Der Verkehrssektor hatte 2023 einen Anteil von 32,4 Prozent an den Treibhausgasemissionen im Land. Hierzu gehören alle Emissionen, die beim Einsatz von Kraftstoffen für die Mobilität entstehen. Der größte Anteil der Verkehrsemissionen entfällt mit circa 99 Prozent auf den Straßenverkehr. Das Sektorziel des Verkehrs gibt vor bis 2030 eine Reduktion der Emissionen um 55 Prozent (gegenüber 1990) zu erreichen.
KLIMA.LÄND: Übersicht der Maßnahmen im Sektor „Verkehr“
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Kein Neubau von Straßen
Das Land stoppt alle Planungen und noch nicht vergebene Aufträge zum Straßen Neu und Ausbau. In Zeiten knapper Kassen ist es nicht zu begründen, dass der Klima und Naturschädliche Straßen Neu- und Ausbau vorangetrieben wird. Die vorhandenen Mittel müssen in den Ausbau des ÖPNV und nachhaltigen Güterverkehrts fließen.
E-Scooter von Sharing-Anbietern aus den Städten verbannen
https://nationalgeographic.de
"Sharing is caring? Was geteilte Elektroroller betrifft, stimmt dieser beliebte Satz der Werbeindustrie offenbar nicht. Eine neue Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat die Klimafolgen der neuen Verkehrsmittel genau untersucht. Das Fazit: Sie schaden dem Klima sogar mehr, als dass sie es entlasten."
Zusätzlich gefährden die E-Scooter von Sharing Anbietern die umweltfreundlichsten und schwächsten Verkehrsteilnehmer:innen: die Gehwegnutzer:innen. E-Scooter von Sharing-Anbietern werden meist unkontrolliert abgestellt und blockieren die sowieso schon schmalen Gehwege.
Die berühmte "letzte Meile" kann umweltfreundlicher zu Fuß zurück gelegt werden.
Kommunen verpflichten den Fußverkehr zu fördern
"Gehen ist die natürlichste Form der Fortbewegung. ... " (Verkehrsminister Winfried Hermann) und die umweltfreundlichste. Fußverkehrschecks, Fußverkehrsstrategie seitens des Landes Baden-Württemberg, ein super Angebot für die Kommunen. Aber warum nur ein Angebot bzw. eine Einladung mitzumachen? Die Kommunen sollten verpflichtet werden, den Fußverkehr zu fördern und vor allem für die Sicherheit der Fußgänger:innen zu sorgen.
kombinierte Maßnahmen
Es benötigt kombinierte Maßnahmen im Verkehrssektor für positive Klimaeffekte
1. Tempolimit 120 km/h auf Autobahnen —> Reduziert CO₂-Emissionen und wäre sofort umsetzbar
2. Tempolimit 30 km/h in Städten —> Geringe direkte CO₂-Einsparung, aber bessere Luft, weniger Lärm, mehr Sicherheit —> Fördert den Umstieg auf ÖPNV/Rad, indirekte Klimawirkung
3. Förderung der E-Mobilität (Kaufprämien, Steuervergünstigungen) —> Beschleunigt Marktdurchdringung klimafreundlicher Fahrzeuge
4. Kostenlose Parkplätze & Sonderrechte für E-Autos —> Erhöht Attraktivität von E-Mobilität, fördert den Umstieg
5. Ausbau der Ladeinfrastruktur —> Ermöglicht großflächige E-Mobilität, reduziert die Reichweitenangst —> Voraussetzung für hohe E-Auto-Quote, unterstützt erneuerbare Energienutzung
6. Ausbau und Vergünstigung des öffentlichen Nahverkehrs, mehr ÖPNV-Nutzung —> CO₂-Reduktion —> Deutschlandticket, KlimaTicket als Vorbilder
7. Ausbau von Rad- und Fußwegen —> weniger Kraftstoffverbrauch in Städten —> Gesundheits- und Luftqualitätsvorteile
8. Car-Sharing und Ride-Sharing fördern —> Weniger Fahrzeuge, geringere Pro-Kopf-Emissionen. Reduziert Verkehrsaufkommen und Emissionen
9. Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene —> hohe CO₂-Einsparung —> Schiene ist deutlich emissionsärmer als Lkw
10. Verbot von Kurzstreckenflügen (wo Bahn-Alternative <2,5h) —> Bahn ist energieeffizienter als das Flugzeug —> signifikante Emissionsreduktion
11. Förderung grüner Logistik (z.B. Lastenräder, E-Lieferwagen) —> Reduziert Emissionen und Luftschadstoffe im urbanen Raum —> Besonders wirksam für die „letzte Meile“
12. Verkehrsmanagement (z.B. City-Maut, Parkraumbewirtschaftung) —> Verkehrsverlagering, weniger Stau, direkte Emissionssenkung London, Stockholm, Mailand als Erfolgsbeispiele
Gleiche Geschwindigkeitsbeschränkungen über längere Strecken
Eine relativ einfache Maßnahme wäre bestehende Geschwindigkeitsbeschränungen nicht aufzuheben, wenn danach nach mindestens X Metern (Zielführendend wären 500 bis 1000 Meter) wieder eine Geschwindigkeitsbegränzung greift. Dadurch würde unnötiges Beschleunigen und Bremsen vermieden.
