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Stuttgart 21

Filder-Dialog S21 hat begonnen

Staatsrätin Gisela Erler begrüßt am Samstag (16.06.2012) in Leinfelden-Echterdingen die Teilnehmer des Filder-Dialogs S21. (Foto: dpa)

Leinfelden-Echterdingen - Rund 150 Bürger und Experten haben am Samstag in Leinfelden-Echterdingen über die künftige Anbindung des Landesflughafens an das Bahnvorhaben Stuttgart 21 beraten. Beim Filder-Dialog verlangten die Teilnehmer vor allem mehr Lärmschutz, einen nutzerfreundlichen Nahverkehr und Sicherheit in Tunneln und an Haltepunkten. Möglichst wenig Flächen auf den Fildern südlich von Stuttgart sollten verbraucht werden.

Zur Debatte stehen beim Filder-Dialog die von der Bahn geplante Antragstrasse und sechs Varianten dazu. Die Alternativen sehen zum Beispiel eine andere Lage des Fernbahnhalts am Flughafen oder einen S-Bahn-Ring vor. «Hier öffnen wir die Denkfabrik noch einmal, um im Planfeststellungsverfahren mehr Optionen zu haben», sagte die Staatsrätin für Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, zum Auftakt.

Zu den nach dem Zufallsprinzip 68 Bürger ausgesuchten Bürgern kamen 84 gesetzte Vertreter von Kommunen, Bürgerinitiativen und Projektpartnern. Der Filder-Dialog soll Ende Juni fortgesetzt und Anfang Juli mit Empfehlungen an die Projektpartner zu Ende gehen.

Der Moderator des Dialogs, der Bonner Experte Ludwig Weitz, stellte die Veranstaltung unter das Motto: «Dialog ist die Kunst des gemeinsamen Denkens.» Weitz und Erler hoffen, dass nach den Gesprächen zwischen unvoreingenommenen «Alltagsexperten» und denjenigen, die «Koffer voller Material und Einsichten» mitbringen, Kompromisse gefunden werden. Weitz nannte es erstaunlich, dass über die Kriterien der Bewertung der Trassen weitgehend Konsens herrsche. Staatsrätin Erler lobte das «Ausmaß der guten Arbeitsatmosphäre». Den Menschen habe die Angst, dass der Dialog nichts bewirke, genommen werden können.

Erler bezifferte die Kosten des Filder-Dialogs auf 200.000 Euro. Da das Gesamtprojekt Stuttgart 21 auf 4,5 Milliarden Euro gedeckelt ist, sei das eine vertretbare Summe: «Bürgerbeteiligung für bis zu einem Prozent der Baukosten ist akzeptabel.» Sie fügte hinzu: «Es geht hier nicht um Selbstzweck, sondern darum, ein Projekt klüger, zukunftsfähiger und akzeptierter zu machen.» Möglicherweise ergäben sich ja auch Sparpotenziale.

Quelle:

dpa/lsw
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