Der Verkehrssektor hatte 2023 einen Anteil von 32,4 Prozent an den Treibhausgasemissionen im Land. Hierzu gehören alle Emissionen, die beim Einsatz von Kraftstoffen für die Mobilität entstehen. Der größte Anteil der Verkehrsemissionen entfällt mit circa 99 Prozent auf den Straßenverkehr. Das Sektorziel des Verkehrs gibt vor bis 2030 eine Reduktion der Emissionen um 55 Prozent (gegenüber 1990) zu erreichen.
KLIMA.LÄND: Übersicht der Maßnahmen im Sektor „Verkehr“
Kommentare
Sie konnten den Themenbereich bis 27. März 2026 kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
Stellungnahme des Jugendrats Baden-Württemberg für Klima & Nachhaltigkeit
Der Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit unterstützt die bisher vorhandenen Maßnahmen des Klimamaßnahmenregisters, sieht jedoch ein Defizit bei der Umsetzung und dem Gesamtvolumen und schlägt daher im Sektor Verkehr folgende Ergänzungen vor:
Landesweites Förderprogramm für autoarme Quartiere und Flächenumverteilung (Superblocks)
Das Land Baden-Württemberg sollte ein gezieltes Förderprogramm und einen rechtlichen Leitfaden auflegen, um Kommunen bei der Einrichtung von "Superblocks" (oder Kiezblocks) und der Neuordnung des ruhenden Verkehrs zu unterstützen. Dabei werden Straßenparkplätze im öffentlichen Raum systematisch reduziert. Der ruhende Verkehr wird in zentralen Quartiersgaragen am Rand der Wohngebiete gebündelt. Die freiwerdenden Flächen im Straßenraum werden entsiegelt, begrünt und für den Fuß- und Radverkehr sowie für Mobilitätsstationen (Car- und Bikesharing) umgenutzt.
Der Wegfall von Parkplätzen direkt vor der Haustür macht den privaten Autobesitz weniger attraktiv und fördert den Umstieg auf Umweltverbund (ÖPNV, Rad, Fuß) und Sharing-Angebote. Dies reduziert die gefahrenen PKW-Kilometer und somit die CO₂-Emissionen.
Die Entsiegelung von ehemaligen Parkflächen und die Pflanzung von Stadtbäumen reduzieren den städtischen Hitzeinsel-Effekt (Mikroklima) und verbessern das Regenwassermanagement (Schwammstadt-Prinzip).
Schaffung der rechtlichen Grundlagen für eine kommunale City-Maut (Zero-Emission-Zones) für Verbrenner
Das Land Baden-Württemberg verabschiedet eine rechtliche Ermächtigungsgrundlage (z.B. im Rahmen des Landesmobilitätsgesetzes), die es Kommunen erlaubt, eine lokale, nutzungsbasierte City-Maut für den motorisierten Individualverkehr einzuführen. Diese Maut wird gezielt auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (Fossilantrieb) erhoben, um die Antriebswende zu beschleunigen und die Innenstädte zu entlasten. In diesem Zuge soll das P+R Angebot ausgebaut für Pendler ausgebaut werden, die für die ersten und letzten Teilstrecken auf das eigene Fahrzeug angewiesen sind. Es wird ein landesweit einheitlicher Ausnahmekatalog definiert, der den öffentlichen Nahverkehr (ÖV), den gewerblichen Lieferverkehr, Handwerker und Dienstleister sowie Einsatz- und Rettungskräfte von der Maut befreit. Die generierten Einnahmen werden strikt zweckgebunden in den Ausbau des regionalen ÖPNV und der Radinfrastruktur reinvestiert.
Die Folgen: Direkte Emissionsreduzierung und Luftreinhaltung, Beschleunigung der Antriebs- und Mobilitätswende sowie Gegenfinanzierung der Verkehrswende.
Durchführungsverordnung Landesreisekostengesetz - Zug statt Flug:
Die Durchführungsverordnung oder das Landesreisekostengesetzt wird so angepasst, dass für Reisezeiten unter 6 Stunden keine Flüge genutzt werden dürfen, und für Ausnahmen eine erhöhte Begründung notwendig ist, die im Einzelfall geprüft wird. Zwar ist bisher zwar der Gedanke enthalten, klimafreundliche Mobilität zu bevorzugen, jedoch kann eine feste Orientierungslinie hierfür ein Ignorieren dieses Ziels verhindern.
