Bürgerforum G8/G9

Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern

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Kommentare

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3. Kommentar von :ohne Name 53418

Anschluss an das Abitur als Minderjährige/r

Als Anschluss an das Abitur als Minderjährige/r wird immer angeführt: freiwilliges soziales Jahr, getarnt als z.B. freiwilliges soziales Jahr. Welche Alternativen gibt es wirklich ? Ein Auslandsaufenthalt- wer zahlt das ? Arbeiten - man fällt unter das Jugendschutzgesetz. Praktika- umsonst oder unterbezahlt Zeit tot schlagen. Weiterbildung - […]

Als Anschluss an das Abitur als Minderjährige/r wird immer angeführt: freiwilliges soziales Jahr, getarnt als z.B. freiwilliges soziales Jahr.

Welche Alternativen gibt es wirklich ?

Ein Auslandsaufenthalt- wer zahlt das ?

Arbeiten - man fällt unter das Jugendschutzgesetz.

Praktika- umsonst oder unterbezahlt Zeit tot schlagen.

Weiterbildung - wer unterschreibt den Vertrag ?

Uni- ohne Unterschrift von Mutti wird das schwierig.

Chillen.....vermutlich machen das sehr viele- die Kosten zahlen die Eltern, daher fällt das nicht auf.

Arbeitslos melden- als Minderjähriger schwierig.

Unterm Strich bezahlen die Eltern die Zwischenzeit zur Ausbildung/ Studium - das fällt schön nicht auf und die Regierung hat das Problem von der Backe und die Bilanz beim Einsparen stimmt.

Welcher Abiturient fängt eine Ausbildung an, die man auch mit einem z.B. Hauptschulabschluss hätte machen können, also auch als Minderjähriger ?

20. Kommentar von :G9 jetzt! BW

Effektive Lernzeiten

Im G8 fallen - besonders in der Mittelstufe - zahlreiche Stunden auf den Nachmittag, darunter auch Unterricht in Fächern wie Physik, Chemie, Mathe oder Latein. Was können Schüler in Stunde 9 oder 10 überhaupt noch aufnehmen? Erschöpfte, unkonzentrierte Jugendliche und gereizte Lehrer, die den Stoff durchpeitschen müssen - möglicherweise gefährlich […]

Im G8 fallen - besonders in der Mittelstufe - zahlreiche Stunden auf den Nachmittag, darunter auch Unterricht in Fächern wie Physik, Chemie, Mathe oder Latein.

Was können Schüler in Stunde 9 oder 10 überhaupt noch aufnehmen? Erschöpfte, unkonzentrierte Jugendliche und gereizte Lehrer, die den Stoff durchpeitschen müssen - möglicherweise gefährlich für die grundsätzliche Einstellung zum (lebenslangen) Lernen oder Studieren. Und keine gute Motivation, selbst einmal Lehrer zu werden.

19. Kommentar von :G9 jetzt! BW

Arbeitszeiten im G8 - Jugendarbeitsschutzgesetz

Ein Grundbedürfnis sollte hier auch als Punkt Beachtung finden: Ausruhen und Erholen. Wenn man sich das Jugendarbeitsschutzgesetz anschaut (max. 8 Stunden Arbeit pro Tag, 12 Stunde Pause, freie Sonntage) wird schnell klar, dass dies im G8 niemals eingehalten werden kann. Unterricht bis 17:10 Uhr plus Hausaufgaben, Lernen spätabends oder nachts, GFS […]

Ein Grundbedürfnis sollte hier auch als Punkt Beachtung finden: Ausruhen und Erholen. Wenn man sich das Jugendarbeitsschutzgesetz anschaut (max. 8 Stunden Arbeit pro Tag, 12 Stunde Pause, freie Sonntage) wird schnell klar, dass dies im G8 niemals eingehalten werden kann. Unterricht bis 17:10 Uhr plus Hausaufgaben, Lernen spätabends oder nachts, GFS am Sonntag....

Und das in einer vulnerablen Lebensphase, in welcher junge Heranwachsende unbedingt Freiräume und einen gewissen Schutz bräuchten.

