Die aktuelle Diskussion um die Gemeinschaftsschule geht m.M. nach nicht vordergründig um das Wohl unserer Kinder sondern ist sehr Gemeindefinanzlastig aber auch örtlich Schulleitungslastig! Hier werden Argumente vorgetragen die in keinster Weise die Kinder betreffen sondern "politisch" geprägt sind!Daß die Gemeinschaftsschule landespolitisch […]
Die aktuelle Diskussion um die Gemeinschaftsschule geht m.M. nach nicht vordergründig um das Wohl unserer Kinder sondern ist sehr Gemeindefinanzlastig aber auch örtlich Schulleitungslastig! Hier werden Argumente vorgetragen die in keinster Weise die Kinder betreffen sondern "politisch" geprägt sind!
Daß die Gemeinschaftsschule landespolitisch gewollt ist, steht außer Frage.
Sinnvoll wäre es:
mit einer Klasse beginnen.(bei größerer Nachfrage ggf zwei)
Erfahrungen sammeln- um danach faktenorientiert weiter zu entscheiden
den Außenstandort Bollingen auf jeden Fall so weiterführen
21.
Kommentar von :Kas
40h Woche gibts nicht mal bei der IG Metall
Kritik am verpflichtenden Ganztagsangebot für GrundschulkinderDas Ganztagsangebot in seiner Maximalform umfasst insgesamt 40 Stunden pro Woche, verteilt auf fünf Tage mit jeweils acht Stunden. Damit verbringen Kinder der ersten bis vierten Klasse einen erheblichen Teil ihrer Woche in einer schulischen Betreuungsstruktur – zeitlich vergleichbar mit […]
Kritik am verpflichtenden Ganztagsangebot für Grundschulkinder
Das Ganztagsangebot in seiner Maximalform umfasst insgesamt 40 Stunden pro Woche, verteilt auf fünf Tage mit jeweils acht Stunden. Damit verbringen Kinder der ersten bis vierten Klasse einen erheblichen Teil ihrer Woche in einer schulischen Betreuungsstruktur – zeitlich vergleichbar mit einer Vollzeitbeschäftigung von Erwachsenen.
Dabei stellt sich die grundlegende Frage: Wie können wir von kleinen Kindern erwarten, Woche für Woche 40 Stunden in einer institutionellen Struktur zu verbringen, wenn selbst bei Erwachsenen der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten zunehmend eine Rolle spielt?
- 1. Die Bedürfnisse von Kindern müssen im Mittelpunkt stehen. Kinder im Grundschulalter befinden sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. Sie brauchen nicht nur Bildung und Betreuung, sondern auch ausreichend Zeit für Erholung, freies Spielen, Rückzug und selbstbestimmte Aktivitäten. Ein Betreuungsmodell, das sich zeitlich an einer 40-Stunden-Arbeitswoche orientiert, wird diesen Bedürfnissen nicht automatisch gerecht.
- 2. Schule ist nicht dasselbe wie das familiäre Zuhause. Auch wenn Ganztagsangebote pädagogisch gestaltet sind, findet der Alltag überwiegend in einer institutionellen, formal strukturierten Umgebung statt. Diese kann mit festen Abläufen, Regeln und Erwartungen verbunden sein, die nicht immer kindgerecht sind oder den individuellen Bedürfnissen jedes Kindes entsprechen. Kinder brauchen deshalb auch Zeit außerhalb dieser Strukturen, in der sie sich frei entfalten können.
- 3. Familie und soziales Umfeld dürfen nicht zu kurz kommen. Kinder benötigen ausreichend Zeit mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern und anderen Bezugspersonen. Ebenso wichtig sind Freundschaften außerhalb der Schule, Aktivitäten im Verein, Musikunterricht, Sport und andere Freizeitbeschäftigungen. Wenn der Großteil des Tages durch Schule und Ganztagsbetreuung ausgefüllt ist, werden diese Möglichkeiten eingeschränkt. Kindliche Entwicklung findet schließlich nicht ausschließlich in der Schule statt.
- 4. Die Entlastung berufstätiger Eltern ist sinnvoll, darf aber nicht zum alleinigen Maßstab werden. Der ursprüngliche Gedanke eines Ganztagsangebots besteht unter anderem darin, Eltern zu unterstützen, die aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen eine verlässliche und umfassende Betreuung benötigen. Dieses Angebot ist wichtig und für viele Familien unverzichtbar. Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass eine möglichst lange institutionelle Betreuung für alle Kinder gleichermaßen sinnvoll oder notwendig ist.
- 5. Unterschiedliche Familien- und Betreuungsbedürfnisse müssen berücksichtigt werden. Familien leben unterschiedlich, und auch Kinder haben individuelle Bedürfnisse. Manche Kinder benötigen eine lange Betreuung, während andere nach dem Unterricht mehr Ruhe, Zeit zu Hause oder Raum für außerschulische Aktivitäten brauchen. Ein starres Modell, das für alle gleichermaßen gilt, wird dieser Vielfalt nicht gerecht.