ÖPNV als kommunale Pflichtaufgabe
Wir fordern die Einstufung des ÖPNV als kommunale Pflichtaufgabe. Aktuell ist das Angebot oft von der Haushaltslage der Kommunen abhängig. Eine Verankerung als Pflichtaufgabe bietet folgende Vorteile:
Garantierte Grundversorgung: Sicherung von Mindeststandards bei Taktung und Erreichbarkeit, auch im ländlichen Raum.
Planungssicherheit: Langfristige Investitionen in Infrastruktur und klimaneutrale Flotten werden ermöglicht.
Gleichwertige Lebensverhältnisse: Jugendliche sind unabhängig von ihrem Wohnort auf verlässliche Mobilität angewiesen, um Bildungs- und Freizeitangebote wahrzunehmen.“
Jung, mobil, klimafreundlich: langfristige Absicherung des D-Tickets Jugend BW und des Jugendticket BW.
Um nachhaltige Mobilität in der Lebenswelt junger Menschen zu verankern, erbitten wir eine langfristige Finanzierungszusage für das D-Ticket JugendBW. Mobilität darf für Auszubildende, Schüler:innen und Studierende keine soziale Frage sein. Wir fordern das Land auf, sich auf Bundesebene gegen Preiserhöhungen einzusetzen. Perspektivisch muss das Ziel die Etablierung eines 365-Euro-Ticket sein, um eine echte, klimafreundliche Teilhabe zu garantieren und die Attraktivität des ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV) dauerhaft zu steigern.
Ausbau Gäubahn und anderen IC-Strecken im “Klimaländ”
Zweigleisiger Ausbau von IC-Strecken, sowie perspektivisch Elektrisierung aller Nebenstrecken oder Nutzung von alternativen, klimafreundlichen Zügen auf nicht elektrifizierten Strecken. Abbau aller dieselbetriebenen Züge bis 2030 und Ersatz durch klimafreundliches Rollmaterial.
Verstetigung der Frankreich Kooperation
Der Erfolg der deutsch-französischen Sommeraktion mit der Region Grand Est zeigt den hohen Bedarf an grenzüberschreitender, klimafreundlicher Mobilität - gerade auch unter jungen Menschen. Was als Jubiläumsaktion begann, soll als fester Bestandteil in den Klimafahrplan des Landes aufgenommen werden. Wir fordern die Verstetigung dieser Kooperation, um den interkulturellen Austausch und das europäische Bewusstsein junger Menschen jährlich zu fördern. Eine dauerhafte Etablierung reduziert Barrieren und macht klimafreundliches Reisen über Landesgrenzen hinweg zur Norm statt zur Ausnahme. Darüber hinaus soll das Land Baden-Württemberg perspektivisch ähnliche Kooperationen mit der Schweiz prüfen.
Trotz Defizit bei Regionalisierungsmitteln: Festhalten an Ausbauplänen!
Das Land muss verhindern, dass durch die Finanzierungslücke bei den Regionalisierungsmitteln im SPNV es zu einer Rücknahme von Ausbauplänen im SPNV kommt.
Sowohl die Ausbaupläne bei der städtischen Verdichtung, als auch Ausbau- und Reaktivierungspläne im ländlichen Raum müssen nach der aktuellen Planung fortgesetzt werden.
Die Situation der Finanzierung ist zwar angespannt und die wesentliche Erhöhung der Regionalisierungsmittel steht nicht in Aussicht.
Aus Sicht des Klimaschutzes wäre ein Aufschub des Ausbaus verheerend, die Zuverlässigkeit und Fahrgastbindung sowie Klimawirkung entfällt. Daher muss das Land notfalls aus eigenen Mitteln an den Ausbauplänen festhalten, um eine Rücknahme von Ausbauplänen und Abbestellungen zu vermeiden.
Jugendgerechte Fahrplangestaltung und verbesserte Partizipation
Fahrplankonstruktionen sollen die spezifischen Mobilitätsbedarfe junger Menschen stärker priorisieren. Dies betrifft insbesondere den Ausbau des Nachtverkehrs, um eine sichere und klimafreundliche Heimkehr nach Freizeitaktivitäten – gerade im ländlichen Raum – zu gewährleisten. Zudem fordern wir eine Überarbeitung der bestehenden Beteiligungsprozesse:
Zielgruppenspezifische Formate: Die klassischen Fahrplan-Konferenzen sollen durch explizite Jugend- und Schüler:innenforen ergänzt werden, die digital zugänglich und in der Tonalität ansprechend gestaltet sind.
