Früher dachte ich, dass es für die guten Schüler kein Problem sei, den Lernstoff in einem Jahr weniger zu lernen. Für die Spitzenschüler mag das stimmen. An meinen eigenen Kindern (Zeugnisschnitte von 1,5 und 2,0) habe ich feststellen müssen, dass der Zeitdruck und die geballten Anforderungen zu ungesundem Verhalten geführt haben. (Stress, Verzicht […]
Früher dachte ich, dass es für die guten Schüler kein Problem sei, den Lernstoff in einem Jahr weniger zu lernen. Für die Spitzenschüler mag das stimmen. An meinen eigenen Kindern (Zeugnisschnitte von 1,5 und 2,0) habe ich feststellen müssen, dass der Zeitdruck und die geballten Anforderungen zu ungesundem Verhalten geführt haben. (Stress, Verzicht auf "schöne Dinge" wie Freunde treffen, Musik machen, Sport treiben, Zeit mit der Familie haben.)
32.
Kommentar von :ohne Name 62686
Zeit zum Heranreifen
Im G8 haben die Kinder 7 Jahre lange (Kl 5-11) weniger Zeit für sich und zum Heranreifen. Sie brauchen diese Zeit aber, um gesund zu sein.
Wenn man die Kinder mittels G8 aus den Familien forthalten will, damit die Eltern mehr Zeit zum Arbeiten haben, kann man auch endlich eine vernünftige freiwillige Betreuung anbieten, anstatt die Kindern […]
Im G8 haben die Kinder 7 Jahre lange (Kl 5-11) weniger Zeit für sich und zum Heranreifen. Sie brauchen diese Zeit aber, um gesund zu sein.
Wenn man die Kinder mittels G8 aus den Familien forthalten will, damit die Eltern mehr Zeit zum Arbeiten haben, kann man auch endlich eine vernünftige freiwillige Betreuung anbieten, anstatt die Kindern tagsüber in der Schule zu halten und die Eltern abends mit Nachhilfe zu beschäftigen.
Ein gymnasialer Bildungsgang mit bis zu drei Fremdsprachen regulär und einer vierten spätbeginnenden ist nicht vergleichbar mit einer Realschule oder Gemeinschaftsschule, die junge Menschen sicher auch sehr gut auf das Leben vorbereiten, aber die Tiefe an Wissen und Anforderungen nicht in diesem Maß bieten. Deshalb muss jungen Menschen die Chance auf einen neunjährigen Bildungsgang mit fundiertem Wissen angeboten werden.
33.
Kommentar von :ohne Name 53679
Häufigkeit Nachmittagsunterricht
Die Freunde unseres Sohnes haben das allgemeinbildende Gymnasium nach Klasse 7 in Richtung berufliches Gymnasium verlassen, weil sie dort anstatt dreimal Nachmittagsunterricht lediglich einmal am Nachmittag zur Schule müssen. Mein Sohn leidet darunter, dass er nicht die Zeit für seine Freunde hat, über die diese nun verfügen. Schade, dass bei den […]
Die Freunde unseres Sohnes haben das allgemeinbildende Gymnasium nach Klasse 7 in Richtung berufliches Gymnasium verlassen, weil sie dort anstatt dreimal Nachmittagsunterricht lediglich einmal am Nachmittag zur Schule müssen. Mein Sohn leidet darunter, dass er nicht die Zeit für seine Freunde hat, über die diese nun verfügen. Schade, dass bei den Kindern ihre Freizeit durch G9 und G8 zeitlich so unterschiedlich ist.
- beim Einwohnermeldeamt/Bürgermeisteramt Name/Anschrift bestätigen lassen
- abschicken.
35.
Kommentar von :ohne Name 62842
Zeit für Familie
Das G8 hat dazu geführt, dass Mittelstufenschülerinnen und -schüler ca. 35 Wochenstunden absolvieren müssen. Das bedeutet mindestens zwei mal in der Woche Nachmittagsunterricht, bei angenommenen sechs Unterrichtsstunden durchgehend am Vormittag.