- 6. Ein flexibles Betreuungsangebot wäre sinnvoller als ein starres Pflichtmodell. Statt alle Kinder nach einem einheitlichen Zeitplan zu betreuen, sollte es unterschiedliche Betreuungsmodelle geben, die sich am tatsächlichen Bedarf der Familien und am Wohl der Kinder orientieren. Eltern, die eine Ganztagsbetreuung benötigen, sollten diese verlässlich nutzen können. Gleichzeitig sollten Familien, die andere Betreuungsformen bevorzugen oder benötigen, nicht benachteiligt werden
20.
Kommentar von :Sasa
Keine zwangsweise Ganztags-Fremdbetreuung
Eine Ganztagsschule ohne Wahlmöglichkeit, und das bereits in der Grundschule, stellt für mich eine zwangsweise Entfremdung des Kindes vom in diesem Alter sehr wichtigen Familienleben dar. Gemeinsames Essen mit Eltern(-teil) und Geschwistern, sowie gemeinsame Familienaktivitäten am Nachmittag werden durch die Pflichtganztagsschule unterbunden. Dies […]
Eine Ganztagsschule ohne Wahlmöglichkeit, und das bereits in der Grundschule, stellt für mich eine zwangsweise Entfremdung des Kindes vom in diesem Alter sehr wichtigen Familienleben dar. Gemeinsames Essen mit Eltern(-teil) und Geschwistern, sowie gemeinsame Familienaktivitäten am Nachmittag werden durch die Pflichtganztagsschule unterbunden. Dies widerspricht dem Grundgesetz - Schutz der Familie. Kommunalpolitiker haben hierzu kein Recht! Und das auch noch aus Kommunalfinanzgründen... absolut nicht akzeptabel!
19.
Kommentar von :danisara
Das Wohl der Kinder sollte im Mittelpunkt stehen
Ich finde ein Ganztagsmodell grundsätzlich sinnvoll, allerdings nicht bereits in der Grundschule. Gerade in diesem Alter brauchen Kinder nach einem langen Schultag Zeit, um Erlebtes zu verarbeiten, zur Ruhe zu kommen und den Nachmittag in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen.Mir ist es wichtig, mit meinem Kind zu Hause zu essen, Zeit miteinander […]
Ich finde ein Ganztagsmodell grundsätzlich sinnvoll, allerdings nicht bereits in der Grundschule. Gerade in diesem Alter brauchen Kinder nach einem langen Schultag Zeit, um Erlebtes zu verarbeiten, zur Ruhe zu kommen und den Nachmittag in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen.
Mir ist es wichtig, mit meinem Kind zu Hause zu essen, Zeit miteinander zu verbringen und die Hausaufgaben gemeinsam zu machen. So bekomme ich mit, wo es Schwierigkeiten hat, wo es noch Unterstützung braucht und was es vielleicht beschäftigt. Ich möchte mein Kind individuell begleiten und fördern können, auch wenn das Zeit und Geduld erfordert. Diese Zeit nehme ich mir bewusst, denn für mich gehört das zur Verantwortung als Mutter. Gerade bei besonderen Bedürfnissen, wie beispielsweise Zöliakie, ist es mir außerdem wichtig, die Ernährung meines Kindes selbst im Blick zu haben.
Ich verstehe, dass ein Ganztagsangebot für berufstätige Eltern eine große Entlastung sein kann und es angenehm ist, wenn die Hausaufgaben bereits erledigt sind. Trotzdem sollte man sich fragen, ob es wirklich im Interesse aller Grundschulkinder ist, einen Großteil des Tages in der Schule zu verbringen. Die gemeinsame Zeit am Nachmittag ist nicht einfach nur zusätzliche Freizeit. Sie bietet Raum für Gespräche, Erholung, familiäre Nähe und eine individuelle Begleitung, die im Schulalltag nicht immer möglich ist.
Aus meiner Sicht sollte ein Ganztagsmodell in der Grundschule deshalb freiwillig bleiben. Eltern sollten weiterhin selbst entscheiden können, wie sie die Nachmittage mit ihren Kindern gestalten und wie sie deren schulische Entwicklung begleiten möchten. Ein solches Modell kann ich mir eher für ältere Kinder vorstellen, beispielsweise an der weiterführenden Schule. Im Grundschulalter sollte jedoch ausreichend Zeit für Familie, Erholung und die persönliche Entwicklung bleiben.
18.
Kommentar von :Mona
Kindeswohlgefährdung / Bornout
Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer GrundschuleIch möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer […]
Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule
Ich möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer Kinder, ihre individuellen Bedürfnisse und die Frage, wie viel Zeit, Freiheit und familiäre Geborgenheit wir ihnen in diesem wichtigen Lebensabschnitt zugestehen möchten.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst lange funktionieren und sich einem vorgegebenen System anpassen sollen. Gerade im Grundschulalter brauchen sie Zeit, um sich zu entwickeln, Erlebtes zu verarbeiten, ihre Persönlichkeit zu entfalten und einfach Kind sein zu dürfen.
Besonders kritisch sehe ich die Auswirkungen auf neurodivergente Kinder. Kinder mit beispielsweise ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten müssen im Schulalltag häufig bereits eine Vielzahl von Reizen, sozialen Anforderungen und strukturellen Vorgaben bewältigen. Ein noch längerer Tag in einem institutionellen Umfeld kann für sie eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Was für manche Kinder funktionieren mag, kann für andere zu Überforderung, Erschöpfung und emotionalem Stress führen. Gerade diese Kinder brauchen individuelle Lösungen, Rückzugsmöglichkeiten und ein Umfeld, das ihre Bedürfnisse ernst nimmt, anstatt sie noch stärker in ein vorgegebenes System einzubinden.
