Der Anteil des Sektors Landwirtschaft an den Gesamtemissionen im Land betrug in 2023 etwa 7,1 Prozent. Die Emissionen in diesem Bereich entstehen aus der Tierhaltung, der Nutzung landwirtschaftlicher Böden, aus der Vergärung sowie aus dem landwirtschaftlichen Verkehr. Das Sektorziel für 2030 gibt hier eine Minderung um 39 Prozent (gegenüber 1990) vor.
7.
Kommentar von :Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband Umweltreferat
Zum Klimamaßnahmenregister Baden‑Württemberg – Bereiche Landwirtschaft und Landnutzung (LULUCF)
Die Landwirtschaft gehört bundes- wie landesweit zu denjenigen Sektoren, die am stärksten und unmittelbarsten vom Klimawandel betroffen sind. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen, Hitzephasen oder Spätfröste beeinträchtigen zunehmend die Erzeugung von Lebensmitteln und gefährden die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher
Die Landwirtschaft gehört bundes- wie landesweit zu denjenigen Sektoren, die am stärksten und unmittelbarsten vom Klimawandel betroffen sind. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen, Hitzephasen oder Spätfröste beeinträchtigen zunehmend die Erzeugung von Lebensmitteln und gefährden die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Familienbetriebe. Eine klimaresiliente Landbewirtschaftung liegt daher nicht nur im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sondern ist für die Landwirtschaft existenziell.
1. Unvermeidbare Emissionen und realistische Erwartungen
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband weist nachdrücklich darauf hin, dass ein gewisses Maß an Treibhausgasemissionen im Rahmen der Lebensmittelproduktion technisch und biologisch bedingt unvermeidbar sein wird. Pflanzen wachsen nur begrenzt effizienter, natürliche Prozesse sind nicht vollständig substituierbar, und die Landnutzung verursacht stets einen gewissen Grundsockel an Emissionen.
Vor diesem Hintergrund mahnen wir zu realistischen Erwartungen an die Landwirtschaft und zu einer differenzierten Betrachtung einzelner Produktionsrichtungen.
2. Wiederkäuerhaltung nicht dämonisieren – Dauergrünland erhalten
Mit Sorge betrachten wir die zunehmende gesellschaftliche und politische Tendenz, die Rinderhaltung pauschal als klimaschädlich darzustellen. Zwar erzeugen Wiederkäuer Methan, jedoch ist dieses Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs: Das Methan wird nach etwa zwölf Jahren wieder zu CO₂ oxidiert und erneut von Pflanzen aufgenommen. Es handelt sich nicht um einen fossilen, zusätzlich wirkenden Eintrag.
Die Rinderhaltung sichert zudem die Bewirtschaftung und den Erhalt von Dauergrünland. Dauergrünland ist:
ein hochwirksamer Kohlenstoffspeicher,
ein bedeutendes Habitat für Biodiversität,
ein unverzichtbares Element einer vielfältigen Kulturlandschaft.
Ohne Nutzung würde Dauergrünland verbuschen oder in Ackerland umgewandelt – beides hätte deutliche negative Klimawirkungen. Klimaschutz in Baden‑Württemberg ist ohne Grünlandschutz nicht denkbar; und Grünlandschutz ist ohne Wiederkäuerhaltung unmöglich.
3. Fokus auf tatsächlich vermeidbare Emissionen richten
Wir empfehlen, die gesellschaftliche Klimadebatte stärker auf Emissionen zu lenken, die ohne Wohlstandsverlust vermeidbar sind – etwa:
energieintensive Kurzzeit-Städteflüge oder Fernreisen in alle Welt,
sehr energieaufwendige Kunstschneeproduktion, obwohl viele Skipisten selbst sichtbar unter Klimafolgen leiden,
übermäßiger Einsatz stromintensiver Freizeitangebote.
Die Landwirtschaft ist Teil der Lösung – andere Bereiche müssen stärker zu notwendigen Emissionsminderungen beitragen.
