Nationalparkgesetz

Ein Wanderer steht im Nordschwarzwald beim Ruhestein am Aussichtspunkt Wildseeblick. (Bild: Uli Deck / dpa)

Nationalparkgesetz

Gesetzentwurf allgemein

Hier können Sie den Entwurf des Nationalparkgesetzes im Allgemeinen kommentieren.

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Hier können Sie den Gesetzentwurf im Allgemeinen kommentieren. Ihre Hinweise oder Anregungen zu konkreten Regelungsvorschlägen und Paragrafen des Gesetzentwurfes können Sie direkt zu dem betreffenden Gesetzesabschnitt abgeben.

Durch die Erweiterung des Nationalparks wird ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Regierung umgesetzt. Für die rechtliche Umsetzung der Erweiterung bedarf es einer Änderung des Nationalparkgesetzes. Mit dem Gesetz zur Änderung des Nationalparkgesetzes (NLPG) und zur Errichtung des Sondervermögens „Zukunftsfonds Wald“ werden zwei verschiedene, aber inhaltlich zusammenhängende Sachverhalte geregelt: In Artikel 1 werden die durch das Erweiterungsvorhaben notwendig gewordene Anpassung am Nationalparkgesetz (insbesondere Anpassung der Gebietsgröße, neue Schutzgebietsabgrenzung, Aktualisierung Karten, Klarstellung und Ergänzungen zu den verschiedenen Schutzzwecken, Flexibilisierung und Konkretisierung der inhaltlichen Anforderungen an den Nationalparkplan, Stärkung des Nationalparkrats, stärkere Einbeziehung der Bürgerschaft, Einrichtung Förderangebot zur Erhaltung der Schutzwirkung des Pufferstreifens des Nationalparks für private und körperschaftliche Waldflächen, Konzept zur Sicherstellung des Schutzes der Angrenzer vor Waldbrand und Hochwasser, öffentliches Tagen von Nationalparkrat und -beirat, Vertretungen im Nationalparkrat und -beirat, Senkung Bürokratielasten) vorgenommen.

Der neue Artikel 2 „Gesetz zur Errichtung des Sondervermögens ,Zukunftsfonds Wald‘“ behandelt weitere Änderungen im Kontext mit den Auswirkungen des zur Verbindung der beiden Nationalparkteile erforderlichen Flächentauschs auf Forst BW (Zweck und Errichtung Sonderfonds, Anlage Mittel, Verwendung der Erträge, Verwaltung und Anlage der Mittel und andere).

Gesetz zur Änderung des Nationalparkgesetzes und zur Errichtung des Sondervermögens „Zukunftsfonds Wald“ (PDF)

Kommentare

Sie konnten den Gesetzentwurf bis zum 18. Juli 2025 kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!

43. Kommentar von :Tourismusausschuss des ev. Kirchenbezirks Ortenau

Sabbat in der Fläche

Als Evangelischer Kirchenbezirk Ortenau sind wir vielfältig mit dem Nationalpark Schwarzwald verbunden: o Einige Kirchengemeinden grenzen an ihn. o Über den ökumenischen Arbeitskreis „Kirche im Nationalpark“ der beiden evangelischen und der beiden katholischen Kirchen sind wir offizielle Partnerorganisation des Nationalparks Schwarzwald.  […]

Als Evangelischer Kirchenbezirk Ortenau sind wir vielfältig mit dem Nationalpark Schwarzwald verbunden:

o Einige Kirchengemeinden grenzen an ihn.

o Über den ökumenischen Arbeitskreis „Kirche im Nationalpark“ der beiden evangelischen und der beiden katholischen Kirchen sind wir offizielle Partnerorganisation des Nationalparks Schwarzwald.

o Der ev. Kirchenbezirk Ortenau unterstützt “Kirche im Nationalpark“ mit der Bereitstellung einer halben Pfarrstelle.

o Im Religions- und Konfirmandenunterricht kooperieren wir u.a. bei Fragen der Schöpfungsverantwortung und Naturspiritualität mit dem Nationalpark und bieten dazu gemeinsame Fortbildungen an.

