Wechsel von Realschule auf Gymnasium hat gut geklappt
Die multilaterale Versetzungsordnung lebt- auch mit G8!
Unser Kind wechselte 2008 von der 6. Klasse Realschule, wo es aufgrund verpflichtender Grundschulempfehlung gelandet war, auf die 7. im Gymnasium, wiederum aufgrund Empfehlung der Realschule. Es musste 2 Jahre Französisch nachlernen. Empfehlung der Schullaufbahnberatung des Schulamtes: im […]
Die multilaterale Versetzungsordnung lebt- auch mit G8!
Unser Kind wechselte 2008 von der 6. Klasse Realschule, wo es aufgrund verpflichtender Grundschulempfehlung gelandet war, auf die 7. im Gymnasium, wiederum aufgrund Empfehlung der Realschule. Es musste 2 Jahre Französisch nachlernen. Empfehlung der Schullaufbahnberatung des Schulamtes: im Notfall hier eine 5 bis zum Abi durchziehen - gäbe dann ein Fach-Abitur. Dies war nicht notwendig, bei Beginn der Kursstufe gab es hier eine ordentliche Note und eine DELF-Prüfung. In Englisch und Mathematik direkt ohne Probleme eingestiegen und mit 17 Abitur gemacht, dann Praktikum im Ausland, danach Ingenieursstudium. Es hängt auch vom aufnehmenden Gymnasium ab, wie das klappt. Die Schulleitung an unserem Gymnasium bescheinigte solchen Wechslern eine hohe Motivation. Organisatorisch wurde die Französischnote ein Jahr ausgesetzt.
Problem ist nicht G8, meiner Meinung nach, sondern die Grundschule. Eine Studie bescheinigt Studienanfängern an baden-württembergischen PHs, dass 25% derselben dieses Studium nicht aus der richtigen Motivation beginnen ( "Ein Viertel hat nie gebrannt"). Eine Iglu -Studie bescheinigte, dass in Baden-Württemberg 50% der Grundschulempfehlungen falsch sind - sowohl nach unten, als auch nach oben. Obwohl das Problem teilweise erkannt wurde, wurde das Studium für Grundschulen nur von 6 auf 7 Semester verlängert: es fehlt eindeutig an Fachlichkeit. Weil zuwenig Grundschul-Mathematiklehrer ausgebildet werden, unterrichten zu viele Lehrerinnen ohne Leidenschaft und Verstand dieses schöne Fach. Die Unsicherheit der Lehrerinnen überträgt sich lt. einer amerikanischen Studie auf die Schülerinnen. Die Prägung lässt sich nur schwer beheben. Eh voilà, da ist der Grund, warum in Baden-Württemberg so wenige Abiturienten MINT-Fächer studieren.
Unser Kind hat übrigens über die ganze Schulzeit Hobbies gehabt, Sport getrieben und sich mit Freunden getroffen.
M.E. sollte, wer mit G8 nicht zurecht kommt, auf die Gemeinschaftsschule gehen.
22.
Kommentar von :ohne Name 57832
G8/G9
Ich bin als hauptberuflicher Trainer im Leistungssport tätig und bin der Meinung, dass alle Gymnasien einen G9-Weg anbieten sollten. Derzeit bei G8 habe ich teilweise Sechstklässler im Training, welche dreimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben. Wie sollen diese Schüler einen vernünftigen Trainingsumfang bekommen? Desweiteren wird meine Tochter […]
Ich bin als hauptberuflicher Trainer im Leistungssport tätig und bin der Meinung, dass alle Gymnasien einen G9-Weg anbieten sollten. Derzeit bei G8 habe ich teilweise Sechstklässler im Training, welche dreimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben. Wie sollen diese Schüler einen vernünftigen Trainingsumfang bekommen? Desweiteren wird meine Tochter in G8 im Alter von 17 Abitur machen. Ich frage mich, warum wir so früh dran sein müssen in einer Generation, welche höchstwahrscheinlich bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten muss, um das Rentensystem nicht kollabieren zu lassen. Ich bin ganz klar für eine gestreckte Schulzeit G9, welche übrigens fast in allen anderen Bundesländern die Regel ist.