4. Unterstützung von Maßnahmen für klimaresiliente Land- und Forstwirtschaft
Der BLHV begrüßt ausdrücklich alle Initiativen des Landes, die zu einer stabilen, widerstandsfähigen und klimafitten Landbewirtschaftung beitragen. Hierzu zählt insbesondere das FAKT-Programm und die Holzbauinitiative, die den klimafreundlichen Baustoff Holz stärkt und damit auch die regionale Forstwirtschaft unterstützt.
5. Große Sorge über die Ausgestaltung der EU‑Wiederherstellungsverordnung
Mit großer Sorge betrachten wir die derzeitige Ausgestaltung der EU‑Wiederherstellungsverordnung (Nature Restoration Law). Die dort geforderte verpflichtende Pflanzung bzw. Förderung einheimischer Baumarten in bestimmten Anteilen ignoriert die Realität des Klimawandels in Süddeutschland. Viele heimische Arten sind bereits heute durch Hitze- und Trockenstress massiv gefährdet.
Ein erfolgreicher Waldumbau erfordert die Möglichkeit, auch nicht-heimische, aber klimaresiliente Baumarten einzusetzen.
Starre Vorgaben gefährden den Aufbau zukunftsfähiger Wälder und damit die langfristige CO₂-Senkenleistung des Forstsektors.
6. Weitere Beispiele und Anliegen der Landwirtschaft
Um wirksamen Klimaschutz im Land zu erreichen, sind weitere Punkte zu berücksichtigen:
Erneuerbare Energien auf Betrieben: Photovoltaik auf Dächern, Agro-PV‑Konzepte und die Nutzung biogener Energieträger müssen unbürokratischer ermöglicht werden – ohne fruchtbare Flächen unnötig zu entziehen.
Humusaufbau und Bodenschutz: Landwirte leisten hier bereits viel; jedoch hemmen starre Vorgaben eine Praxisgerechte Umsetzung
Technologieoffenheit: Die Landwirtschaft braucht Zugang zu modernen Verfahren wie Precision Farming, klimaoptimierten Sorten, Digitalisierung und innovative Tierwohlställe. Diese müssen weiterhin durch das Land gefördert werden.
Planungssicherheit: Förder- und Klimaschutzmaßnahmen müssen auf langfristige Verlässlichkeit setzen, statt jährlich wechselnder Anforderungen. Bestandschutz für getätigte Investitionen stützt Zukunftsinvestitionen.
Der BLHV bekennt sich klar zu einer aktiven Rolle der Land- und Forstwirtschaft im Klimaschutz. Wir erwarten jedoch, dass Klimapolitik mit der Land- und Forstwirtschaft gestaltet wird – nicht über sie hinweg. Nur gemeinsam können wir die Ernährungssicherheit, den Erhalt unserer Kulturlandschaft und wirksamen Klimaschutz miteinander verbinden.
6.
Kommentar von :Niklas B.
LW auf Moorböden
LW auf trockenen Moorböden stößt 30 bis 40 t/ha und Jahr an CO2 Äquiv. aus. Hier bruacht es dringend eine Umstellung auf Nassbewirtschaftung und diese muss mit einer langen Laufzeit sowie mit ausreichend Geld unterstützt werden. Gleichzeitig sollte die Wertschöpfungskette für Paludi Produkte stark ausgebaut werden.
5.
Kommentar von :Reinhard Schulze
Klimamaßnahmenregister - Landwirtschaft- Stärkung der regionalen Vermarktung (Maßnahmenbündel)
Im Kapitel regionaler Wertschöpfung sollte der Lebensmittelhandel inkl. der Biogroßhändler als Adressaten fokussiert werden, denn der LEH spielt hier die entscheidene Rolle.
4.
Kommentar von :Thorsten Braasch
grundsätzliche Gedanken
Ich wurde gebeten, meinen Gesamttext auf die (hoffentlich) passenden Themenfelder aufzuteilen. Hier nun also nur in stakkato ein paar Anregungen ohne Gesamtkontext. Sorry.
Mein roter Faden hinter allem: stets all das in BW unattraktiv teuer zu machen, was dem Leben auf diesem Planeten schadet (für alle Lebewesen!), und alles zu fördern – durch
Ich wurde gebeten, meinen Gesamttext auf die (hoffentlich) passenden Themenfelder aufzuteilen. Hier nun also nur in stakkato ein paar Anregungen ohne Gesamtkontext. Sorry.
Mein roter Faden hinter allem: stets all das in BW unattraktiv teuer zu machen, was dem Leben auf diesem Planeten schadet (für alle Lebewesen!), und alles zu fördern – durch Anreize (!!!), möglichst nur selten durch Verbote – was Leben weiterhin ermöglicht. Als Big Picture also (notabene über diverse Legislaturperioden hinweg) Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit, Solidargemeinschaft, Fairness, Gerechtigkeit, Demokratie, Menschlichkeit, Natürlichkeit, Ur-Urenkeltauglichkeit.
Das Ganze immer fußend auf Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit, Konsequenz. Ich bin sicher, das killt dann auch sofort jede rechtsextreme Rückwärtsgerichtetheit und Herrenmenschenideologie, erst recht, wenn Menschen erst gar nicht mehr nach Europa flüchten müssen, da es in ihrer Heimat – aufgrund unseres Konsumverhaltens und Dekadenz – nicht mehr 50°C heiß wird, Dürren von Überschwemmungen von Wirbelstürmen von Dürren gefolgt werden und wir einfach unseren (Klamotten-)Müll und Mikroplastik in deren Vorgärten entsorgen.
Was von all dem gar nicht in Stuttgart gestaltet werden darf, sondern zwingend nach Berlin, Brüssel oder zur UNO gehört, dafür sorry again. Für dieses Kapitel hier rege ich also an:
· andere Anbaumethoden in der Landwirtschaft vorantreiben, erforschen und unterstützen (Agro-Forst, andere Fruchtfolgen oder was auch immer. nano und andere Wissenschaftssendungen berichten immer wieder über solches)
· 100% Agrarsubventionen nur noch für die Landwirtschaftsbetriebe, die keine Pestizide o.ä. mehr verwenden, Agroforst und Agro-PV einsetzen, Wildblumenstreifen an ihren Äckern und Feldern lassen, usw. usf.
· statt Agrar-Diesel zu subventionieren, Anreize für Elektro-, Wasserstoff-, …-Landmaschinen setzen
· sollte solche Anreiz nicht ausreichen, dann tatsächlich ein Pestizid- und Glyphosat-Aus in BW verordnen
· Massentierhaltung verteuern
· Agro-PV anstelle dieser Plastiknetze über Feldern und Obstplantagen = 2 Fliegen mit 1 Klappe
Pferde haben eine nicht zu unterschätzende CO2-Bilanz hauptsächlich verursacht durch Futterproduktion, Transport und Haltung. Trotzdem hat die Pensionspferdehaltung zugenommen. Zur CO2-Bilanz der Pferde kommt, dass die Pferdebesitzer mit ihren meist nicht klimaneutralen Kfz teilweise von weit her zu ihren Pferden kommen. Die Umwidmung wertvoller
Pferde haben eine nicht zu unterschätzende CO2-Bilanz hauptsächlich verursacht durch Futterproduktion, Transport und Haltung. Trotzdem hat die Pensionspferdehaltung zugenommen. Zur CO2-Bilanz der Pferde kommt, dass die Pferdebesitzer mit ihren meist nicht klimaneutralen Kfz teilweise von weit her zu ihren Pferden kommen. Die Umwidmung wertvoller Ackerböden für die Freizeitpferdehaltung erscheint sehr fraglich. Die nahrungsmittelproduzierenden Landwirtschaft darf nicht abgelöst werden von einer freizeitorientierten Landwirtschaft. Auch muss sichergestellt sein, dass keine landwirtschaftlichen Subventionen für diese Umwidmung genehmigt werden.
2.
Kommentar von :Michael Schimpf
Wenn die Landwirtschaft in Deutschland ruinert wird...
nehme ich einfach Importware.
1.
Kommentar von :Anke Hofmann
Ernährung ist DIE Stellschraube für Arten- und Klimaschutz
"Baden-Württemberg kann alles außer Hochdeutsch", heißt es sinngemäß. Daher bitte deutlich mehr Engagement in Sachen Ernährungswende. Es ist nachgewiesen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Lebensmittelherstellung auf ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Vielffleischessers reduzieren kann
"Baden-Württemberg kann alles außer Hochdeutsch", heißt es sinngemäß. Daher bitte deutlich mehr Engagement in Sachen Ernährungswende. Es ist nachgewiesen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Lebensmittelherstellung auf ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Vielffleischessers reduzieren kann (vgl. Scarborough et al. 2023: Scarborough, P., Clark, M., Cobiac, L. et al. Vegans, vegetarians, fish-eaters and meat-eaters in the UK show discrepant environmental impacts. Nat Food 4, 565–574 (2023) - University of Oxford: Vegans, vegetarians, fish-eaters and meat-eaters in the UK show discrepant environmental impacts | Nature Food ). Die not-wendige Ernährungswende wird auch im aktuellen Agora Agrar-Report sowie in den IPCC-Veröffentlichungen immer wieder erwähnt. Mir scheint, vor allem die südlichen Bundesländer tun sich schwer damit. Daher bitte Mut und Haltung in der Stärkung pflanzenbasierter Ernährungsweise mit Vorreiterfunktion der öffentlichen Verwaltung, Schulen, Kitas. Nicht nur für einen gesunden Planeten, sondern auch für gesunde Menschen. Eine pflanzenbasierte Ernährung führt nicht nur zu mehr Klima- und Artenschutz, sondern auch zu einer deutlichen Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündlichen Gelenkerkrankungen und v.a. Darmkrebs. Wie die Auswirkungen unserer jetzigen Ernährung sich global auswirken, ist in dem wissenschaftlich sehr gut begleiteten Film "Wir essen bis zum Aussterben" zu sehen. Er kann gratis unter https://www.eating2extinction.com mit Sprachauswahl gestreamt werden.
Nur mit Ernährungswende schaffen wir es! Und das Tolle ist, hier kann jede und jeder von uns sofort etwas tun und die eigene Selbstwirksamkeit im Arten- und Klimaschutz erleben.
Liebe Landespolitiker:innen: Tun sie das Richtige und seien Sie Vorbild. Und unterstützen Sie landwirtschaftliche Betriebe beim Umstellen auf pflanzenbasierte Landwirtschaft.
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Zum Klimamaßnahmenregister Baden‑Württemberg – Bereiche Landwirtschaft und Landnutzung (LULUCF)
Die Landwirtschaft gehört bundes- wie landesweit zu denjenigen Sektoren, die am stärksten und unmittelbarsten vom Klimawandel betroffen sind. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen, Hitzephasen oder Spätfröste beeinträchtigen zunehmend die Erzeugung von Lebensmitteln und gefährden die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher
Die Landwirtschaft gehört bundes- wie landesweit zu denjenigen Sektoren, die am stärksten und unmittelbarsten vom Klimawandel betroffen sind. Extremwetterereignisse wie Dürreperioden, Starkregen, Hitzephasen oder Spätfröste beeinträchtigen zunehmend die Erzeugung von Lebensmitteln und gefährden die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Familienbetriebe. Eine klimaresiliente Landbewirtschaftung liegt daher nicht nur im gesamtgesellschaftlichen Interesse, sondern ist für die Landwirtschaft existenziell.
1. Unvermeidbare Emissionen und realistische Erwartungen
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband weist nachdrücklich darauf hin, dass ein gewisses Maß an Treibhausgasemissionen im Rahmen der Lebensmittelproduktion technisch und biologisch bedingt unvermeidbar sein wird. Pflanzen wachsen nur begrenzt effizienter, natürliche Prozesse sind nicht vollständig substituierbar, und die Landnutzung verursacht stets einen gewissen Grundsockel an Emissionen.
Vor diesem Hintergrund mahnen wir zu realistischen Erwartungen an die Landwirtschaft und zu einer differenzierten Betrachtung einzelner Produktionsrichtungen.
2. Wiederkäuerhaltung nicht dämonisieren – Dauergrünland erhalten
Mit Sorge betrachten wir die zunehmende gesellschaftliche und politische Tendenz, die Rinderhaltung pauschal als klimaschädlich darzustellen.
