Klarstellung zum „Faktencheck Schwend“: Windleistungsdichte, Umweltauswirkungen und Nutzen
Im vorgelegten „Faktencheck“ wird der Eindruck erweckt, der Standort Schwend sei für Windenergie aus fachlicher Sicht ungeeignet, da sowohl die Umweltauswirkungen „sehr erheblich negativ“ seien als auch die Windleistungsdichte unterdurchschnittlich. Diese Einschätzung ist so nicht korrekt und verzerrt den Zusammenhang. Nachfolgend eine Einordnung:
[…]
Im vorgelegten „Faktencheck“ wird der Eindruck erweckt, der Standort Schwend sei für Windenergie aus fachlicher Sicht ungeeignet, da sowohl die Umweltauswirkungen „sehr erheblich negativ“ seien als auch die Windleistungsdichte unterdurchschnittlich. Diese Einschätzung ist so nicht korrekt und verzerrt den Zusammenhang. Nachfolgend eine Einordnung:
1. Windleistungsdichte am Standort Schwend
Die dort genannte Windleistungsdichte von 215–246 W/m² auf 160 m Höhe entspricht dem unteren bis mittleren Bereich der windhöffigen Zonen, wie sie im Energieatlas Baden-Württemberg definiert sind.
• Ab 215 W/m² gelten Standorte als grundsätzlich geeignet für Windenergieanlagen (vgl. Windatlas BW).
• Die Werte für die Schwend liegen oberhalb dieser Schwelle – und damit im Bereich, den auch andere bereits realisierte Projekte aufweisen.
• Die Windleistungsdichte allein ist kein alleiniger Entscheidungsmaßstab für den Erfolg oder die Sinnhaftigkeit eines Windparks. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus:
○ konkreten Windgutachten (Vor-Ort-Messungen),
○ Anlagentechnik,
○ Netzanbindung,
○ Umweltverträglichkeit,
○ Wirtschaftlichkeit.
Der Vergleich mit anderen Standorten ist nur dann belastbar, wenn alle Werte unter gleichen methodischen Bedingungen ermittelt wurden (z. B. gekappte mittlere Dichte auf identischer Höhe). Diese Angaben fehlen, weshalb ein Vergleich nur nach eingehender Prüfung aller Flächen möglich ist.
2. Umweltbewertung im Regionalplan
Im Umweltbericht zur Teilfortschreibung des Regionalplans (1. Offenlage) wird für das Gebiet Schwend auf potenziell konflikthafte Umweltauswirkungen hingewiesen. Diese betreffen insbesondere Aspekte wie:
• das Landschaftsbild,
• den Artenschutz (z. B. Vorkommen geschützter Arten),
• mögliche Schutzgebiete in der Nähe.
Wichtig ist aber:
???? Die Aussage über „sehr erhebliche negative Umweltauswirkungen“ ist keine pauschale Ablehnung, sondern Teil einer Umweltvorsorgeprüfung.
???? In der Regionalplanung werden solche Konflikte kategorisiert, aber nicht abschließend bewertet oder genehmigungsrechtlich gewertet.
Das bedeutet: Ein Standort mit hohen Umweltkonflikten ist nicht automatisch ausgeschlossen, sondern bedarf später im BImSchG-Verfahren einer detaillierten, flächenkonkreten Prüfung und ggf. Auflagen oder Kompensationen.
3. Kein vollständiger Kosten-Nutzen-Vergleich
Der Kommentar behauptet, man müsse Nutzen (Windstrom) und Kosten (ökologisch, gesellschaftlich) abwägen – was richtig ist. Aber der vorgelegte Faktencheck liefert:
• keine Stromertragsprognose,
• keine Angaben zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen,
• keine Daten zur CO₂-Ersparnis oder Netzintegration.
Somit ist der „Kosten-Nutzen“-Rahmen unvollständig und einseitig. Eine echte Abwägung kann nur auf Basis projektindividueller Gutachten und Daten erfolgen – und genau dies ist Zweck des BImSchG-Verfahrens nach Abschluss von Vorprüfungen wie Pachtverhandlungen.
