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Wasserstoff-Roadmap

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)

Sektor 1

Industrie

Der Industriesektor trägt in Baden-Württemberg mit einem großen Anteil zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) bei und bietet daher ein wichtiges Potenzial zur Minderung der Treibhausgasemissionen des Landes. Der Wasserstoff-Bedarf für einen CO2-freien Sektor Industrie für Baden-Württemberg kann hoch eingeschätzt werden. Entsprechend wird dieser Sektor für das Land auch hoch priorisiert. Diese Einschätzung steht im Einklang mit der Nationalen Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung sowie der Fraunhofer Wasserstoff-Roadmap für Deutschland.

Offene Fragen

  • Wie sehen die Bedarfe an Wasserstoff in verschiedenen Industrien in Baden-Württemberg aus (zum Beispiel SynFuel-Erzeugung, Chemie und Kunststoff, Düngemittel und Zement sowie Glas, Maschinen- und Anlagenbau)?
  • Wie schätzen Sie die Dauer einer Transformation zur CO2-Neutralität im Sektor Industrie ein?
  • Wie schätzen Sie die Zahlungsbereitschaft für grünen Wasserstoff ein?
  • Möchten Sie eine weitere offene Frage oder sonstige Hinweise einbringen?

Sie konnten bis zum 15. Oktober 2020 an der zweiten Online-Beteiligung zur Wasserstoff-Roadmap teilnehmen.

Kommentare : zu Industrie

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10. Kommentarvon :CH

H2 in der Industrie

- Wasserstoff sollte zunächst in die Stahl- und Chemieindustrie (Ammoniak, Methanol) gehen. Die relevanten Punktnachfragen sind jedoch eher in anderen Bundesländern verortet. - Die Zahlungsbereitschaft hängt von der fossilen Referenz (Dampfreformierung) ab, wenn heute schon Wasserstoff genutzt wird (Ammoniak, Raffinerien). Preisparität wird erst

- Wasserstoff sollte zunächst in die Stahl- und Chemieindustrie (Ammoniak, Methanol) gehen. Die relevanten Punktnachfragen sind jedoch eher in anderen Bundesländern verortet.

 

- Die Zahlungsbereitschaft hängt von der fossilen Referenz (Dampfreformierung) ab, wenn heute schon Wasserstoff genutzt wird (Ammoniak, Raffinerien). Preisparität wird erst bei steigenden Erdgaspreisen oder höheren CO2-Preisen erfolgen. Absehbar ab 2030.

9. Kommentarvon :CH
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8. Kommentarvon :Thomas Jordan

Industrie

Hilfreich für eine Prioritisierung wäre eine Bestandserhebung, welche Industrie in BW wieviel H2 gegenwärtig verbraucht. Die schnellsten Effekte mit grünem H2 könnte dann bei der Industrie mit hohem Verbrauch an konventionell hergestelltem, CO2 behafteten H2 erzielt werden. Es müssen dazu "nur" infrastrukturelle Fragen der Versorgung mit grünem

Hilfreich für eine Prioritisierung wäre eine Bestandserhebung, welche Industrie in BW wieviel H2 gegenwärtig verbraucht.

Die schnellsten Effekte mit grünem H2 könnte dann bei der Industrie mit hohem Verbrauch an konventionell hergestelltem, CO2 behafteten H2 erzielt werden. Es müssen dazu "nur" infrastrukturelle Fragen der Versorgung mit grünem H2 gelöst werden und ein für diese Industrie attraktiver Preis für das grüne H2 gewährt werden. Ein prominentes Beispiel hierfür wären Raffinerien (z.B. miro).

Mehr Aufwand erfordern neue Prozesse, in denen zusätzlicher Bedarf an Wasserstoff generiert wird (Beispiel: Stahl).

Industrielle Prozesse bieten hohe Umsätze und damit schnelle CO2 Reduktionspotentiale. Sie sind darüber hinaus "transparent", da sie im Wesentlichen nur über ökonomischen Aspekte getrieben werden.

Das bedeutet wiederum, dass keine Akzeptanz für einen höheren Preis für grünen H2 erwartet werden kann.

Die notwendigen Wandlungen auf kurzer Zeitskala erfordern, dass alle Anwendungen von grünem H2 in allen Sektoren adressiert werden, auch wenn Industrieanwendungen große Skalen auf relativ kurzer Zeit versprechen.

 

7. Kommentarvon :ohne Name 9938

Transformationsprozess in der Industrie hin zur CO2-Neutralität

Erfahrungsgemäß ist der Industriesektor der schwierigste aller Sektoren, weil Flexibilitäten häufig zunächst nicht vorhanden sind und meist Kosten eine entscheidend größere Rolle spielen als in den Sektoren Wärme und Mobilität. Daher wird eine höhere Zahlungsbereitschaft für "grünen Wasserstoff" sicher nur in wenigen Industrie-Unternehmen bestehen.

Erfahrungsgemäß ist der Industriesektor der schwierigste aller Sektoren, weil Flexibilitäten häufig zunächst nicht vorhanden sind und meist Kosten eine entscheidend größere Rolle spielen als in den Sektoren Wärme und Mobilität. Daher wird eine höhere Zahlungsbereitschaft für "grünen Wasserstoff" sicher nur in wenigen Industrie-Unternehmen bestehen.

