Bürgerforum G8/G9

Bedürfnisse von Lehrkräften

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Kommentare

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41. Kommentar von :ohne Name 62545

Ich nehme mir sehr gern Zeit für meine Schüler, wenn ich es kann

Seit Jahren arbeiten wir im Mangel, was auf die Gesundheit von Lehrkräften geht. Viele engagierte Kollegen können schlichtweg nicht noch mehr leisten. In meinem Klassenzimmer habe ich Einschusslöcher überstrichen, weil der Schulträger nicht bereit war zu renovieren. Auch gibt es zum Händewaschen nur kaltes Wasser. Ich bin trotz allem gerne […]

Seit Jahren arbeiten wir im Mangel, was auf die Gesundheit von Lehrkräften geht. Viele engagierte Kollegen können schlichtweg nicht noch mehr leisten.

In meinem Klassenzimmer habe ich Einschusslöcher überstrichen, weil der Schulträger nicht bereit war zu renovieren. Auch gibt es zum Händewaschen nur kaltes Wasser.

Ich bin trotz allem gerne Lehrer, würde mich aber freuen, wenn der Arbeitsplatz nicht so verratzt aussehen würde .

42. Kommentar von :ohne Name 62590

Zeit!

Mein Bedürfnis: Weg von Hetze und Stoffüberfüllung, nicht erfüllbaren Bildungsplänen, Überforderung vieler Schüler. Wieder Zeit für den AG-Bereich (oder auch Hobbys): Muss die Theater-AG wirklich in der 10./11. Std. stattfinden? In G9 ja, da alle früheren Zeitfenster schon mit regulärem Unterricht belegt sind.

43. Kommentar von :ohne Name 62596

Fehlende Zeit

Am Gymnasium fehlt Zeit. Seit Jahren wird an allem herumgedoktert, schlußendlich bleibt aber alles halbfertig und nur halb durchdacht.

Mehr Zeit (=G9) bedeutet einfach mehr Zeit für Vertiefungen, für einzelne Schüler, Projekte etc.

44. Kommentar von :ohne Name 62587

Fehlende Zeit und Energie

Der AG-Bereiche, der immer eine wichtige Stellung an unserer Schule hatte, ist deutlich geschwächt seit G8. Schüler finden kaum noch die Zeit, Energie und Konzentration, sich für eine AG zu entscheiden, die ihnen auch noch etwas abverlangt. So finden mitlerweile unsere AGs aufgrund des vielen Nachmittagsunterrichts in der Mittagspause statt. Da […]

Der AG-Bereiche, der immer eine wichtige Stellung an unserer Schule hatte, ist deutlich geschwächt seit G8. Schüler finden kaum noch die Zeit, Energie und Konzentration, sich für eine AG zu entscheiden, die ihnen auch noch etwas abverlangt. So finden mitlerweile unsere AGs aufgrund des vielen Nachmittagsunterrichts in der Mittagspause statt. Da sollten sich die SchülerInnen aber erholen können, denn nicht selten geht ihr Unterricht dann noch bis zur 11. Stunde. So kann eine Theater-AG aber nicht funktionieren. Gerade dieser Teil von Schule ist jedoch das, was man später erinnert, was die Persönlichkeit festigt, es ermöglicht sich auszuprobieren und die eigenen Stärken zu finden.

45. Kommentar von :ohne Name 62608

Inhomogene Klassen

Für sehr starke Schüler kann ein G8 Sinn ergeben, aber das sind die wenigsten, die meisten profitieren von mehr Zeit

die Klassen sind inhomogen, der Lehrer zerreisst sich und kann gar nicht jedem gerecht werden, es sind zu viele Inhalte und zu wenig Zeit zum üben, das üben wird auf daheim ausgelagert, wenn der Schüler allein ist

46. Kommentar von :Ohne Name
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47. Kommentar von :erfahrener Lehrer

38 Wochenstunden

Manche meiner Schülerinnen und Schüler haben 38 Wochenstunden. Unterricht. Dazu kommen noch Hausaufgaben, Vorbereitungen auf Klassenarbeiten, Referate etc. Kann das sinnvoll sein?

48. Kommentar von :Angela Raith

Attraktivität des Lehrkräfteberufs

Das G8-Gymansium bietet weniger Freiräume zur Entfaltung von kreativem Potential und individuellen Interessen. Genau darin würden gerade Kunstlehrer*innen die SuS gerne begleiten. Die Einschränkung dieser Freiräume durch G8 ist für Kunstlehrer*innen wenig attraktiv!

49. Kommentar von :ohne Name 62641

Zeit ist alles was wir brauchen!

Ein Wechsel von G9 nach G8 wurde für uns Lehrkräfte in einer Nacht- und Nebelaktion durchgeführt und wir hatten kein Mitspracherecht. Es wurde immer erläutert, dass in den neuen Bundesländern auch 8 Jahre zum Abitur reichen. Das waren und sind teilweise die Spitzen in unserer Bildungslandschaft. Sachsen und Thüringen belegen in PISA und anderen […]

Ein Wechsel von G9 nach G8 wurde für uns Lehrkräfte in einer Nacht- und Nebelaktion durchgeführt und wir hatten kein Mitspracherecht. Es wurde immer erläutert, dass in den neuen Bundesländern auch 8 Jahre zum Abitur reichen. Das waren und sind teilweise die Spitzen in unserer Bildungslandschaft. Sachsen und Thüringen belegen in PISA und anderen Tests die oberen Plätze.