Darüber hinaus sehe ich die Gefahr, dass die Familie zunehmend zur Nebensache wird. Familie ist weit mehr als der Ort, an dem Kinder schlafen, essen und für den nächsten Schultag vorbereitet werden. Sie ist ein Ort der Geborgenheit, der Liebe, der Fürsorge und des Vertrauens. Hier können Kinder zur Ruhe kommen, sich öffnen, Nähe erfahren und Kraft tanken. Wenn der überwiegende Teil des Tages durch Schule und Betreuung bestimmt wird, bleibt möglicherweise zu wenig Zeit und Energie für diese wichtigen Beziehungen. Die emotionale Nähe und die gemeinsame Zeit innerhalb der Familie dürfen nicht zu einem Restbestand des Tages werden.
Auch die körperliche und seelische Erschöpfung der Kinder darf nicht unterschätzt werden. Ein langer Schultag bedeutet nicht automatisch mehr Bildung oder bessere Entwicklung. Kinder brauchen Pausen, Bewegung, selbstbestimmte Beschäftigung und Zeiten, in denen sie keinerlei Erwartungen erfüllen müssen. Sportliche Aktivitäten, Hobbys und persönliche Interessen dürfen nicht daran scheitern, dass Kinder am Ende des Tages schlicht keine Kraft mehr haben. Ebenso wichtig ist die freie Spielzeit: das spontane Spielen mit Freunden, das Erfinden eigener Welten, das Draußensein und das Lernen ohne Anleitung und Leistungsdruck. Freies Spiel ist kein unnötiger Zeitvertreib, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung.
Ich wünsche mir, dass wir bei allen Überlegungen zur Organisation von Schule und Betreuung nicht aus den Augen verlieren, um wen es eigentlich geht: um unsere Kinder. Sie sollen nicht möglichst früh daran gewöhnt werden, ihren Alltag vollständig durchzutakten, sich permanent anzupassen und möglichst lange in vorgegebenen Strukturen zu funktionieren. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Interessen zu entdecken und in ihrem eigenen Tempo zu wachsen.
Eine Grundschule sollte ein Ort des Lernens sein, aber sie darf nicht den Anspruch erheben, den gesamten Alltag eines Kindes auszufüllen. Bildung bedeutet für mich nicht nur schulisches Lernen. Sie findet auch in der Familie, im Sportverein, beim freien Spielen, in Freundschaften und in den vielen kleinen Erfahrungen des täglichen Lebens statt.
Ich bin deshalb klar gegen eine verpflichtende Ausrichtung auf die Ganztagsschule, wenn dabei die individuellen Bedürfnisse der Kinder, die Bedeutung der Familie und die notwendige freie Zeit zu wenig berücksichtigt werden. Statt eines einheitlichen Betreuungsmodells wünsche ich mir flexible und freiwillige Angebote, die Familien unterstützen, ohne ihnen und ihren Kindern die Möglichkeit zu nehmen, ihren Alltag selbst zu gestalten.
Wir sollten nicht ausschließlich fragen, wie wir Kinder möglichst lange betreuen können. Wir sollten uns vielmehr fragen, was Kinder brauchen, um gesund, selbstbewusst, geborgen und frei aufzuwachsen.
Kinder brauchen nicht nur Betreuung und Förderung. Sie brauchen Zeit, Freiraum, Erholung und vor allem Menschen, bei denen sie einfach Kind sein dürfen. Diese Bedürfnisse müssen bei jeder Entscheidung über die Zukunft unserer Grundschule an erster Stelle stehen.
17.
Kommentar von :PAN
Ganztagsschule: Flexibel & Familiengerecht
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne […]
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne schulischen Leistungsdruck.
Entlastung bei Hausaufgaben: Der Arbeitsaufwand außerhalb des Unterrichts muss so gering sein, dass eine entspannte, wertvolle Familienzeit am Abend garantiert bleibt.
Flexible Verpflegung: Die Entscheidung über das Mittagessen muss bei den Eltern liegen. Ein Zwang zur Schulverpflegung lehnen wir ab; mitgebrachtes Essen von zu Hause muss uneingeschränkt möglich sein.
Zukunft außerhalb der Schule: Kinder benötigen verlässliche Zeitfenster für das lokale Vereinsleben, Musikschulen und selbstbestimmte Freundschaften im eigenen Wohnort.
16.
Kommentar von :AN
Wahlfreiheit für Kinder
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen […]
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen unstrukturierte Zeit für Bewegung, Erholung und Natur.
Familienfreundliche Hausaufgaben: Der Umfang von Aufgaben muss so reduziert sein, dass am Abend ausreichend Raum für ein entspanntes Familienleben bleibt - nicht nur Wochenenden!
Vereinsleben und soziales Umfeld schützen: Kinder brauchen Zeitfenster außerhalb von Institutionen, um am lokalen Vereinsleben teilzunehmen und selbstbestimmte Freundschaften zu pflegen.