Echte Mitwirkung: Jugendverbände müssen als Expert:innen in eigener Sache frühzeitig in die Netzplanung einbezogen werden, um Fehlplanungen an der Lebensrealität vorbei zu verhindern.
Chance zur schnellen Elektrifizierung durch autonome Fahrzeuge jetzt nutzen
Städte und Gesetzgeber sollten sich rechtzeitig (JETZT!) darauf vorbereiten, den Einsatz autonomer Fahrzeuge so zu steuern, dass dadurch schnell viele Menschen von Privat-PKW (meist Verbrennungsmotoren) auf autonome Fahrzeuge (elektrisch) umsteigen, ohne dass sie es merken.
Die gleichen rasanten Fortschritte, die wir bei ChatGPT u.a. sehen, finden gerade auch bei autonomen Fahrzeugen statt.
Voraussichtlich wird Anfang nächstes Jahres die UNECE die ADS-Regulierung für Fahrzeuge in Kraft setzen. Diese gilt automatisch sofort in der gesamten EU.
Es werden mit Sicherheit mindestens ein Hersteller aus den USA (Tesla) und vermutlich weitere aus China sofort Anträge stellen.
Die Reihenfolge wird voraussichtlich sein:
nächstes Jahr: Privat-PKW, Taxi, LKW
später: Kleinbusse
noch später: große Busse
Autonome Fahrzeuge werden extrem attraktiv sein, dennn heute fahren viele Menschen aus ländlichen Regionen mit Privat-PKW zur Arbeit, weil sie damit Zeit sparen im Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr.
Wenn man nicht mehr am Steuer sitzen braucht, wird Fahrzeit zu Freizeit oder Arbeitszeit.
Die Zeitersparnis wird noch viel größer!
Natürlich generiert das viel mehr Verkehr.
Als zweites werden Taxi-Unternehmen Flotten autonomer Taxis fahren lassen wollen (weil das viel Personalkosten spart).
Hier können Städte steuernd eingreifen, und Pooling fördern, indem sie das
zur Voraussetzung machen für die Lizenz, Nutzen der Busspur, Umfahren der Pförtnerampel, u.v.a.
Das reduziert gleichzeitig den Verkehr, und ersetzt schnell viele Verbrenner durch Elektro-Autos, ohne jegliche Diskussion über Reichweite, Lebensdauer, Lademöglichkeiten etc.
Allerdings erfordert das auch Gesetzes-Änderungen, denn momentan ist etwas entweder Linienverkehr, oder Taxi, und Taxi darf nicht weitere Personen zusteigen lassen, selbst wenn alle zustimmen.
Es wird etwas völlig neues entstehen, mit gleitendem Übergang von PKW, über Taxi, Rufbus, Minibus, großer Bus, öffentlicher Nahverkehr. Das kann man nicht mehr in eine der Schubladen Linie oder Taxi pressen.
Sobald auch autonome Kleinbusse kommen, kann man einen großen ÖPNV-Bus durch mehrere kleine ersetzen, die in kürzerem Takt fahren, nicht alle fahren durch alle Orte, und manche fahren direkt zu bestimmten Industriegebieten.
Damit wird der öffentliche Nahverkehr viel schneller, ohne höhere Kosten.
Das bringt noch mehr Menschen vom (stinkenden) Individualverkehr zum (dann sauberen) ÖPNV.
Parallel sind endlich viel mehr neue Verkehrskonzepte möglich, weil dann endlich viel Platz in den Städten frei wird.
Man kann eine Straße parallel zur Hauptstraße zur Anlieger-Straße machen, auf einer Seite Parkverbot machen, und autonome Elektro-Fahrzeuge mit mehr als 1 Insassen durchlassen.
Für die Anlieger wird es leise, gesünder, sicherer, und sie haben auf Knopfdruck sofort ein Robotaxi vor der Tür.
Bei letzterem gibt es ein Henne-Ei-Problem: Wenn das Angebot sehr attraktiv ist, steigen schnell viele um, dann gibt es bald weniger Widerstand gegen Parkverbot. Aber damit es attraktiv ist, müssen die autonomen Taxis und Minibusse schnell am Ziel sein, dürfen nicht auf der Hauptstraße im Stau stehen.