Fazit
Die im Kommentar enthaltenen Zahlen zur Windleistungsdichte sind formal korrekt, werden aber aus dem fachlichen Kontext gerissen. Auch die Umweltbewertung des Regionalplans ist nicht als Ablehnung zu verstehen, sondern als Hinweis auf vertiefte Prüfbedarfe im späteren Genehmigungsverfahren.
Der Standort Schwend weist Windverhältnisse auf, die ihn grundsätzlich als geeignet klassifizieren, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt werden. Eine seriöse Abwägung von Nutzen und Belastungen kann erst auf Grundlage konkreter Gutachten erfolgen, nicht anhand von Atlaswerten allein.
26.
Kommentar von :abcde
Einordnung zur Ablehnung am Schärtenkopf – Was bedeutet das für Schwend?
In der Diskussion um Windkraft auf der Schwend wird hier auf die Ablehnung des Standorts Schärtenkopf (W 12-1/2) durch den Lautenbacher Gemeinderat verwiesen. Dabei wird gefragt, warum dort abgelehnt wurde – und ob für Schwend nicht dieselben Maßstäbe gelten müssten.
Wichtig ist: Die Standorte sind nicht vergleichbar.
- Am Schärtenkopf liegen […]
In der Diskussion um Windkraft auf der Schwend wird hier auf die Ablehnung des Standorts Schärtenkopf (W 12-1/2) durch den Lautenbacher Gemeinderat verwiesen. Dabei wird gefragt, warum dort abgelehnt wurde – und ob für Schwend nicht dieselben Maßstäbe gelten müssten.
Wichtig ist: Die Standorte sind nicht vergleichbar.
- Am Schärtenkopf liegen die geplanten Windräder direkt über bewohnten Tallagen – mit geringer Entfernung zur Bebauung. Die dort beschriebene „erdrückende Wirkung“ bezieht sich auf dieses besondere Landschaftsverhältnis.
- Die Zuwegung und Erschließung dort gilt als besonders problematisch, mit schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Boden – das ist in Schwend so bisher nicht festgestellt.
- Auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion sind standortabhängig. Die Schwend liegt auf einer Hochfläche, deutlich entfernt von dichten Wohngebieten, mit einer anderen Nutzung und Sichtbarkeit.
Natürlich gilt: Auch auf der Schwend müssen Natur, Artenvielfalt und Auswirkungen auf den Menschen genau geprüft werden. Aber das geschieht – wie gesetzlich vorgeschrieben – im Rahmen des BImSchG-Genehmigungsverfahrens.
Daher sollte man nicht vorschnell Schlüsse ziehen oder unterschiedliche Standorte gleichsetzen. Sachlichkeit und faire Prüfung helfen weiter – nicht pauschale Ablehnung.
9.
Kommentar von :JA zur Schwend
Hat man im Achertal was gegen Windkraft?
Nein.
Alle drei Kommunen des Achertals habenden jüngster Zeit mehrere positive Stellungnahmen zu verschiedenen Windkraftprojekten im nahen räumlichen Umfeld abgegeben. Einzeln und gemeinsam. Kirchturmübergreifend, in Verantwortung für Menschen vor Ort und Klima global.
Und auch eine Beteiligung an einem Projekt steht konkret an.
Man ist im […]
Nein.
Alle drei Kommunen des Achertals habenden jüngster Zeit mehrere positive Stellungnahmen zu verschiedenen Windkraftprojekten im nahen räumlichen Umfeld abgegeben. Einzeln und gemeinsam. Kirchturmübergreifend, in Verantwortung für Menschen vor Ort und Klima global.
Und auch eine Beteiligung an einem Projekt steht konkret an.
Man ist im Achertal ganz offensichtlich in der Lage, ideologiefrei einzelne Projekte und Standorte für Windkraftnutzung differenziert zu betrachten. (Was hier leider zu kurz kommt, weil es halt keine „einfache Lösung“ darstellt).