Fazit: Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist eine wichtige Entlastung – er muss aber ein flexibles, freiwilliges Angebot bleiben. Das System hat sich den Bedürfnissen des Kindes anzupassen, nicht umgekehrt.
15.
Kommentar von :AN
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14.
Kommentar von :Erschreckend
Mehr als dagegen!
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?Kinder sind […]
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?
Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst früh lernen müssen, acht Stunden am Tag zu funktionieren, stillzusitzen, sich unterzuordnen und fremdbestimmen zu lassen!
Wir sprechen hier von KINDHEIT! Von einer unwiederbringlichen Lebensphase, in der Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, ihre eigenen Interessen entdecken, Bindungen aufbauen und lernen, wer sie eigentlich sind.
Kinder besitzen von Natur aus eine unglaubliche intrinsische Motivation. Sie WOLLEN lernen! Nicht, weil jemand es ihnen vorschreibt, sondern weil sie neugierig sind, forschen, hinterfragen, ausprobieren und ihre Umwelt begreifen möchten. Warum schaffen wir immer mehr Strukturen, in denen genau dieser natürliche Entdeckungsdrang Gefahr läuft, durch Leistungsdruck, Anpassung und Fremdbestimmung verdrängt zu werden?
Und was ist mit der GESUNDHEIT? Mit stundenlangem Sitzen, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und einem Nervensystem, das irgendwann schlichtweg überfordert ist? Kinder brauchen Bewegung, Natur, Ruhe, freies Spiel und unverplante Zeit. Das sind keine Luxusbedürfnisse, sondern elementare Grundlagen einer gesunden Entwicklung!
Und über die zunehmende Fremdbetreuung müssen wir endlich auch sprechen!
Warum wird es immer selbstverständlicher, dass Kinder immer mehr Zeit außerhalb ihrer Familien verbringen sollen? Warum wird gemeinsame Familienzeit zunehmend zu etwas, das nur noch am Abend und am Wochenende stattfindet?
Familie ist nicht irgendeine Randerscheinung im Leben eines Kindes! Sie ist für viele Kinder der wichtigste Ort für Bindung, Geborgenheit, Orientierung, Wertevermittlung und emotionale Sicherheit.
Wir reden ständig davon, Kinder zu fördern, während wir gleichzeitig riskieren, ihnen immer mehr von dem zu nehmen, was sie emotional trägt: Zeit mit ihren Familien!
Und ja, auch das Thema MOBBING gehört auf den Tisch! Für Kinder, die bereits unter Ausgrenzung, Gruppendruck oder Mobbing leiden, kann ein verpflichtend verlängerter Schultag bedeuten, noch mehr Stunden in genau dem Umfeld verbringen zu müssen, das sie belastet. Wo bleibt hier der Schutz dieser Kinder? Wo bleibt ihr Recht auf Rückzug und Erholung?
Nicht jedes Kind ist gleich belastbar. Nicht jedes Kind fühlt sich in großen Gruppen wohl. Nicht jedes Kind kann stundenlange Fremdbetreuung gleichermaßen gut bewältigen. Und nicht jedes Kind hat dieselben emotionalen, sozialen oder körperlichen Bedürfnisse!
Was mich aber am meisten erschüttert, ist die gesellschaftliche Richtung dahinter: Immer mehr Institutionalisierung, immer weniger familiäre Selbstbestimmung.
Wir sollten Familien stärken, statt ihren gemeinsamen Alltag immer weiter durch institutionelle Vorgaben bestimmen zu lassen. Wir sollten Eltern ermöglichen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, anstatt lange Betreuungszeiten zunehmend zur gesellschaftlichen Normalität zu erklären.
Welche Werte wollen wir unseren Kindern eigentlich mitgeben? Freiheit? Selbstbestimmung? Individualität? Eigenverantwortung? Oder dass sie sich möglichst früh daran gewöhnen, ihre eigenen Bedürfnisse einem vorgegebenen System unterzuordnen?
Ich respektiere jede Familie, die eine Ganztagsbetreuung benötigt oder sich bewusst dafür entscheidet. Aber aus einem Angebot eine Verpflichtung zu machen, ist für mich eine vollkommen andere Dimension!
Eltern müssen selbst entscheiden dürfen, wie sie Familie leben und welche Betreuungsform den Bedürfnissen ihrer Kinder entspricht.
Unsere Kinder gehören nicht dem System. Und ihre Kindheit ist keine Ressource, über die beliebig verfügt werden darf!
Eine Gesellschaft sollte sich nicht daran messen, wie früh und wie lange sie Kinder institutionell betreuen kann, sondern daran, wie gut sie deren körperliche, emotionale und seelische Entwicklung schützt.
Kindheit ist kein Trainingslager für eine Leistungsgesellschaft. Familie ist kein Auslaufmodell. Und Fremdbetreuung darf niemals zur pauschalen Pflicht werden!
Denn eines bekommen unsere Kinder niemals zurück: die Jahre ihrer Kindheit.
13.
Kommentar von :ohne Name 141475
Wahlmöglichkeit sollte gegeben sein!