 

Wir befürworten eine Verbindung beider Teile des Nationalparks und erachten die unterschiedlichen Beteiligungsformate im Laufe dieses Prozesses als sehr hilfreich, so auch die derzeitige Möglichkeit, den Gesetzesentwurf zu kommentieren.

Die Ziele des Nationalparks (insbesondere Prozessschutz, wissenschaftliche Forschung, vielfältige Bildungsaufträge sowie touristischer Anziehungspunkt zu sein) können unseres Erachtens durch

einen Lückenschluss und die damit verkürzten Grenzen und durch eine Vergrößerung seiner Flächen besser erreicht werden. Allerdings erachten wir die im jetzigen Entwurf geplante Vergrößerung – insbesondere angesichts der Möglichkeiten – als zu geringfügig.

Der ökumenische Arbeitskreis „Kirche im Nationalpark“ hat sich in seinem Leitbild verpflichtet, „Begegnungen mit der Landschaft, der Natur und ihren Lebewesen (zu) ermöglichen.“ Als Tourismusausschuss des Ev. Kirchenbezirks Ortenau gehen wir davon aus, dass das leichter ist, wenn man „eintauchen“ kann in eine zusammenhängende Fläche, die sich selbst überlassen bleibt.

Menschen haben eine Sehnsucht danach, ihren Alltag und die vom Menschen gestaltete Lebenswelt zu verlassen. Sie besuchen u.a. deswegen zahlreich den Nationalpark. Allein schon das Wissen um einen Bereich, der so anders ist als der Alltag, und das Verweilen in ihm ermöglichen einen Abstand zum „normalen“ Leben. Dieser Abstand tut der Seele gut und stimuliert die Reflexion darüber, wie wir unser Leben eingerichtet haben. Besuchende wollen in ihrem „Nationalparkfeeling“ nicht unterbrochen werden, wenn sie sich von einem Teil des Nationalpark zum anderen bewegen. Das gilt natürlich noch viel elementarer für Fauna und Flora.

Wir beschreiben die Prozessschutzflächen des Nationalpark gerne als „Sabbat in der Fläche“. Für den Sabbat bzw. Sonntag ist es unerlässlich, dass er klare Grenzen hat, auf die man sich verlassen kann, so dass man weiß, wann man den Alltag verlässt und wann man wieder zu ihm zurückkehrt.

Diese Grenzen müssen bekannt und beständig sein. Deswegen verstehen wir überhaupt nicht und wir haben auch keine für uns plausible Erklärung gefunden, warum wertvolle Naturschutzflächen, die schon zehn Jahre entwickelt wurden, jetzt aus dem Nationalpark herausgenommen werden

sollen.

Falls es weiter tatsächlich zu der für uns völlig unverständlichen Abtrennung dieser wertvollen Naturschutzflächen kommen sollte: Wie wird dann sichergestellt, dass diese Flächen auch in Zukunft fachlich auf höchstmöglichem Standard bewirtschaftet werden?

Auch verstehen wir nicht, warum die Borkenkäfermanagement-Flächen an Forst-BW abgegeben werden sollen. Denn nach unserer Kenntnis hat die Nationalparkverwaltung ein professionelles und sehr gut funktionierendes Borkenkäfermanagement auf diesen Flächen betrieben.

Ferner ist uns unerklärlich, warum der Lückenschluss über eine schmale „Engstelle“ erfolgen soll, obwohl ein breiterer Korridor möglich und für Flora, Fauna und Menschen von erheblichem Gewinn wäre.

Wenn für Bürgerinnen und Bürger für Entscheidungen keine fachlichen Begründungen erkennbar sind, unterhöhlt das die Glaubwürdigkeit staatlichen Handelns.

Wir bitten Sie, den zeitnahen Lückenschluss zu ermöglichen und beim Gesetzgebungsverfahren für die oben genannten Punkte bessere Lösungen zu entwickeln, ohne den Lückenschluss zu verzögern.

Mit freundlichen Grüßen!

 

Dieser Text wurde vorab den Mitgliedern in den Ausschüssen Umwelt-Klima-Energiewirschaft sowie Ernährung-ländl. Raum-Verbraucherschutz des Landtags BW zugesandt. Darüberhinaus an Ministerin Walker, Minister Hauk, Landtagspräsidentin Aras, Ministerpräsident Kretschmann und den Abgeordneten aus der Ortenau, allen per Mail.