Und das Ergebnis dieser faktenbasierten, differenzierten Betrachtung ist:
Die unberührte, windschwache Schwend ist zu verschonen. Dur Kosten für Menschen und Natur sind an diesem Standort -anders als bei vielen anderen- nicht rechtfertigbar.
Dass die massiv betroffenen Menschen und deren Kommunen deshalb als hinterwäldlerische Windkraft-Gegner diffamiert werden? Stillos.
Es bleibt zu hoffen, dass auch aus der großen Distanz zum Standort, zum Thema und zu den Menschen das erkannt und respektiert wird. In Verantwortung für Mensch, Klima und die Region, in der man weiterhin zusammenleben will.
PS: Man hat sich in Oberkirch übrigens mit Vehemenz gegen Anlagen-Standorte gewehrt, die das Renchtal visuell belasten könnten.
10.
Kommentar von :JA zur Schwend
Macht man sich mit Schwurblern gemein?
Obwohl es der Strohhalm wäre, obwohl der Zweck in anderen Fällen allzuoft jedes Mittel heiligt: Man tut es nicht.
Man distanziert sich sogar von Schwurbeleien.
Und das trotz der verzweifelten Situation der betroffenen Menschen im Kampf „David gegen Goliath“.
Tipp: Einfach mal informieren und mit den Betroffenen reden, wenn man sich auch […]
Obwohl es der Strohhalm wäre, obwohl der Zweck in anderen Fällen allzuoft jedes Mittel heiligt: Man tut es nicht.
Man distanziert sich sogar von Schwurbeleien.
Und das trotz der verzweifelten Situation der betroffenen Menschen im Kampf „David gegen Goliath“.
Tipp: Einfach mal informieren und mit den Betroffenen reden, wenn man sich auch darüber ein (eigenes) Bild machen will.
Andersrum: Wer belegt die Mär, dass Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und Koehler trotzig den Standort Oberkirch aufgibt, wenn Koehler nicht kriegt, was er will?
6.
Kommentar von :G 135707
Eigene Quellen
Wer ist verantwortlich, wenn die eigenen Quellen in diesem Bereich
durch den Bau der Windkraftanlage sich einen anderen Weg suchen
und die betroffenen Anwohner kein Trinkwasser mehr haben?
Die Verlegung des Trinkwassers durch die Gemeinde in diesen Außenbezirken ist unmöglich!
Dieses Projekt ist ein Eingriff in die Natur.
12.
Kommentar von :135896
Stilmittel Panikmache
Windkraft ist ein emotionales Thema - offensichtlich. Die einen wollen es, die anderen nicht. Vor allem direkte Anwohner sind dagegen. Das ist auch nichts neues und im Fall der Schwend ebenfalls eindeutig zu sehen. Hierfür gibt es auch einen Fachbegriff: Nimby (not in my back yard. Zu deutsch: nicht in meinem Garten). Dieser Fachbegriff beschreibt […]
Windkraft ist ein emotionales Thema - offensichtlich. Die einen wollen es, die anderen nicht. Vor allem direkte Anwohner sind dagegen. Das ist auch nichts neues und im Fall der Schwend ebenfalls eindeutig zu sehen. Hierfür gibt es auch einen Fachbegriff: Nimby (not in my back yard. Zu deutsch: nicht in meinem Garten). Dieser Fachbegriff beschreibt das Phänomen, dass man generell für etwas ist, solange es einen nicht selber direkt betrifft. Ebenfalls bei der Frage von Stromtrassen oder Atommüll-Endlager zu sehen.
Was ich aktuell bei der Schwend beobachte ist folgendes: Die Gegner arbeiten ganz stark mit emotionalisierenden und übertreibenden Aussagen (Die Schwend wird durch den Bau der Windräder unbewohnbar/Alles wird abgeholzt, Quellen trocknen durch Windräder aus etc.). Werden die Oberkircher hier also gezielt mit Panikmache in ihrer Wahl manipuliert? Vielleicht.
5.
Kommentar von :JA zur Schwend
Was ist die eigentliche Frage?
Geld oder gute Nachbarschaft?
Eigene Kirchturm-Interessen oder Solidarität mit den Menschen der Region?