5. Kommentar von :Pia K.

Für G8

Als Mutter mit einer Tochter, die 2014 mit G8 das Abitur gemacht hat kann ich nur sagen: das muss so bleiben ! Der Lehrplan müsste allerdings an einigen Stellen verschlankt werden.   Meine Tochter und ihre Klasse waren im Grunde lernwillig, aber wie abfällig sie am Ende über die Schule gesprochen haben, das war eine Katastrophe! Ein junger Mensch […]

Als Mutter mit einer Tochter, die 2014 mit G8 das Abitur gemacht hat kann ich nur sagen: das muss so bleiben ! Der Lehrplan müsste allerdings an einigen Stellen verschlankt werden.

 

Meine Tochter und ihre Klasse waren im Grunde lernwillig, aber wie abfällig sie am Ende über die Schule gesprochen haben, das war eine Katastrophe! Ein junger Mensch in diesem Alter möchte Verantwortung übernehmen für sein Leben, möchte sich nicht mehr gängeln lassen vom Lehrstoff und der Schule etc. Nein, sicher nicht den Eltern auf der Tasche liegen, sondern das Leben erstmalig selbst in die Hand nehmen. Sich mehr Zeit nehmen für eine Berufsausbildung/ein Studium oder einen Auslandsaufenthalt zum Beispiel. Ich habe den Eindruck, dass einige Eltern Angst haben, ihre Kinder loszulassen, sie trauen ihnen viel zu wenig zu.

 

Die Kinder meines Partners (älter und mit G9) haben die drei letzten Schuljahre schwerpunktmäßig mit Langeweile verbracht, ich hatte wahrlich nicht den Eindruck, dass sie eine besondere "Reife" erlangt hätten durch das eine Schuljahr mehr, im Gegenteil.

 

Die Klassenlehrerin meiner Tochter hat seinerzeit beim letzten Elternabend angemerkt, dass die Fehltage bei Klassenarbeiten mit der Einführung von G8 deutlich zurückgegangen seien: die Schüler:innen waren mehrheitlich minderjährig. Will sagen: offenbar tut G8 auch der Gesundheit gut ! ;)

 

Wer G9 möchte/braucht, kann dies nach wie vor problemlos über ein berufliches Gymnasium realisieren.

8. Kommentar von :ohne Name 53548

Für G8

Leider werden immer nur die Gegner von G8 gehört. Als Vater von 4 Kindern, die das Gymnasium mit G8 besuchen bzw. bereits Abitur gemacht haben, spreche ich mich klar für G8 aus. In der Diskussion wird viel auf die Schüler und Schülerinnen fokussiert, die mit G8 Schwierigkeiten haben. Wir sollten aber auch die leistungsstarken Schüler und […]

Leider werden immer nur die Gegner von G8 gehört. Als Vater von 4 Kindern, die das Gymnasium mit G8 besuchen bzw. bereits Abitur gemacht haben, spreche ich mich klar für G8 aus.

In der Diskussion wird viel auf die Schüler und Schülerinnen fokussiert, die mit G8 Schwierigkeiten haben. Wir sollten aber auch die leistungsstarken Schüler und Schülerinnen beachten, die mit G8 gut zurecht kommen. In den Klassen meiner Kinder stellen diese die Mehrheit.

Auch Schüler wollen gefordet werden. Man wächst sowohl durch Freizeit als auch durch Herausforderungen. Unterforderung hingegen demotiviert.

Meine Tochter zB war in der 7. in Französich so frustriert, dass sie nicht mehr lernen wollte, weil " wir jetzt seit 7 Wochen passé composé machen, und die Hälfte der Klasse es nicht verstehen will. Es ist sooo langweilig". Mein Sohn hat in der 10. im 2. Halbjahr in Spanisch nichts mehr gelernt, "weil ich ja ohne lernen eine 2 bekomme".

Unser System ist sehr durchlässig. Mit Gemeinschaftsschule und Realschule sowie den weiterführenden Gymnasien gibt es eine gute Alternative für all jene, die G8 nicht wollen.