 

19. Kommentar von :BI

Allgemein

Die Beteiligungsmöglichkeit der Bevölkerung an dem Gesetzesentwurf ist sehr zu begrüßen.

37. Kommentar von :Sperlingskauz

Flächenzuwachs bleibt weit hinter möglichem Potenzial zurück

Ich freue mich sehr, dass die beiden Nationalparkteile endlich zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden sollen. Für den Schutz der biologischen Vielfalt brauchen wir große, vernetzte Rückzugsgebiete. Die Erweiterungsfläche ist allerdings viel zu klein im Vergleich zu dem, was möglich gewesen wäre. Und warum werden Nationalparkflächen, die in […]

Ich freue mich sehr, dass die beiden Nationalparkteile endlich zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden sollen. Für den Schutz der biologischen Vielfalt brauchen wir große, vernetzte Rückzugsgebiete. Die Erweiterungsfläche ist allerdings viel zu klein im Vergleich zu dem, was möglich gewesen wäre. Und warum werden Nationalparkflächen, die in den letzten zehn Jahren bereits wilder werden durften, jetzt wieder ausgegliedert? Wenn diese Flächen schon abgetreten werden, muss zumindest sichergestellt sein, dass sie ihren ggf. vorhandenen früheren Schutzstatus zurückerhalten und nicht in Wirtschaftswald umgewandelt werden!

 

Der Nationalpark Schwarzwald war für mich persönlich eines von vielen Puzzlestücken bei der Entscheidung, wieder in die Heimat Nordschwarzwald zurückzuziehen. Ich bin dankbar und froh darüber, ein solch wichtiges Schutzgebiet in direkter Umgebung zu haben, in dem sich die Natur frei entfalten darf. Der Mensch nimmt sich so viel heraus und besetzt so viel Raum – da muss es doch möglich sein, dass man sich auf einer so kleinen Fläche etwas zurücknimmt und der Natur das Ruder überlässt. Davon können wir schließlich unglaublich viel lernen!

35. Kommentar von :Hubert Reif

Erweiterungsfläche

In der Begründung zur Neufassung des Nationalparkgesetzes wird darauf verwiesen, dass durch die Erweiterungsfläche ein Beitrag zur Erfüllung internationaler, europäischer und nationaler Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet würde. „Denn nur auf ausreichend großen Flächen mit natürlicher Dynamik können sich zeitgleich alle […]

In der Begründung zur Neufassung des Nationalparkgesetzes wird darauf verwiesen, dass durch die Erweiterungsfläche ein Beitrag zur Erfüllung internationaler, europäischer und nationaler Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet würde. „Denn nur auf ausreichend großen Flächen mit natürlicher Dynamik können sich zeitgleich alle lebenswichtigen Entwicklungsphasen eines Waldes einstellen“.

Die Neufassung des NLP-Gesetzes konterkariert dieses ambitionierte Ansinnen.

• Der Flächenzuwachs von 1263 ha anstatt der möglichen 2900 ha ist viel zu gering

• Der NLP muss naturschutzfachlich wichtige Flächen an ForstBW abgeben. (Beispiel vor unserer Haustür: Flächen entlang und unterhalb der Schwarzenbachtalsperre mit einer beeindruckenden Fledermauspopulation)

• ForstBW übernimmt nicht nur das Borkenkäfermanagement in den Pufferzonen, das der NLP bisher erwiesenermaßen optimal geleistet hat, sondern kann diese Flächen zudem auch wirtschaftlich nutzen.

• Pufferflächen wirken nicht nur nach außen, sondern auch nach innen. D.h. der Wirtschaftswald rückt unmittelbar an den NLP, was zu stärkeren störenden Randeffekten auf den NLP führt.

 

Es ist vollkommen unverständlich, dass ein Naturschutzprojekt von solcher Relevanz für den Erhalt der Biodiversität, ganz offensichtlich zur Austragung von parteipolitischem „Geschachere“ genutzt wird. Als Bürger erwarte ich stattdessen eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende und den Herausforderungen eines rasanten Artenverlustes angemessene Politik.