Zwar erzeugen Wiederkäuer Methan, jedoch ist dieses Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs: Das Methan wird nach etwa zwölf Jahren wieder zu CO₂ oxidiert und erneut von Pflanzen aufgenommen. Es handelt sich nicht um einen fossilen, zusätzlich wirkenden Eintrag.
Die Rinderhaltung sichert zudem die Bewirtschaftung und den Erhalt von Dauergrünland. Dauergrünland ist:
ein hochwirksamer Kohlenstoffspeicher,
ein bedeutendes Habitat für Biodiversität,
ein unverzichtbares Element einer vielfältigen Kulturlandschaft.
Ohne Nutzung würde Dauergrünland verbuschen oder in Ackerland umgewandelt – beides hätte deutliche negative Klimawirkungen. Klimaschutz in Baden‑Württemberg ist ohne Grünlandschutz nicht denkbar; und Grünlandschutz ist ohne Wiederkäuerhaltung unmöglich.
3. Fokus auf tatsächlich vermeidbare Emissionen richten
Wir empfehlen, die gesellschaftliche Klimadebatte stärker auf Emissionen zu lenken, die ohne Wohlstandsverlust vermeidbar sind – etwa:
energieintensive Kurzzeit-Städteflüge oder Fernreisen in alle Welt,
sehr energieaufwendige Kunstschneeproduktion, obwohl viele Skipisten selbst sichtbar unter Klimafolgen leiden,
übermäßiger Einsatz stromintensiver Freizeitangebote.
Die Landwirtschaft ist Teil der Lösung – andere Bereiche müssen stärker zu notwendigen Emissionsminderungen beitragen.
4. Unterstützung von Maßnahmen für klimaresiliente Land- und Forstwirtschaft
Der BLHV begrüßt ausdrücklich alle Initiativen des Landes, die zu einer stabilen, widerstandsfähigen und klimafitten Landbewirtschaftung beitragen. Hierzu zählt insbesondere das FAKT-Programm und die Holzbauinitiative, die den klimafreundlichen Baustoff Holz stärkt und damit auch die regionale Forstwirtschaft unterstützt.
5. Große Sorge über die Ausgestaltung der EU‑Wiederherstellungsverordnung
Mit großer Sorge betrachten wir die derzeitige Ausgestaltung der EU‑Wiederherstellungsverordnung (Nature Restoration Law).
Die dort geforderte verpflichtende Pflanzung bzw. Förderung einheimischer Baumarten in bestimmten Anteilen ignoriert die Realität des Klimawandels in Süddeutschland. Viele heimische Arten sind bereits heute durch Hitze- und Trockenstress massiv gefährdet.
Ein erfolgreicher Waldumbau erfordert die Möglichkeit, auch nicht-heimische, aber klimaresiliente Baumarten einzusetzen.
Starre Vorgaben gefährden den Aufbau zukunftsfähiger Wälder und damit die langfristige CO₂-Senkenleistung des Forstsektors.
6. Weitere Beispiele und Anliegen der Landwirtschaft
Um wirksamen Klimaschutz im Land zu erreichen, sind weitere Punkte zu berücksichtigen:
Erneuerbare Energien auf Betrieben: Photovoltaik auf Dächern, Agro-PV‑Konzepte und die Nutzung biogener Energieträger müssen unbürokratischer ermöglicht werden – ohne fruchtbare Flächen unnötig zu entziehen.
Humusaufbau und Bodenschutz: Landwirte leisten hier bereits viel; jedoch hemmen starre Vorgaben eine Praxisgerechte Umsetzung
Technologieoffenheit: Die Landwirtschaft braucht Zugang zu modernen Verfahren wie Precision Farming, klimaoptimierten Sorten, Digitalisierung und innovative Tierwohlställe. Diese müssen weiterhin durch das Land gefördert werden.
Planungssicherheit: Förder- und Klimaschutzmaßnahmen müssen auf langfristige Verlässlichkeit setzen, statt jährlich wechselnder Anforderungen. Bestandschutz für getätigte Investitionen stützt Zukunftsinvestitionen.