Wann bleibt Zeit zum lernen, hausaufgaben-Machen und Klassenarbeiten-Vorbereiten? Dazu noch die […]
Das G8 hat dazu geführt, dass Mittelstufenschülerinnen und -schüler ca. 35 Wochenstunden absolvieren müssen. Das bedeutet mindestens zwei mal in der Woche Nachmittagsunterricht, bei angenommenen sechs Unterrichtsstunden durchgehend am Vormittag.
Wann bleibt Zeit zum lernen, hausaufgaben-Machen und Klassenarbeiten-Vorbereiten? Dazu noch die obligatorische GFS oder auch andere außerunterrichtliche Projekte. Unter der Woche bleibt dafür kaum Zeit. Alles muss dann am Wochenende erledigt werden. Oder eben nicht.
Für die Familien mit mehreren Kindern bedeutet es, dass die Wochenendplanung sehr stark von schulischen Aufgaben bestimmt wird. Abgesehen davon, dass es vielen Kindern dabei nicht gut geht, weil sie, anders als ihre Eltern, am Wochenende nicht unbedingt frei haben, sondern weiter arbeiten müssen.
36.
Kommentar von :dplasa1975
Mehr Zeit für die Kinder
Ich erinnere mich gerne an meine eigene gymnasiale Schulzeit zurück. Gefühlt unendlich viel Zeit, einmal in der Woche Nachmittagsunterricht und man kam "spät" gegen 16 Uhr nach Hause, dann ab der 11. Klasse zweimal die Woche. Aber ansonsten Zeit, Zeit Zeit. Für jede menge Hobbies aber auch für's mithelfen im elterlichen Betrieb, was ich heute als […]
Ich erinnere mich gerne an meine eigene gymnasiale Schulzeit zurück. Gefühlt unendlich viel Zeit, einmal in der Woche Nachmittagsunterricht und man kam "spät" gegen 16 Uhr nach Hause, dann ab der 11. Klasse zweimal die Woche. Aber ansonsten Zeit, Zeit Zeit. Für jede menge Hobbies aber auch für's mithelfen im elterlichen Betrieb, was ich heute als unverzichtbare Lebensqualifikation nicht missen möchte.
Mit einigen Umwegen bin ich heute selbst Lehrer und sehe die Kinder mit 35 Stunden in der Woche, mehrfach Nachmittags bis nach 17 Uhr in der Schule hocken.
Wozu quälen wir unsere Kinder so? Weil wir uns das eine Jahr extra nicht leisten wollen? Wohl nein, denn nur am Gymnasium darf man ja nicht in 8 Jahren zum Abitur gehen; an den beruflichen Gymnasien und der heilbringenden GMS ist's ja explizit so eingerichtet.
37.
Kommentar von :ohne Name 62881
Zeit für Familie und Zeit zum Lernen aktuell nur mit G9
Ich bin selbst im Normalzug 13 Jahre in NRW in die Schule gegangen, habe dann in Baden Württemberg studiert und unterrichte nun seit zehn Jahren am Gymnasium. Ich blicke auf eine schöne Schulzeit zurück, in der Nachmittagsunterricht die Ausnahme war und dasselbe wünsche ich mir für meine Kinder! Leider spricht das jetzige G8 total dagegen.
Wenn […]
Ich bin selbst im Normalzug 13 Jahre in NRW in die Schule gegangen, habe dann in Baden Württemberg studiert und unterrichte nun seit zehn Jahren am Gymnasium. Ich blicke auf eine schöne Schulzeit zurück, in der Nachmittagsunterricht die Ausnahme war und dasselbe wünsche ich mir für meine Kinder! Leider spricht das jetzige G8 total dagegen.
Wenn ich heute meine Schüler nachmittags im Unterricht habe und weiß, dass sie sogar noch zwei Stunden länger bis nach 16 Uhr in der Schule sind, frustriert mich das massiv. Den Schülern bleibt keine Zeit mehr, von der Schule abzuschalten und Kind zu sein. Aus der Lehrersicht muss und möchte ich Hausaufgaben zum Üben und Vertiefen geben, aus der Elternsicht frage ich mich selbst, wann die Schüler bei ihrem Stundenplan Zeit dafür finden sollen. Es gibt eindeutig derzeit zu viele und zu lange Nachmittage!
Ich fordere G9 in Baden Württemberg und wünsche mir Schüler, die gerne in die Schule gehen und später genauso gerne an ihre Schulzeit zurückdenken, wie ich! Schulzeit ist nämlich auch Kindheit, Freunde- und Familienzeit!