 

28. Kommentar von :Heinrich

Erweiterung des Nationalparks allgemein

Sie ist ausdrücklich aus naturschutzfachlichen Gründen zu begrüßen und beantwortet die oft von Besuchern verständnislos gestellte Frage, warum der NLP zwei getrennte Bereiche hat.

29. Kommentar von :ohne Name 136178

ACT FOR THE FUTURE!

Ein paar Auszüge aus verschiedenen Berichten, zeigen, wie sehr es Deutschland nötig hat, Chancen, auf größere Nationalparksflächen aktiv zu nutzen:   1. Quelle: nationalgeographic.de/themen/tiere/2023/07/naturschutz-in-der-eu-schlechte-bilanz-fuer-deutschland/   "Bis 2030 hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, 30 Prozent ihrer Meeres- […]

Ein paar Auszüge aus verschiedenen Berichten, zeigen, wie sehr es Deutschland nötig hat, Chancen, auf größere Nationalparksflächen aktiv zu nutzen:

 

1. Quelle: nationalgeographic.de/themen/tiere/2023/07/naturschutz-in-der-eu-schlechte-bilanz-fuer-deutschland/

 

"Bis 2030 hat sich die Europäische Union zum Ziel gesetzt, 30 Prozent ihrer Meeres- und Landesfläche unter rechtlich verbindlichen Schutz zu stellen, zehn Prozent davon sogar unter strikten Schutz. Doch laut einer neuen Studie der Universität Bologna wird dieses Ziel in Deutschland bislang eindeutig verfehlt: Bei der Ausweisung strenger Naturschutzgebiete zählt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern."

 

"Mit der Biodiversitätsstrategie, die im Jahr 2020 beschlossen wurde, verfolgt die Europäische Union das Ziel, die biologische Vielfalt der Länder zu erhalten und vernachlässigte Ökosysteme zu stärken." ->Dafür wäre der eine Verbindung des geteilten Nationalparks Schwarzwald ein idealer Ort

 

2. www.geo.de/natur/oekologie/deutschland-ist-fast-eu-schlusslicht--was-naturschutzgebiete-angeht-33639200.html

 

"Deutschland hinkt einer Analyse zufolge bei der Ausweisung strenger Naturschutzgebiete im europäischen Vergleich weit hinterher. Die Bundesrepublik liege mit derzeit nur 0,6 Prozent ausgewiesener Schutzfläche auf dem drittletzten Platz der 27 EU-Staaten, teilte die Universität Bologna mit. Nur Belgien (0,1 Prozent) und Dänemark (0,2) schneiden demnach schlechter ab. Spitzenreiter Luxemburg hat der Auswertung zufolge 36,3 Prozent seiner Fläche als strenge Schutzgebiete ausgewiesen. Dahinter folgen Schweden (10,1), Finnland (9,6), Lettland (5,7) und Italien (5,1)." -> Allein dass Luxemburg das 60fache an Fläche von Naturschutzgebieten hat, zeigt, dass Deutschland sich endlich auch mal an der eigenen Nase fassen muss und nicht nur reden, sondern auch handeln sollte in Sachen Natur-, Diversitäts-, Klima- und schlussendlich GENERATIONENSCHUTZ

 

"In ihrer Biodiversitätsstrategie wollen die Länder der Europäischen Union bis 2030 dafür sorgen, dass 30 Prozent der Landes- und Meeresfläche unter rechtlich verbindlichen Schutz gestellt werden. Für ein Drittel davon - also 10 Prozent der gesamten Fläche - soll strikter Schutz gelten. Das Ziel ist, die biologische Vielfalt zu erhalten sowie die leidenden Ökosysteme zu stärken." -> Wir haben eine ausgewiesene Schutzfläche von momentan unter 1% -> Innerhalb der nächsten fünf Jahre müssten folgich weitere 29% Schutzfläche ausgewiesen werden -> Jede Fläche zählt: Nationalparkszusammenschließung!!!

