Ich finde es erschreckend, dass immer nur über das Gymnasium debattiert wird!
In Baden-Württemberg gibt es genug Wege, um zum Abitur zu kommen (Über die Gemeinschaftsschule zum Abitur, Realschule mit anschließendem beruflichen Gymnasium etc).
Dieses ständige „schlecht machen“ von anderen Schularten bringt keinen vorwärts. Es erscheint fast so, […]
Ich finde es erschreckend, dass immer nur über das Gymnasium debattiert wird!
In Baden-Württemberg gibt es genug Wege, um zum Abitur zu kommen (Über die Gemeinschaftsschule zum Abitur, Realschule mit anschließendem beruflichen Gymnasium etc).
Dieses ständige „schlecht machen“ von anderen Schularten bringt keinen vorwärts. Es erscheint fast so, dass Kinder die nach der vierten Klasse nicht auf das Gymnasium gehen, Kinder zweiter Klasse sind!
In der Schullandschaft herrscht eine große Heterogenität und es ist der Auftrag der Schulen jeder Schulart diese anzunehmen und die SuS auf den Weg zu bringen.
Das Problem ist nicht ein G8 oder G9. Das Problem beginnt bereits in den Kitas und Grundschulen, die vor allem wegen dem starken Personalmangel am Stock gehen. Hier muss investiert werden. Ohne ein starkes Fundament ist es nämlich egal, auf welche weiterführende Schule ein Kind zukünftig geht!
Weiterhin stellt sich mir die Frage woher die fehlenden Lehrkräfte für ein G9 kommen sollen (bei dem akuten Lehrermangel der ohnehin schon herrscht) und welchen Kosten diese verursachen?
Was passiert mit den beruflichen Gymnasien (die einen ausgezeichneten Ruf in BW haben)?
Meiner Meinung nach ist die Rückkehr zum G9 völliger Quatsch!!
12.
Kommentar von :ohne Name 54069
Wenn das G9 wieder eingeführt wird...
Wenn das G9 wieder eingeführt wird, wird die Gemeinschaftsschule als Schulart geschwächt. Die Gemeinschaftsschule, die das erweiterte Niveau anbietet, ist per se ein G9. Hier lernen die Kinder gemeinsam mindestens bis einschließlich Klassenstufe 8, bevor sie sich für einen Abschluss entscheiden.
Vielmehr sollte man das G8 Gymnasium belassen und […]
Wenn das G9 wieder eingeführt wird, wird die Gemeinschaftsschule als Schulart geschwächt. Die Gemeinschaftsschule, die das erweiterte Niveau anbietet, ist per se ein G9. Hier lernen die Kinder gemeinsam mindestens bis einschließlich Klassenstufe 8, bevor sie sich für einen Abschluss entscheiden.
Vielmehr sollte man das G8 Gymnasium belassen und eine Sekundarstufe für alle anbieten, also ein Zweisäulensystem. Dann hätte man G8 und G9 und kein viergliedriges Schulsystem.
13.
Kommentar von :ohne Name 54123
G8 ist reines Kostensparmodell
G8 war von Anfang an ein Kostensparmodell - ausgetragen auf dem Rücken unserer Kinder. Die gleiche Wirtschaft, die eine kürzere Schulbildung möchte, beschäftigt die Jugendlichen im Anschluss in unbefristeten, jahrelangen, schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika. Von Eile, keine Spur. Letztlich möchte man beim zukünftigen Arbeiter auch gar keinen […]
G8 war von Anfang an ein Kostensparmodell - ausgetragen auf dem Rücken unserer Kinder. Die gleiche Wirtschaft, die eine kürzere Schulbildung möchte, beschäftigt die Jugendlichen im Anschluss in unbefristeten, jahrelangen, schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika. Von Eile, keine Spur. Letztlich möchte man beim zukünftigen Arbeiter auch gar keinen weiten Horizont, sondern punktgenaue Ausbildung auf die Bedürfnisse des Betriebes. Der Staat spart sich die Lehrer, auch gut.
Die Gemeinschaftsschule ist die richtige Idee, aber auch die hat man kaputtgespart. Kindern nach Begabungen und Leistung zu unterscheiden und gezielt zu fördern - das ist richtig. Aber das kostet MEHR(!) Geld, als wenn man 30 Kinder in einen Raum mit einem Lehrer packt und beschult. Stattdessen empfinden die Lehrer die Arbeitsbedingungen dort als schlecht und der Glaube, dass Kinder ihren Lernprozess (weitesgehend) selbst steuern und umsetzen ist nett, aber realitätsfern. Jedes Jahr wird die Leistung der 8. Klässler an den Schulen getestet, z.B. im Jahr 2022, Fach Mathematik: 64% der Gemeinschaftsschüler schaffen nicht(!) den Regelstandard (Hauptschulabschluss). Zum Vergleich: Hauptschule: 79%, Realschule : 39%, Gymnasium:3%.
