So radikal die Überschrift klingt, so extrem ist sie gemeint: die Jugend meiner Kinder wird durch den von Anfang an gesetzten Leistungsdruck durch G8 massiv beschnitten. Neben dem Umstand, dass wirklich jede familiäre Aktivität über Wochen genauestens geplant werden muss, wägen die aktiven und schulisch guten Kids ab: wieviel Freizeit, wieviel […]
So radikal die Überschrift klingt, so extrem ist sie gemeint: die Jugend meiner Kinder wird durch den von Anfang an gesetzten Leistungsdruck durch G8 massiv beschnitten. Neben dem Umstand, dass wirklich jede familiäre Aktivität über Wochen genauestens geplant werden muss, wägen die aktiven und schulisch guten Kids ab: wieviel Freizeit, wieviel Ehrenamt, kann ich mir leisten? Je älter sie werden, umso weniger, wenn man die privaten Hobbys noch ausüben möchte, wohlgetaktet in Viertstundenabschnitten. DRK, Feuerwehr, Jugendleiter, das wäre alles super, aber dafür das Reiten streichen oder den Schlagzeugunterricht? Sicher nicht, denn diese Reste einer unbeschwerten Jugend sollen sein, und da ist es mir als Mutter gleich, ob meine Kinder damit weniger Ressourcen für ein Ehrenamt haben. Schließlich kümmert sich das Land auch nicht um ihre Sorgen - also werden wir halt egoistisch. Mutter Gesellschaft frisst ihre Kinder, indem sie ihnen die Luft zum Atmen abschnürt.
Mit G8 kann nachhaltige Bürgerbeteiligung gesellschaftlicher Leistungsträger nicht stattfinden, das Ganze mündet in einen sozialen Braindrain.
113.
Kommentar von :ohne Name 63151
Leben neben der Schule
Spätestens ab der Klassenstufe 8 vernehme ich zunehmende Stresszustände bei SuS., die neben der Schule gerne auch noch andere Aktivitäten machen möchten. Dazu gehören z.B. Musikinstrumente, Aktive Sportler oder aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten als Trainer/Trainerin.
In der Oberstufe brechen viele dann komplett aus den Vereinen weg, beklagen […]
Spätestens ab der Klassenstufe 8 vernehme ich zunehmende Stresszustände bei SuS., die neben der Schule gerne auch noch andere Aktivitäten machen möchten. Dazu gehören z.B. Musikinstrumente, Aktive Sportler oder aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten als Trainer/Trainerin.
In der Oberstufe brechen viele dann komplett aus den Vereinen weg, beklagen den stetigen Lerndruck und die langen Schultage, teilweise am AGy mit bis zu vier Tagen Nachmittagschule.
Man will mit der Schule auf das Leben vorbereiten, nimmt mit der hohen Belastung des G8 jedoch ein hohes Maß an Leben in der Realität, die eben auch außheralb der Schule statt findet.
115.
Kommentar von :F. Schlumberger
Wahrgenommene Veränderungen seit der Einführung von G8
Die nicht streng unterrichtsbezogenen Angebote (z.B. Arbeitsgemeinschaften im Bereich Theater, Musik, Sport, Teilnahme am Schüleraustausch) verarmen, weil man keine zusätzliche Zeit investieren kann und will.
Die SMV ist ein ganz wesentliches Übungsfeld, um Schüler/innen auf die Wahrnehmung ihrer staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten […]
Die nicht streng unterrichtsbezogenen Angebote (z.B. Arbeitsgemeinschaften im Bereich Theater, Musik, Sport, Teilnahme am Schüleraustausch) verarmen, weil man keine zusätzliche Zeit investieren kann und will.
Die SMV ist ein ganz wesentliches Übungsfeld, um Schüler/innen auf die Wahrnehmung ihrer staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vorzubereiten. Nachdem die letzten G9-Jahrgänge die Schule verlassen hatten, ist diese wichtige Institution immer mehr verkümmert, weil der Druck des schulischen Alltags zu wenig Freiraum lässt und bereits die 16- bis 17-Jährigen in der Endphase der Kursstufe stecken. Dem Auftrag der Schule, mündige und kritische Bürger/innen zu erziehen, wird damit ein Bärendienst erwiesen.