Das sind die eigentlichen Fragestellungen.
Zu denen muss Farbe bekannt werden.
15.
Kommentar von :abcde
Souveränität der Gemeinde Oberkirch
Die aktuelle Kampagne gegen die Windräder auf der Schwend wird nicht aus Oberkirch selbst, sondern von Nachbargemeinden initiiert. Zusätzlich werden die Anwohnenden durch die Bundesweit agierende Organisation Vernunftkraft, welche den Klimawandel leugnet und gezielt Falschinformationen zu Erneuerbaren Energien verbreitet, instrumentalisiert. Es […]
Die aktuelle Kampagne gegen die Windräder auf der Schwend wird nicht aus Oberkirch selbst, sondern von Nachbargemeinden initiiert. Zusätzlich werden die Anwohnenden durch die Bundesweit agierende Organisation Vernunftkraft, welche den Klimawandel leugnet und gezielt Falschinformationen zu Erneuerbaren Energien verbreitet, instrumentalisiert. Es wird absichtlich so dargestellt , dass die Schwend nach dem Bau der Windräder nicht mehr bewohnbar ist.
Leider haben wir im Schwarzwald häufig die Situation, dass der Wind nur oben auf dem Berg weht und dort häufig auch die Gemeindegrenzen verlaufen. Auch wenn es sich um eine Exklave handelt ist das Gemeindegebiet von Oberkirch gerade 600m entfernt. Die Interkommunalen Konflikte sind also nicht neu. Jede Gemeinde hat nur eine sehr begrenzte Auswahl an Flächen zur Verfügung, auf denen die Rahmenbedingungen für den Bau von Windrädern vorhanden sind.
2.
Kommentar von :JA zur Schwend
Parkexterne Zuwegung??
Die parkexterne Zuwegung ist nicht gelöst. Das sollte man eigentlich zu allererst klären.
Dur öffentlichen Straßen sind für Bau und Betrieb nicht ausreichend dimensioniert. Weder Private noch umgebende Gemeinden werden nur einen Quadratmeter -zum Beispiel im Kurvenbereich von Straßen- hergeben. Und nicht einen Baum fällen lassen.
Wie soll das […]
Die parkexterne Zuwegung ist nicht gelöst. Das sollte man eigentlich zu allererst klären.
Dur öffentlichen Straßen sind für Bau und Betrieb nicht ausreichend dimensioniert. Weder Private noch umgebende Gemeinden werden nur einen Quadratmeter -zum Beispiel im Kurvenbereich von Straßen- hergeben. Und nicht einen Baum fällen lassen.
Wie soll das Windrad auf die Fläche kommen?
Jetzt klären, nicht Thema aufschieben!
8.
Kommentar von :135857
Entwicklung der Proteste
Es ist absolut nachvollziehbar, dass die direkten Anwohner der Schwend gegen das geplante Vorhaben sind. Weniger verständlich, sogar beängstigend, ist jedoch, dass sie sich inzwischen Argumente zu eigen machen, die eindeutig von Klimawandel-Leugnern stammen.
Ich frage mich, ob die Anwohner sich bewusst oder unbewusst von diesen Kreisen […]
Es ist absolut nachvollziehbar, dass die direkten Anwohner der Schwend gegen das geplante Vorhaben sind. Weniger verständlich, sogar beängstigend, ist jedoch, dass sie sich inzwischen Argumente zu eigen machen, die eindeutig von Klimawandel-Leugnern stammen.
Ich frage mich, ob die Anwohner sich bewusst oder unbewusst von diesen Kreisen instrumentalisieren und ausnutzen lassen. Es kann kaum ein Zufall sein, dass in nächster Zeit vermehrt Redner von "Vernunftkraft" – einem Verein, dessen "Experten" den Klimawandel bestreiten – Vorträge in und um Oberkirch halten.