23.
Kommentar von :Michael Hirn
Auswirkungen auf das Personal in allen Schulen
Man kann nicht über eine Verlängerung der gymnasialen Schulzeit diskutieren, ohne über die Auswirkungen für den Landeshaushalt zu beachten. Geld, das für zusätzliche Lehrkräfte im Rahmen von G9 ausgegeben wird, an anderer Stelle fehlen. Ein Beispiel: Seit Jahren wird gefordert, an den Grundschulen Förderstunden einzurichten. Bisher ohne Erfolg: Die […]
Man kann nicht über eine Verlängerung der gymnasialen Schulzeit diskutieren, ohne über die Auswirkungen für den Landeshaushalt zu beachten. Geld, das für zusätzliche Lehrkräfte im Rahmen von G9 ausgegeben wird, an anderer Stelle fehlen. Ein Beispiel: Seit Jahren wird gefordert, an den Grundschulen Förderstunden einzurichten. Bisher ohne Erfolg: Die Grundschulen sind die einzige Schulart ohne Förderstunden. Ein anderes Beispiel: An den SBBZ und in der Inklusion fehlen rund 15 Prozent der für eine auskömmliche Lehrkräfteversorgung. Seit Jahren fällt massiv Unterricht aus und das Bildungsrecht der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung wird mit Füßen getreten.
24.
Kommentar von :Schwendemann
Es geht um KINDER …
… also welche Art von Pädagog*innen kamen auf die Idee mit G8?
Dass überhaupt Argumente für G8 gefunden werden können, liegt an unserem meiner Meinung nach sehr verbogen Schulsystem. In der Bildungslandschaft, die ich mir vorstelle, sind diese Argumente aber nicht plausibel. Denn dort wird, verkürzt dargestellt, schüler- und kompetenzorientiert […]
… also welche Art von Pädagog*innen kamen auf die Idee mit G8?
Dass überhaupt Argumente für G8 gefunden werden können, liegt an unserem meiner Meinung nach sehr verbogen Schulsystem. In der Bildungslandschaft, die ich mir vorstelle, sind diese Argumente aber nicht plausibel. Denn dort wird, verkürzt dargestellt, schüler- und kompetenzorientiert unterrichtet.
Kleiner Exkurs: Effizienz, eine auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft und eine Leistungsgesellschaft haben uns viel Wohlstand gebracht. Doch wer sich den sozialen und ökologischen Zustand der Welt anschaut, muss zu dem Ergebnis kommen, dass diese Leitsterne ausgedient haben, da sie mittlerweile mehr Schaden als Nutzen bringen.
Zurück zur Schule: G8 folgt diesen ausgedienten Leitideen. Es ist Zeit, umzudenken. Die Vorteile von G8 sind nur in dem veralteten System plausibel.
Wer größer denkt,
wer sich eine bessere Bildungslandschaft vorstellen kann,
wer pädagogisch denkt,
wer es Kindern erlaubt , Kinder zu sein
setzt sich für G9 ein.
Wir müssen anfangen, Schule umzubauen und neu zu denken. Es gibt dazu viele Ansatzpunkte. Warum nicht bei G8 anfangen und es abschaffen.
25.
Kommentar von :Interessierter und informierter Bürger
alles soll bitte so bleiben wie es ist - nur besser
Jede Veränderung an einer Stelle hat eine Auswirkung an einer anderen Stelle - aber wenn man an keiner Stelle anfängt, ändert sich nie etwas!
Jeder möchte auf der Seite der Gewinner stehen und nicht zu den Verlieren gehören, jeder versucht seinen Teil am Kuchen so groß wie möglich zu machen - und das auf dem Rücken unserer Kinder.