Manche Städte werden schneller als andere geeignete Straßen finden und sich trauen, dann kann das Beispiel auf andere abfärben.
Auto ist das günstigste und bequemste Fortbewegungsmittel
Ich bin jahrelang meine Wege mit der Regionalbahn gefahren und bin dann wieder seit 2 Jahren auf Auto und teilweise Fahrrad umgestiegen. Warum? Bahnstrecke Stuttgart - Schwäbisch Hall - Nürnberg ist einspurig und ständig durch Verspätungen und Zugausfälle geprägt. Die Angaben in der VVS-App stimmen oft nicht. Ich wurde vom Bahnpersonal willkührlich zum Kauf von Kindertickets für meinen Tretroller genötigt und musste immer diskutieren, dass mein Hund doch im Deutschland oder Zeitticket mit enthalten ist. Warum kann man nicht BW-weit einheitliche Mitnahme und Ticketregelungen schaffen? Warum wird die B14 Stuttgart - Backnang und weiter mit vielen Milliarden Steuergeld ausgebaut und der Zug- und Radverkehr findet keine Beachtung? Ich würde gerne wieder auf einen verlässlichen Zug umsteigen.
Radfernverkehrswege die frei vom Autoverkehr sind wäre auch eine sichere, schnelle, verlässliche und vor allem günstige Alternative auch auf dem Land.
Übernachtung statt Pendeln
Für Pendler*innen, die weite Strecken pendeln, wäre es teilweise sinnvoll, kurzfristig zu übernachten anstatt heimzufahren, nur um nach dem Aufstehen wieder zurück zu fahren.
Hier könnte es helfen, wenn man Arbeitgeber anregt/unterstützt Möglichkeiten zum Übernachten zu schaffen oder Vereinbarungen zu schließen.
Alternativ könnte man das fördern, indem man einen niedrigschwelligen Weg (digital und mit Schlüsselfach) schafft, wie Tagungshäuser, Hotels o.ä. Restzimmer vergünstigt zur Verfügung stellen.
grundsätzliche Gedanken
Ich wurde gebeten, meinen Gesamttext auf die (hoffentlich) passenden Themenfelder aufzuteilen. Hier nun also nur in stakkato ein paar Anregungen ohne Gesamtkontext. Sorry.
Mein roter Faden hinter allem: stets all das in BW unattraktiv teuer zu machen, was dem Leben auf diesem Planeten schadet (für alle Lebewesen!), und alles zu fördern – durch Anreize (!!!), möglichst nur selten durch Verbote – was Leben weiterhin ermöglicht. Als Big Picture also (notabene über diverse Legislaturperioden hinweg) Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit, Solidargemeinschaft, Fairness, Gerechtigkeit, Demokratie, Menschlichkeit, Natürlichkeit, Ur-Urenkeltauglichkeit.
Das Ganze immer fußend auf Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit, Konsequenz. Ich bin sicher, das killt dann auch sofort jede rechtsextreme Rückwärtsgerichtetheit und Herrenmenschenideologie, erst recht, wenn Menschen erst gar nicht mehr nach Europa flüchten müssen, da es in ihrer Heimat – aufgrund unseres Konsumverhaltens und Dekadenz – nicht mehr 50°C heiß wird, Dürren von Überschwemmungen von Wirbelstürmen von Dürren gefolgt werden und wir einfach unseren (Klamotten-)Müll und Mikroplastik in deren Vorgärten entsorgen.
Was von all dem gar nicht in Stuttgart gestaltet werden darf, sondern zwingend nach Berlin, Brüssel oder zur UNO gehört, dafür sorry again. Für dieses Kapitel hier rege ich also an:
· wenn Berlin streikt, was spricht dagegen, dass dann BW das erste Bundesland mit 100%igem Tempolimit auf Autobahnen wird oder Tempo 30 in allen Gemeinden, Tempo 90 auf allen Landstraßen?
· dürfte BW eine gewichts- und CO2-abhängige Kfz-Steuer einführen, um Anreize für kleinere und leichtere Autos zu schaffen?
· oder bereits ab 2030 oder 2032 in BW keine Verbrenner-Autos mehr neu zulassen?
