Zwischen 15. Juli und 30. September 2026 hatten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Themenlandkarte zum kommunalen Haushalt in Steinheim an der Murr zu kommentieren und die weitere Dialogische Bürgerbeteiligung (Bürgerforum) vorzubereiten.
Die Themenlandkarte umfasst neun Bereiche: Investitionen, Personal, (Zukunfts-)Herausforderungen, Ideen für Einsparungen, Zusammenhalt in der Stadt, Zeitplanung, Gerechtigkeit, Steuern und Einnahmen sowie Sanierungsbedarfe. Zudem bestand die Möglichkeit, mögliche Inputgebende für das Bürgerforum zu benennen. Zu den Themenfeldern wurden während der Online-Beteiligung insgesamt 45 Kommentare eingebracht. Dabei wurden mehrere Kommentare von denselben Bürgerinnen und Bürgern verfasst. Die meisten Kommentare wurden zu den Themenfeldern „Ideen für Einsparungen“ (zehn), „Steuern und Einnahmen“ (acht), „(Zukunfts-)Herausforderungen“ (acht) und „Investitionen“ (sieben) eingereicht.
In der Bewertung waren die Bürgerinnen und Bürger sehr aktiv: Die eingereichten Kommentare wurden insgesamt 3.882-mal mit Likes und Dislikes versehen. Dabei zeigt sich zudem, dass einzelne Kommentare sehr kontrovers diskutiert und entsprechend bewertet wurden. Im Folgenden werden die Ergebnisse nach den einzelnen Themenbereichen aufgeschlüsselt und präsentiert.
Investitionen
Zum Thema „Investitionen“ verfassten die Bürgerinnen und Bürger sieben Kommentare. Es wurden insbesondere Anmerkungen zu den Themen Verkehr und Kita/Schule gemacht. Ein Bürger fordert die Reaktivierung der Bottwartalbahn, da diese die einzige wirklich nachhaltige Lösung für das Verkehrschaos in der Umgebung darstelle. Eine andere Person macht darauf aufmerksam, dass bei Investitionen in Straßen und Radwege neben der Kernstadt auch die Ortsteile mitgedacht werden müssen. Beide Kommentare stoßen auf geteilte Reaktionen, jeweils mit 66 beziehungsweise 61 Likes und 48 beziehungsweise 45 Dislikes. Eine mehrfach genannte Forderung ist die Investition in Kitas und Schulen, da Kinder die Zukunft seien. Gleichzeitig wird Kritik an der Schulfinanzierung geäußert, ein „Schulcampus mit einer gut aufgestellten Gemeinschaftsschule“ sei effizienter als miteinander konkurrierende Schulen. Auch dieser Kommentar wird fast ausgeglichen positiv und negativ bewertet.
Sanierungsbedarfe
Auch zum Themenbereich „Sanierungsbedarfe“ sprechen die Bürgerinnen und Bürger besonders den Zustand von Straßen an. Konkret fordern die Kommentierenden die Sanierung der Straßen in der Brühlsiedlung und Hofackersiedlung sowie der Industriestraße. Für die Sanierung der L1126 Markstraße spricht sich eine Person gegen die Verwendung eines kostenintensiven lärmoptimierten Asphalts aus. Stattdessen solle man lieber über eine Geschwindigkeitsreduktion nachdenken. Auch bei diesem Thema denken die Bürgerinnen und Bürger an Kinder und Jugendliche. Zum einen regt eine Person die Erneuerung von Spielplätzen an, zum anderen wird daran appelliert, in Schulen und Kitas für Hitzeschutz zu sorgen.
(Zukunfts-)Herausforderungen
Auch im Themenbereich „Zukunftsherausforderungen“ sind die Kinder und Jugendliche das dominierende Thema. Mehrfach wird eine stärkere bezahlbare Kinderbetreuung in der Stadt gefordert. Weitere Zukunftsthemen auf der Agenda der Teilnehmenden sind die Modernisierung von Schulen sowie die Schaffung von Begegnungsräumen. Diese Forderungen stoßen auf etwas mehr Zustimmung als Ablehnung. Auch das Thema Klima wird von mehreren Bürgerinnen und Bürgern angesprochen. Dabei wird die Begrünung der Stadt und der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Parkplätzen und Gebäuden gefordert.