 

"Der Naturschutzbund Deutschland kritisiert, dass derzeit in der Bundesrepublik zwar 37 Prozent der Fläche einen Schutzstatus haben. "Nur wenige der Gebiete schützen aber tatsächlich die Biodiversität, die Arten, den Lebensraum und das Ökosystem", schreibt der Nabu." -> mit einer Nationalparkszusammenschließung und somit Erweiterung ist für mehr Schutz der Biodiversität, der Arten, deren Lebensräume und dem Ökosystem gesorgt

 

3. www.naturpark-thueringer-wald.eu/die-rolle-von-nationalparks-im-klimaschutz-und-der-biodiversitaet/

 

"Nationalparks sind Rückzugsorte für eine unglaubliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Sie schützen Lebensräume vor menschlichen Eingriffen wie Urbanisierung, Landwirtschaft oder industrieller Nutzung. Diese Schutzgebiete spielen eine zentrale Rolle im Erhalt der Biodiversität, die für das ökologische Gleichgewicht und die Widerstandsfähigkeit der Erde von entscheidender Bedeutung ist."

 

"Eine der wichtigsten Rollen von Nationalparks im Klimaschutz liegt in ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken. Wälder, Moore, Graslandschaften und andere Ökosysteme innerhalb der Parks binden große Mengen an Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre und tragen so zur Reduzierung der Treibhausgaskonzentration bei."

 

Natur Natur sein lassen!!!

 

Ich bitte Sie inständig, dafür abzustimmen, dass im Nationalpark Schwarzwald ein Lückenschluss vollzogen wird! Der Lückenschluss ist nicht nur eine Entscheidung von heute sondern für die Zukunft, für uns Jugend, für alle zukünftigen Generationen, für Biodiversität, für Klimaschutz, für Umweltschutz, für die Welt!

Zögern Sie nicht, sich für die Natur einzusetzen - denn sie ist, was wir zu schützen haben, während das Pariserklimaabkommen enorm verfehlt wird, da 1,5 Grad Ziel erstmalig 2024 überschritten wurde und die Erde nun auf eine Erwärmung von über 2 Grad zusteuert, worunter das gesamte Ökosystem der Erde leidet.

 

Nutzen Sie Ihre Macht, Ihre Stimme, Ihre Anerkennung in der Politik. Nutzen Sie Ihre Freiheit der Entscheidung für die Zukunft - jeder Rückschritt, jede Abstimmung gegen die Natur, jede Entscheidung, die in irgendeiner Weise den Fortschritt in Natur-, Umwelt- und Klimaschutz beeinträchtigt, können wir uns besonders im heißesten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht mehr leisten. Act for the future!

 

10. Kommentar von :ohne Name 135836

Änderung des Nationalparkgesetzes

  Die jüngste Änderung des Nationalparkgesetzes und die damit einhergehende Verbindung der beiden Parkteile stellen grundsätzlich eine begrüßenswerte Entwicklung dar. Durch diese Maßnahme wird der Nationalpark in seiner räumlichen Ausdehnung gestärkt und rückt damit – insbesondere im Hinblick auf die Kriterien der weitgehenden Unzerschnittenheit […]

 

Die jüngste Änderung des Nationalparkgesetzes und die damit einhergehende Verbindung der beiden Parkteile stellen grundsätzlich eine begrüßenswerte Entwicklung dar. Durch diese Maßnahme wird der Nationalpark in seiner räumlichen Ausdehnung gestärkt und rückt damit – insbesondere im Hinblick auf die Kriterien der weitgehenden Unzerschnittenheit und Großflächigkeit – näher an das Idealbild eines Nationalparks heran, wie es von internationalen Standards gefordert wird. Diese Entwicklung kann langfristig zur Förderung der Biodiversität und zur natürlichen Waldentwicklung beitragen.

Gleichzeitig steht diese positive Entwicklung jedoch in einem deutlichen Spannungsverhältnis zu den großflächigen Eingriffen durch den fortschreitenden Ausbau von Windenergieanlagen (WKA) in den angrenzenden Waldgebieten. Während der Nationalpark per Gesetz einem strengen Schutz unterliegt, werden in unmittelbarer Nähe – teils in ehemaligen Wirtschaftswäldern, die als Pufferzonen dienen sollten – Windkraftprojekte realisiert, die massive Eingriffe in das Ökosystem Wald nach sich ziehen.