Und so bleibt eben nur das G9 Gymnasium, neben Realschule, Berufsschulen und beruflichen Gymnasien, als anzustrebende Schulform. Deshalb hat sie sich auch über die Zeit bewährt. Ihre innere Logik ist noch intakt und wurde nicht kaputtgespart.
14.
Kommentar von :ohne Name 54124
G8 macht den Übergang von der Realschule zum Gymnasium unmöglich
Als Schulleitung habe ich jedes Schuljahr Anfragen von Realschüler*innen oder Jugendlichen aus anderen Bundesländern mit G9, die zu uns wechseln möchten. Für Realschüler*innen ist dieser Wechsel de facto unmöglich: spätestens das Fach Französisch, das bei uns in Klasse 6 beginnt macht auch bei sehr guten Leistungen und insgesamt Unterforderung des […]
Als Schulleitung habe ich jedes Schuljahr Anfragen von Realschüler*innen oder Jugendlichen aus anderen Bundesländern mit G9, die zu uns wechseln möchten. Für Realschüler*innen ist dieser Wechsel de facto unmöglich: spätestens das Fach Französisch, das bei uns in Klasse 6 beginnt macht auch bei sehr guten Leistungen und insgesamt Unterforderung des Schülers an der Realschule den Wechsel zum Gymnasium spätestens ab Klasse 7 unmöglich.
Das ist ein Armutszeugnis für unsere Bildungslandschaft - Bildungsungerechtigkeit sonder Gleichen.
Hier darf BaWü ruhig mal nach NRW schauen: die Oberstufen profitieren enorm von der Ergänzung durch gute Realschulabsolvent*innen, die oft 1/3 der Kursstufenschüler eines Gymnasiums stellen. Mit allen positiven Folgen für Laufbahn, Gesellschaft und auch schulorganisatorische Benefits wie ein breites Kurswahlangebot.
15.
Kommentar von :ohne Name 55675
G9 Vergleich G8
Ich habe zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines auf dem G8, das zweite auf dem G9 (nach der 7. Klasse G8 Schule gewechselt) Unterschiede sind klar erkennbar. Das Kind auf dem G8 hat inzwischen keine Hobbys mehr, ist nur noch am lernen, macht sich sehr viel Stress und trifft sich auch nicht mehr mit Freunden. Außerdem geben die Lehrer auch über […]
Ich habe zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines auf dem G8, das zweite auf dem G9 (nach der 7. Klasse G8 Schule gewechselt) Unterschiede sind klar erkennbar. Das Kind auf dem G8 hat inzwischen keine Hobbys mehr, ist nur noch am lernen, macht sich sehr viel Stress und trifft sich auch nicht mehr mit Freunden. Außerdem geben die Lehrer auch über das Wochenende und über die Ferien Hausaufgaben auf, damit das Pensum geschafft wird. Das Kind auf G9 lernt viel entspannter, geht seinen Hobbys nach und hat weniger Hausaufgaben. Der Nachmittagsunterricht ist auf beiden Schulen ähnlich lang. Jedoch ist die Zeit danach bei dem einen Kind mit Hausaufgaben voll, bei dem anderen Kind ist Freizeit. Obwohl der Schulweg zum G9 Gymnasium um einiges länger ist, hat das zweite Kind insgesamt ein fröhliches und entspannteres Lernen und Leben.
G8 nimmt den Kindern Entfaltungsmöglichkeiten, setzt gewissenhafte Kinder extrem unter Druck und führt deshalb zu psychischen Problemen.
16.
Kommentar von :ohne Name 55693
Vergleich G8/G9
Ich habe/hatte zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines mit G8
(Abitur 2016), das zweite mit G9 (Projektgymnasium), macht vorauss. Abitur in 2024. Unterschiede sind klar erkennbar. G8 ist machbar, ohne Zweifel, aber bringen tut´s nicht viel. Meine Tochter war damals einige der wenigen, die im Anschluss eine Ausbildung begonnen hat, die meisten […]
Ich habe/hatte zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines mit G8
(Abitur 2016), das zweite mit G9 (Projektgymnasium), macht vorauss. Abitur in 2024. Unterschiede sind klar erkennbar. G8 ist machbar, ohne Zweifel, aber bringen tut´s nicht viel. Meine Tochter war damals einige der wenigen, die im Anschluss eine Ausbildung begonnen hat, die meisten machten ein Gap-year (FSJ, Ausland, jobben usw.) Sie hatte wesentlich mehr Stress mit Schule (viel Nachmittags-Unterricht). Mein Sohn hat da bedeutend mehr Freizeit. Auch für die Stoffvermittlung haben die Lehrer einen "Puffer" und es geht viel entspannter im Unterricht zu, obwohl er die komplette Mittelstufe währen Corona im Online-Unterricht verbracht hat.
Mein Tipp: Rückkehr zu G9. Gymasiallehrer gibts genügend.
17.