Der Kuchen […]
Jede Veränderung an einer Stelle hat eine Auswirkung an einer anderen Stelle - aber wenn man an keiner Stelle anfängt, ändert sich nie etwas!
Jeder möchte auf der Seite der Gewinner stehen und nicht zu den Verlieren gehören, jeder versucht seinen Teil am Kuchen so groß wie möglich zu machen - und das auf dem Rücken unserer Kinder.
Der Kuchen ist nicht groß genug für alle, noch nicht (das kann nur die Politik ändern und die Budgets entsprechend erhöhen). Aber wenn man nicht genug Kuchen hat, soll man den fertigen Kuchen nicht lieber essen und gleichzeitig anfangen neuen Kuchen zu backen, damit die, die noch nichts abbekommen haben, in der nächsten Runde etwas bekommen?
Wofür hat man fertige Konzepte in der Schullade, was wäre sofort umsetzbar und würde das System vorübergehend sogar entlasten? - Eine Umstellung auf G9 - das gibt Luft sich um die anderen nicht minder wichtigen Themen und Schularten zu kümmern.
26.
Kommentar von :ohne Name 53445
Übergang in weiterführende Schule, Bildungsföderalismus
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir […]
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir brauchen dringendst ein einheitliches Bildungssystem und das am besten modern.
Das bedeutet: weg vom klassischen Gymnasium oder der Realschule/Mittelschule und Hauptschule mit Noten, extremem Druck und einer Klassifizierung der Kinder. Hin zu einem modernen, alltagstauglichen Ganztagskonzept ohne Hausaufgaben und Noten mit einer genauen Bewertungsskala wie das an Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen beispielsweise schon üblich ist. Mit positiver Motivation, praktischen Inhalten, Lerncoachings, Aufklärung über finanzielle, politische, sexuelle, biologische und mediale Themen sowie kultureller, sportlicher, sprachlicher und technischer Förderung. Weg von Fächern hin zu lebensnahen Projekten.
Zudem sollte auch über die Schulferien nachgedacht werden, die, zusätzlich zu vielen weiteren Terminen, an denen früher Schulschluss ist, alle von ein bis zwei berufstätigen Elternteilen abgedeckt werden müssen, die nur 30 Tage Urlaub haben - sowohl zeitlich als auch finanziell und pädagogisch wertvoll. Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Kinder so lange wie möglich zusammenbleiben, um die sozialen Strukturen zu stärken, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, Freunde zu finden und ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Auseinanderreißen der Kinder nach dem 4. Schuljahr, wo niemand weiß, was das Kind später beruflich machen könnte, ist vollkommen sinnbefreit, was alle Eltern so sehen, die ich frage. Denn dann wird in der 6. doch aufs Gymnasium gewechselt oder in der 7. auf die Realschule, wo sich das Kind wieder auf neue Personen und Umstände einrichten muss.. keine idealen Voraussetzungen. Dazu sollte sich jeder und jede soviel Zeit zum Lernen nehmen wie gebraucht wird und nicht alle Hobbies und Freunde aufgeben müssen, nur um in 8 Jahren das Abitur zu schaffen. Wichtig ist dabei die Frage: wie können wir Schule wieder attraktiv für Schüler/Schülerinnen und Lehrer/Lehrerinnen machen, sodass lernen Spaß macht und die Neugier der Kinder nicht irgendwann verloren geht.
27.
Kommentar von :Schule im 21. JH
Auswirkungen auf andere Schularten
Ein flächendeckendes G9 würde die Attraktivität des Gym. weiter erhöhen! Doch schon jetzt beklagen die Gym die große Heterogenität ihrer SuS. Manches Gym klagt über Platznot.
Schaut man sich die Angebote der Beruflichen Gym an, entdeckt man eine riesige Vielfalt, die ein Gym nicht bieten kann. Die Berufl. Gym sorgen sich zu Recht wg. sinkender […]
Ein flächendeckendes G9 würde die Attraktivität des Gym. weiter erhöhen! Doch schon jetzt beklagen die Gym die große Heterogenität ihrer SuS. Manches Gym klagt über Platznot.