Ein qualitativ hochwertiger Ganztag kann gerne geschaffen werden und stetig weiter entwickelt werden im Hinblick auf das Kindeswohl. Jedoch MUSS es eine Wahlmöglichkeit bleiben und keine Verpflichtung!
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Kommentare
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Wohl der Kinder versus Gemeindefinanzpolitik
Die aktuelle Diskussion um die Gemeinschaftsschule geht m.M. nach nicht vordergründig um das Wohl unserer Kinder sondern ist sehr Gemeindefinanzlastig aber auch örtlich Schulleitungslastig! Hier werden Argumente vorgetragen die in keinster Weise die Kinder betreffen sondern "politisch" geprägt sind!
Daß die Gemeinschaftsschule landespolitisch gewollt ist, steht außer Frage.
Sinnvoll wäre es:
mit einer Klasse beginnen.(bei größerer Nachfrage ggf zwei)
Erfahrungen sammeln- um danach faktenorientiert weiter zu entscheiden
den Außenstandort Bollingen auf jeden Fall so weiterführen
40h Woche gibts nicht mal bei der IG Metall
Kritik am verpflichtenden Ganztagsangebot für Grundschulkinder
Das Ganztagsangebot in seiner Maximalform umfasst insgesamt 40 Stunden pro Woche, verteilt auf fünf Tage mit jeweils acht Stunden. Damit verbringen Kinder der ersten bis vierten Klasse einen erheblichen Teil ihrer Woche in einer schulischen Betreuungsstruktur – zeitlich vergleichbar mit einer Vollzeitbeschäftigung von Erwachsenen.
Dabei stellt sich die grundlegende Frage: Wie können wir von kleinen Kindern erwarten, Woche für Woche 40 Stunden in einer institutionellen Struktur zu verbringen, wenn selbst bei Erwachsenen der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten zunehmend eine Rolle spielt?
- 1. Die Bedürfnisse von Kindern müssen im Mittelpunkt stehen. Kinder im Grundschulalter befinden sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. Sie brauchen nicht nur Bildung und Betreuung, sondern auch ausreichend Zeit für Erholung, freies Spielen, Rückzug und selbstbestimmte Aktivitäten. Ein Betreuungsmodell, das sich zeitlich an einer 40-Stunden-Arbeitswoche orientiert, wird diesen Bedürfnissen nicht automatisch gerecht.
- 2. Schule ist nicht dasselbe wie das familiäre Zuhause. Auch wenn Ganztagsangebote pädagogisch gestaltet sind, findet der Alltag überwiegend in einer institutionellen, formal strukturierten Umgebung statt. Diese kann mit festen Abläufen, Regeln und Erwartungen verbunden sein, die nicht immer kindgerecht sind oder den individuellen Bedürfnissen jedes Kindes entsprechen. Kinder brauchen deshalb auch Zeit außerhalb dieser Strukturen, in der sie sich frei entfalten können.
- 3. Familie und soziales Umfeld dürfen nicht zu kurz kommen. Kinder benötigen ausreichend Zeit mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern und anderen Bezugspersonen. Ebenso wichtig sind Freundschaften außerhalb der Schule, Aktivitäten im Verein, Musikunterricht, Sport und andere Freizeitbeschäftigungen. Wenn der Großteil des Tages durch Schule und Ganztagsbetreuung ausgefüllt ist, werden diese Möglichkeiten eingeschränkt. Kindliche Entwicklung findet schließlich nicht ausschließlich in der Schule statt.
- 4. Die Entlastung berufstätiger Eltern ist sinnvoll, darf aber nicht zum alleinigen Maßstab werden. Der ursprüngliche Gedanke eines Ganztagsangebots besteht unter anderem darin, Eltern zu unterstützen, die aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen eine verlässliche und umfassende Betreuung benötigen. Dieses Angebot ist wichtig und für viele Familien unverzichtbar. Daraus darf jedoch nicht abgeleitet werden, dass eine möglichst lange institutionelle Betreuung für alle Kinder gleichermaßen sinnvoll oder notwendig ist.
- 5. Unterschiedliche Familien- und Betreuungsbedürfnisse müssen berücksichtigt werden. Familien leben unterschiedlich, und auch Kinder haben individuelle Bedürfnisse. Manche Kinder benötigen eine lange Betreuung, während andere nach dem Unterricht mehr Ruhe, Zeit zu Hause oder Raum für außerschulische Aktivitäten brauchen. Ein starres Modell, das für alle gleichermaßen gilt, wird dieser Vielfalt nicht gerecht.
- 6. Ein flexibles Betreuungsangebot wäre sinnvoller als ein starres Pflichtmodell. Statt alle Kinder nach einem einheitlichen Zeitplan zu betreuen, sollte es unterschiedliche Betreuungsmodelle geben, die sich am tatsächlichen Bedarf der Familien und am Wohl der Kinder orientieren. Eltern, die eine Ganztagsbetreuung benötigen, sollten diese verlässlich nutzen können. Gleichzeitig sollten Familien, die andere Betreuungsformen bevorzugen oder benötigen, nicht benachteiligt werden
Keine zwangsweise Ganztags-Fremdbetreuung
Eine Ganztagsschule ohne Wahlmöglichkeit, und das bereits in der Grundschule, stellt für mich eine zwangsweise Entfremdung des Kindes vom in diesem Alter sehr wichtigen Familienleben dar. Gemeinsames Essen mit Eltern(-teil) und Geschwistern, sowie gemeinsame Familienaktivitäten am Nachmittag werden durch die Pflichtganztagsschule unterbunden. Dies widerspricht dem Grundgesetz - Schutz der Familie. Kommunalpolitiker haben hierzu kein Recht! Und das auch noch aus Kommunalfinanzgründen... absolut nicht akzeptabel!