Ein konkretes Beispiel um den Sachverhalt zu veranschaulichen:
Fährt man auf der B28 von Oberkirch Richtung Kehl kommt wird vor der Ab-/Auffahrt Zusenhofen (Punkt A) die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt. Nach der Auffahrt (Punkt B) wird die Geschwigkeisbeschränkung aufgehoben (folgich gilt 100 km/h). Nach 450 m (Punkt C) wird für die Auffahrt Nußbach die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt. Um nach der Auffahrt wieder aufgehoben zu werden (Punkt D).
Ergebis für den Autofahrer:
100 km/h -> Abbremsen auf 70 km/h bei Punkt A - 450 m -> Beschleunigen auf 100 km/h bei Punkt B -- 450 m -> Abbremsen auf 70 km/h bei Punkt C -500 m-> Beschleunigen auf 100 km/h bei Punkt D.
Eine durchgängige Geschwindikeitsbeschränkung von 70 km/h ab Punkt A bis Punkt D wäre das Ziel. Auf Stecken die ich kenne beschleunige ich für solch kurze Stecken nicht, leider führt dies nur zu riskanten Überhohlmanövern. Auf Stecken die ich nicht kenne Frage ich mich nur Kopfschüttelnd, für was ich überhaupt beschleunigt habe.
Vermutlich könnte dies fächendeckend durch eine Dienstanweisung/ Anpassung der Richtlinen des Verkehrsministeriums umgesetzt werden. Der Aufwand für die Staßenmeistereien wäre das "Ende der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit 70 km/h" -Schild bei Punkt B durch ein "Zugelassene Höchstgeschwindigkeit 70 km/h"- Schild zu ersetzen. Das "Zugelassene Höchstgeschwindigkeit 70 km/h"- Schild bei Punkt C entfällt ersatzlos. Dadurch enfällt langfristig sogar der Wartungsaufwand für ein Schild.
Deutschland Ticket für 19 €
Das Land bezuschusst das Deuschlandticket für Menschen mit Wohnsitz in Baden-Württemberg. Das Deutschland Ticket kostet für Baden-Württemberger 19 € pro Monat. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zum sozial gerechten Klimaschutz.
Die aktuellen Kosten für das Deutschland Ticket sind mit 63€ pro Monat zu hoch. Dadurch ist das Deutschlandticket nur noch für Menschen interessant, die D-Ticket regelmäßig nutzen, z.B. Berufspendler. Diese hatten in der Regeln schon vor einführung des 9-€ Tickets ein ÖPNV Abo, der Klimanutzten mehr Personenverkehr auf den ÖPNV zu verlagern wird dadurch verfehlt.
Für 19 € lohnt sich das Deutschland-Ticket auch für Menschen die nur gelegentlich den ÖPNV nutzen z.B.: für Wochenendausflüge (die sonst mit dem Auto erfolgen).
Energieeffizientes Tempolimit
Tempolimit für Kraftfahrzeuge auf Autobahnen 100 km/h und Landstraße 80 kmh/h. Begründung: Verbrennungsmotoren und Elektroautos haben in diesem Bereich die größte Energieeffizienz.
Effizienzzuschuss für Elektroautos
Elektroautos mit einem Stromverbrauch > 20 KWh benötigen keinen Zuschuss aus Steuermitteln, da sie zu viel Strom verbrauchen und Stromfresser sind. Vorschlag: Elektroautos 15-20 kWh kleiner Zuschuss. < 15 kWh großer Zuschuss.
Klimabonus für ÖPNV-Nutzung
Bei kostenlosem ÖPNV würden viele Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen. CO2-Ausstoß und Stau würden abnehmen. Vorschlag: werden die Klimaziele vom Land BW eingehalten müssen Bürger die Fahrkarte für Bus und Bahn selber zahlen - werden die Klimaziele vom Land BW nicht erreicht, übernimmt das Land die Kosten für Bus und Bahn.
City-Maut in den Innenstädten
Wie andere europäische Großstädte auch sollten Autos, die in Innenstädte wollen, eine City-Maut entrichten. Damit könnte der ÖPNV deutlich vergünstigt oder sogar kostenlos angeboten werden. Dies ist eigentlich Städte-Sache, aber vielleicht kann das Land einen regulatorischen Rahmen dafür setzen.