Gerechtigkeit
Auch beim Thema „Gerechtigkeit“ steht die junge Generation besonders im Fokus. Neben der generellen Priorisierung von Kindern und Jugendlichen in der Haushalt- und Zukunftsplanung, schlägt eine Person konkret vor, Kitakosten ans Einkommen zu koppeln. Zudem schlägt eine Bürgerin die gemeinschaftliche Nutzung von Räumen vor, sodass beispielsweise Mensen nicht nur von Schülerinnen und Schülern, sondern auch von anderen Menschen als Treffpunkt und Arbeitsort genutzt werden können.
Zusammenhalt in der Stadt
Zum Thema „Zusammenhalt in der Stadt“ ging nur ein Kommentar ein. Die Person schlägt weitere Patenschaften für Spielplätze, Bänke und Baumquartiere vor. Als bereits bestehendes Beispiel wird der Götzenspielplatz genannt. Die Stärkung der Patenschaften trifft gleichermaßen auf positive und negative Reaktionen.
Ideen für Einsparungen
Des Weiteren wurden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, „Ideen für Einsparungen“ im kommunalen Haushaltsplan zu bringen. Vor allem werden Einsparungspotenziale beim Personal gesehen. Für eine Erhöhung der Personaleffizienz wird zunächst die Verstärkung der interkommunalen Zusammenarbeit vorgeschlagen – unter anderem beim Bauhof, Feuerwehr oder bei der Bereitstellung von Aushilfskräften in Kitas. Das zweite Hauptthema in den Kommentaren ist die Digitalisierung. Während einige den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Stadtverwaltung (unter anderem für die Erstellung von Sitzungsprotokollen oder die Optimierung von Arbeitsabläufen und Öffnungszeiten städtischer Ämter) befürworten, sehen andere Potenziale bei der Verwendung digitaler Unterschriften und bei der Reduzierung von Papier. Weiterhin wird zum Beispiel vorgeschlagen, nachts die Ampeln auszuschalten, um Strom einzusparen und zugleich Insekten zu schützen. All diese Vorschläge stoßen fast ausgeglichen auf Zustimmung und Ablehnung.
Personal
Beim Thema „Personal“ sprechen die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls die Potenziale der Künstlichen Intelligenz (KI) und der Digitalisierung an. Als eher polarisierender Vorschlag wird die Streichung von unnötigen Posten mit dem Beispiel der Klimaschutzmanagerin genannt. Auch der Kommentar stößt aber auf geteilte Reaktionen.
Steuern und Einnahmen
Zuletzt sehen die Kommentierenden auch weitere mögliche Einnahmequellen für die Stadt. Während ein Bürger betont, dass der Staat kein Einnahme- sondern ein Ausgabenproblem habe und sich gegen eine weitere Belastung der Bürgerinnen und Bürger ausspricht, schlagen andere Teilnehmenden die Einführung von Steuern und Gebühren vor. Eine Person sieht in der Grundsteuer C eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt und zugleich eine Chance, Wohnraum zu schaffen. Zwei Kommentare sprechen sich für die Parkraumbewirtschaftung aus – aus Gründen der Nachhaltigkeit und dem Anreiz, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs zu sein. Zudem wird die Reaktivierung von Blitzern vorgeschlagen. Auch hier sind die Bewertungen der Teilnehmenden geteilt.
Zeitplanung
Zum Thema „Zeitplanung“ sind keine Kommentare eingegangen.
Impulsgebende
Mögliche Impulsgebende für das Bürgerforum wurden im Rahmen der Online-Beteiligung nicht vorgeschlagen.


