Sanierung Opernhaus Stuttgart

Höhe der Kostenschätzung

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Sie konnten den Themenbereich „Höhe der Kostenschätzung“ bis zum 16. Januar 2020, 17 Uhr, kommentieren.

Kommentare

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1. Kommentar von :Ohne Name

Kosteneinschätzung

Ich habe einige Sanierungsmaßnahmen verfolgt. Von allen scheint mir die Kosteneinschätzung für den Littmann Bau am realistischen. Auch weil die Planungen nun schon einige Jahre dauern. Über die Bedeutungen des Littmann Baus möchte ich nicht viele Worte verlieren, aber ich schließe mich einem Kommentar, ich glaube aus der Stuttgarter Zeitung an, die […]

Ich habe einige Sanierungsmaßnahmen verfolgt. Von allen scheint mir die Kosteneinschätzung für den Littmann Bau am realistischen. Auch weil die Planungen nun schon einige Jahre dauern. Über die Bedeutungen des Littmann Baus möchte ich nicht viele Worte verlieren, aber ich schließe mich einem Kommentar, ich glaube aus der Stuttgarter Zeitung an, die Hamburger haben Milliarden für die Elbphilharmonie bezahlt, in Stuttgart gibt es schon ein kulturelles Wahrzeichen - den Littmann Bau. Die Kosteneinschätzung für die Sanierung finde ich realistisch. Aber selbst wenn die Kosten etwas höher sein sollten, die Bedeutung des Gebäudes für die Region werden es auf jeden fall rechtfertigen.

5. Kommentar von :Ohne Name

Kostenschätzung und Planungsabsicht

Sowohl die Gesamtkosten aber insbesondere die Zuordnung der geschätzten Kosten zu den Einzelpositionen erscheinen fragwürdig und unredlich. Dazu zwei Beispiele:   1.) Die Kosten im Littmannbau für - Komplettsanierung der Anlagen im Bühnenturm - Herstellung einer vollwertigen Kreuzbühne - Verbesserungen für das Publikum sollen auf der Basis […]

Sowohl die Gesamtkosten aber insbesondere die Zuordnung der geschätzten Kosten zu den Einzelpositionen erscheinen fragwürdig und unredlich. Dazu zwei Beispiele:

 

1.) Die Kosten im Littmannbau für

- Komplettsanierung der Anlagen im Bühnenturm

- Herstellung einer vollwertigen Kreuzbühne

- Verbesserungen für das Publikum

sollen auf der Basis 2019 ca. 260 Mio. betragen. Darin enthalten sind nach Angabe LHS 20 Mio. für Kreuzbühne und 10 Mio. für reduzierte Untermaschinerie. Demnach werden Kosten für Sanierung der Anlagen im Bühnenturm und den Verbesserungen für das Publikum 230 Mio. betragen. Dies erscheint geradezu unverständlich. es sei denn für das Publikum sollen "goldene" Tapeten eingebaut werden. Vielmehr ist zu vermuten, dass zwar die Gesamtsumme von 260 Mio. durchaus zutreffend sein kann, aber dafür der Einbau der Kreuzbühne mit erheblich mehr als 20 Mio. zu veranschlagen ist. Dies folgt aus der Tatsache, dass die Kreuzbühne wesentliche Eingriffe in das Tragwerk (Versetzung einer Außenwand mit neuer Gründung und Abfangung von Konstruktionselementen wie Dach und Zwischendecken) erforderlich macht. Damit sind erhebliche Kosten verbunden, die mutmaßlich in den erwähnten 20 Mio. nicht oder nur teilweise enthalten sind.

 

Um eine echte Kosten-Nutzenbetrachtung im Hinblick auf die Kreuzbühne machen zu können, ist die Durchführung und Vorlage einer Vorplanung mit und ohne Kreuzbühne mit jeweils zugehöriger, detaillierter Kostenschätzung absolut erforderlich.

 

2.) Das Kulissengebäude soll abgerissen und mit erheblich höherer Bruttogeschoßfläche als Neubau errichtet werden. Dabei ist von der LHS angedacht, dass der Neubau zwei Untergeschosse und fünf Obergeschosse aufweisen soll und sich entlang der Konrad- Adenauer- Straße bis zum Gebhard-Müller-Platz erstreckt. Hierfür werden die Kosten auf 200 Mio. geschätzt.

Es drängen sich folgende Fragen auf:

- Ein zusätzliches 2. UG bedeutet, dass die Gründung des Neubaus

Kulissengebäude tiefer zu liegen kommt als die unmittelbare

Nachbarbebauung und somit Abfangung- bzw.

Sicherungsmaßnahmen größeren Umfangs erforderlich machen;

sind diese Kosten berücksichtigt?

- Wie sieht es mit dem Wasserrecht und Mineralwasserschutz aus?

- Ist die Bauhöhe auf 5 Geschosse begrenzt oder kann im

Architektenwettbewerb wesentlich höher geplant werden? Wie sind

diesbezüglich die Kosten zu bewerten?

- Daraus folgt die grundsätzliche Frage: soll der Neubau ein übliches

Bürogebäude, mit Probenräume und Werkstätten und damit eine

noch größere Bausünde werden als das heutige Kulissengebäude -

oder soll

entlang der Konrad Adenauer Straße ein städtebaulicher

"Leuchtturm" zumindest jedoch ein "attraktives

Eingangsbauwerk Kulturquartier“ geplant werden? Welche

Vorstellungen haben dazu Land und Stadt und wie wurden diese in

der Kostenschätzung berücksichtigt?

 

Die Kostenschätzung erscheint also nicht seriös, weil sowohl wesentliche Randbedingungen (z.B. Wunschvorstellungen von Land, Stadt und WST, unnötige Vorabfestlegungen wie Bestandschutz für Katharina Gymnasium oder die Behandlund des Denkmalschutzes für den Littmannbau, unzureichende Untersuchung von Alternativen) und zusätzlich die Zuordnung der Kosten zu den Einzelpositionen völlig unklar sind.

 

Dr. Jürgen Seidel

Tailfinger Str. 13

70567 Stuttgart