38.
Kommentar von :ohne Name 62956
G9
Den eigenen Kindern zuzusehen, wie sie unter G8 leiden ist unterträglich. Und es gibt halt nicht immer einen G9 Platz in erreichbarer Reichweite. Es gibt viel zu wenige. Die Hausaufgaben füllen dann noch den Rest des Nachmittags aus...das ist keine Kindheit, wie man sie haben sollten. Warum denken die Politiker wohl, haben die privaten Schulen mit […]
Den eigenen Kindern zuzusehen, wie sie unter G8 leiden ist unterträglich. Und es gibt halt nicht immer einen G9 Platz in erreichbarer Reichweite. Es gibt viel zu wenige. Die Hausaufgaben füllen dann noch den Rest des Nachmittags aus...das ist keine Kindheit, wie man sie haben sollten. Warum denken die Politiker wohl, haben die privaten Schulen mit G9 so einen Zulauf erhalten?
39.
Kommentar von :Charlotte63049
Das wichtigste Bedürfnis von Eltern - glückliche Kinder
Freunde und Familie sind wichtige Glücksquellen für Kinder und Jugendliche. Für beides bleibt aber wenig Zeit, wenn die Kinder G8 besuchen. Die "freie" Zeit nach der Schule wird in den Familien oft verzweckt, weil die Eltern den Kindern die Hausaufgaben erklären oder Vokabeln abfragen müssen. Weil die Kinder viel lernen müssen, wird auf gemeinsame […]
Freunde und Familie sind wichtige Glücksquellen für Kinder und Jugendliche. Für beides bleibt aber wenig Zeit, wenn die Kinder G8 besuchen. Die "freie" Zeit nach der Schule wird in den Familien oft verzweckt, weil die Eltern den Kindern die Hausaufgaben erklären oder Vokabeln abfragen müssen. Weil die Kinder viel lernen müssen, wird auf gemeinsame Unternehmungen am Wochenende verzichtet. Gemeinsame freie Zeit mit anderen Jugendlichen aus der Nachbarschaft zu finden, ist ebenso nicht einfach, wenn man nicht die gleiche Klasse besucht und denselben Stundenplan hat.
Ich plädiere klar für G9, denn das wichtigste Bedürfnis von Eltern sind glückliche Kinder. Wenn die Kinder aber für soziale Kontakte zu wenig Zeit haben und ständig das abarbeiten, was sie machen "müssen", dann bleibt das Glück leider oft auf der Strecke.
40.
Kommentar von :ohne Name 63082
Romantisierende Blase
Auszeiten, Auslandsjahr, Abhängen, erstmal chillen ist kein Zeichen von Stress durch G8 sondern ist der heutige Zeitgeist. Eine Rückkehr zu G9 wird das meiner Meinung nach nicht ändern.
Die eigentliche Frage ist doch, wie die Ostländer, die immer schon und immer noch G8 haben im nationalen Vergleich oben stehen, Baden-Württemberg hingegen immer […]
Auszeiten, Auslandsjahr, Abhängen, erstmal chillen ist kein Zeichen von Stress durch G8 sondern ist der heutige Zeitgeist. Eine Rückkehr zu G9 wird das meiner Meinung nach nicht ändern.
Die eigentliche Frage ist doch, wie die Ostländer, die immer schon und immer noch G8 haben im nationalen Vergleich oben stehen, Baden-Württemberg hingegen immer weiter abrutscht. Vielleicht sollte sich die Landesregierung fragen, ob nicht die verfehlte Bildungspolitik mit Realschule+ (Katastrophe), Werkrealschule (verursacht den Tod der Berufsfachschulen), Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung für immer weniger Bildungsgerechtigkeit sorgen. Die Gymnasialeltern reden in ihrer Wohlfühlblase von Bildungsgerechtigkeit, haben aber keine Ahnung, wie wenig Bildungsgerechtigkeit es außerhalb ihrer Blase gibt.
Es gibt viele Wege zu G9, die ein allgemeinbildendes Abitur ermöglichen. Das Allgemeinbildende Gymnasium ist nur einer davon.