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Klarstellung zum „Faktencheck Schwend“: Windleistungsdichte, Umweltauswirkungen und Nutzen
Im vorgelegten „Faktencheck“ wird der Eindruck erweckt, der Standort Schwend sei für Windenergie aus fachlicher Sicht ungeeignet, da sowohl die Umweltauswirkungen „sehr erheblich negativ“ seien als auch die Windleistungsdichte unterdurchschnittlich. Diese Einschätzung ist so nicht korrekt und verzerrt den Zusammenhang. Nachfolgend eine Einordnung:
1. Windleistungsdichte am Standort Schwend
Die dort genannte Windleistungsdichte von 215–246 W/m² auf 160 m Höhe entspricht dem unteren bis mittleren Bereich der windhöffigen Zonen, wie sie im Energieatlas Baden-Württemberg definiert sind.
• Ab 215 W/m² gelten Standorte als grundsätzlich geeignet für Windenergieanlagen (vgl. Windatlas BW).
• Die Werte für die Schwend liegen oberhalb dieser Schwelle – und damit im Bereich, den auch andere bereits realisierte Projekte aufweisen.
• Die Windleistungsdichte allein ist kein alleiniger Entscheidungsmaßstab für den Erfolg oder die Sinnhaftigkeit eines Windparks. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus:
○ konkreten Windgutachten (Vor-Ort-Messungen),
○ Anlagentechnik,
○ Netzanbindung,
○ Umweltverträglichkeit,
○ Wirtschaftlichkeit.
Der Vergleich mit anderen Standorten ist nur dann belastbar, wenn alle Werte unter gleichen methodischen Bedingungen ermittelt wurden (z. B. gekappte mittlere Dichte auf identischer Höhe). Diese Angaben fehlen, weshalb ein Vergleich nur nach eingehender Prüfung aller Flächen möglich ist.
2. Umweltbewertung im Regionalplan
Im Umweltbericht zur Teilfortschreibung des Regionalplans (1. Offenlage) wird für das Gebiet Schwend auf potenziell konflikthafte Umweltauswirkungen hingewiesen. Diese betreffen insbesondere Aspekte wie:
• das Landschaftsbild,
• den Artenschutz (z. B. Vorkommen geschützter Arten),
• mögliche Schutzgebiete in der Nähe.
Wichtig ist aber:
???? Die Aussage über „sehr erhebliche negative Umweltauswirkungen“ ist keine pauschale Ablehnung, sondern Teil einer Umweltvorsorgeprüfung.
???? In der Regionalplanung werden solche Konflikte kategorisiert, aber nicht abschließend bewertet oder genehmigungsrechtlich gewertet.
Das bedeutet: Ein Standort mit hohen Umweltkonflikten ist nicht automatisch ausgeschlossen, sondern bedarf später im BImSchG-Verfahren einer detaillierten, flächenkonkreten Prüfung und ggf. Auflagen oder Kompensationen.
3. Kein vollständiger Kosten-Nutzen-Vergleich
Der Kommentar behauptet, man müsse Nutzen (Windstrom) und Kosten (ökologisch, gesellschaftlich) abwägen – was richtig ist. Aber der vorgelegte Faktencheck liefert:
• keine Stromertragsprognose,
• keine Angaben zu möglichen Ausgleichsmaßnahmen,
• keine Daten zur CO₂-Ersparnis oder Netzintegration.
Somit ist der „Kosten-Nutzen“-Rahmen unvollständig und einseitig. Eine echte Abwägung kann nur auf Basis projektindividueller Gutachten und Daten erfolgen – und genau dies ist Zweck des BImSchG-Verfahrens nach Abschluss von Vorprüfungen wie Pachtverhandlungen.
Fazit
Die im Kommentar enthaltenen Zahlen zur Windleistungsdichte sind formal korrekt, werden aber aus dem fachlichen Kontext gerissen. Auch die Umweltbewertung des Regionalplans ist nicht als Ablehnung zu verstehen, sondern als Hinweis auf vertiefte Prüfbedarfe im späteren Genehmigungsverfahren.
Der Standort Schwend weist Windverhältnisse auf, die ihn grundsätzlich als geeignet klassifizieren, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt werden. Eine seriöse Abwägung von Nutzen und Belastungen kann erst auf Grundlage konkreter Gutachten erfolgen, nicht anhand von Atlaswerten allein.