In der Kursstufe hat die Anzahl der freiwillig Wiederholenden nach dem 1. Jahr erheblich zugenommen. Diese wählen dann in der Spätphase ihrer Schullaufbahn die längere Lernzeit. Zudem gibt es deutlich mehr Abbrecher. Unter ihnen finden sich Schüler/innen mit einem eigentlich normalen Leistungsbild, die nicht mehr mit dem Druck zurechtkom-men. Letztere Gruppe kannten wir aus G9 nicht.
In der Bewältigung der Anforderungen von G8 kann man ein Stadt-Land-Gefälle beobachten, denn die Zeit für lange Schulwege addiert sich zu einer höheren Gesamtbelastung auf. Dies verstärkt bei den Betroffenen zudem den Wunsch, den Unterricht lie-ber auf weniger und dafür längere Unterrichtstage zu konzentrieren, was einer eigentlich sinnvolleren Rhythmisierung über die Woche entgegensteht.
Im Durchschnitt entlassen wir inzwischen deutlich unreifere Abiturientinnen und Abiturienten, die sich dann nach dem Abitur erst einmal in einem Gap Year orientieren müssen. Die Zeche für G8 bezahlt dabei insbesondere der männliche Teil der Schülerschaft, bei dem man im letzten Jahr von G9 – nach dem Abarbeiten aller Verwerfungen der Pubertät - immer ein deutliches Aufholen und einen großen persönlichen Entwicklungssprung beobachten konnte.
117.
Kommentar von :ohne Name 62347
Zeit für individuelle Interessen
Im G8 haben die Schüler(innen) in den Klassenstufen 9 und 10 i.d.R. 36 Unterrichtsstunden pro Woche. Mit Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Leistungsmessungen ergibt sich in der Regel eine Wochenarbeitszeit, die länger als die in vielen Berufsgruppen ist. So bleibt wenig Zeit für individuelle Interessen in Sport und Musik.
Kinder mit einer […]
Im G8 haben die Schüler(innen) in den Klassenstufen 9 und 10 i.d.R. 36 Unterrichtsstunden pro Woche. Mit Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Leistungsmessungen ergibt sich in der Regel eine Wochenarbeitszeit, die länger als die in vielen Berufsgruppen ist. So bleibt wenig Zeit für individuelle Interessen in Sport und Musik.
Kinder mit einer großen Selbstdisziplin sind auch unter diesen Rahmenbedingungen erfolgreich, jedoch bleibt eine größere Gruppe unter den eigenen Möglichkeiten.
Als ressourcenarmes Land sollten wir nicht auf dieses Potential verzichten.
26.
Kommentar von :ohne Name 61921
Zu viel, zu früh
G8 wirkt sich insbesondere auf die Jahrgänge 5,6,7 aus, die restlos überfrachtet und überfordert sind.
Etliche Inhalte in der Oberstufe, in Deutsch zu. B., kommen zu früh und werden nicht in voller Breite erfasst.
31.
Kommentar von :ohne Name 61966
ZEIT
So gern würden die Kinder sich in den Sport- und Musik-AGs einbringen, zur TheaterAG gehen etc. aber wann? Wo sind die Zeitfenster für AGs? Nur am Freitagnachmittag, wo mittlerweile auch Oberstufenunterricht liegen MUSS?
Zeit, Kinder brauchen ZEIT, G9 als Chance auf mehr ZEIT am Nachmittag, für Sport, für Musik, für Freunde, für AGs, für's LEBEN […]
So gern würden die Kinder sich in den Sport- und Musik-AGs einbringen, zur TheaterAG gehen etc. aber wann? Wo sind die Zeitfenster für AGs? Nur am Freitagnachmittag, wo mittlerweile auch Oberstufenunterricht liegen MUSS?
Zeit, Kinder brauchen ZEIT, G9 als Chance auf mehr ZEIT am Nachmittag, für Sport, für Musik, für Freunde, für AGs, für's LEBEN !!!
37.