Kommentar von :ohne Name 55861
G8/G9
Ich habe ein kind im G9 gehabt und eines in G8.( beim zweiten war G9 leider nicht mehr möglich da der einzige Zug überfüllt war. Im direkten Vergleich kann ich sagen dass mein Kind mit G9 noch ein Leben hatte und Hobbys ausüben konnte was beim anderen durch 3x Mittagschule ab Klasse 5 und einen 14 tägigen Wechsel( alle 2 Wochen 3x Mittagschule […]
Ich habe ein kind im G9 gehabt und eines in G8.( beim zweiten war G9 leider nicht mehr möglich da der einzige Zug überfüllt war. Im direkten Vergleich kann ich sagen dass mein Kind mit G9 noch ein Leben hatte und Hobbys ausüben konnte was beim anderen durch 3x Mittagschule ab Klasse 5 und einen 14 tägigen Wechsel( alle 2 Wochen 3x Mittagschule sonst 2x und das bis 17.10 Uhr ) überhaupt nicht mehr möglich warFreunde treffen und Spaß sowie der wichtige Ausgleich fehlten ganz.Die Schüler des G8 bezeichneten das Lernen als Bullimie- Lernen was bei der Arbeit ausgespuckt und danach wieder vergessen wurde. Beim G9 war die Lust auf Studium und Arbeit sehr groß währen die des G8 ersteinmal die Nase voll hatten und ein Jahr Pause brauchten. Nur ein ganz kleiner Teil der Abiturienten hat gleich weiter gemacht, die anderen chillten, reisten oder machten ein FSJ oder jobbten. Das Ziel früher ins Berufsleben einzutreten wird damit komplett verfehlt. Es tat mir sehr leid zuzuschauen wie unterschiedlich das Leben der beiden Kinder verlaufen ist und der psychische Druck des G8 war immens. Für die Zukunft sollten wir dies unseren Kindern ersparen, nicht jedes Kind ist diesem Druck gewachsen. Ritzen, Drogen,Bullimie ... waren die Folgen und auffällig hoch in G8. Ein Jahr früher in die Schule, ein Jahr früher fertig, die Kinder sind zu jung zumal auch die Pubertät bei G8 meist mitten in die Abiturzeit fällt was sich sehr ungüstig auswirkt und nicht zu verachten ist.
18.
Kommentar von :Vater Esslinger THG-Schülerin
G8 bietet viele Vorteile
Vor ein paar Jahren hat meine Tochter den bilingualen deutsch-französischen G8-Zug am Theodor-Heuss-Gymnasium in Esslingen erfolgreich abgeschlossen. Sie hatte genügend Zeit für Klavierunterricht, Sport und Freizeitaktivitäten. Soweit ich weiß, war es bei allen Mitschülerinnen und Mitschülern genauso. Sicherlich ist das auch möglich gewesen, weil […]
Vor ein paar Jahren hat meine Tochter den bilingualen deutsch-französischen G8-Zug am Theodor-Heuss-Gymnasium in Esslingen erfolgreich abgeschlossen. Sie hatte genügend Zeit für Klavierunterricht, Sport und Freizeitaktivitäten. Soweit ich weiß, war es bei allen Mitschülerinnen und Mitschülern genauso. Sicherlich ist das auch möglich gewesen, weil die Klasse vergleichsweise klein war. Somit halte ich es für sinnvoller flächendeckend bei G8 zu bleiben und lieber mit etwas mehr Lehrpersonal die Klassenstärken zu reduzieren. Da man heutzutage ohnehin lebenslang lernen muss (bzw sollte) reichen in meinen Augen insgesamt 12 Schuljahre bis zum Abitur völlig aus, um für den weiteren Lebensweg gerüstet zu sein. Bitte deshalb unbedingt bei G8 bleiben.
Hier auch noch die lange Liste von G8 Vorteilen, die ChatGPT ausspuckt und die ich beinahe ausnahmslos teile.
1. **Früherer Studienbeginn:** Das G8-Modell verkürzt die Schulzeit um ein Jahr, was den Studienbeginn früher ermöglicht und somit auch eine schnellere Integration ins Berufsleben oder das Hochschulstudium.
2. **Effizienz:** Durch das komprimierte Curriculum können Schülerinnen und Schüler schneller ihren Schulabschluss erreichen und sich gezielter auf die nächste Stufe ihrer Ausbildung vorbereiten.
3. **Intensive Vorbereitung auf das Abitur:** Der straffere Lehrplan erfordert eine intensivere Beschäftigung mit den Fächern, was zu einer gründlichen Abiturvorbereitung führen kann.
4. **Prüfungspraxis:** Da die Abiturprüfungen bereits nach 12 Schuljahren stattfinden, können Schülerinnen und Schüler eine solide Prüfungspraxis entwickeln, die ihnen auch in späteren Prüfungen von Nutzen ist.
5. **Höheres Bildungsniveau:** Durch den schnelleren Lernfortschritt erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein höheres Bildungsniveau zu erreichen und sich früher in komplexeren Themenbereichen zu bewegen.