Einordnung zur Ablehnung am Schärtenkopf – Was bedeutet das für Schwend?
In der Diskussion um Windkraft auf der Schwend wird hier auf die Ablehnung des Standorts Schärtenkopf (W 12-1/2) durch den Lautenbacher Gemeinderat verwiesen. Dabei wird gefragt, warum dort abgelehnt wurde – und ob für Schwend nicht dieselben Maßstäbe gelten müssten.
Wichtig ist: Die Standorte sind nicht vergleichbar.
- Am Schärtenkopf liegen die geplanten Windräder direkt über bewohnten Tallagen – mit geringer Entfernung zur Bebauung. Die dort beschriebene „erdrückende Wirkung“ bezieht sich auf dieses besondere Landschaftsverhältnis.
- Die Zuwegung und Erschließung dort gilt als besonders problematisch, mit schwerwiegenden Eingriffen in Natur und Boden – das ist in Schwend so bisher nicht festgestellt.
- Auch die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Erholungsfunktion sind standortabhängig. Die Schwend liegt auf einer Hochfläche, deutlich entfernt von dichten Wohngebieten, mit einer anderen Nutzung und Sichtbarkeit.
Natürlich gilt: Auch auf der Schwend müssen Natur, Artenvielfalt und Auswirkungen auf den Menschen genau geprüft werden. Aber das geschieht – wie gesetzlich vorgeschrieben – im Rahmen des BImSchG-Genehmigungsverfahrens.
Daher sollte man nicht vorschnell Schlüsse ziehen oder unterschiedliche Standorte gleichsetzen. Sachlichkeit und faire Prüfung helfen weiter – nicht pauschale Ablehnung.
Hat man im Achertal was gegen Windkraft?
Nein.
Alle drei Kommunen des Achertals habenden jüngster Zeit mehrere positive Stellungnahmen zu verschiedenen Windkraftprojekten im nahen räumlichen Umfeld abgegeben. Einzeln und gemeinsam. Kirchturmübergreifend, in Verantwortung für Menschen vor Ort und Klima global.
Und auch eine Beteiligung an einem Projekt steht konkret an.
Man ist im Achertal ganz offensichtlich in der Lage, ideologiefrei einzelne Projekte und Standorte für Windkraftnutzung differenziert zu betrachten. (Was hier leider zu kurz kommt, weil es halt keine „einfache Lösung“ darstellt).
Und das Ergebnis dieser faktenbasierten, differenzierten Betrachtung ist:
Die unberührte, windschwache Schwend ist zu verschonen. Dur Kosten für Menschen und Natur sind an diesem Standort -anders als bei vielen anderen- nicht rechtfertigbar.
Dass die massiv betroffenen Menschen und deren Kommunen deshalb als hinterwäldlerische Windkraft-Gegner diffamiert werden? Stillos.
Es bleibt zu hoffen, dass auch aus der großen Distanz zum Standort, zum Thema und zu den Menschen das erkannt und respektiert wird. In Verantwortung für Mensch, Klima und die Region, in der man weiterhin zusammenleben will.
PS: Man hat sich in Oberkirch übrigens mit Vehemenz gegen Anlagen-Standorte gewehrt, die das Renchtal visuell belasten könnten.
Macht man sich mit Schwurblern gemein?
Obwohl es der Strohhalm wäre, obwohl der Zweck in anderen Fällen allzuoft jedes Mittel heiligt: Man tut es nicht.
Man distanziert sich sogar von Schwurbeleien.
Und das trotz der verzweifelten Situation der betroffenen Menschen im Kampf „David gegen Goliath“.
Tipp: Einfach mal informieren und mit den Betroffenen reden, wenn man sich auch darüber ein (eigenes) Bild machen will.
Andersrum: Wer belegt die Mär, dass Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und Koehler trotzig den Standort Oberkirch aufgibt, wenn Koehler nicht kriegt, was er will?
Eigene Quellen
Wer ist verantwortlich, wenn die eigenen Quellen in diesem Bereich
durch den Bau der Windkraftanlage sich einen anderen Weg suchen
und die betroffenen Anwohner kein Trinkwasser mehr haben?
