Bürgerforum G8/G9

Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern

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  • Auslandsjahr in Schulzeit / nach dem Abitur
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Kommentare

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11. Kommentar von :Martin Walter

Keine Zeit mehr für Kultur

"Wer Musikschulen schließt, gefährdet die Innere Sicherheit" (Otto Schily). G8 ist gerade dabei, genau das zu leisten, denn neben der Schule bleibt kaum Zeit für außerschulisches Engagement in Musik, Kultur und Sport - also genau die Bereiche, die für eine Gesellschaft so wichtig sind, wenn diese mehr leisten soll, als nur prekäre Drohnen für den […]

"Wer Musikschulen schließt, gefährdet die Innere Sicherheit" (Otto Schily). G8 ist gerade dabei, genau das zu leisten, denn neben der Schule bleibt kaum Zeit für außerschulisches Engagement in Musik, Kultur und Sport - also genau die Bereiche, die für eine Gesellschaft so wichtig sind, wenn diese mehr leisten soll, als nur prekäre Drohnen für den Arbeitsmarkt hervorzubringen.

12. Kommentar von :ohne Name 53666

Recht auf Freizeit

Kinder (mit Beratung der Eltern) sollten das Recht haben selbstständig zu wählen, ob sie ihre wenige Freizeit der Schule verschreiben wollen (das entspräche eher G8) oder anderen Hobbys nachgehen wollen, was eindeutig mit G9 besser gelingt. Meine Kinder sind beide richtig gute Schüler/innen und ihnen fällt das Lernen recht leicht. Trotzdem […]

Kinder (mit Beratung der Eltern) sollten das Recht haben selbstständig zu wählen, ob sie ihre wenige Freizeit der Schule verschreiben wollen (das entspräche eher G8) oder anderen Hobbys nachgehen wollen, was eindeutig mit G9 besser gelingt.

Meine Kinder sind beide richtig gute Schüler/innen und ihnen fällt das Lernen recht leicht. Trotzdem möchten sie gerne viel mehr Sport, Musik etc. machen, als möglich ist. Nicht selten stöhnen sie: "Ich habe ja gar keine Freizeit mehr..." Und dann stehe ich als Mutter frustriert da und weiß nicht, was ich raten soll, denn eine Wahlmöglichkeit für G9 gibt es wohnortnah bei uns nicht.

In der Schule wird nicht selten an Unterrichtsfächern wie Musik oder Schwimmen gekürzt, dann sollten wir ihnen doch wenigstens in der Freizeit Alternativen zum kognitiven Lernen bieten.

13. Kommentar von :Pia K.

Freizeit bei Dualer Ausbildung ?

Wenn ein junger Mensch nach Abschluss der Realschule oder Gesamtschule eine duale Ausbildung beginnt (der Ausbildungsvertrag muss meistens von den Eltern genehmigt werden, weil diese Personen meist noch minderjährig sind), dann ist er/sie ab dann den ganzen Tag "beschäftigt", sprich in der Ausbildung im Betrieb bzw. in der Berufsschule. Für […]

Wenn ein junger Mensch nach Abschluss der Realschule oder Gesamtschule eine duale Ausbildung beginnt (der Ausbildungsvertrag muss meistens von den Eltern genehmigt werden, weil diese Personen meist noch minderjährig sind), dann ist er/sie ab dann den ganzen Tag "beschäftigt", sprich in der Ausbildung im Betrieb bzw. in der Berufsschule. Für Klassenarbeiten/Prüfungen etc. muss auch da meistens am Wochenende gelernt werden, da ansonsten die Zeit fehlt.

 

Ja, und etliche engagieren sich auch da in Vereinen etc.

 

Wir brauchen diese jungen Menschen mit dualer Ausbildung dringendst ! Fragt da jemand nach Freizeit, Überforderung und "Kind sein", wenn sie "den ganzen Tag" im Beruf stehen ?

 

Meiner Meinung nach müssten zuallererst ganz andere Diskussionen geführt werden als "G8 oder G9 ?". Die Diskussion müsste sich -grade in Baden-Württemberg- um das Thema "Bildungsgerechtigkeit" drehen, aber auch die Möglichkeiten und Chancen der dualen Berufsausbildung viel mehr in den Mittelpunkt stellen.

14. Kommentar von :ohne Name 53726

G8 ist eine unnötige Qual und Stress für Gymnasialschüler

G8 erfordert mehr Nachmittagsunterricht und nimmt den Kindern Zeit für Vereine, Aktivitäten und Zeit für sich. Zur Zeit ist die Belastung zu hoch und am Ende wird dann - weil erst 17 beim Abitur - ein Erholungsjahr eingelegt. Was für ein Unsinn!   Mit G9 wäre das besser. Wobei die Anzahl Schulstunden mit G9 nicht erhöht werden sollte. Es sollten […]

G8 erfordert mehr Nachmittagsunterricht und nimmt den Kindern Zeit für Vereine, Aktivitäten und Zeit für sich. Zur Zeit ist die Belastung zu hoch und am Ende wird dann - weil erst 17 beim Abitur - ein Erholungsjahr eingelegt. Was für ein Unsinn!