6. **Berufseinstieg:** Ein früherer Schulabschluss ermöglicht es Schülern, sich schneller auf den Berufseinstieg vorzubereiten oder frühzeitig mit einem Hochschulstudium zu beginnen.
7. **Flexibilität:** Durch die Möglichkeit, das G8-Modell mit Wahlkursen oder Schwerpunkten zu kombinieren, erhalten Schüler eine flexiblere Bildung, die ihren Interessen und Karrierezielen besser entspricht.
8. **Europäische Angleichung:** G8-Modelle sind in vielen europäischen Ländern üblich, was die Mobilität von Schülern und Studierenden über Ländergrenzen hinweg erleichtern kann.
9. **Kürzere Schulzeit:** Ein kürzerer Schulzeitraum entlastet Schülerinnen und Schüler psychisch und physisch und kann somit zu einer besseren Work-Life-Balance führen.
10. **Zeitmanagement:** Durch den komprimierten Lehrplan lernen Schüler frühzeitig, ihr Zeitmanagement zu verbessern und ihre Aufgaben effektiver zu organisieren.
11. **Fokussierte Bildung:** Das G8-Modell fördert ein schnelleres Eindringen in spezifische Studienrichtungen oder Fachgebiete, was zu einer fokussierten Bildung führen kann.
12. **Wettbewerbsvorteil:** Schüler, die das G8-Modell absolvieren, können aufgrund des früheren Schulabschlusses und der schnelleren Vorbereitung auf das Studium oder den Beruf einen Wettbewerbsvorteil haben.
13. **Aktualität des Wissens:** Da der Lehrplan enger getaktet ist, kann das vermittelte Wissen aktueller sein und schneller auf aktuelle Entwicklungen reagieren.
14. **Ausbau der Soft Skills:** Die komprimierte Lehrzeit kann dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler wichtige Soft Skills wie Stressbewältigung, Teamarbeit und Selbstorganisation frühzeitig entwickeln.
15. **Kontinuität:** Das G8-Modell ermöglicht eine kontinuierlichere Bildungsreise, da weniger Unterbrechungen zwischen verschiedenen Stufen der Ausbildung auftreten.
16. **Stärkere Verbindung zur Realität:** Durch den früheren Schulabschluss und die schnellere Berufsvorbereitung können Schülerinnen und Schüler früher eine Verbindung zur realen Arbeitswelt herstellen.
17. **Gleichmäßigeres Lerntempo:** Schülerinnen und Schüler haben weniger Pausen zwischen den Schuljahren, was ein gleichmäßigeres Lerntempo fördern kann.
18. **Bessere Ressourcennutzung:** Das G8-Modell kann zu einer effizienteren Nutzung von Bildungsressourcen wie Lehrpersonal, Schulgebäuden und -materialien führen.
19.
Kommentar von :ohne Name 56116
Es gibt viele Wege zum Abitur
Es gibt in BW eine Schulart, die in 9 Jahren zum Abitur führt, die Gemeinschaftsschule! Leider gibt es noch nicht flächendeckend eine gymnasiale Oberstufe an GMSen, aber in der Regel sehr gute Kooperationen mit den beruflichen Gymnasien, an denen die SuS der GMSen nach Stufe 10 die Oberstufe besuchen können.
Ein "Zwei-Säulen-Modell", wie es u.a. […]
Es gibt in BW eine Schulart, die in 9 Jahren zum Abitur führt, die Gemeinschaftsschule! Leider gibt es noch nicht flächendeckend eine gymnasiale Oberstufe an GMSen, aber in der Regel sehr gute Kooperationen mit den beruflichen Gymnasien, an denen die SuS der GMSen nach Stufe 10 die Oberstufe besuchen können.
Ein "Zwei-Säulen-Modell", wie es u.a. von Prof. Bohl schon lange gefordert wird, wäre eine echte Weiterentwicklung der Schullandschaft in BW!
Auf der einen Seite ein G8, auf der anderen Seite eine Sekundarschule, die alle Abschlüsse anbietet.
Meine Vision ginge sogar noch weiter - analog zu erfolgreichen Systemen wie z.B. in Finnland: Längeres gemeinsames Lernen und späte Entscheidung über den Schulabschluss.
ICh bin sehr irritiert, dass unter der Überschrift "Auswirkungen G8/G9 auf das gesamte Schulsystem" die GMS nicht einmal erwähnt ist!
20.
Kommentar von :MaBi
Wechselwirkung
Es gibt vermutlich kein anderes Land in Europa, dass ein so unüberschaubares Schulsystem hat, wie Deutschland.
Die meisten Eltern, die mit unserem Schulsystem vertraut sind, halten die Gymnasien für die beste Wahl und Gymnasialschüler für was Besseres. Die meisten Eltern, die sich nicht mit dem Schulsystem auskennen, erkennen die Tragweite einer […]
Es gibt vermutlich kein anderes Land in Europa, dass ein so unüberschaubares Schulsystem hat, wie Deutschland.