· eine Kerosinsteuer für Flüge ab / bis BW-Flughäfen einführen?
· stattdessen Busspuren in den Städten, ein preisgünstiges BW-Ticket für den kompletten öV, etc. finanzieren
· den öV insgesamt massiv fördern (z.B. ein „Schwarzwald-Basistunnel“ Villingen – Offenburg, Trasse Singen – Stuttgart mit ETCS L2, Hbf. Stuttgart komplett unterirdisch, Zulaufstrecke zum GBT Karlsruhe – Basel, … ), 10 … 15min-Takt der Busse und Bahnen, rollende Landstraße, …
· Carsharing, Fahrgemeinschaften und Fahrradinfrastruktur ausbauen (siehe Kopenhagen, Belgien, Holland …)
· immer mehr komplett autofreie Innenstädte in BW einführen wie z.B. es z.B. Barcelona, Paris, Kopenhagen, etc. vormachen, und dadurch auch bei uns Lebensqualität, Luftqualität, Touristenzahlen, Umsätze der Geschäfte und Gastronomie steigern
· Mercedes, Audi, Porsche, Bertrandt, Bosch, ZF, … animieren, künftig digitale Stellwerke, Züge, Busse, Energiespeicher, Windräder, Solarmodule, Elektrolyseure, …, …, … zu produzieren. Die werden dringend benötigt, Autos nicht mehr in dem Maße
Schienen-Nadelöhre auflösen: Fernverkehrsfreigabe für Nahverkehrstickets als Sofortmaßnahme für Klimaschutz und Pünktlichkeit
Status Quo: Stau auf der Schiene statt Verkehrswende
Die aktuelle Lage im baden-württembergischen Schienennetz – besonders auf überlasteten Achsen wie der Neckar-Alb-Bahn oder dem Nadelöhr Plochingen–Wendlingen – ist für Pendler und Klimaziele gleichermaßen unhaltbar. Während Regionalexpress-Züge (RE) oft bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt sind und Verspätungen aufgrund von Überlastung („Blutspur-Effekt“) zum Alltag gehören, fahren Fernverkehrszüge (ICE/IC/TGV) auf denselben Abschnitten teilweise mit freien Kapazitäten parallel.
Die Forderung: Intermodale Öffnung von FernverkehrsstreckenIch fordere das Land Baden-Württemberg auf, proaktiv Verhandlungen mit den Fernverkehrsanbietern (DB Fernverkehr, SBB, SNCF und Flixtrain) aufzunehmen. Das Ziel: Fernverkehrszüge müssen auf definierten Nadelöhr-Abschnitten für Inhaber von Nahverkehrstickets (z. B. Deutschlandticket, bwtarif) freigegeben werden.
Warum das für alle Beteiligten ein Gewinn ist:Für die Bürger: Sofortige Entlastung der oft überfüllten Regionalzüge und mehr Fahrtoptionen ohne Mehrkosten.
Für die Pünktlichkeit (Beamte & Planer): Aktuelle Daten (vgl. FAZ 2025) zeigen, dass 61 % der Verspätungen durch „Stau auf der Schiene“ entstehen. Wenn wir den Fernverkehr für Nahverkehrskunden öffnen, können wir das Angebot im Nahverkehr auf diesen Abschnitten gezielt stabilisieren.
Für den Klimaschutz (Politiker): Die attraktivste Bahn ist die pünktliche Bahn. Wenn wir durch die Freigabe des Fernverkehrs die Verlässlichkeit erhöhen, steigen mehr Menschen vom Auto um.
Der notwendige Kompromiss: Qualität vor Quantität
Wir müssen ehrlich kommunizieren: Ein 15-Minuten-Takt, der zu 40 % verspätet ist, nützt niemandem. Umfragen der Bundesnetzagentur zeigen, dass über 80 % der Fahrgäste Verlässlichkeit gegenüber einer hohen Taktung bevorzugen.
Im Gegenzug zur Öffnung der Fernverkehrszüge sollte das Land prüfen, wo eine moderate Ausdünnung redundanter Regionalverbindungen zugunsten eines stabileren Gesamtfahrplans sinnvoll ist. Weniger Züge, die sich gegenseitig blockieren, bedeuten im Endeffekt eine höhere Netzkapazität und weniger „Stau-Minuten“. Die freiwerdenden Mittel aus dem Regionalverkehr können genutzt werden, um die Ausgleichszahlungen an die Fernverkehrsanbieter zu finanzieren.
