Ganztagsformen und Betreuung
Die Einrichtung einer Ganztagsschule an der Bühl-Grundschule wird vorbereitet. Im Beteiligungsprozess geht es um die Form und konkrete Gestaltung des Ganztags sowie um die Zukunft des Außenstandorts Bollingen. Die genauen Schul- und Betreuungszeiten stehen noch nicht fest.
Nein, der Begriff allein sagt noch nichts über die genauen Anwesenheitszeiten aus. Diese hängen vom gewählten Zeitmodell und der Ausgestaltung ab. Nach Aussage von Schulleiterin Ricarda Paulisch soll die Planung den bestehenden Bedarf berücksichtigen. Welche Tage sowie Anfangs- und Endzeiten für Dornstadt vorgesehen werden, ist noch offen. Hier gibt es einen Spielraum von mindestens drei Tagen mit sieben Stunden bis zu fünf Tagen mit acht Stunden. Der Bedarf wird mit einer Umfrage bei den Eltern erhoben und darauf basierend ein Konzept erstellt.
In der Wahlform entscheiden Eltern, ob ihr Kind am schulischen Ganztag teilnimmt. Für angemeldete Kinder ist die Teilnahme an den vorgesehenen Ganztagstagen verbindlich. In der verbindlichen Form ist der Ganztag für alle Kinder der betreffenden Schule vorgesehen. Welche konkreten Möglichkeiten sich daraus für Familien in Dornstadt ergeben, muss im weiteren Verfahren erläutert werden.
Nach Aussage von Frau Paulisch ist eine Teilnahme nur an einem einzelnen Tag innerhalb des schulischen Ganztagsmodells nicht vorgesehen. Wer sein Kind für den Ganztag anmeldet, entscheidet sich für das vorgesehene Zeitmodell. Eine tageweise Buchung ist davon zu unterscheiden.
Nach den Erläuterungen von Frau Paulisch und Hauptamtsleiter Herrn Hunke ist an Tagen mit schulischem Ganztagsangebot kein paralleles kommunales Betreuungsmodell vorgesehen. Ergänzende Betreuung an anderen Tagen wurde angesprochen, hier füllt die kommunale Betreuung die Angebote der Schule bis zu den gesetzlich vorgegebenen Betreuungszeiten auf. Welche Angebote außerhalb der Ganztagszeiten und für Kinder ohne Ganztagsanmeldung verfügbar sein werden, ist noch zu klären.
Diese Frage wurde ausdrücklich gestellt. Ob und wie ein solcher Bedarf durch kommunale Betreuung abgedeckt werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt. Dafür müssen die künftigen Ganztagstage, ergänzenden Betreuungsangebote und Buchungsmöglichkeiten gemeinsam dargestellt werden.
Frau Paulisch erläuterte, dass sich das Angebot und die Betreuungszeiten weiterentwickeln lassen, wenn es gut angenommen wird. Das bedeutet eine mögliche spätere Weiterentwicklung des Angebots. Eine individuell schrittweise Ausweitung der Anwesenheit einzelner Kinder wurde noch nicht verbindlich geklärt.
Schulischer Ganztag ist kostenfrei. Kommunale Betreuungsangebote sind kostenpflichtig. Konkrete künftige Gebühren stehen noch nicht fest. Auch die Kombination aus Mittagessen, Mittagsbetreuung, schulischem Ganztag und ergänzender Betreuung muss noch genauer erläutert werden. Wichtig ist dabei eine Gleichbehandlung aller Ortsteile.
Schullaltag, Förderung und Freizeit
Frau Paulisch beschrieb einen Tagesablauf, in dem sich Lernen, Bewegung, kreative Angebote und soziale Aktivitäten abwechseln. Dazu könnten beispielsweise Forscherzeiten oder Schreibwerkstätten gehören. Die Angebote sollen ineinandergreifen und teilweise fächerübergreifend sein. Ein konkreter Stundenplan liegt noch nicht vor.
Die vorgestellten Überlegungen umfassen auch pädagogisch gestaltete Lern- und Übungszeiten sowie kreative, sportliche und soziale Angebote. Frau Paulisch erläuterte, dass der gebundene Ganztag einen stärkeren Wechsel zwischen verschiedenen Aktivitäten ermöglicht. Die konkrete Verteilung hängt vom Modell und dem pädagogischen Konzept ab.
Frau Paulisch betonte die Vielfalt der Schülerschaft. Unterschiedliche Räume und Angebote sollen helfen, auf verschiedene Bedürfnisse einzugehen. Die Teilnehmenden fragten auch nach möglicher Überforderung und der Unterstützung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten. Welche Rückzugs-, Förder- und Unterstützungsangebote konkret vorgesehen werden, ist noch auszuarbeiten.
In den meisten schulischen Ganztagsangeboten gibt es keine klassischen Hausaufgaben mehr. Zu klären ist, wie Eltern Einblick in den Lernstand ihres Kindes erhalten und es bei Bedarf unterstützen können.
Nach Aussage von Frau Paulisch können neben Lehrkräften auch externe Fachkräfte und Kooperationspartner Angebote übernehmen. Ein Teil der zusätzlich zugewiesenen Lehrerstunden kann dafür in Geldmittel umgewandelt werden. Die konkrete Aufgabenverteilung, Qualifikation der Mitwirkenden und personelle Ausstattung müssen noch festgelegt werden.
Frau Paulisch erläuterte, dass die zugewiesenen Mittel von den maßgeblichen Kinderzahlen abhängen. In der verbindlichen Form seien diese Zahlen besser vorhersehbar. In der Wahlform könnten schwankende Anmeldungen die längerfristige Personalplanung erschweren.
Ja, Kooperationen werden geprüft. Frau Paulisch berichtete von einer bestehenden Zusammenarbeit mit einem Schwimmverein, weiteren Anfragen und bereits bekundetem Interesse. Sport, Musik, Tanz oder kreative Angebote könnten in den Ganztag eingebunden werden. Welche Kooperationen zustande kommen, hängt von der gewählten Ausgestaltung und den Vereinbarungen mit den Anbietern ab.
Die Abstimmung von Ganztagszeiten und außerschulischen Angeboten wurde als wichtiges Thema benannt. Auch eine Einbindung einzelner Angebote in den schulischen Ganztag wurde vorgeschlagen. Ob Vereine ihre Trainingszeiten ändern oder welche Angebote sich zeitlich kombinieren lassen, wird von Fall zu Fall verschieden sein.
Frau Paulisch erläuterte, dass ein Wechsel möglich sein soll, wenn ein Angebot einem Kind nicht liegt. Wie Auswahl und Wechsel konkret organisiert werden, ist noch offen.
Außenstandort Bollingen und Schulwege
Nein. Der Erhalt, mögliche Alternativen und die Folgen einer Zusammenführung wurden als Themen für die weitere Prüfung benannt. Dabei wurden sowohl die Bedeutung der kleinen Schule für Kinder und Ortsteil als auch finanzielle und bauliche Fragen angesprochen.
Die Entscheidungen beeinflussen sich gegenseitig: Je nach Ganztagsmodell stellen sich unterschiedliche Fragen zu Standorten, Schülerzahlen, Räumen und Organisation. In der Veranstaltung wurde auch angeregt, zu prüfen, ob sich einzelne Entscheidungen zeitlich entzerren oder Übergangsmodelle entwickeln lassen.
Diese Möglichkeit wurde als Prüfidee eingebracht. Offen sind dann unter anderem die Zuordnung der Klassen 3 und 4, die Aufnahmekapazitäten anderer Schulen, notwendige bauliche Anpassungen und die Finanzierung. Eine ausgearbeitete oder beschlossene Lösung liegt dazu noch nicht vor.
Frau Paulisch verwies auf die Möglichkeit einer Anmeldung an einer anderen Schule.
Information, Beteiligung und Entscheidung
Die Teilnehmenden wünschten sich verständliche Informationen zu den Unterschieden der Modelle und ihren Folgen im Alltag. Vorgeschlagen wurden eine gekürzte Präsentation mit Vergleichstabelle, Informationen in der Dornstadt-App und den Eltern-Apps der Kindergärten sowie ein kurzes Video. Welche Kanäle und Formate umgesetzt werden, ist noch nicht festgelegt.
Die Abfrage soll die benötigte Betreuung der Familien erfassen. In der Veranstaltung wurden Fragen zum Kreis der Befragten, zur Berücksichtigung aller Ortsteile und zur Aussagekraft der Ergebnisse gestellt. Der genaue Teilnehmerkreis, der Zugang zur Befragung und die Auswertungsmethode sind noch genauer zu erläutern.
Die Themensammlung hat Fragen, Erfahrungen und Anforderungen für den weiteren Prozess zusammengetragen. Besonders angesprochen wurden Wahlmöglichkeiten, Familienzeiten, die Zusammenarbeit mit der Schule und der Einblick in die Entwicklung der Kinder. Diese Themen sollen im Arbeitskreis vertieft werden. Zusätzlich wurden weitere Möglichkeiten zum Austausch mit Eltern angeregt.
Der Gemeinderat entscheidet auf Grundlage einer Beschlussvorlage. Die Beteiligung soll ihm Informationen und unterschiedliche Perspektiven für seine Entscheidung liefern. Herr Hunke verwies für Tagesordnungspunkte auf das Ratsinformationssystem der Gemeinde. Die Gemeinderäte betonten, dass sie die Bedeutung der Entscheidung sehen und eine sinnvolle Lösung für die Gemeinde suchen.