Die meisten Eltern, die mit unserem Schulsystem vertraut sind, halten die Gymnasien für die beste Wahl und Gymnasialschüler für was Besseres. Die meisten Eltern, die sich nicht mit dem Schulsystem auskennen, erkennen die Tragweite einer falschen Schulwahl für ihr Kind nicht.
Ein regelrechter Ansturm auf die Gymnasien, nach dem Wegfall der Grundschulempfehlung, führte und führt dazu, dass ein Ungleichgewicht in der Schullandschaft entstanden ist und weiterhin entsteht. Die Anzahl der angemeldeten Kinder, unabhängig ob Anmeldung auf derzeit G8 oder G9, die nicht auf ein Gymnasium gehören, liegt weitaus über 30%. Die Folge sind eine Vielzahl an Schulwechsel, Ressourcenverschwendung und damit verbunden Planungsunsicherheit. Solange dieser Missstand nicht behoben ist, bringt die Einführung von G9 rein gar nichts. Der aktuell vorhandene Lehrkräftemangel macht es unmöglich, das G9 wieder flächendeckenden einzuführen. Sollte die Einführung von G9 doch stattfinden, ohne weitere Faktoren zu beachten, wird der Schaden für unsere Kinder weitaus höher sein als der Verbleib von G8.
Wir benötigen weniger Gymnasien. Wir benötigen G9 - Gymnasien, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und gut ausgebildete, motivierte Lehrkräfte. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Wir benötigen mehr Realschulen. Wir benötigen einen aktiven Ausbau der Realschulen, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und motivierten Lehrkräften. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Wir benötigen mehr Hauptschulen. Wir benötigen gute Hauptschulen, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und motivierten Lehrkräften. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Die Politik soll aufhören das Rad neu zu erfinden. Die Kinder brauchen mehr Qualität, bessere Bedingungen vor Ort und nicht nur die Diskussion G8 oder G9.
Was wir vor allem brauchen, ist die Gleichstellung aller Schularten im medialen Kontext.
Kinder, die nicht ein Gymnasium besuchen, sollen nicht permanent das Gefühl haben, weniger wert zu sein.
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Kommentare
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G8/G9
Ich finde es erschreckend, dass immer nur über das Gymnasium debattiert wird!
In Baden-Württemberg gibt es genug Wege, um zum Abitur zu kommen (Über die Gemeinschaftsschule zum Abitur, Realschule mit anschließendem beruflichen Gymnasium etc).
Dieses ständige „schlecht machen“ von anderen Schularten bringt keinen vorwärts. Es erscheint fast so, dass Kinder die nach der vierten Klasse nicht auf das Gymnasium gehen, Kinder zweiter Klasse sind!
In der Schullandschaft herrscht eine große Heterogenität und es ist der Auftrag der Schulen jeder Schulart diese anzunehmen und die SuS auf den Weg zu bringen.
Das Problem ist nicht ein G8 oder G9. Das Problem beginnt bereits in den Kitas und Grundschulen, die vor allem wegen dem starken Personalmangel am Stock gehen. Hier muss investiert werden. Ohne ein starkes Fundament ist es nämlich egal, auf welche weiterführende Schule ein Kind zukünftig geht!
Weiterhin stellt sich mir die Frage woher die fehlenden Lehrkräfte für ein G9 kommen sollen (bei dem akuten Lehrermangel der ohnehin schon herrscht) und welchen Kosten diese verursachen?
Was passiert mit den beruflichen Gymnasien (die einen ausgezeichneten Ruf in BW haben)?
Meiner Meinung nach ist die Rückkehr zum G9 völliger Quatsch!!
Wenn das G9 wieder eingeführt wird...
Wenn das G9 wieder eingeführt wird, wird die Gemeinschaftsschule als Schulart geschwächt. Die Gemeinschaftsschule, die das erweiterte Niveau anbietet, ist per se ein G9. Hier lernen die Kinder gemeinsam mindestens bis einschließlich Klassenstufe 8, bevor sie sich für einen Abschluss entscheiden.
Vielmehr sollte man das G8 Gymnasium belassen und eine Sekundarstufe für alle anbieten, also ein Zweisäulensystem. Dann hätte man G8 und G9 und kein viergliedriges Schulsystem.
G8 ist reines Kostensparmodell
G8 war von Anfang an ein Kostensparmodell - ausgetragen auf dem Rücken unserer Kinder. Die gleiche Wirtschaft, die eine kürzere Schulbildung möchte, beschäftigt die Jugendlichen im Anschluss in unbefristeten, jahrelangen, schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika. Von Eile, keine Spur. Letztlich möchte man beim zukünftigen Arbeiter auch gar keinen weiten Horizont, sondern punktgenaue Ausbildung auf die Bedürfnisse des Betriebes. Der Staat spart sich die Lehrer, auch gut.