 

Mit G9 wäre das besser. Wobei die Anzahl Schulstunden mit G9 nicht erhöht werden sollte. Es sollten einfach nur die Anzahl Gesamtstunden von acht auf neun Jahre umverteilt werden. Dann ist auch keine einzige zusätzliche Lehrerstelle notwendig.

15. Kommentar von :M Fleig

Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen statt Wünsche von Unternehmen

Wir haben 3 (leistungsstarke) Kinder im G8, die schulisch wenig Probleme haben. Dennoch befürworten wir eine Rückkehr zu G9, weil G8 den Bedürfnissen von Kindern (und ihren Familien) nicht gerecht wird. Schultage bis 17.10 Uhr sind in der Oberstufe keine Seltenheit, drei Nachmittage in der Woche Unterricht in der Unterstufe ebenso wenig. Zeit für […]

Wir haben 3 (leistungsstarke) Kinder im G8, die schulisch wenig Probleme haben. Dennoch befürworten wir eine Rückkehr zu G9, weil G8 den Bedürfnissen von Kindern (und ihren Familien) nicht gerecht wird. Schultage bis 17.10 Uhr sind in der Oberstufe keine Seltenheit, drei Nachmittage in der Woche Unterricht in der Unterstufe ebenso wenig. Zeit für Sport, Freunde treffen, Hobbies ist nur schwer in einem vollverplanten Tag unterzubringen. Und am Wochenende stehen Hausaufgaben und Klausurvorbereitung an. Zeit für Pausen oder Erholungsphasen? Fehlanzeige. Mit welchem Ziel? Unser Sohn hat mit 17 Jahren zwar das Abitur in der Tasche, darf aber weder Auto fahren noch in die Disko mit seinen Freunden. Viele in diesem Alter wissen auch noch nicht, wohin sie sich beruflich entwickeln wollen und legen erst mal ein "Übergangsjahr" (Work and travel, FSJ, Bufdi etc) ein. Damit ist der Wunsch von Unternehmen an G8, frühzeitig Fachkräfte zu erhalten, auch nicht realistisch. Und wer möchte schon eine 21-Jährige Führungskraft ohne Lebenserfahrung? Unser Sohn beginnt erst mal eine Ausbildung und freut sich auf eine 35-Stunden-Woche......

16. Kommentar von :ohne Name 54124

Auch und gerade leistungsfähige Schüler*innen brauchen Zeit für Persönlichkeitsentwicklung und soziales Engagement

G8 zerstört unsere Gesellschaft - davon bin ich mittlerweile überzeugt. Ich habe zwei G8 Kinder, die schulische Selbstläufer sind; super Noten, alles top. Aber mit 13 Jahren drei Nachmittage Schule, in der Hochpubertät keine Zeit für Vereine, Freunde und chillen, sondern maximal für eines davon - und selbst wenn mein Kind, das für nix lernen muss, […]

G8 zerstört unsere Gesellschaft - davon bin ich mittlerweile überzeugt. Ich habe zwei G8 Kinder, die schulische Selbstläufer sind; super Noten, alles top. Aber mit 13 Jahren drei Nachmittage Schule, in der Hochpubertät keine Zeit für Vereine, Freunde und chillen, sondern maximal für eines davon - und selbst wenn mein Kind, das für nix lernen muss, Zeit hat: keiner sonst aus der Klasse hat das, und allein ist das auch nichts mit der Peergroup und sozialem Engagement!

 

Wer Vereinsleben nicht selbst erlebt, wird dieses später auch nicht als Trainer oder aktives Mitglied tragen. Engagement für die Zivilgesellschaft entwickelt sich durch Interaktion mit dieser. Dafür ist mit G8 aber kein Raum; und zwar unabhängig davon, ob sich ein Kind leicht oder schwer tut in der Schule!

17. Kommentar von :ohne Name 55690

Mehr Freizeit trotz G8

Die Kommentare, die ich hier gelesen habe sind aus meiner Sicht super Wichtig und Richtig. Nur die Schlussfolgerung, dass es deshalb eine Rückkehr zu G9 braucht, finde ich falsch. Das zusätzliche Jahr für Ehrenamt, Praktika oder Bufdi ist toll, auch um in den gewünschten Beruf vielleicht vorab reinschnuppern zu können, sann gäbe ws auch weniger […]

Die Kommentare, die ich hier gelesen habe sind aus meiner Sicht super Wichtig und Richtig. Nur die Schlussfolgerung, dass es deshalb eine Rückkehr zu G9 braucht, finde ich falsch. Das zusätzliche Jahr für Ehrenamt, Praktika oder Bufdi ist toll, auch um in den gewünschten Beruf vielleicht vorab reinschnuppern zu können, sann gäbe ws auch weniger Studienabbrecher. Was es braucht ist eine Anpassung der Bildungspläne, die viel zu detailliertes Wissen vermitteln, das heute keiner mehr braucht, anstatt zu vermitteln wie man sich das Wissen aneignet und wie die groben Abläufe aussehen z.B. in Geschichte oder Biologie, auch die zweite Fremdsprache sollte freiwilliger Zusatz sein. Mein Französisch aus der Schulzeit bringt mir heute rein gar nichts.