Kommentar von :Ethiker
Keine Chance zur Reifung und Selbstfindung
Natürlich ist es ein wichtiger Inhalt, dass wir Lehrkräfte den Kindern und Jugendlichen Fachwissen vermitteln. Schule geht aber weit darüber hinaus. Schule mit all ihren unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten hat immer den Jugendlichen als ganze Persönlichkeit im Blick. Daher sind Angebote in Form von Arbeitsgemeinschaften so extrem […]
Natürlich ist es ein wichtiger Inhalt, dass wir Lehrkräfte den Kindern und Jugendlichen Fachwissen vermitteln. Schule geht aber weit darüber hinaus. Schule mit all ihren unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten hat immer den Jugendlichen als ganze Persönlichkeit im Blick. Daher sind Angebote in Form von Arbeitsgemeinschaften so extrem wichtig, um sich auszuprobieren, um Neues zu entdecken und um den jungen Menschen reifen zu lassen; egal ob die Kinder und Jugendlichen sich für technische, sportliche, soziale, kulturelle Angebote begeistern lassen. Die Realität an kleineren und mittleren Schulen mit einer Schülerzahl im Bereich von 400 bis 1000 sieht aber so aus, dass diese AGs in ihrer Existenz bedroht sind. Die Jugendlichen haben - vor allem ab der 9. Klasse - kaum noch Zeit, Theater, Politik, Technik etc. auszuprobieren, denn sie haben in der Regel an drei Nachmittagen bis etwa 15.30 Uhr Unterricht, müssen dann noch Hausaufgaben erledigen und Klassenarbeiten vorbereiten. Von den Wegen zur und von der Schule - was nicht nur im ländlichen Raum ein Problem sein kann - sowie den außerschulischen Freizeitaktivitäten ganz zu schweigen. Die Verdichtung des schulischen Alltags erzeugt Stress und führt zu einem Mangel im Bereich Reifung und Selbstfindung. Die Auswirkungen sind bereits jetzt in unserer Gesellschaft zu beobachten und man hat den Eindruck, dass eine Vielzahl unserer Politikerinnen und Politiker, die dafür die Verantwortung tragen, die Augen davor verschließen.
104.
Kommentar von :ohne Name 62959
Stress und psychische Auffälligkeiten
Es ist gut und nötig, dass es an immer mehr Schulen Schulsozialarbeiter:innen gibt und diese Institution von den meisten am Schulleben Beteiligten, die ihr angemessene Achtung erfährt.
Ohne diese Einrichtung, würde die immer größer werdende Zahl an "auffälligen" Jugendlichen für eine Schule in der normalen Unterrichtssituation nicht stemmbar […]
Es ist gut und nötig, dass es an immer mehr Schulen Schulsozialarbeiter:innen gibt und diese Institution von den meisten am Schulleben Beteiligten, die ihr angemessene Achtung erfährt.
Ohne diese Einrichtung, würde die immer größer werdende Zahl an "auffälligen" Jugendlichen für eine Schule in der normalen Unterrichtssituation nicht stemmbar sein. Trotzdem sollte man nicht nur immer mehr Helfende Hände an die Schulen bringen, sondern sich überlegen, warum immer mehr Schüler:innen an Depressionen, Essstörungen, Ticks, und anderen Auffälligkeiten leiden. Ein Punkt ist sicherlich der große Druck, der auf diesen jungen Menschen lastet. Gebt ihnen die Zeit Kind zu sein, gebt ihnen die Zeit sich zu entwickeln. Weniger Schule, weniger organisierte und betreute Zeit, vielleicht mehr Blödsinn, und auch Langeweile, aber daraus entsteht doch oftmals Kreativität und Persönlichkeit!
107.
Kommentar von :M24Orion
Stressabbau nach TurboAbi
Eine zunehmende Zahl von Schüler nimmt sich nach dem Dauerstress von G8 erst einmal ein Jahr Auszeit. Da ist gesellschaftlich nichts gewonnen.
125.
Kommentar von :ohne Name 63481
Bedürfnisse der Schüler
Kinder brauchen Zeit und Ruhe für ihre Entwicklung. Dies war durch G9 gegeben, und durch G8 ist dies weit weniger vorhanden. Sport, Musik, Verein, das sind wichtige, persönlichkeitsprägende Dinge, für die durch G9 der nötige Freiraum geschaffen wird. Bitte zurück zu G9, um der Reifung der Kinder zu gesunden Erwachsenen Willen!
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Kommentare
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Beschnittene Jugend - fehlende soziale Verankerung
So radikal die Überschrift klingt, so extrem ist sie gemeint: die Jugend meiner Kinder wird durch den von Anfang an gesetzten Leistungsdruck durch G8 massiv beschnitten. Neben dem Umstand, dass wirklich jede familiäre Aktivität über Wochen genauestens geplant werden muss, wägen die aktiven und schulisch guten Kids ab: wieviel Freizeit, wieviel Ehrenamt, kann ich mir leisten? Je älter sie werden, umso weniger, wenn man die privaten Hobbys noch ausüben möchte, wohlgetaktet in Viertstundenabschnitten. DRK, Feuerwehr, Jugendleiter, das wäre alles super, aber dafür das Reiten streichen oder den Schlagzeugunterricht? Sicher nicht, denn diese Reste einer unbeschwerten Jugend sollen sein, und da ist es mir als Mutter gleich, ob meine Kinder damit weniger Ressourcen für ein Ehrenamt haben. Schließlich kümmert sich das Land auch nicht um ihre Sorgen - also werden wir halt egoistisch. Mutter Gesellschaft frisst ihre Kinder, indem sie ihnen die Luft zum Atmen abschnürt.