Schaut man sich die Angebote der Beruflichen Gym an, entdeckt man eine riesige Vielfalt, die ein Gym nicht bieten kann. Die Berufl. Gym sorgen sich zu Recht wg. sinkender Schülerzahlen im Falle eines G9. Das Angebot müsste dann dort bedauerlicherweise reduziert werden.
Auch die Gemeinschaftsschulen würden weitere SuS an die Gym verlieren, die sie für das Gelingen ihres Konzeptes brauchen!
Bei einer 40 - 50 % Übertrittsquote auf die Gym, bei der über 90 % der SuS eine Gym-Empfehlung der Grundschule haben, darf gefragt werden, ob das Konzept der Gym überhaupt noch zeitgemäß ist.
Keine erfolgreiche und mit Deutschland vergleichbare Bildungsnation hat noch ein gegliedertes Bildungssystem und trennt so früh wie wir die Kinder in "Leistungsgruppen" auf!
Die Bildungswissenschaft ist sich überwiegend einig, dass die Strukturen in diesen Ländern es mehr Kindern ermöglichen, einen erfolgreichen Bildungsabschluss zu erhalten. Und das dazu noch stressfreier und mit den Kompetenzen für das 21. Jahrhundert ausgestattet.
Was übrigens auch Teilhabe, Stärkung der Demokratie und nicht zuletzt auch Lebensglück des Einzelnen ermöglicht!
Egal, welche Argumente auch angeführt werden, DAS ist m. E. ein zentrales Argument, nicht auf Symptome wie G8/G9 zu schauen, sondern unser Bildungssystem als Ganzes auf den Prüfstand zu stellen!
28.
Kommentar von :ohne Name 60133
Wer bitte hat überhaupt das G8 erfunden
Es geht hier um die Zukunft unseres Landes. Immer mehr Fächer in immer weniger Zeit packen? Dann noch jede Menge Unterrichtsausfall wegen Lehrermangel. Mut zur Lücke ist bei uns an der Tagesordnung. Traurig aber wahr. Warum hat man das überhaupt mal eingeführt? Es ist für alle Lehrer, Kinder und Eltern das Beste wieder auf G9 zu setzen. Ausser wor […]
Es geht hier um die Zukunft unseres Landes. Immer mehr Fächer in immer weniger Zeit packen? Dann noch jede Menge Unterrichtsausfall wegen Lehrermangel. Mut zur Lücke ist bei uns an der Tagesordnung. Traurig aber wahr. Warum hat man das überhaupt mal eingeführt? Es ist für alle Lehrer, Kinder und Eltern das Beste wieder auf G9 zu setzen. Ausser wor wollen noch weiter absteigen.
29.
Kommentar von :Ohne Name
Kinder stärken
G9 wird nicht die Lösung sein, zu wenig Lehrer*innen, zudem unglaublich teuer. Es gibt bereits verschiedenste Wege zum G9 und die damit verbundene Hochschulreife, für mich nicht nachvollziehbar warum es für Kinder denen G8 zu konzentriert ist, nicht über die GMS oder beruflichen Gymnasien ihren Abschluss machen sollten.
Die Kinder müssen für ihre […]
G9 wird nicht die Lösung sein, zu wenig Lehrer*innen, zudem unglaublich teuer. Es gibt bereits verschiedenste Wege zum G9 und die damit verbundene Hochschulreife, für mich nicht nachvollziehbar warum es für Kinder denen G8 zu konzentriert ist, nicht über die GMS oder beruflichen Gymnasien ihren Abschluss machen sollten.
Die Kinder müssen für ihre Zukunft sehr viel stemmen, das elitäre Ellenbogengesellschaftsdenken verhilft da nicht weiter, es ist aus der Zeit gefallen. Lernen und Bildung sollte sich auf gemeinschaftliches Lernen konzentrieren, leben und lernen durch Heterogenität, der zukünftige Spiegel unserer Gesellschaft. