Klima-Maßnahmenregister 2026

Stellungnahme Industrie

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Klima-Maßnahmen-Register wurden zum Sektor Industrie vier Kommentare abgeben. Das Wirtschaftsministerium bedankt sich für die Beteiligung und das Interesse an den Klimaschutzmaßnahmen des Landes.

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Kommentar 2

Klimaschutz und CO2 Reduzierung

Antwort:

Der Kommentar adressiert das ohne Zweifel vorhandene Einsparpotenzial bei Lüftungssystemen in Nichtwohngebäuden aufgrund von Leckagen und undichtem Kanalsystem. Für diesen und viele weitere wichtige und lohnende Einsparpotenziale gilt, es sollte im Zuge einer Gesamtanalyse untersucht und behoben werden. Hierbei können geförderte Beratungsangebote genutzt werden. Das Umweltministerium hat aktuell im Programm „EnergizeBW“ einen passenden Förderaufruf zur Erstellung eines Energiefahrplans veröffentlicht. Auch investive Maßnahmen zur Umsetzung werden vom Bund bezuschusst.

Als ein Aspekt der Energieeffizienz in Nichtwohngebäuden aber auch bei Unternehmen wird durch die Aktivitäten des Landes versucht, dass auch in diesem Sektor Verbesserungen erreicht werden. Hierunter fallen Sensibilisierungs- und Informationsmaßnahmen des Projekts ZukunftAltbau sowie die Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz. Die kompakte Broschüre Energieeffiziente Lüftungsanlagen kann ebenso als Anregung dienen.

Befindet sich die Anlage in einem Unternehmen, besteht seit vielen Jahren die Möglichkeit, einen kostenlosen KEFF-Plus-Check (früher KEFF-Check) durchführen zu lassen. Dieser hat in einer ersten Grobanalyse das Ziel, insbesondere einfach umsetzbare Maßnahmen zu identifizieren (low-hanging-fruits). Hierunter fallen auch Optimierung der Betriebsweise oder die Suche nach Mängeln wie Leckagen.

Die Einführung von Energiemanagement ist ein weiterer Hebel, den Betrieb von technischen Anlagen zu optimieren. Neben Beratungs- und Förderangeboten je nach Zielgruppe besteht auch unter bestimmten Bedingungen gemäß Energieeffizienzgesetz des Bundes die Verpflichtung, ein solches System einzuführen.

Sofern es sich um Klimaanlagen beziehungsweise kombinierten Klima- und Lüftungsanlage mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von mehr als zwölf Kilowatt handelt besteht nach § 74 GEG eine regelmäßige (alle zehn Jahre) Inspektionspflicht der Anlage.

Kommentar 3

Industrie erzeugt Bedarfe

Antwort:

Entscheidend ist, dass die steigende industrielle Nachfrage nach Strom und Wasserstoff zeitnah durch entsprechende Investitionen in Netze, Elektrolyseure und erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Außerdem muss Energie bezahlbar bleiben. Nur so können Unternehmen im Land gehalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gesichert werden. Dies generiert Wertschöpfung und sichert bestehende bzw. schafft neue industrielle Arbeitsplätze.

Die Landesregierung unterstützt diesen Ansatz durch mehrere Maßnahmen aktiv. Eine gezielte Industriepolitik, Förderprogramme und der Ausbau der Forschungskapazitäten in diesem Bereich hilft Unternehmen bei ihrer Transformation.

Kommentar 4

Todgesagte leben länger

Antwort:

Die Landesregierung unterstützt die Transformation baden-württembergischer Unternehmen aktiv. Eine gezielte Industriepolitik, Förderprogramme und der Ausbau der Forschungskapazitäten hilft Unternehmen bei ihrer Transformation.

Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der baden-württembergischen Industrie ist die Innovationskraft der Unternehmen, um neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen. So kann es Unternehmen aus angestammten Industriezweigen gelingen, neue Bereiche zu erschließen, beispielsweise in Wachstumsbranchen wie der Gesundheitswirtschaft, Mikroelektronik-Branche oder der Luft- und Raumfahrt-Branche. Deshalb unterstützt die Landesregierung Unternehmen gezielt dabei, ihre Standorte zu sichern und neue Produkte, Technologien und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dazu wird in Forschung, Innovation und Technologietransfer investiert, um neue industrielle Wertschöpfung im Land aufzubauen. Verfügbare Fördermittel werden gezielt zur Stärkung von Innovationen und Zukunftsfähigkeit eingesetzt. Mit Invest BW, dem mit 479 Millionen Euro größten einzelbetrieblichen Förderprogramm in der Geschichte des Landes, konnten seit 2021 Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 900 Millionen Euro in die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg ausgelöst werden.

Auch die Transformation der Automobilwirtschaft wird gezielt unterstützt. Mit dem Strategiedialog Automobilwirtschaft, welchen die Landesregierung 2017 startete und 2026 ein Update geben wird, wurde ein wirksames Instrument geschaffen. In dessen Rahmen werden strategische Leitlinien im Dialog mit den Herstellern, Zulieferern, Wissenschaft, Verbänden und Arbeitnehmervertretern erarbeitet und Projekte angestoßen. In diesem Rahmen fördert die Landesregierung zudem unter Maßgabe der Technologieoffenheit Projekte im Bereich E-Mobilität, Autonomes Fahren, Brennstoffzellen und Wasserstoffwirtschaft, aber auch die Qualifizierung von Beschäftigen und Wissenstransfer in der Zuliefererindustrie, dem Kfz-Handel und Kfz-Handwerk. Das Land investierte in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Euro in zukunftsweisende Projekte zum Aufbau von Resilienz und Zukunftsfähigkeit der Automobilbranche.