Die Gemeinschaftsschule ist die richtige Idee, aber auch die hat man kaputtgespart. Kindern nach Begabungen und Leistung zu unterscheiden und gezielt zu fördern - das ist richtig. Aber das kostet MEHR(!) Geld, als wenn man 30 Kinder in einen Raum mit einem Lehrer packt und beschult. Stattdessen empfinden die Lehrer die Arbeitsbedingungen dort als schlecht und der Glaube, dass Kinder ihren Lernprozess (weitesgehend) selbst steuern und umsetzen ist nett, aber realitätsfern. Jedes Jahr wird die Leistung der 8. Klässler an den Schulen getestet, z.B. im Jahr 2022, Fach Mathematik: 64% der Gemeinschaftsschüler schaffen nicht(!) den Regelstandard (Hauptschulabschluss). Zum Vergleich: Hauptschule: 79%, Realschule : 39%, Gymnasium:3%.
Und so bleibt eben nur das G9 Gymnasium, neben Realschule, Berufsschulen und beruflichen Gymnasien, als anzustrebende Schulform. Deshalb hat sie sich auch über die Zeit bewährt. Ihre innere Logik ist noch intakt und wurde nicht kaputtgespart.
G8 macht den Übergang von der Realschule zum Gymnasium unmöglich
Als Schulleitung habe ich jedes Schuljahr Anfragen von Realschüler*innen oder Jugendlichen aus anderen Bundesländern mit G9, die zu uns wechseln möchten. Für Realschüler*innen ist dieser Wechsel de facto unmöglich: spätestens das Fach Französisch, das bei uns in Klasse 6 beginnt macht auch bei sehr guten Leistungen und insgesamt Unterforderung des Schülers an der Realschule den Wechsel zum Gymnasium spätestens ab Klasse 7 unmöglich.
Das ist ein Armutszeugnis für unsere Bildungslandschaft - Bildungsungerechtigkeit sonder Gleichen.
Hier darf BaWü ruhig mal nach NRW schauen: die Oberstufen profitieren enorm von der Ergänzung durch gute Realschulabsolvent*innen, die oft 1/3 der Kursstufenschüler eines Gymnasiums stellen. Mit allen positiven Folgen für Laufbahn, Gesellschaft und auch schulorganisatorische Benefits wie ein breites Kurswahlangebot.
G9 Vergleich G8
Ich habe zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines auf dem G8, das zweite auf dem G9 (nach der 7. Klasse G8 Schule gewechselt) Unterschiede sind klar erkennbar. Das Kind auf dem G8 hat inzwischen keine Hobbys mehr, ist nur noch am lernen, macht sich sehr viel Stress und trifft sich auch nicht mehr mit Freunden. Außerdem geben die Lehrer auch über das Wochenende und über die Ferien Hausaufgaben auf, damit das Pensum geschafft wird. Das Kind auf G9 lernt viel entspannter, geht seinen Hobbys nach und hat weniger Hausaufgaben. Der Nachmittagsunterricht ist auf beiden Schulen ähnlich lang. Jedoch ist die Zeit danach bei dem einen Kind mit Hausaufgaben voll, bei dem anderen Kind ist Freizeit. Obwohl der Schulweg zum G9 Gymnasium um einiges länger ist, hat das zweite Kind insgesamt ein fröhliches und entspannteres Lernen und Leben.
G8 nimmt den Kindern Entfaltungsmöglichkeiten, setzt gewissenhafte Kinder extrem unter Druck und führt deshalb zu psychischen Problemen.
Vergleich G8/G9
Ich habe/hatte zwei Kinder auf dem Gymnasium, davon eines mit G8
(Abitur 2016), das zweite mit G9 (Projektgymnasium), macht vorauss. Abitur in 2024. Unterschiede sind klar erkennbar. G8 ist machbar, ohne Zweifel, aber bringen tut´s nicht viel. Meine Tochter war damals einige der wenigen, die im Anschluss eine Ausbildung begonnen hat, die meisten machten ein Gap-year (FSJ, Ausland, jobben usw.) Sie hatte wesentlich mehr Stress mit Schule (viel Nachmittags-Unterricht). Mein Sohn hat da bedeutend mehr Freizeit. Auch für die Stoffvermittlung haben die Lehrer einen "Puffer" und es geht viel entspannter im Unterricht zu, obwohl er die komplette Mittelstufe währen Corona im Online-Unterricht verbracht hat.
Mein Tipp: Rückkehr zu G9. Gymasiallehrer gibts genügend.