Das Wohl der Kinder sollte im Mittelpunkt stehen
Ich finde ein Ganztagsmodell grundsätzlich sinnvoll, allerdings nicht bereits in der Grundschule. Gerade in diesem Alter brauchen Kinder nach einem langen Schultag Zeit, um Erlebtes zu verarbeiten, zur Ruhe zu kommen und den Nachmittag in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen.
Mir ist es wichtig, mit meinem Kind zu Hause zu essen, Zeit miteinander zu verbringen und die Hausaufgaben gemeinsam zu machen. So bekomme ich mit, wo es Schwierigkeiten hat, wo es noch Unterstützung braucht und was es vielleicht beschäftigt. Ich möchte mein Kind individuell begleiten und fördern können, auch wenn das Zeit und Geduld erfordert. Diese Zeit nehme ich mir bewusst, denn für mich gehört das zur Verantwortung als Mutter. Gerade bei besonderen Bedürfnissen, wie beispielsweise Zöliakie, ist es mir außerdem wichtig, die Ernährung meines Kindes selbst im Blick zu haben.
Ich verstehe, dass ein Ganztagsangebot für berufstätige Eltern eine große Entlastung sein kann und es angenehm ist, wenn die Hausaufgaben bereits erledigt sind. Trotzdem sollte man sich fragen, ob es wirklich im Interesse aller Grundschulkinder ist, einen Großteil des Tages in der Schule zu verbringen. Die gemeinsame Zeit am Nachmittag ist nicht einfach nur zusätzliche Freizeit. Sie bietet Raum für Gespräche, Erholung, familiäre Nähe und eine individuelle Begleitung, die im Schulalltag nicht immer möglich ist.
Aus meiner Sicht sollte ein Ganztagsmodell in der Grundschule deshalb freiwillig bleiben. Eltern sollten weiterhin selbst entscheiden können, wie sie die Nachmittage mit ihren Kindern gestalten und wie sie deren schulische Entwicklung begleiten möchten. Ein solches Modell kann ich mir eher für ältere Kinder vorstellen, beispielsweise an der weiterführenden Schule. Im Grundschulalter sollte jedoch ausreichend Zeit für Familie, Erholung und die persönliche Entwicklung bleiben.
Kindeswohlgefährdung / Bornout
Meine persönliche Stellungnahme zur möglichen Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule
Ich möchte ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich gegen die Einführung einer Ganztagsschule an unserer Grundschule bin. Dabei geht es mir nicht darum, Betreuungsangebote grundsätzlich infrage zu stellen. Mir geht es vielmehr um das Wohl unserer Kinder, ihre individuellen Bedürfnisse und die Frage, wie viel Zeit, Freiheit und familiäre Geborgenheit wir ihnen in diesem wichtigen Lebensabschnitt zugestehen möchten.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst lange funktionieren und sich einem vorgegebenen System anpassen sollen. Gerade im Grundschulalter brauchen sie Zeit, um sich zu entwickeln, Erlebtes zu verarbeiten, ihre Persönlichkeit zu entfalten und einfach Kind sein zu dürfen.
Besonders kritisch sehe ich die Auswirkungen auf neurodivergente Kinder. Kinder mit beispielsweise ADHS, Autismus oder anderen neurologischen Besonderheiten müssen im Schulalltag häufig bereits eine Vielzahl von Reizen, sozialen Anforderungen und strukturellen Vorgaben bewältigen. Ein noch längerer Tag in einem institutionellen Umfeld kann für sie eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. Was für manche Kinder funktionieren mag, kann für andere zu Überforderung, Erschöpfung und emotionalem Stress führen. Gerade diese Kinder brauchen individuelle Lösungen, Rückzugsmöglichkeiten und ein Umfeld, das ihre Bedürfnisse ernst nimmt, anstatt sie noch stärker in ein vorgegebenes System einzubinden.
Darüber hinaus sehe ich die Gefahr, dass die Familie zunehmend zur Nebensache wird. Familie ist weit mehr als der Ort, an dem Kinder schlafen, essen und für den nächsten Schultag vorbereitet werden. Sie ist ein Ort der Geborgenheit, der Liebe, der Fürsorge und des Vertrauens. Hier können Kinder zur Ruhe kommen, sich öffnen, Nähe erfahren und Kraft tanken. Wenn der überwiegende Teil des Tages durch Schule und Betreuung bestimmt wird, bleibt möglicherweise zu wenig Zeit und Energie für diese wichtigen Beziehungen. Die emotionale Nähe und die gemeinsame Zeit innerhalb der Familie dürfen nicht zu einem Restbestand des Tages werden.