 

17. Kommentar von :ohne Name 55690

Mehr Freizeit trotz G8

Die Kommentare, die ich hier gelesen habe sind aus meiner Sicht super Wichtig und Richtig. Nur die Schlussfolgerung, dass es deshalb eine Rückkehr zu G9 braucht, finde ich falsch. Das zusätzliche Jahr für Ehrenamt, Praktika oder Bufdi ist toll, auch um in den gewünschten Beruf vielleicht vorab reinschnuppern zu können, sann gäbe ws auch weniger […]

Die Kommentare, die ich hier gelesen habe sind aus meiner Sicht super Wichtig und Richtig. Nur die Schlussfolgerung, dass es deshalb eine Rückkehr zu G9 braucht, finde ich falsch. Das zusätzliche Jahr für Ehrenamt, Praktika oder Bufdi ist toll, auch um in den gewünschten Beruf vielleicht vorab reinschnuppern zu können, sann gäbe ws auch weniger Studienabbrecher. Was es braucht ist eine Anpassung der Bildungspläne, die viel zu detailliertes Wissen vermitteln, das heute keiner mehr braucht, anstatt zu vermitteln wie man sich das Wissen aneignet und wie die groben Abläufe aussehen z.B. in Geschichte oder Biologie, auch die zweite Fremdsprache sollte freiwilliger Zusatz sein. Mein Französisch aus der Schulzeit bringt mir heute rein gar nichts.

 

Würden die Lehrpläne verschlankt und an die heutige Zeit angepasst, wäre auch bei G8 ein Stundenplan wie bei G9 möglich und genug Zeit für die immens wichtigen Freizeitaktivitäten. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen!

4. Kommentar von :ohne Name 53424

Schuldauer

Sinnvoll wäre für das Erlangen des Abiturs einen Koridor einzurichten. Zwischen 8 und maximal 10 Schuljahren. Denn zum Erreichen eines Zieles ist nicht die Zeit maßgebend. Ob jemand nach 8,9 oder 10 Jahren Olympiasieger wird ist egal, das Ziel ist wichtig. So ist es auch bei Schullaufbahnen. Die Letzten sind nicht immer die Schlechtesten, wer […]

Sinnvoll wäre für das Erlangen des Abiturs einen Koridor einzurichten.

Zwischen 8 und maximal 10 Schuljahren.

Denn zum Erreichen eines Zieles ist nicht die Zeit maßgebend. Ob jemand nach 8,9 oder 10 Jahren Olympiasieger wird ist egal, das Ziel ist wichtig.

So ist es auch bei Schullaufbahnen. Die Letzten sind nicht immer die Schlechtesten, wer schneller sein will, kann das ebenfalls.

22. Kommentar von :LehrerBW

8 Stunden Tage sind für Kinder und Jugendliche zu lang

Als Lehrer an einem Gymnasium halte ich selbst manchmal 8 Stunden an einem Tag Unterricht. Natürlich ist es etwas anderes, vor einer Klasse zu stehen als im Unterricht zu sitzen und sich manchmal auch zurücklehnen zu können. ABER: Es ist unglaublich anstrengend - für alle Beteiligten! Als Lehrer habe ich maximal einmal pro Woche 8 Stunden aber […]

Als Lehrer an einem Gymnasium halte ich selbst manchmal 8 Stunden an einem Tag Unterricht. Natürlich ist es etwas anderes, vor einer Klasse zu stehen als im Unterricht zu sitzen und sich manchmal auch zurücklehnen zu können.

ABER: Es ist unglaublich anstrengend - für alle Beteiligten!

Als Lehrer habe ich maximal einmal pro Woche 8 Stunden aber die Schüler:innen haben das in manchen Stufen mehrfach. Da leidet natürlich die Konzentrationsfähigkeit und Begeisterung zu vermitteln wird ebenfalls viel schwieriger. Und ich kann es den Kindern und Jugendlichen nicht verübeln!

Und wenn die Kindern dann nach Hause kommen, haben noch die Hausaufgaben und das Lernen für Klassenarbeiten Priorität. Zeit für Sport, Musik, Freunde oder einfach mal Faulenzen haben viele Kinder meiner Erfahrung nach kaum noch.

 

Eine Entdichtung der Tage ist damit in meinen Augen sehr wichtig für die Entwicklung einer ausgewogenen Persönlichkeit - denn dazu gehört viel mehr als nur der Unterricht.

6. Kommentar von :Nkosi

Förderung leistungsstarker oder begabter Schülerinnen und Schüler

Sehr geehrte Damen und Herren, ich schreibe als Mutter von vier Kindern im Alter von 13-21 Jahren, die in Johannesburg, SA und Reutlingen aufwachsen. Beide Elternteile sind voll berufstätig. Seit 2022 lebt eine junge Ukrainerin (18) aus Kiew mit uns. Ich erlebe in Reutlingen (G8), dass das Gymnasium einen starken Fokus auf die Schülerinnen und […]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe als Mutter von vier Kindern im Alter von 13-21 Jahren, die in Johannesburg, SA und Reutlingen aufwachsen. Beide Elternteile sind voll berufstätig. Seit 2022 lebt eine junge Ukrainerin (18) aus Kiew mit uns.

