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Strategiedialog Automobilwirtschaft

Pilotphase der Öffentlichkeitsbeteiligung

Zukunft der Mobilität in Ulm (Bild: © Staatsministerium Baden-Württemberg)

Zwischen August und November 2018 fanden im Rahmen der Pilotphase der Öffentlichkeitsbeteiligung verschiedene Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger und zivilgesellschaftliche Gruppen in Baden-Württemberg statt. Ziel der Pilotphase war es, alle Interessen, Themen und Alltagserfahrungen zur Zukunft der Automobilwirtschaft und der Mobilität in Baden-Württemberg der Teilnehmenden zu sammeln, um daraus ein Konzept für die Öffentlichkeitsbeteiligung zu entwickeln.

Im Rahmen der verschiedenen Beteiligungsformate - Fokusgruppen, Online-Befragung und Gesprächen mit Interessengruppen und Institutionen - wurden die Wahrnehmung des Strategiedialogs Automobilwirtschaft, das Mobilitätsverhalten, Wünsche und Vorschläge für die Zukunft der Mobilität im Allgemeinen und der Automobilwirtschaft im Speziellen sowie relevante Themen und Akteure für die weitere Öffentlichkeitsbeteiligung abgefragt und gemeinsam erarbeitet.

Die Fokusgruppen fanden in fünf Kommunen in Baden-Württemberg mit jeweils etwa 15 Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürgern statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten zu den zwei großen Themenblöcken Mobilität und Mitgestalten frei diskutieren, wodurch ein breitgefächertes Bild der Zukunft der Mobilität entstand.

An der Online-Befragung haben sich über 800 Bürgerinnen und Bürger des Landes beteiligt. Die zwei großen Themenblöcke der Umfrage bestanden in der Gestaltung der zukünftigen Automobilwirtschaft und der Beteiligung der Gesellschaft am Strategiedialog.

Mit 31 Vertreterinnen und Vertretern von Umwelt- und Verkehrsverbänden, zivilgesellschaftlichen Vereinigungen, der öffentlichen Verwaltung und Industrie- und Wirtschaftsorganisationen wurden Interviews durchgeführt. Dabei wurde über die verschiedenen Themenschwerpunkte hinaus die Mitarbeit der Verbände und Organisationen thematisiert.

Zentrale Ergebnisse der Pilotphase

  1. Der Strategiedialog ist in der Gesellschaft und bei Bürgerinnen und Bürgern nicht bekannt, sondern nur in Teilen der Fachkreise. Er wird als intransparent und auto-zentriert wahrgenommen; die Öffentlichkeit erwartet, dass alle Themen der Mobilität der Zukunft aufgegriffen werden, insbesondere neue Mobilitätsdienstleistungen und der ÖPNV.
  2. Das Vertrauen in die Automobilindustrie ist sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei Teilen der Fachkreise gering. Sie soll Verantwortung für eine zukunftsgerechte Entwicklung übernehmen und sich zum Mobilitätsdienstleister wandeln. Ihre Rolle für den Wirtschaftsstandort wird anerkannt.
  3. Die eigene Mobilität muss für die Menschen flexibel, effektiv, bequem, bezahlbar und nachhaltig sein und sollte keine Menschen ausschließen. Individualität und Unabhängigkeit in ihrer Mobilität sind den Menschen wichtig. Manche Bürgerinnen und Bürger können sich aber einen Verzicht auf ein eigenes Auto vorstellen.
  4. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und damit verbundene Änderungen im Mobilitätssektor ist sehr ausgeprägt. Es wird von allen Menschen akzeptiert, dass Verhaltensänderungen nötig sind, diese gelten aber als schwer erreichbar.
  5. Die Menschen erwarten vom Strategiedialog konkrete und sichtbare Veränderungen und transparente Verfahren. Es gibt eine hohe Bereitschaft, sich in einen Dialog zur Zukunft der Mobilität einzubringen, wenn die Ergebnisse auch wirklich in Politik und Wirtschaft aufgegriffen werden und alle Themen einer zukünftigen und nachhaltigen Mobilität umfassen.

Aus den Ergebnissen wird nun ein konkretes Konzept der Öffentlichkeitsbeteiligung für die kommenden Jahre erarbeitet. Aus den vielen Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pilotphase entstand zudem eine Themenlandkarte, die das gesamte Spektrum des Dialogs aufzeigt.

Ergebnisse der Pilotphase der Öffentlichkeitsbeteiligung (PDF)

Fokusgruppe Freiburg (PDF)

Fokusgruppe Mannheim (PDF)

Fokusgruppe Mehrstetten (PDF)

Fokusgruppe Schwäbisch Hall (PDF)

Fokusgruppe Ulm (PDF)

Zusammenfassung der Stakeholderinterviews (PDF)