Mit G8 kann nachhaltige Bürgerbeteiligung gesellschaftlicher Leistungsträger nicht stattfinden, das Ganze mündet in einen sozialen Braindrain.
Leben neben der Schule
Spätestens ab der Klassenstufe 8 vernehme ich zunehmende Stresszustände bei SuS., die neben der Schule gerne auch noch andere Aktivitäten machen möchten. Dazu gehören z.B. Musikinstrumente, Aktive Sportler oder aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten als Trainer/Trainerin.
In der Oberstufe brechen viele dann komplett aus den Vereinen weg, beklagen den stetigen Lerndruck und die langen Schultage, teilweise am AGy mit bis zu vier Tagen Nachmittagschule.
Man will mit der Schule auf das Leben vorbereiten, nimmt mit der hohen Belastung des G8 jedoch ein hohes Maß an Leben in der Realität, die eben auch außheralb der Schule statt findet.
Wahrgenommene Veränderungen seit der Einführung von G8
Die nicht streng unterrichtsbezogenen Angebote (z.B. Arbeitsgemeinschaften im Bereich Theater, Musik, Sport, Teilnahme am Schüleraustausch) verarmen, weil man keine zusätzliche Zeit investieren kann und will.
Die SMV ist ein ganz wesentliches Übungsfeld, um Schüler/innen auf die Wahrnehmung ihrer staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten vorzubereiten. Nachdem die letzten G9-Jahrgänge die Schule verlassen hatten, ist diese wichtige Institution immer mehr verkümmert, weil der Druck des schulischen Alltags zu wenig Freiraum lässt und bereits die 16- bis 17-Jährigen in der Endphase der Kursstufe stecken. Dem Auftrag der Schule, mündige und kritische Bürger/innen zu erziehen, wird damit ein Bärendienst erwiesen.
In der Kursstufe hat die Anzahl der freiwillig Wiederholenden nach dem 1. Jahr erheblich zugenommen. Diese wählen dann in der Spätphase ihrer Schullaufbahn die längere Lernzeit. Zudem gibt es deutlich mehr Abbrecher. Unter ihnen finden sich Schüler/innen mit einem eigentlich normalen Leistungsbild, die nicht mehr mit dem Druck zurechtkom-men. Letztere Gruppe kannten wir aus G9 nicht.
In der Bewältigung der Anforderungen von G8 kann man ein Stadt-Land-Gefälle beobachten, denn die Zeit für lange Schulwege addiert sich zu einer höheren Gesamtbelastung auf. Dies verstärkt bei den Betroffenen zudem den Wunsch, den Unterricht lie-ber auf weniger und dafür längere Unterrichtstage zu konzentrieren, was einer eigentlich sinnvolleren Rhythmisierung über die Woche entgegensteht.
Im Durchschnitt entlassen wir inzwischen deutlich unreifere Abiturientinnen und Abiturienten, die sich dann nach dem Abitur erst einmal in einem Gap Year orientieren müssen. Die Zeche für G8 bezahlt dabei insbesondere der männliche Teil der Schülerschaft, bei dem man im letzten Jahr von G9 – nach dem Abarbeiten aller Verwerfungen der Pubertät - immer ein deutliches Aufholen und einen großen persönlichen Entwicklungssprung beobachten konnte.
Zeit für individuelle Interessen
Im G8 haben die Schüler(innen) in den Klassenstufen 9 und 10 i.d.R. 36 Unterrichtsstunden pro Woche. Mit Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Leistungsmessungen ergibt sich in der Regel eine Wochenarbeitszeit, die länger als die in vielen Berufsgruppen ist. So bleibt wenig Zeit für individuelle Interessen in Sport und Musik.
Kinder mit einer großen Selbstdisziplin sind auch unter diesen Rahmenbedingungen erfolgreich, jedoch bleibt eine größere Gruppe unter den eigenen Möglichkeiten.