G8/G9
Ich habe ein kind im G9 gehabt und eines in G8.( beim zweiten war G9 leider nicht mehr möglich da der einzige Zug überfüllt war. Im direkten Vergleich kann ich sagen dass mein Kind mit G9 noch ein Leben hatte und Hobbys ausüben konnte was beim anderen durch 3x Mittagschule ab Klasse 5 und einen 14 tägigen Wechsel( alle 2 Wochen 3x Mittagschule sonst 2x und das bis 17.10 Uhr ) überhaupt nicht mehr möglich warFreunde treffen und Spaß sowie der wichtige Ausgleich fehlten ganz.Die Schüler des G8 bezeichneten das Lernen als Bullimie- Lernen was bei der Arbeit ausgespuckt und danach wieder vergessen wurde. Beim G9 war die Lust auf Studium und Arbeit sehr groß währen die des G8 ersteinmal die Nase voll hatten und ein Jahr Pause brauchten. Nur ein ganz kleiner Teil der Abiturienten hat gleich weiter gemacht, die anderen chillten, reisten oder machten ein FSJ oder jobbten. Das Ziel früher ins Berufsleben einzutreten wird damit komplett verfehlt. Es tat mir sehr leid zuzuschauen wie unterschiedlich das Leben der beiden Kinder verlaufen ist und der psychische Druck des G8 war immens. Für die Zukunft sollten wir dies unseren Kindern ersparen, nicht jedes Kind ist diesem Druck gewachsen. Ritzen, Drogen,Bullimie ... waren die Folgen und auffällig hoch in G8. Ein Jahr früher in die Schule, ein Jahr früher fertig, die Kinder sind zu jung zumal auch die Pubertät bei G8 meist mitten in die Abiturzeit fällt was sich sehr ungüstig auswirkt und nicht zu verachten ist.
G8 bietet viele Vorteile
Vor ein paar Jahren hat meine Tochter den bilingualen deutsch-französischen G8-Zug am Theodor-Heuss-Gymnasium in Esslingen erfolgreich abgeschlossen. Sie hatte genügend Zeit für Klavierunterricht, Sport und Freizeitaktivitäten. Soweit ich weiß, war es bei allen Mitschülerinnen und Mitschülern genauso. Sicherlich ist das auch möglich gewesen, weil die Klasse vergleichsweise klein war. Somit halte ich es für sinnvoller flächendeckend bei G8 zu bleiben und lieber mit etwas mehr Lehrpersonal die Klassenstärken zu reduzieren. Da man heutzutage ohnehin lebenslang lernen muss (bzw sollte) reichen in meinen Augen insgesamt 12 Schuljahre bis zum Abitur völlig aus, um für den weiteren Lebensweg gerüstet zu sein. Bitte deshalb unbedingt bei G8 bleiben.
Hier auch noch die lange Liste von G8 Vorteilen, die ChatGPT ausspuckt und die ich beinahe ausnahmslos teile.
1. **Früherer Studienbeginn:** Das G8-Modell verkürzt die Schulzeit um ein Jahr, was den Studienbeginn früher ermöglicht und somit auch eine schnellere Integration ins Berufsleben oder das Hochschulstudium.
2. **Effizienz:** Durch das komprimierte Curriculum können Schülerinnen und Schüler schneller ihren Schulabschluss erreichen und sich gezielter auf die nächste Stufe ihrer Ausbildung vorbereiten.
3. **Intensive Vorbereitung auf das Abitur:** Der straffere Lehrplan erfordert eine intensivere Beschäftigung mit den Fächern, was zu einer gründlichen Abiturvorbereitung führen kann.
4. **Prüfungspraxis:** Da die Abiturprüfungen bereits nach 12 Schuljahren stattfinden, können Schülerinnen und Schüler eine solide Prüfungspraxis entwickeln, die ihnen auch in späteren Prüfungen von Nutzen ist.
5. **Höheres Bildungsniveau:** Durch den schnelleren Lernfortschritt erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein höheres Bildungsniveau zu erreichen und sich früher in komplexeren Themenbereichen zu bewegen.
6. **Berufseinstieg:** Ein früherer Schulabschluss ermöglicht es Schülern, sich schneller auf den Berufseinstieg vorzubereiten oder frühzeitig mit einem Hochschulstudium zu beginnen.
7. **Flexibilität:** Durch die Möglichkeit, das G8-Modell mit Wahlkursen oder Schwerpunkten zu kombinieren, erhalten Schüler eine flexiblere Bildung, die ihren Interessen und Karrierezielen besser entspricht.
8. **Europäische Angleichung:** G8-Modelle sind in vielen europäischen Ländern üblich, was die Mobilität von Schülern und Studierenden über Ländergrenzen hinweg erleichtern kann.
9. **Kürzere Schulzeit:** Ein kürzerer Schulzeitraum entlastet Schülerinnen und Schüler psychisch und physisch und kann somit zu einer besseren Work-Life-Balance führen.
10. **Zeitmanagement:** Durch den komprimierten Lehrplan lernen Schüler frühzeitig, ihr Zeitmanagement zu verbessern und ihre Aufgaben effektiver zu organisieren.
11. **Fokussierte Bildung:** Das G8-Modell fördert ein schnelleres Eindringen in spezifische Studienrichtungen oder Fachgebiete, was zu einer fokussierten Bildung führen kann.