Der BLHV bekennt sich klar zu einer aktiven Rolle der Land- und Forstwirtschaft im Klimaschutz.
Wir erwarten jedoch, dass Klimapolitik mit der Land- und Forstwirtschaft gestaltet wird – nicht über sie hinweg. Nur gemeinsam können wir die Ernährungssicherheit, den Erhalt unserer Kulturlandschaft und wirksamen Klimaschutz miteinander verbinden.
LW auf Moorböden
LW auf trockenen Moorböden stößt 30 bis 40 t/ha und Jahr an CO2 Äquiv. aus. Hier bruacht es dringend eine Umstellung auf Nassbewirtschaftung und diese muss mit einer langen Laufzeit sowie mit ausreichend Geld unterstützt werden. Gleichzeitig sollte die Wertschöpfungskette für Paludi Produkte stark ausgebaut werden.
Klimamaßnahmenregister - Landwirtschaft- Stärkung der regionalen Vermarktung (Maßnahmenbündel)
Im Kapitel regionaler Wertschöpfung sollte der Lebensmittelhandel inkl. der Biogroßhändler als Adressaten fokussiert werden, denn der LEH spielt hier die entscheidene Rolle.
grundsätzliche Gedanken
Ich wurde gebeten, meinen Gesamttext auf die (hoffentlich) passenden Themenfelder aufzuteilen. Hier nun also nur in stakkato ein paar Anregungen ohne Gesamtkontext. Sorry.
Mein roter Faden hinter allem: stets all das in BW unattraktiv teuer zu machen, was dem Leben auf diesem Planeten schadet (für alle Lebewesen!), und alles zu fördern – durch
Ich wurde gebeten, meinen Gesamttext auf die (hoffentlich) passenden Themenfelder aufzuteilen. Hier nun also nur in stakkato ein paar Anregungen ohne Gesamtkontext. Sorry.
Mein roter Faden hinter allem: stets all das in BW unattraktiv teuer zu machen, was dem Leben auf diesem Planeten schadet (für alle Lebewesen!), und alles zu fördern – durch Anreize (!!!), möglichst nur selten durch Verbote – was Leben weiterhin ermöglicht. Als Big Picture also (notabene über diverse Legislaturperioden hinweg) Eigenverantwortung, Selbstwirksamkeit, Solidargemeinschaft, Fairness, Gerechtigkeit, Demokratie, Menschlichkeit, Natürlichkeit, Ur-Urenkeltauglichkeit.
Das Ganze immer fußend auf Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit, Konsequenz. Ich bin sicher, das killt dann auch sofort jede rechtsextreme Rückwärtsgerichtetheit und Herrenmenschenideologie, erst recht, wenn Menschen erst gar nicht mehr nach Europa flüchten müssen, da es in ihrer Heimat – aufgrund unseres Konsumverhaltens und Dekadenz – nicht mehr 50°C heiß wird, Dürren von Überschwemmungen von Wirbelstürmen von Dürren gefolgt werden und wir einfach unseren (Klamotten-)Müll und Mikroplastik in deren Vorgärten entsorgen.
Was von all dem gar nicht in Stuttgart gestaltet werden darf, sondern zwingend nach Berlin, Brüssel oder zur UNO gehört, dafür sorry again. Für dieses Kapitel hier rege ich also an:
· andere Anbaumethoden in der Landwirtschaft vorantreiben, erforschen und unterstützen (Agro-Forst, andere Fruchtfolgen oder was auch immer. nano und andere Wissenschaftssendungen berichten immer wieder über solches)
· 100% Agrarsubventionen nur noch für die Landwirtschaftsbetriebe, die keine Pestizide o.ä. mehr verwenden, Agroforst und Agro-PV einsetzen, Wildblumenstreifen an ihren Äckern und Feldern lassen, usw. usf.