Auch die körperliche und seelische Erschöpfung der Kinder darf nicht unterschätzt werden. Ein langer Schultag bedeutet nicht automatisch mehr Bildung oder bessere Entwicklung. Kinder brauchen Pausen, Bewegung, selbstbestimmte Beschäftigung und Zeiten, in denen sie keinerlei Erwartungen erfüllen müssen. Sportliche Aktivitäten, Hobbys und persönliche Interessen dürfen nicht daran scheitern, dass Kinder am Ende des Tages schlicht keine Kraft mehr haben. Ebenso wichtig ist die freie Spielzeit: das spontane Spielen mit Freunden, das Erfinden eigener Welten, das Draußensein und das Lernen ohne Anleitung und Leistungsdruck. Freies Spiel ist kein unnötiger Zeitvertreib, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung.
Ich wünsche mir, dass wir bei allen Überlegungen zur Organisation von Schule und Betreuung nicht aus den Augen verlieren, um wen es eigentlich geht: um unsere Kinder. Sie sollen nicht möglichst früh daran gewöhnt werden, ihren Alltag vollständig durchzutakten, sich permanent anzupassen und möglichst lange in vorgegebenen Strukturen zu funktionieren. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Interessen zu entdecken und in ihrem eigenen Tempo zu wachsen.
Eine Grundschule sollte ein Ort des Lernens sein, aber sie darf nicht den Anspruch erheben, den gesamten Alltag eines Kindes auszufüllen. Bildung bedeutet für mich nicht nur schulisches Lernen. Sie findet auch in der Familie, im Sportverein, beim freien Spielen, in Freundschaften und in den vielen kleinen Erfahrungen des täglichen Lebens statt.
Ich bin deshalb klar gegen eine verpflichtende Ausrichtung auf die Ganztagsschule, wenn dabei die individuellen Bedürfnisse der Kinder, die Bedeutung der Familie und die notwendige freie Zeit zu wenig berücksichtigt werden. Statt eines einheitlichen Betreuungsmodells wünsche ich mir flexible und freiwillige Angebote, die Familien unterstützen, ohne ihnen und ihren Kindern die Möglichkeit zu nehmen, ihren Alltag selbst zu gestalten.
Wir sollten nicht ausschließlich fragen, wie wir Kinder möglichst lange betreuen können. Wir sollten uns vielmehr fragen, was Kinder brauchen, um gesund, selbstbewusst, geborgen und frei aufzuwachsen.
Kinder brauchen nicht nur Betreuung und Förderung. Sie brauchen Zeit, Freiraum, Erholung und vor allem Menschen, bei denen sie einfach Kind sein dürfen. Diese Bedürfnisse müssen bei jeder Entscheidung über die Zukunft unserer Grundschule an erster Stelle stehen.
Ganztagsschule: Flexibel & Familiengerecht
Schule und Betreuung müssen die Familie unterstützen und ergänzen – sie dürfen sie nicht ersetzen.
Echte Wahlfreiheit: Der Ganztag muss ein rein freiwilliges Angebot bleiben, um Überforderung zu verhindern und familiäre Selbstbestimmung zu wahren.
Raum für Erholung: Nachmittage gehören dem freien Spiel, der Bewegung und der mentalen Entlastung ohne schulischen Leistungsdruck.
Entlastung bei Hausaufgaben: Der Arbeitsaufwand außerhalb des Unterrichts muss so gering sein, dass eine entspannte, wertvolle Familienzeit am Abend garantiert bleibt.
Flexible Verpflegung: Die Entscheidung über das Mittagessen muss bei den Eltern liegen. Ein Zwang zur Schulverpflegung lehnen wir ab; mitgebrachtes Essen von zu Hause muss uneingeschränkt möglich sein.
Zukunft außerhalb der Schule: Kinder benötigen verlässliche Zeitfenster für das lokale Vereinsleben, Musikschulen und selbstbestimmte Freundschaften im eigenen Wohnort.
Wahlfreiheit für Kinder
Wahlfreiheit statt Pflicht: Baden-Württemberg muss konsequent auf die flexible Wahlform setzen. Ein verpflichtender Ganztag überfordert Kinder emotional wie physisch und raubt ihnen wertvolle Familien- und Freizeit.
Fokus auf freies Spiel: Der Nachmittag darf keine Verlängerung des Unterrichts oder Leistungsdrucks sein. Kinder benötigen unstrukturierte Zeit für Bewegung, Erholung und Natur.
Familienfreundliche Hausaufgaben: Der Umfang von Aufgaben muss so reduziert sein, dass am Abend ausreichend Raum für ein entspanntes Familienleben bleibt - nicht nur Wochenenden!
Vereinsleben und soziales Umfeld schützen: Kinder brauchen Zeitfenster außerhalb von Institutionen, um am lokalen Vereinsleben teilzunehmen und selbstbestimmte Freundschaften zu pflegen.
Fazit: Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist eine wichtige Entlastung – er muss aber ein flexibles, freiwilliges Angebot bleiben. Das System hat sich den Bedürfnissen des Kindes anzupassen, nicht umgekehrt.
Mehr als dagegen!
Ich finde diese Entwicklung mittlerweile zutiefst erschreckend! Wo sind wir als Gesellschaft eigentlich angekommen, wenn wir ernsthaft darüber diskutieren, Kinder verpflichtend den Großteil ihres Tages in schulischen Einrichtungen verbringen zu lassen?