Die Verlegung des Trinkwassers durch die Gemeinde in diesen Außenbezirken ist unmöglich!
Dieses Projekt ist ein Eingriff in die Natur.
Stilmittel Panikmache
Windkraft ist ein emotionales Thema - offensichtlich. Die einen wollen es, die anderen nicht. Vor allem direkte Anwohner sind dagegen. Das ist auch nichts neues und im Fall der Schwend ebenfalls eindeutig zu sehen. Hierfür gibt es auch einen Fachbegriff: Nimby (not in my back yard. Zu deutsch: nicht in meinem Garten). Dieser Fachbegriff beschreibt das Phänomen, dass man generell für etwas ist, solange es einen nicht selber direkt betrifft. Ebenfalls bei der Frage von Stromtrassen oder Atommüll-Endlager zu sehen.
Was ich aktuell bei der Schwend beobachte ist folgendes: Die Gegner arbeiten ganz stark mit emotionalisierenden und übertreibenden Aussagen (Die Schwend wird durch den Bau der Windräder unbewohnbar/Alles wird abgeholzt, Quellen trocknen durch Windräder aus etc.). Werden die Oberkircher hier also gezielt mit Panikmache in ihrer Wahl manipuliert? Vielleicht.
Was ist die eigentliche Frage?
Geld oder gute Nachbarschaft?
Eigene Kirchturm-Interessen oder Solidarität mit den Menschen der Region?
Das sind die eigentlichen Fragestellungen.
Zu denen muss Farbe bekannt werden.
Souveränität der Gemeinde Oberkirch
Die aktuelle Kampagne gegen die Windräder auf der Schwend wird nicht aus Oberkirch selbst, sondern von Nachbargemeinden initiiert. Zusätzlich werden die Anwohnenden durch die Bundesweit agierende Organisation Vernunftkraft, welche den Klimawandel leugnet und gezielt Falschinformationen zu Erneuerbaren Energien verbreitet, instrumentalisiert. Es wird absichtlich so dargestellt , dass die Schwend nach dem Bau der Windräder nicht mehr bewohnbar ist.
lobbypedia.de/wiki/Bundesinitiative_Vernunftkraft
Leider haben wir im Schwarzwald häufig die Situation, dass der Wind nur oben auf dem Berg weht und dort häufig auch die Gemeindegrenzen verlaufen. Auch wenn es sich um eine Exklave handelt ist das Gemeindegebiet von Oberkirch gerade 600m entfernt. Die Interkommunalen Konflikte sind also nicht neu. Jede Gemeinde hat nur eine sehr begrenzte Auswahl an Flächen zur Verfügung, auf denen die Rahmenbedingungen für den Bau von Windrädern vorhanden sind.
Parkexterne Zuwegung??
Die parkexterne Zuwegung ist nicht gelöst. Das sollte man eigentlich zu allererst klären.
Dur öffentlichen Straßen sind für Bau und Betrieb nicht ausreichend dimensioniert. Weder Private noch umgebende Gemeinden werden nur einen Quadratmeter -zum Beispiel im Kurvenbereich von Straßen- hergeben. Und nicht einen Baum fällen lassen.
Wie soll das Windrad auf die Fläche kommen?
Jetzt klären, nicht Thema aufschieben!
Entwicklung der Proteste
Es ist absolut nachvollziehbar, dass die direkten Anwohner der Schwend gegen das geplante Vorhaben sind. Weniger verständlich, sogar beängstigend, ist jedoch, dass sie sich inzwischen Argumente zu eigen machen, die eindeutig von Klimawandel-Leugnern stammen.
Ich frage mich, ob die Anwohner sich bewusst oder unbewusst von diesen Kreisen instrumentalisieren und ausnutzen lassen. Es kann kaum ein Zufall sein, dass in nächster Zeit vermehrt Redner von "Vernunftkraft" – einem Verein, dessen "Experten" den Klimawandel bestreiten – Vorträge in und um Oberkirch halten.