Ein besonders kritischer Punkt ist dabei die Zerstörung des Waldes als natürlicher Wasserspeicher. Der Bau und Betrieb von Windenergieanlagen erfordert das Anlegen von Zuwegungen, Kranstellflächen und großflächigen Fundamenten, was häufig mit Rodungen und massiven Bodenversiegelungen einhergeht. Die dadurch verursachte Entwässerung der Böden führt zur weiteren Austrocknung des Waldes – ein Umstand, der bereits in den vergangenen Trockenjahren zu einer dramatischen Schwächung der Waldbestände beigetragen hat.

Diese zusätzliche Belastung wirkt sich auch negativ auf das Borkenkäfermanagement aus. Die öffentliche Diskussion konzentriert sich dabei häufig auf den Klimawandel als Ursache der Käferkalamität. Weniger Beachtung findet jedoch der Fakt, dass neben den klimatischen Veränderungen insbesondere forstliche Entwässerungsmaßnahmen – etwa über tief eingekerbte Rückewege – und nun auch der Ausbau der WKA-Infrastruktur zu einer beschleunigten Austrocknung geführt haben. Gesunde, wasserreiche Böden sind jedoch eine entscheidende Grundlage für die Resilienz der Wälder gegenüber biotischen Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Die zunehmende Fragmentierung und Störung der Wasserhaushalte untergräbt somit die Fähigkeit des Waldes, sich auf natürliche Weise gegen Schädlinge zu wehren.

Es ist daher dringend notwendig, die Ausweisung von Nationalparken und deren gesetzliche Erweiterung nicht isoliert zu betrachten, sondern in ein ganzheitliches Schutzkonzept einzubetten, das auch die angrenzenden Waldökosysteme einbezieht. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zweifellos ein wichtiger Baustein der Energiewende, darf jedoch nicht auf Kosten der letzten großflächigen und naturnahen Wälder erfolgen. Der Schutz des Waldes als Wasser- und Lebensraum muss daher stärker gewichtet und in die Planungsprozesse für Windkraftanlagen konsequent integriert werden.

Nur so kann der Nationalpark seinem Anspruch gerecht werden, nicht nur eine Insel des Schutzes zu sein, sondern auch ein Impulsgeber für eine ökologisch verträgliche Landschaftsnutzung im weiteren Umfeld.

 

11. Kommentar von :Ittod

Erweiterung

Der Zusammenschluss der beiden Nationalparkteile ist sinnvoll und sollte umgesetzt werden.

22. Kommentar von :Luchs134

Erweiterung und Lückenschluss sind richtig und gesellschaftlich relevant

Der Schutz unserer biologischen Vielfalt braucht große, vernetzte Rückzugsgebiete und neue Wildnis. Wir stehen in der Verantwortung, das Naturerbe für nachfolgende Generationen zu bewahren.

33. Kommentar von :Wencke Groeneveld

Wir tun etwas, aber bei Weitem nicht GENUG

Zwei Prozent der Gesamtfläche soll Wildnis sein - das ist Deutschlands Ziel für die Zukunft. Wie soll das mit einer Vergrößerung um 1.263 ha zu erreichen sein? Das ist nur ein winziger Tropfen auf den heißen Stein. Zwei Prozent sind ohnehin keine riesigen Anteile, doch schon an einem so kleinen Ziel scheitern wir: In Baden-Württemberg finden sich […]

Zwei Prozent der Gesamtfläche soll Wildnis sein - das ist Deutschlands Ziel für die Zukunft. Wie soll das mit einer Vergrößerung um 1.263 ha zu erreichen sein? Das ist nur ein winziger Tropfen auf den heißen Stein. Zwei Prozent sind ohnehin keine riesigen Anteile, doch schon an einem so kleinen Ziel scheitern wir: In Baden-Württemberg finden sich momentan 0,21 % Wildnisfläche, das ist wirklich traurig. Warum wird nicht das volle Potenzial genutzt? Mehr Fläche für den Nationalpark heißt nicht weniger Wald, sondern mehr Schutz und mehr Artenvielfalt. Eine großflächige Erweiterung wäre eine langfristige (!) Investition in die Zukunft.