugleiche-und-tatsaechlich-schwellenlose-uebergaenge-an-tueren-sind-barrierefrei/

 

Selbst bei bestehenden Gebäuden gibt es Abdichtungstechnologien, die schwellenfreie Übergänge bei nahezu allen bestehenden Türen (z.B. mit der Magnet-Doppeldichtung) ermöglichen. Deshalb sind nicht nur bei Neubaumaßnahmen sondern auch bei Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen, die die Erneuerung von Außentüren wie Balkon-, Terrassen- und Wohnungseingangstüren beinhalten, schwellenfreie Lösungen zu fordern.

 

Förderprogramme sollten daher bei Umbaumaßnahmen und bei Neubauten "schwellenfreie Türübergänge" voraussetzen.

 

6. Bewegungsflächen dürfen nicht durch Schwellen und Kanten eingeschränkt werden.

 

 

7. Der barrierefreie Wohnungsbestand muss im privaten und öffentlichen Sektor deutlich erhöht und im Blick auf seinen Anteil nachhaltig ausgebaut werden.

 

Gutes Beispiel aus Österreich:

Förderung für barrierefreies Bauen ("Senioren-Scheck") bis zu 3.000 Euro

 

In Deutschland einfach "Abwrackprämie für Barrieren"

 

Mit der Maßnahme soll es älteren Personen möglich werden selbstbestimmt, länger in den eigenen "vier Wänden" zu leben und wohnen und damit sollen auch "Sozialtöpfe" entlastet werden, weil die Wohnversorgung im Pflegeheim bekanntlich teurer ist.

 

Zuschuss vom Land:

 

Pläne sollten von qualifizierten Personen (Architekten, Fachplaner, Wohnberatungsstellen der Verbände) per Einheitlichem Gebührensatz entlohnt, geprüft werden. Kein Gießkannenprinzip!

 

8. Liste der technischen Baubestimmungen

barrierefreie Erschließung von Wohnungen kannn über Rampen, Kabinenaufzüge und Hebelifte erfolgen.

Begründung für Hebelifte:

Platzsparendere Lösung als Rampen, keine extra Kraft-/Koordinationsaufwand notwendig.

Bedienung mit Euro-Schlüssel nach erfolgter Einweisung beim Kauf des Schlüssels, auch vom Behinderten alleine zu nutzen.

Alternativ kann eine Einweisung auch direkt vor Ort (am Hebelift) erfolgen.

 

ich würde mich sehr freuen, wenn diese Punkte bei den Vor-Entscheidern, Anklang finden würden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Reiner Schneck

Rollstuhlfahrer, querschnittsgelähmt seit 23 Jahren.