Und was ist bei uns in BW passiert? Wir sinken von Jahr zu Jahr in der Rangliste nach unten. Die SchülerInnen haben keine Zeit mehr das Gelernte anzuwenden, der Bildungsplan wurde ausgedünnt, auf dem Papier, kein kgV und ggT mehr aber Bruchrechnen sollen sie beherrschen. Chaos in der Geometrie, aber im Abitur hängt 30% davon ab. Wahrscheinlichkeitsrechnung wird jetzt nachjustiert, jetzt erfahren wir, was wir hätten für das ABI24 schon in Klasse 8, 9 und 10 hätten im Unterricht machen sollen. Das sind nur ein paar wenige Punkte, die auch die Situation der Lehrkräfte beschreibt. Wir brauchen keine Fortbildungen, wie man unterrichtet und was, sondern mal wieder Zeit zum Unterrichten und Üben.

Wenn man mal ein paar Wochen im Jahr nicht da ist (2 Wochen krank mit Corona, Studienfahrten, Austausche, Schullandheim, Exkursionen und Ähnliches) und dann dadurch den Stoff im Jahrgang nicht schafft, ist zu erkennen, dass zu wenig Zeit bleibt. Das ganze System ist zu eng gestrickt. Die Lehrerinnen und Lehrer sollten auch Zeit haben pädagogisch wirken zu können und nicht nur das Wissen eintrichtern, welches bei der nächsten Klassenarbeit bulimie-ähnlich wieder zum Vorschein kommt aber leider nicht den Weg ins Langzeitgedächtnis findet.

Ich könnte noch viele weitere Punkte erwähnen, wie Arbeitsgemeinschaften, die nicht mehr stattfinden, weil die SchülerInnen keine Zeit mehr haben, dass SchülerInnen eine 50-h-Woche haben mit Hausaufgaben und Lernen, mit GfS-Vorbereitung, Vokabellernen u.s.w.

Wir sind noch nicht da angekommen, dass wir die Fremdsprachen streichen, Herr Kretschmann, wir sollten den Kindern diese Bildung nicht nehmen. Auch das kleine 1x1 reicht nicht, um den Fachkräftemangel in Deutschland bzw. Baden Württemberg zu beseitigen, aber vielleicht können wir die fehlenden Fachkräfte irgendwann sowieso nicht mehr zählen.

Das und noch viel mehr bewegt mich als Lehrerin und dass nun unqualifizierte Menschen über Bildungsgänge von Kindern entscheiden sollen, nur weil sie auch einmal vor 30 Jahren in einem 9-jährigen Gymnasium Abitur gemacht haben.

50. Kommentar von :ohne Name 62662

Stundenplanstruktur / Terminplanung

Ganz unabhängig von G8 oder G9: Es wäre hilfreich, wenn Lehrkräfte mit einem geringen Deputat (z.B. 12 oder 14 Deputatsstunden) nicht von der ersten bis zur neunten Stunde -mit 2-3 Hohlstunden und an einem weiteren Tag von der ersten bis zur sechsten (oder 7. Stunde) mit Hohlstunden eingesetzt würden. 5 Hohlstunden oder mehr sind schon arg bei […]

Ganz unabhängig von G8 oder G9: Es wäre hilfreich, wenn Lehrkräfte mit einem geringen Deputat (z.B. 12 oder 14 Deputatsstunden) nicht von der ersten bis zur neunten Stunde -mit 2-3 Hohlstunden und an einem weiteren Tag von der ersten bis zur sechsten (oder 7. Stunde) mit Hohlstunden eingesetzt würden. 5 Hohlstunden oder mehr sind schon arg bei wenigen Deputatsstunden. Es betrifft jedes Schuljahr ein paar Kolleg/innen. Und man reduziert ja sein Deputat nicht zum Spaß: Kleine Kinder und kranke oder gar pflegebedürftige nahe Angehörige sowie eigene Erkrankungen sind meist der Grund für die drastische Reduzierung auf nur 50-60%. Auch fände ich es gerechter, wenn Lehrkräfte mit einem 50-60%-Stunden-Deputat nicht die gleiche Anzahl an Pausenaufsichten haben würden wie jemand mit einem vollem Deputat. Insgesamt wäre es für alle gut, wenn man das erste Schulhalbjahr nicht so extrem vollpacken würde mit Ausflügen, Klassenfahrten, Chorfahrten, Kletterparks, Projekttagen, etc. p.p. Das zehrt an den Kräften aller. Der Terminkalender ist zudem an vielen Stellen geblockt, so dass man oft tagelang keine Klassenarbeiten schreiben darf (betrifft alle Klassenstufen, die Kursstufe aber zum Glück nicht). Die Klassenarbeiten ballen sich dann, und sowohl Schüler als auch Lehrer sind dadurch gestresst. Zudem sind Kolleg/innen mit einem geringen Deputat dann auch sehr oft an ihrem unterrichtsfreien Tag voll eingespannt (Projekte, Ausflüge, Konferenzen, etc.). Da bleibt nicht immer viel Zeit und Kraft, um sich um Kinder und Angehörige usw. zu kümmern, deretwegen man ja sein Deputat reduziert hat.

Zur Besoldung: Ich finde es aufgrund der steigenden Anforderungen und Belastungen des Lehrerberufes gut, dass in Hamburg die Grundschullehrer/innen auf A13 hochgestuft wurden. Es wäre dementsprechend fair, die Gymnasiallehrer alle auf A14 hochzustufen. Und diejenigen mit A14 auf A15.

Ich bin übrigens absolut für G9. Es ist alles nur noch hektisch und teilweise oberflächlich, seit G8 eingeführt wurde. Für den Hochbegabtenzug funktioniert G8 gut. Aber für die Regelklassen, die sehr heterogen sind, leider nicht für jeden Schüler / jede Schülerin.