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Kommentare
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Gesunde Kinder
Früher dachte ich, dass es für die guten Schüler kein Problem sei, den Lernstoff in einem Jahr weniger zu lernen. Für die Spitzenschüler mag das stimmen. An meinen eigenen Kindern (Zeugnisschnitte von 1,5 und 2,0) habe ich feststellen müssen, dass der Zeitdruck und die geballten Anforderungen zu ungesundem Verhalten geführt haben. (Stress, Verzicht auf "schöne Dinge" wie Freunde treffen, Musik machen, Sport treiben, Zeit mit der Familie haben.)
Zeit zum Heranreifen
Im G8 haben die Kinder 7 Jahre lange (Kl 5-11) weniger Zeit für sich und zum Heranreifen. Sie brauchen diese Zeit aber, um gesund zu sein.
Wenn man die Kinder mittels G8 aus den Familien forthalten will, damit die Eltern mehr Zeit zum Arbeiten haben, kann man auch endlich eine vernünftige freiwillige Betreuung anbieten, anstatt die Kindern tagsüber in der Schule zu halten und die Eltern abends mit Nachhilfe zu beschäftigen.
Ein gymnasialer Bildungsgang mit bis zu drei Fremdsprachen regulär und einer vierten spätbeginnenden ist nicht vergleichbar mit einer Realschule oder Gemeinschaftsschule, die junge Menschen sicher auch sehr gut auf das Leben vorbereiten, aber die Tiefe an Wissen und Anforderungen nicht in diesem Maß bieten. Deshalb muss jungen Menschen die Chance auf einen neunjährigen Bildungsgang mit fundiertem Wissen angeboten werden.
Häufigkeit Nachmittagsunterricht
Die Freunde unseres Sohnes haben das allgemeinbildende Gymnasium nach Klasse 7 in Richtung berufliches Gymnasium verlassen, weil sie dort anstatt dreimal Nachmittagsunterricht lediglich einmal am Nachmittag zur Schule müssen. Mein Sohn leidet darunter, dass er nicht die Zeit für seine Freunde hat, über die diese nun verfügen. Schade, dass bei den Kindern ihre Freizeit durch G9 und G8 zeitlich so unterschiedlich ist.
Jeder kann G9 unterstützen:
g9-jetzt-bw.de
- Lesen
- pro Person ein Blatt ausfüllen
- beim Einwohnermeldeamt/Bürgermeisteramt Name/Anschrift bestätigen lassen
- abschicken.
Zeit für Familie
Das G8 hat dazu geführt, dass Mittelstufenschülerinnen und -schüler ca. 35 Wochenstunden absolvieren müssen. Das bedeutet mindestens zwei mal in der Woche Nachmittagsunterricht, bei angenommenen sechs Unterrichtsstunden durchgehend am Vormittag.
Wann bleibt Zeit zum lernen, hausaufgaben-Machen und Klassenarbeiten-Vorbereiten? Dazu noch die obligatorische GFS oder auch andere außerunterrichtliche Projekte. Unter der Woche bleibt dafür kaum Zeit. Alles muss dann am Wochenende erledigt werden. Oder eben nicht.
Für die Familien mit mehreren Kindern bedeutet es, dass die Wochenendplanung sehr stark von schulischen Aufgaben bestimmt wird. Abgesehen davon, dass es vielen Kindern dabei nicht gut geht, weil sie, anders als ihre Eltern, am Wochenende nicht unbedingt frei haben, sondern weiter arbeiten müssen.
Mehr Zeit für die Kinder
Ich erinnere mich gerne an meine eigene gymnasiale Schulzeit zurück. Gefühlt unendlich viel Zeit, einmal in der Woche Nachmittagsunterricht und man kam "spät" gegen 16 Uhr nach Hause, dann ab der 11. Klasse zweimal die Woche. Aber ansonsten Zeit, Zeit Zeit. Für jede menge Hobbies aber auch für's mithelfen im elterlichen Betrieb, was ich heute als unverzichtbare Lebensqualifikation nicht missen möchte.
Mit einigen Umwegen bin ich heute selbst Lehrer und sehe die Kinder mit 35 Stunden in der Woche, mehrfach Nachmittags bis nach 17 Uhr in der Schule hocken.