6. Kommentarvon :Andreas Maier

grüner Wasserstoff in die Raffinerie

Grüner Wasserstoff könnte in den Raffinationsprozess integriert werden und dadurch die Produkte sukzessive klimaneutraler machen. Ein fliesender Übergang zur Klimaneutralität ist bei Nutzung der bestehenden Anwendungstechnologien möglich. Im Laufe des Defossilisierungsprozesses können dann klimaneutrale Synthetische Kraft- und Brennstoffe aus

Grüner Wasserstoff könnte in den Raffinationsprozess integriert werden und dadurch die Produkte sukzessive klimaneutraler machen. Ein fliesender Übergang zur Klimaneutralität ist bei Nutzung der bestehenden Anwendungstechnologien möglich. Im Laufe des Defossilisierungsprozesses können dann klimaneutrale Synthetische Kraft- und Brennstoffe aus grünem Wasserstoff die Infrastruktur von der Tankerlogistik über die Verteillogistik bis zu den Anwendungstechnologien in der Mobilität und der Wärme weiter nutzen. Durch die gute Transportierbarkeit, Lagerung und Nutzung von synthetischen Fuels wird Erneuerbare Energie zum internationalen Produkt und handelbar.

5. Kommentarvon :Dirk Fuchs

Wie sehen die Bedarfe an Wasserstoff in verschiedenen Industrien in Baden-Württemberg aus (zum Beispiel SynFuel-Erzeugung, Chemie und Kunststoff, Düngemittel und Zement sowie Glas, Maschinen- und Anlagenbau)?

Vermutlich wird der Bedarf an Wasserstoff in Chemie- und Stahlindustrie am größten sein, da hier ein großer Hebel zur Dekarbonisierung via Wasserstoff besteht.

4. Kommentarvon :ohne Name 3803

Wasserstoff in der Industrie

Ich denke Wasserstoff wird neben dem Cracken von langkettigen Verbindungen auch zur Herstellung von chemischen Grundstoffen benötigt. Alle chemischen Grundstoffe für die organischen Chemie stammen aus der Raffinerie. Aktuell wird dieser Wasserstoff über Erdgas hergestellt mithilfe dem Dampfreforming Prozess. Würde man diesen Wasserstoff regenerativ

Ich denke Wasserstoff wird neben dem Cracken von langkettigen Verbindungen auch zur Herstellung von chemischen Grundstoffen benötigt. Alle chemischen Grundstoffe für die organischen Chemie stammen aus der Raffinerie. Aktuell wird dieser Wasserstoff über Erdgas hergestellt mithilfe dem Dampfreforming Prozess. Würde man diesen Wasserstoff regenerativ herstellen und nutzen, dann könnte die Nutzung und Abhängigkeit von Erdgas vermindert werden.

Dauer dieser Transformation: Jahrzehnte...

Zahlungsbereitschaft hängt davon ab, wie hoch der Preis für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien im Verhältnis zu konventionell erzeugtem Wasserstoff. Dies wird von CO2-Preis abhängig sein.

3. Kommentarvon :ohne Name 10064

.... Einsatz regenerativen H2 in der Chemieindustrie

.... auch hier sollte der Einsatz von regenerativem H2 von Fall zu Fall geprüft und "hochwertige" Prozesse bevorzugt werden. Auch die Mengenbedarfe sollten nach "notwenigen" bzw. "nice to have" Prozessen ermittelt werden.

2. Kommentarvon :ohne Name 10064

Nutzung regenerativen H2´s in der Zementindustrie

...... in welchem Prozessschritt soll hier regenerativer H2 eingesetzt werden ? Zur Überführung von Calciumcarbonat in Calciumoxid hat das MIT ein eigenes elektrrochemisches Verfahren entwickelt, welches sogar Wasserstoff freisetzt. Wenn es in Prozessen "nur" um die Erzeuguzng von Wärme geht, wäre es sinnvoll sich Gedanken zu alternativen

...... in welchem Prozessschritt soll hier regenerativer H2 eingesetzt werden ? Zur Überführung von Calciumcarbonat in Calciumoxid hat das MIT ein eigenes elektrrochemisches Verfahren entwickelt, welches sogar Wasserstoff freisetzt. Wenn es in Prozessen "nur" um die Erzeuguzng von Wärme geht, wäre es sinnvoll sich Gedanken zu alternativen Prozessen zu machen, anstatt regenerativ hergestellten Wasserstoff nur zu "verbrennen" ..... dafür ist er eigentlich zu wertvoll.

 

1. Kommentarvon :ohne Name 10064

Nutzung regenerativen H2´s in der Raffinerie

.... es ist schwer zu verstehen, weswegen kostbar gewonnener regenerativer Wasserstoff zur Produktion von fossilen Kraftstoffen verwendet werden soll. Er kann in Brennstoffzellen wesentlich effektiver genutzt werden. Gibt es hier irgendein Argument dafür ??