Konkrete Schritte für das Land:Pilotprojekt Neckar-Alb: Freigabe der IC/ICE-Verbindungen zwischen Stuttgart und Tübingen für Nahverkehrstickets, um die Engpässe in Metzingen und Plochingen zu entschärfen.
Verhandlungsoffensive: Kooperation mit SBB und SNCF auf der Gäubahn bzw. der Rheintalbahn, um Kapazitäten „einzukaufen“, statt teure Zusatzzüge im Nahverkehr in überlastete Trassen zu pressen.
Digitales Kapazitätsmanagement: Nutzung der App-Daten, um Fahrgäste aktiv in weniger ausgelastete Fernverkehrszüge zu leiten.
Fazit: Wir können nicht bis zur Fertigstellung von Großprojekten wie S21 oder der Generalsanierung 2036 warten. Wir müssen die Züge nutzen, die bereits fahren – unabhängig von der Farbe der Lackierung.
Quellenverzeichnis
Pfisterer, Markus (2026): ÖPNV – Neckar-Alb-Bahn Stuttgart–Tübingen oft verspätet oder zu voll. Wie Bahn und Land Abhilfe schaffen wollen. In: Reutlinger Generalanzeiger (GEA), Ausgabe vom 05.02.2026, S. 17.
Kerninhalte: Analyse der Nadelöhre Plochingen-Wendlingen und Metzingen-Tübingen; Problematik der Fahrzeugverfügbarkeit und ETCS-Umrüstung.
Scherff, Dyrk (2025): Was die Deutsche Bahn jetzt tun muss. Die Züge sollen pünktlicher werden. Dafür gibt es viele Ideen. In: FAZ.NET (Wirtschaft), veröffentlicht am 27.09.2025.
Link: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/deutsche-bahn-wie-die-zuege-puenktlicher-werden-koennten-accg-110705313.html
Kerninhalte: Statistische Belege für Verspätungsursachen (61 % durch Trassenüberlastung); Akzeptanz von Takt-Ausdünnungen für mehr Pünktlichkeit (80 %-Votum); Konzept der „Blutspur“.
Abzocke, Gängelei und Bevormundung wird bestraft
Ich wiederhole mich wieder:
Solange ich als Autofahrer unter dem Deckmantel der Klimareligion abgezockt, gegängelt und bevormundet werde, wähle ich AfD.
Jeder Euro Co2-Abzocke, jede sinnfreie grünideologische Geschwindigkeitsbegrenzung und jede sinnfreie Maut ist eine Stimme für die AfD.
Ihr wollt damit nicht aufhören, ich unterstellte euch böswillige Absicht und das muss bestraft werden. Ich will hinterher kein Gejammer hören.
Eure Entscheidung.
Wieder Tempo 50
Es muss wieder in allen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg Tempo 50 im Innenbereich gelten.
Digitale Parkraumüberwachung flächenhaft einführen
Parkraummanagement, welches nicht konsequent umgesetzt wird, ist unfair und trägt nicht zur steuernden Wirkung dieser Maßnahmen für den fließenenden KFZ Verkehr bei. Kommunen und Ordnungsämter sind überfordert. Es braucht deutlich (kosten)effizientere Ansätze. Die ersten Pilotversuche mit digitaler Parkraumüberwachung müssen landesweit ausgerollt werden. Rechtliche Hilfestellungen und Gutachten für die rechtssichere Umsetzung durch Kommunen könnte durch das Land zur Verfügung gestellt werden.
Internetverbindung für Homeoffice
Homeoffice ist für viele Arbeitgeber selbstverständlich möglich und kann gerade lange Pendelstrecken sparen. Gerade für Videokonferenzen ist es eigentlich nicht notwendig am Arbeitsort zu sein. Leider ist die reale Internetverbindung auf dem Land oft so schlecht, dass Videokonferenzen nicht störungsfrei möglich sind. Wenn man dieses Problem behebt, kann Pendelverkehr und damit CO2 reduzieren.
Möglicherweise helfen hier Beratungs- oder Meldestellen für eine gezielte Verbesserung. Die gezielte Anschluss von bisher nicht gut versorgten Haushalten könnte Abhilfe schaffen.