Als ressourcenarmes Land sollten wir nicht auf dieses Potential verzichten.
Zu viel, zu früh
G8 wirkt sich insbesondere auf die Jahrgänge 5,6,7 aus, die restlos überfrachtet und überfordert sind.
Etliche Inhalte in der Oberstufe, in Deutsch zu. B., kommen zu früh und werden nicht in voller Breite erfasst.
ZEIT
So gern würden die Kinder sich in den Sport- und Musik-AGs einbringen, zur TheaterAG gehen etc. aber wann? Wo sind die Zeitfenster für AGs? Nur am Freitagnachmittag, wo mittlerweile auch Oberstufenunterricht liegen MUSS?
Zeit, Kinder brauchen ZEIT, G9 als Chance auf mehr ZEIT am Nachmittag, für Sport, für Musik, für Freunde, für AGs, für's LEBEN !!!
Keine Chance zur Reifung und Selbstfindung
Natürlich ist es ein wichtiger Inhalt, dass wir Lehrkräfte den Kindern und Jugendlichen Fachwissen vermitteln. Schule geht aber weit darüber hinaus. Schule mit all ihren unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angeboten hat immer den Jugendlichen als ganze Persönlichkeit im Blick. Daher sind Angebote in Form von Arbeitsgemeinschaften so extrem wichtig, um sich auszuprobieren, um Neues zu entdecken und um den jungen Menschen reifen zu lassen; egal ob die Kinder und Jugendlichen sich für technische, sportliche, soziale, kulturelle Angebote begeistern lassen. Die Realität an kleineren und mittleren Schulen mit einer Schülerzahl im Bereich von 400 bis 1000 sieht aber so aus, dass diese AGs in ihrer Existenz bedroht sind. Die Jugendlichen haben - vor allem ab der 9. Klasse - kaum noch Zeit, Theater, Politik, Technik etc. auszuprobieren, denn sie haben in der Regel an drei Nachmittagen bis etwa 15.30 Uhr Unterricht, müssen dann noch Hausaufgaben erledigen und Klassenarbeiten vorbereiten. Von den Wegen zur und von der Schule - was nicht nur im ländlichen Raum ein Problem sein kann - sowie den außerschulischen Freizeitaktivitäten ganz zu schweigen. Die Verdichtung des schulischen Alltags erzeugt Stress und führt zu einem Mangel im Bereich Reifung und Selbstfindung. Die Auswirkungen sind bereits jetzt in unserer Gesellschaft zu beobachten und man hat den Eindruck, dass eine Vielzahl unserer Politikerinnen und Politiker, die dafür die Verantwortung tragen, die Augen davor verschließen.
Stress und psychische Auffälligkeiten
Es ist gut und nötig, dass es an immer mehr Schulen Schulsozialarbeiter:innen gibt und diese Institution von den meisten am Schulleben Beteiligten, die ihr angemessene Achtung erfährt.
Ohne diese Einrichtung, würde die immer größer werdende Zahl an "auffälligen" Jugendlichen für eine Schule in der normalen Unterrichtssituation nicht stemmbar sein. Trotzdem sollte man nicht nur immer mehr Helfende Hände an die Schulen bringen, sondern sich überlegen, warum immer mehr Schüler:innen an Depressionen, Essstörungen, Ticks, und anderen Auffälligkeiten leiden. Ein Punkt ist sicherlich der große Druck, der auf diesen jungen Menschen lastet. Gebt ihnen die Zeit Kind zu sein, gebt ihnen die Zeit sich zu entwickeln. Weniger Schule, weniger organisierte und betreute Zeit, vielleicht mehr Blödsinn, und auch Langeweile, aber daraus entsteht doch oftmals Kreativität und Persönlichkeit!
Stressabbau nach TurboAbi
Eine zunehmende Zahl von Schüler nimmt sich nach dem Dauerstress von G8 erst einmal ein Jahr Auszeit. Da ist gesellschaftlich nichts gewonnen.
Bedürfnisse der Schüler
Kinder brauchen Zeit und Ruhe für ihre Entwicklung. Dies war durch G9 gegeben, und durch G8 ist dies weit weniger vorhanden. Sport, Musik, Verein, das sind wichtige, persönlichkeitsprägende Dinge, für die durch G9 der nötige Freiraum geschaffen wird. Bitte zurück zu G9, um der Reifung der Kinder zu gesunden Erwachsenen Willen!