 

Würden die Lehrpläne verschlankt und an die heutige Zeit angepasst, wäre auch bei G8 ein Stundenplan wie bei G9 möglich und genug Zeit für die immens wichtigen Freizeitaktivitäten. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen!

18. Kommentar von :ohne Name 55789

Umsetzung des G8 an der Schule und die Auswirkung auf die Schülerinnen und Schüler

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.   Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule, […]

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.

 

Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule, wohlgemerkt ohne Hausaufgaben an den "Nachmittagsschultagen". Sie hatten Zeit für ihren aufwendigen Sport, waren Mitglieder im Landeskader und hatten trotzdem noch Freizeit und Muße.

 

Unsere Erfahrung war, dass die Schule es sehr gut geschafft hat, die "Kann"-Inhalte der Lehrpläne so zu straffen, dass alle "Muss"-Inhalte untergebracht waren, ohne dass die Kinder zu wenig "Input" gehabt hätten - die Lehrer waren sehr engagiert und haben gemeinsam für ihr Fachgebiet den Lehrplan so zusammengestellt, dass auch Freizeit und Muße für die Kinder bei gleichzeitiger Erfüllung des Lehrplans nicht zu kurz gekommen sind.

 

Unsere Erfahrung war im Vergleich zu anderen Kindern von Freunden und Bekannten, dass an vielen Schulen die Lehrpläne sklavisch von G9 auf G8 übertragen wurden, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Lehrinhalte eventuell weggelassen werden könnten ("Kann" - zu "Muss""-Inhalten), was dann zur Folge hatte, dass viele Kinder schon in der 5. Klasse 4 x pro Woche Nachmittagsunterricht hatten und noch dazu die Hausaufgaben gemacht werden mussten - ein untragbarer Zustand!

 

Wir haben bei der Schule unserer Töchter die Erfahrung gemacht, dass der Umstieg von G9 auf G8 problemlos möglich war - allerdings nur durch das hohe Engagement der Lehrer, sich mit der Materie intensiv zu befassen und sich nicht auf "Dienst nach Vorschrift" auszuruhen

19. Kommentar von :G9 jetzt! BW

Arbeitszeiten im G8 - Jugendarbeitsschutzgesetz

Ein Grundbedürfnis sollte hier auch als Punkt Beachtung finden: Ausruhen und Erholen. Wenn man sich das Jugendarbeitsschutzgesetz anschaut (max. 8 Stunden Arbeit pro Tag, 12 Stunde Pause, freie Sonntage) wird schnell klar, dass dies im G8 niemals eingehalten werden kann. Unterricht bis 17:10 Uhr plus Hausaufgaben, Lernen spätabends oder nachts, GFS […]

Ein Grundbedürfnis sollte hier auch als Punkt Beachtung finden: Ausruhen und Erholen. Wenn man sich das Jugendarbeitsschutzgesetz anschaut (max. 8 Stunden Arbeit pro Tag, 12 Stunde Pause, freie Sonntage) wird schnell klar, dass dies im G8 niemals eingehalten werden kann. Unterricht bis 17:10 Uhr plus Hausaufgaben, Lernen spätabends oder nachts, GFS am Sonntag....

Und das in einer vulnerablen Lebensphase, in welcher junge Heranwachsende unbedingt Freiräume und einen gewissen Schutz bräuchten.

20. Kommentar von :G9 jetzt! BW

Effektive Lernzeiten

Im G8 fallen - besonders in der Mittelstufe - zahlreiche Stunden auf den Nachmittag, darunter auch Unterricht in Fächern wie Physik, Chemie, Mathe oder Latein. Was können Schüler in Stunde 9 oder 10 überhaupt noch aufnehmen? Erschöpfte, unkonzentrierte Jugendliche und gereizte Lehrer, die den Stoff durchpeitschen müssen - möglicherweise gefährlich […]

Im G8 fallen - besonders in der Mittelstufe - zahlreiche Stunden auf den Nachmittag, darunter auch Unterricht in Fächern wie Physik, Chemie, Mathe oder Latein.

Was können Schüler in Stunde 9 oder 10 überhaupt noch aufnehmen? Erschöpfte, unkonzentrierte Jugendliche und gereizte Lehrer, die den Stoff durchpeitschen müssen - möglicherweise gefährlich für die grundsätzliche Einstellung zum (lebenslangen) Lernen oder Studieren. Und keine gute Motivation, selbst einmal Lehrer zu werden.