Bürgerforum G8/G9

Auswirkungen G8/G9 auf das gesamte Schulsystem

Berechne Lesezeit
  • Teilen
  • Qualität der Bildung; weitere Herausforderungen
  • Wege zum Abitur / Förderung der Leistungsstarken
  • Durchlässigkeit für Schülerinnen und Schüler (Erhöhung Wechselmöglichkeiten)
  • Übergangsverhalten (Übertritt nach 4. Klasse; späterer Wechsel); Grundschulempfehlung; Aufwertung der Realschulen
  • Wechselwirkungen (Gymnasium, berufliche Gymnasien, andere weiterführende Schularten, Privatschulen etc.)

Kommentare

Sie konnten den Themenbereich bis zum 22. September 2023, 17 Uhr, kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!

151. Kommentar von :ohne Name 63499

G 8 nur als Modell

G9 sollte wieder Regelschule werden - G 8 sollte parallel (wenn gewünscht UND nachgefragt) erhalten bleiben. Es bleiben zu viele Aspekte auf der Strecke.

152. Kommentar von :ohne Name 63277

Auch für die Leistungsstärksten bedeutet G8 permanten Stress und schadet der Persönlichkeitsentwicklung

Ich lese oft, das Gymnasium, und damit G8, sei eben nur etwas für "Leistungsstarke". Also ob Jede*r, dem G8 "zu viel" ist, einfach nicht leistungsfähig genug sei und damit nicht aufs Gymnasium gehöre. Das widerspricht meinen Erfahrungen. Ich kenne viele leistungsstarke SuS, die kognitiv die Anforderungen von G8 ohne große Probleme erfüllen […]

Ich lese oft, das Gymnasium, und damit G8, sei eben nur etwas für "Leistungsstarke". Also ob Jede*r, dem G8 "zu viel" ist, einfach nicht leistungsfähig genug sei und damit nicht aufs Gymnasium gehöre. Das widerspricht meinen Erfahrungen. Ich kenne viele leistungsstarke SuS, die kognitiv die Anforderungen von G8 ohne große Probleme erfüllen (könnten). Problematisch ist nicht das reine Leistungsniveau im G8, sondern der allgegenwärtige Zeitdruck und der fehlende Freiraum für außerschulische Interessen und die Persönlichkeitsentwicklung.

 

Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und bei häufigem Nachmittagsunterricht und einem hohen Hausaufgaben- und Lernpensum (weil im Unterricht weniger erklärt und geübt werden kann) bleibt im G8 unterm Strich kaum Zeit für Sport, Freundschaften, Musik, ehrenamtliches Engagement, Familienzeit, gemütliche Mahlzeiten etc. Auch leistungsstarke Menschen brauchen genug Erholung, Nahrung, Schlaf und Bewegung. Auch leistungsstarke Menschen, insbesondere Heranwachsende, braucht soziale Kontakte und außerschulische Erlebnisse, um sich gesund entwickeln zu können. Leistungsfähigkeit hin oder her.

153. Kommentar von :ohne Name 63520

Eigenverantwortliche Entwicklung fehlt

Durch die vollen Stundenpläne fehlt es den Kindern an ausreichend Freizeit, um neben der Schule noch zu lernen, sich um Hobbys und Freunde zu kümmern oder einfach mal Zeit für sich selbst zu haben. Vor allem in der Mittelstufe nehmen die vollen Stundenpläne massiv überhand. Hier bleibt kaum Zeit um eigenverantwortliches Leben zu bestreiten und […]

Durch die vollen Stundenpläne fehlt es den Kindern an ausreichend Freizeit, um neben der Schule noch zu lernen, sich um Hobbys und Freunde zu kümmern oder einfach mal Zeit für sich selbst zu haben. Vor allem in der Mittelstufe nehmen die vollen Stundenpläne massiv überhand.

Hier bleibt kaum Zeit um eigenverantwortliches Leben zu bestreiten und Freizeit selbst zu planen und zu füllen.