· statt Agrar-Diesel zu subventionieren, Anreize für Elektro-, Wasserstoff-, …-Landmaschinen setzen
· sollte solche Anreiz nicht ausreichen, dann tatsächlich ein Pestizid- und Glyphosat-Aus in BW verordnen
· Massentierhaltung verteuern
· Agro-PV anstelle dieser Plastiknetze über Feldern und Obstplantagen = 2 Fliegen mit 1 Klappe
Pensionspferdehaltung statt Nahrungsmittelproduktion
Pferde haben eine nicht zu unterschätzende CO2-Bilanz hauptsächlich verursacht durch Futterproduktion, Transport und Haltung. Trotzdem hat die Pensionspferdehaltung zugenommen. Zur CO2-Bilanz der Pferde kommt, dass die Pferdebesitzer mit ihren meist nicht klimaneutralen Kfz teilweise von weit her zu ihren Pferden kommen. Die Umwidmung wertvoller
Pferde haben eine nicht zu unterschätzende CO2-Bilanz hauptsächlich verursacht durch Futterproduktion, Transport und Haltung. Trotzdem hat die Pensionspferdehaltung zugenommen. Zur CO2-Bilanz der Pferde kommt, dass die Pferdebesitzer mit ihren meist nicht klimaneutralen Kfz teilweise von weit her zu ihren Pferden kommen. Die Umwidmung wertvoller Ackerböden für die Freizeitpferdehaltung erscheint sehr fraglich. Die nahrungsmittelproduzierenden Landwirtschaft darf nicht abgelöst werden von einer freizeitorientierten Landwirtschaft. Auch muss sichergestellt sein, dass keine landwirtschaftlichen Subventionen für diese Umwidmung genehmigt werden.
Wenn die Landwirtschaft in Deutschland ruinert wird...
nehme ich einfach Importware.
Ernährung ist DIE Stellschraube für Arten- und Klimaschutz
"Baden-Württemberg kann alles außer Hochdeutsch", heißt es sinngemäß. Daher bitte deutlich mehr Engagement in Sachen Ernährungswende. Es ist nachgewiesen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Lebensmittelherstellung auf ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Vielffleischessers reduzieren kann
"Baden-Württemberg kann alles außer Hochdeutsch", heißt es sinngemäß. Daher bitte deutlich mehr Engagement in Sachen Ernährungswende. Es ist nachgewiesen, dass eine pflanzenbasierte Ernährung die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Lebensmittelherstellung auf ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Vielffleischessers reduzieren kann (vgl. Scarborough et al. 2023: Scarborough, P., Clark, M., Cobiac, L. et al. Vegans, vegetarians, fish-eaters and meat-eaters in the UK show discrepant environmental impacts. Nat Food 4, 565–574 (2023) - University of Oxford: Vegans, vegetarians, fish-eaters and meat-eaters in the UK show discrepant environmental impacts | Nature Food ). Die not-wendige Ernährungswende wird auch im aktuellen Agora Agrar-Report sowie in den IPCC-Veröffentlichungen immer wieder erwähnt. Mir scheint, vor allem die südlichen Bundesländer tun sich schwer damit. Daher bitte Mut und Haltung in der Stärkung pflanzenbasierter Ernährungsweise mit Vorreiterfunktion der öffentlichen Verwaltung, Schulen, Kitas. Nicht nur für einen gesunden Planeten, sondern auch für gesunde Menschen. Eine pflanzenbasierte Ernährung führt nicht nur zu mehr Klima- und Artenschutz, sondern auch zu einer deutlichen Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, entzündlichen Gelenkerkrankungen und v.a. Darmkrebs.
Wie die Auswirkungen unserer jetzigen Ernährung sich global auswirken, ist in dem wissenschaftlich sehr gut begleiteten Film "Wir essen bis zum Aussterben" zu sehen. Er kann gratis unter https://www.eating2extinction.com mit Sprachauswahl gestreamt werden.
Nur mit Ernährungswende schaffen wir es! Und das Tolle ist, hier kann jede und jeder von uns sofort etwas tun und die eigene Selbstwirksamkeit im Arten- und Klimaschutz erleben.
Liebe Landespolitiker:innen: Tun sie das Richtige und seien Sie Vorbild. Und unterstützen Sie landwirtschaftliche Betriebe beim Umstellen auf pflanzenbasierte Landwirtschaft.