Wozu quälen wir unsere Kinder so? Weil wir uns das eine Jahr extra nicht leisten wollen? Wohl nein, denn nur am Gymnasium darf man ja nicht in 8 Jahren zum Abitur gehen; an den beruflichen Gymnasien und der heilbringenden GMS ist's ja explizit so eingerichtet.
Zeit für Familie und Zeit zum Lernen aktuell nur mit G9
Ich bin selbst im Normalzug 13 Jahre in NRW in die Schule gegangen, habe dann in Baden Württemberg studiert und unterrichte nun seit zehn Jahren am Gymnasium. Ich blicke auf eine schöne Schulzeit zurück, in der Nachmittagsunterricht die Ausnahme war und dasselbe wünsche ich mir für meine Kinder! Leider spricht das jetzige G8 total dagegen.
Wenn ich heute meine Schüler nachmittags im Unterricht habe und weiß, dass sie sogar noch zwei Stunden länger bis nach 16 Uhr in der Schule sind, frustriert mich das massiv. Den Schülern bleibt keine Zeit mehr, von der Schule abzuschalten und Kind zu sein. Aus der Lehrersicht muss und möchte ich Hausaufgaben zum Üben und Vertiefen geben, aus der Elternsicht frage ich mich selbst, wann die Schüler bei ihrem Stundenplan Zeit dafür finden sollen. Es gibt eindeutig derzeit zu viele und zu lange Nachmittage!
Ich fordere G9 in Baden Württemberg und wünsche mir Schüler, die gerne in die Schule gehen und später genauso gerne an ihre Schulzeit zurückdenken, wie ich! Schulzeit ist nämlich auch Kindheit, Freunde- und Familienzeit!
G9
Den eigenen Kindern zuzusehen, wie sie unter G8 leiden ist unterträglich. Und es gibt halt nicht immer einen G9 Platz in erreichbarer Reichweite. Es gibt viel zu wenige. Die Hausaufgaben füllen dann noch den Rest des Nachmittags aus...das ist keine Kindheit, wie man sie haben sollten. Warum denken die Politiker wohl, haben die privaten Schulen mit G9 so einen Zulauf erhalten?
Das wichtigste Bedürfnis von Eltern - glückliche Kinder
Freunde und Familie sind wichtige Glücksquellen für Kinder und Jugendliche. Für beides bleibt aber wenig Zeit, wenn die Kinder G8 besuchen. Die "freie" Zeit nach der Schule wird in den Familien oft verzweckt, weil die Eltern den Kindern die Hausaufgaben erklären oder Vokabeln abfragen müssen. Weil die Kinder viel lernen müssen, wird auf gemeinsame Unternehmungen am Wochenende verzichtet. Gemeinsame freie Zeit mit anderen Jugendlichen aus der Nachbarschaft zu finden, ist ebenso nicht einfach, wenn man nicht die gleiche Klasse besucht und denselben Stundenplan hat.
Ich plädiere klar für G9, denn das wichtigste Bedürfnis von Eltern sind glückliche Kinder. Wenn die Kinder aber für soziale Kontakte zu wenig Zeit haben und ständig das abarbeiten, was sie machen "müssen", dann bleibt das Glück leider oft auf der Strecke.
Romantisierende Blase
Auszeiten, Auslandsjahr, Abhängen, erstmal chillen ist kein Zeichen von Stress durch G8 sondern ist der heutige Zeitgeist. Eine Rückkehr zu G9 wird das meiner Meinung nach nicht ändern.
Die eigentliche Frage ist doch, wie die Ostländer, die immer schon und immer noch G8 haben im nationalen Vergleich oben stehen, Baden-Württemberg hingegen immer weiter abrutscht. Vielleicht sollte sich die Landesregierung fragen, ob nicht die verfehlte Bildungspolitik mit Realschule+ (Katastrophe), Werkrealschule (verursacht den Tod der Berufsfachschulen), Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung für immer weniger Bildungsgerechtigkeit sorgen. Die Gymnasialeltern reden in ihrer Wohlfühlblase von Bildungsgerechtigkeit, haben aber keine Ahnung, wie wenig Bildungsgerechtigkeit es außerhalb ihrer Blase gibt.
Es gibt viele Wege zu G9, die ein allgemeinbildendes Abitur ermöglichen. Das Allgemeinbildende Gymnasium ist nur einer davon.