154. Kommentar von :Mrs C

Demokratische Entscheidungen

Als Lehrkraft an einem allgemeinbildenden Gymnasium höre ich von allen am Schulleben beteiligten Gruppen (SuS, Eltern, LuL, Schulleitung), dass G9 gewünscht ist. Warum also an G8 festhalten, wenn die große Mehrheit für G9 ist?   Vor ein paar Jahren vertrat ich tatsächlich noch die Meinung, dass sehr gute SuS auch bei G8 noch in der Lage sind, […]

Als Lehrkraft an einem allgemeinbildenden Gymnasium höre ich von allen am Schulleben beteiligten Gruppen (SuS, Eltern, LuL, Schulleitung), dass G9 gewünscht ist. Warum also an G8 festhalten, wenn die große Mehrheit für G9 ist?

 

Vor ein paar Jahren vertrat ich tatsächlich noch die Meinung, dass sehr gute SuS auch bei G8 noch in der Lage sind, ein Musikinstrument zu spielen, Sport zu machen und sich in schulischen AGs einzubringen. Aber vor allem seit der Corona-Pandemie hat sich das gewandelt. Auch die besten SuS klagen über zu viel Stress bzw. zu wenig Zeit. Und statt ein, zwei SuS an der Schule, die sich in psychiatrischer Behandlung befinden, sind es mittlerweile ein, zwei SuS pro Klasse! Das ist erschreckend und führt dazu, dass man als Lehrkraft immer häufiger darüber nachdenken muss, was man den SuS überhaupt noch zumuten kann statt dass man versucht durch Fördern und Fordern das Bestmögliche aus ihnen herauszuholen.

 

Jahrgangsbeste SuS, denen eine Teilnahme an der Juniorakademien vorgeschlagen wird, lehnen dies ab, da ihnen alles zusätzliche zu viel wird.

Ebenso bei Wettbewerben wie Jugend debattiert/Debating oder Jugend forscht. Wie sollen wir da noch richtige Leistungsträger hervorbringen, wenn selbst die besten sich nicht mehr imstande fühlen, mehr zu geben bzw. mehr zu lernen?

155. Kommentar von :Leonie

G8/G9

Ein Jahr längere Schulzeit bedeutet auch ein Jahr längere Gestaltungsmöglickeiten: nicht nur für die schulische Entwicklung der SchülerInnen, sondern auch für die körperliche und geistige Entwicklung. Diese Zeit ist für viele Kinder bzw. Jugentliche wichtig, da sie dadurch oft eine bessere Einsicht in den Lernprozess bekommen. Außerdem würde […]

Ein Jahr längere Schulzeit bedeutet auch ein Jahr längere Gestaltungsmöglickeiten: nicht nur für die schulische Entwicklung der SchülerInnen, sondern auch für die körperliche und geistige Entwicklung. Diese Zeit ist für viele Kinder bzw. Jugentliche wichtig, da sie dadurch oft eine bessere Einsicht in den Lernprozess bekommen.

Außerdem würde auch ein weniger kompakter Stundenplan die Folge sein: mehr Zeit und unter geringerem Druck das Lernen erfolgen, mehr Zeit für die SchülerInnen zur eignen Gestaltung der Freizeit möglich sein.

156. Kommentar von :ohne Name 63556

Durchlässigkeit Schulsystem

Das ausdifferenzierte 3gliedrige Schulsystem ist sehr durchlässig.

Nach persönlichem Entwicklung- und Reifestand findest sich eine nicht überfordernde Schulart, die SuS nicht enttäuscht und eigenes Potential entwickeln hilft.