12. **Wettbewerbsvorteil:** Schüler, die das G8-Modell absolvieren, können aufgrund des früheren Schulabschlusses und der schnelleren Vorbereitung auf das Studium oder den Beruf einen Wettbewerbsvorteil haben.
13. **Aktualität des Wissens:** Da der Lehrplan enger getaktet ist, kann das vermittelte Wissen aktueller sein und schneller auf aktuelle Entwicklungen reagieren.
14. **Ausbau der Soft Skills:** Die komprimierte Lehrzeit kann dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler wichtige Soft Skills wie Stressbewältigung, Teamarbeit und Selbstorganisation frühzeitig entwickeln.
15. **Kontinuität:** Das G8-Modell ermöglicht eine kontinuierlichere Bildungsreise, da weniger Unterbrechungen zwischen verschiedenen Stufen der Ausbildung auftreten.
16. **Stärkere Verbindung zur Realität:** Durch den früheren Schulabschluss und die schnellere Berufsvorbereitung können Schülerinnen und Schüler früher eine Verbindung zur realen Arbeitswelt herstellen.
17. **Gleichmäßigeres Lerntempo:** Schülerinnen und Schüler haben weniger Pausen zwischen den Schuljahren, was ein gleichmäßigeres Lerntempo fördern kann.
18. **Bessere Ressourcennutzung:** Das G8-Modell kann zu einer effizienteren Nutzung von Bildungsressourcen wie Lehrpersonal, Schulgebäuden und -materialien führen.
Es gibt viele Wege zum Abitur
Es gibt in BW eine Schulart, die in 9 Jahren zum Abitur führt, die Gemeinschaftsschule! Leider gibt es noch nicht flächendeckend eine gymnasiale Oberstufe an GMSen, aber in der Regel sehr gute Kooperationen mit den beruflichen Gymnasien, an denen die SuS der GMSen nach Stufe 10 die Oberstufe besuchen können.
Ein "Zwei-Säulen-Modell", wie es u.a. von Prof. Bohl schon lange gefordert wird, wäre eine echte Weiterentwicklung der Schullandschaft in BW!
Auf der einen Seite ein G8, auf der anderen Seite eine Sekundarschule, die alle Abschlüsse anbietet.
Meine Vision ginge sogar noch weiter - analog zu erfolgreichen Systemen wie z.B. in Finnland: Längeres gemeinsames Lernen und späte Entscheidung über den Schulabschluss.
ICh bin sehr irritiert, dass unter der Überschrift "Auswirkungen G8/G9 auf das gesamte Schulsystem" die GMS nicht einmal erwähnt ist!
Wechselwirkung
Es gibt vermutlich kein anderes Land in Europa, dass ein so unüberschaubares Schulsystem hat, wie Deutschland.
Die meisten Eltern, die mit unserem Schulsystem vertraut sind, halten die Gymnasien für die beste Wahl und Gymnasialschüler für was Besseres. Die meisten Eltern, die sich nicht mit dem Schulsystem auskennen, erkennen die Tragweite einer falschen Schulwahl für ihr Kind nicht.
Ein regelrechter Ansturm auf die Gymnasien, nach dem Wegfall der Grundschulempfehlung, führte und führt dazu, dass ein Ungleichgewicht in der Schullandschaft entstanden ist und weiterhin entsteht. Die Anzahl der angemeldeten Kinder, unabhängig ob Anmeldung auf derzeit G8 oder G9, die nicht auf ein Gymnasium gehören, liegt weitaus über 30%. Die Folge sind eine Vielzahl an Schulwechsel, Ressourcenverschwendung und damit verbunden Planungsunsicherheit. Solange dieser Missstand nicht behoben ist, bringt die Einführung von G9 rein gar nichts. Der aktuell vorhandene Lehrkräftemangel macht es unmöglich, das G9 wieder flächendeckenden einzuführen. Sollte die Einführung von G9 doch stattfinden, ohne weitere Faktoren zu beachten, wird der Schaden für unsere Kinder weitaus höher sein als der Verbleib von G8.
Wir benötigen weniger Gymnasien. Wir benötigen G9 - Gymnasien, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und gut ausgebildete, motivierte Lehrkräfte. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Wir benötigen mehr Realschulen. Wir benötigen einen aktiven Ausbau der Realschulen, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und motivierten Lehrkräften. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Wir benötigen mehr Hauptschulen. Wir benötigen gute Hauptschulen, neue Lernpläne mit zeitgemäßen Inhalten, kleineren Klassen und motivierten Lehrkräften. Die Kinder brauchen Zeit und Raum, um sich zu entwickeln, unabhängig von der Schulart.
Die Politik soll aufhören das Rad neu zu erfinden. Die Kinder brauchen mehr Qualität, bessere Bedingungen vor Ort und nicht nur die Diskussion G8 oder G9.
Was wir vor allem brauchen, ist die Gleichstellung aller Schularten im medialen Kontext.
Kinder, die nicht ein Gymnasium besuchen, sollen nicht permanent das Gefühl haben, weniger wert zu sein.