Wann haben wir angefangen, das System über die Bedürfnisse unserer Kinder zu stellen?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die möglichst früh lernen müssen, acht Stunden am Tag zu funktionieren, stillzusitzen, sich unterzuordnen und fremdbestimmen zu lassen!
Wir sprechen hier von KINDHEIT! Von einer unwiederbringlichen Lebensphase, in der Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, ihre eigenen Interessen entdecken, Bindungen aufbauen und lernen, wer sie eigentlich sind.
Kinder besitzen von Natur aus eine unglaubliche intrinsische Motivation. Sie WOLLEN lernen! Nicht, weil jemand es ihnen vorschreibt, sondern weil sie neugierig sind, forschen, hinterfragen, ausprobieren und ihre Umwelt begreifen möchten. Warum schaffen wir immer mehr Strukturen, in denen genau dieser natürliche Entdeckungsdrang Gefahr läuft, durch Leistungsdruck, Anpassung und Fremdbestimmung verdrängt zu werden?
Und was ist mit der GESUNDHEIT? Mit stundenlangem Sitzen, Bewegungsmangel, Reizüberflutung, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und einem Nervensystem, das irgendwann schlichtweg überfordert ist? Kinder brauchen Bewegung, Natur, Ruhe, freies Spiel und unverplante Zeit. Das sind keine Luxusbedürfnisse, sondern elementare Grundlagen einer gesunden Entwicklung!
Und über die zunehmende Fremdbetreuung müssen wir endlich auch sprechen!
Warum wird es immer selbstverständlicher, dass Kinder immer mehr Zeit außerhalb ihrer Familien verbringen sollen? Warum wird gemeinsame Familienzeit zunehmend zu etwas, das nur noch am Abend und am Wochenende stattfindet?
Familie ist nicht irgendeine Randerscheinung im Leben eines Kindes! Sie ist für viele Kinder der wichtigste Ort für Bindung, Geborgenheit, Orientierung, Wertevermittlung und emotionale Sicherheit.
Wir reden ständig davon, Kinder zu fördern, während wir gleichzeitig riskieren, ihnen immer mehr von dem zu nehmen, was sie emotional trägt: Zeit mit ihren Familien!
Und ja, auch das Thema MOBBING gehört auf den Tisch! Für Kinder, die bereits unter Ausgrenzung, Gruppendruck oder Mobbing leiden, kann ein verpflichtend verlängerter Schultag bedeuten, noch mehr Stunden in genau dem Umfeld verbringen zu müssen, das sie belastet. Wo bleibt hier der Schutz dieser Kinder? Wo bleibt ihr Recht auf Rückzug und Erholung?
Nicht jedes Kind ist gleich belastbar. Nicht jedes Kind fühlt sich in großen Gruppen wohl. Nicht jedes Kind kann stundenlange Fremdbetreuung gleichermaßen gut bewältigen. Und nicht jedes Kind hat dieselben emotionalen, sozialen oder körperlichen Bedürfnisse!
Was mich aber am meisten erschüttert, ist die gesellschaftliche Richtung dahinter: Immer mehr Institutionalisierung, immer weniger familiäre Selbstbestimmung.
Wir sollten Familien stärken, statt ihren gemeinsamen Alltag immer weiter durch institutionelle Vorgaben bestimmen zu lassen. Wir sollten Eltern ermöglichen, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, anstatt lange Betreuungszeiten zunehmend zur gesellschaftlichen Normalität zu erklären.
Welche Werte wollen wir unseren Kindern eigentlich mitgeben? Freiheit? Selbstbestimmung? Individualität? Eigenverantwortung? Oder dass sie sich möglichst früh daran gewöhnen, ihre eigenen Bedürfnisse einem vorgegebenen System unterzuordnen?
Ich respektiere jede Familie, die eine Ganztagsbetreuung benötigt oder sich bewusst dafür entscheidet. Aber aus einem Angebot eine Verpflichtung zu machen, ist für mich eine vollkommen andere Dimension!
Eltern müssen selbst entscheiden dürfen, wie sie Familie leben und welche Betreuungsform den Bedürfnissen ihrer Kinder entspricht.
Unsere Kinder gehören nicht dem System. Und ihre Kindheit ist keine Ressource, über die beliebig verfügt werden darf!
Eine Gesellschaft sollte sich nicht daran messen, wie früh und wie lange sie Kinder institutionell betreuen kann, sondern daran, wie gut sie deren körperliche, emotionale und seelische Entwicklung schützt.
Kindheit ist kein Trainingslager für eine Leistungsgesellschaft. Familie ist kein Auslaufmodell. Und Fremdbetreuung darf niemals zur pauschalen Pflicht werden!
Denn eines bekommen unsere Kinder niemals zurück: die Jahre ihrer Kindheit.
Wahlmöglichkeit sollte gegeben sein!
Ein qualitativ hochwertiger Ganztag kann gerne geschaffen werden und stetig weiter entwickelt werden im Hinblick auf das Kindeswohl. Jedoch MUSS es eine Wahlmöglichkeit bleiben und keine Verpflichtung!