157. Kommentar von :ohne Name 63337

Plädiere für G9

Durch die Verdichtung des Unterrichts-Stoffes gelingt es kaum noch, andere Fähigkeiten in Sport und Musik zu erwerben. Außerdem wird mehr und mehr quasi Bulimie gelernt: auf die nächste Arbeit schnell in den Kopf, danach gleich wieder vergessen, um Platz zu schaffen für das nächste Fach, in dem die nächste Arbeit geschrieben wird. Die Inhalte und […]

Durch die Verdichtung des Unterrichts-Stoffes gelingt es kaum noch, andere Fähigkeiten in Sport und Musik zu erwerben. Außerdem wird mehr und mehr quasi Bulimie gelernt: auf die nächste Arbeit schnell in den Kopf, danach gleich wieder vergessen, um Platz zu schaffen für das nächste Fach, in dem die nächste Arbeit geschrieben wird. Die Inhalte und Zusammenhänge werden so nicht wirklich verinnerlicht.

158. Kommentar von :ohne Name 63541

G9 ohne an anderen Schulformen zu sparen

Ich bin für G9, weil ich den Stundenplan im Moment für absolut überfüllt halte. Die Kinder kommen im Winterhalbjahr fast nur im Dunkeln heim, und das bei einem Schulweg von 10 Minuten! Wie geht es dann erst Fahrschülerinnen und -Schülern auf dem Land? Mir ist bewusst, dass es dafür mehr Lehrerinnen und Lehrer und auch mehr Klasssenräume braucht. […]

Ich bin für G9, weil ich den Stundenplan im Moment für absolut überfüllt halte. Die Kinder kommen im Winterhalbjahr fast nur im Dunkeln heim, und das bei einem Schulweg von 10 Minuten! Wie geht es dann erst Fahrschülerinnen und -Schülern auf dem Land?

Mir ist bewusst, dass es dafür mehr Lehrerinnen und Lehrer und auch mehr Klasssenräume braucht. Und ich fände es sehr ungerecht, wenn das an den anderen Schulformen eingespart würde.

In der Kursstufe ist die Klassengröße ohnehin schon kleiner als an allen anderen Schulen, das heißt, pro Kopf wird in Gymnasiasten jetzt schon mehr Geld investiert als in Kinder auf anderen Schulen. Das ist nicht gerecht und sollte sich durch G9 nicht noch verstärken.

Wir müssen insgesamt mehr Geld in die Schulen stecken, Länder wie Schweden oder Finnland tun das im Vergleich zu ihrem Bruttosozialprodukt auch.

159. Kommentar von :ohne Name 63583

vermehrter Wechsel

spätestens nach Klasse 10 wechseln immer mehr Schüler Richtung berufl Gymnasien. Dort haben schwache Schüler mehr Zeit bis zum Abitur

160. Kommentar von :ohne Name 63574

Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler

Man spricht gerne vom "Musikland Baden-Württemberg". Die Qualität dieses Musiklandes ist allerdings im Schwinden, wie Sie leicht durch Nachfragen bei Musikschulen und MusiklehrerInnen feststellen können. Ich vermute, dass andere Aktivitäten wie z.B. Sport, in ähnlicher Weise durch die verkürzte Schulzeit in G8 betroffen sind. Schon bei der […]

Man spricht gerne vom "Musikland Baden-Württemberg". Die Qualität dieses Musiklandes ist allerdings im Schwinden, wie Sie leicht durch Nachfragen bei Musikschulen und MusiklehrerInnen feststellen können. Ich vermute, dass andere Aktivitäten wie z.B. Sport, in ähnlicher Weise durch die verkürzte Schulzeit in G8 betroffen sind. Schon bei der Einführung durch die damalige Kultusministerin Frau Schavan stand der Verdacht im Raum, dass es in Wirklichkeit um eine Sparmaßnahme handelte, die eben durch die Argumente wie das späte Datum des Eintritts in das Berufsleben kaschiert wurde. Es wäre gut gewesen, wenn Frau Schavan sich damals intensiv in Familien umgehört hätte. Geben Sie also bitte mit G9 den SchülerInnnen und ihren Familien die Chance, auch außerhalb der Schule ihren Interessen und Begabungen nachgehen zu können!