Ich erlebe in Reutlingen (G8), dass das Gymnasium einen starken Fokus auf die Schülerinnen und Schüler hat, die Unterstützung brauchen. Diese Unterstützung ist gut und zeigt auch Erfolge. Allerdings geht sie meiner Meinung nach besonders seit der Aufnahme ukrainischer Schüler wirklich zulasten eines Engagements auch für die leistungsstärkeren Schüler. Das Niveau hat insgesamt nach Corona nachgelassen.

Zwei meiner Kinder sind in das Landesgymnasium in Schwäbisch Gmünd gewechselt - schade, dass sie für eine Schule, die ihren Bedürfnissen entspricht, ins Internat wechseln mussten. Dort geht auch unsere Ukrainerin in die 11. Klasse gemeinsam mit meiner Tochter. Sie ist Mitschülerin und bekommt zusätzliche Förderung auf hohem Niveau.

Unsere dritte Tochter studiert klassischen Gesang in Trossingen neben der Schule, das Gymnasium in Reutlingen lässt ihr viel Freiheit dafür, das schätzen wir sehr.

Ich wünsche mir, dass die Landesregierung bei G8 bleibt und die knappen Ressourcen möglichst effektiv für die Förderung der Schülerschaft auf allen Leistungsstufen einsetzt. Das englische Schulsystem in Südafrika kann das bei einem Schulabschluss für alle. Hier spielt eine Kultur eine Rolle, die Leistung begrüßt und Schüler für Leistungen in allen Bereichen (auch für Vereinsleistungen, Musikleistungen, Theater, soziales Engagement außerschulisch) sichtbar für die ganze Schulgemeinschaft auszeichnet und würdigt. Wenn ein Schüler eine Begabung in Mathe zeigt, sollte er zuerst ein Förderangebot, eine Teilnahme am Wettbewerb angeboten bekommen, bevor er auf seine schlechte Deutschnote angesprochen wird. So haben die neuen Mitschüler aus der Ukraine im LGH mit ihren herausragenden Leistungen in MINT Fächern die deutschen Schüler angespornt und sind gemeinsam mit ihnen in Teams erfolgreich auf Wettbewerben für die Schule.

Das fördert den Zusammenhalt und stärkt die Schüler in ihrem Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Anerkennung.

13. Kommentar von :Pia K.

Freizeit bei Dualer Ausbildung ?

Wenn ein junger Mensch nach Abschluss der Realschule oder Gesamtschule eine duale Ausbildung beginnt (der Ausbildungsvertrag muss meistens von den Eltern genehmigt werden, weil diese Personen meist noch minderjährig sind), dann ist er/sie ab dann den ganzen Tag "beschäftigt", sprich in der Ausbildung im Betrieb bzw. in der Berufsschule. Für […]

Wenn ein junger Mensch nach Abschluss der Realschule oder Gesamtschule eine duale Ausbildung beginnt (der Ausbildungsvertrag muss meistens von den Eltern genehmigt werden, weil diese Personen meist noch minderjährig sind), dann ist er/sie ab dann den ganzen Tag "beschäftigt", sprich in der Ausbildung im Betrieb bzw. in der Berufsschule. Für Klassenarbeiten/Prüfungen etc. muss auch da meistens am Wochenende gelernt werden, da ansonsten die Zeit fehlt.

 

Ja, und etliche engagieren sich auch da in Vereinen etc.

 

Wir brauchen diese jungen Menschen mit dualer Ausbildung dringendst ! Fragt da jemand nach Freizeit, Überforderung und "Kind sein", wenn sie "den ganzen Tag" im Beruf stehen ?

 

Meiner Meinung nach müssten zuallererst ganz andere Diskussionen geführt werden als "G8 oder G9 ?". Die Diskussion müsste sich -grade in Baden-Württemberg- um das Thema "Bildungsgerechtigkeit" drehen, aber auch die Möglichkeiten und Chancen der dualen Berufsausbildung viel mehr in den Mittelpunkt stellen.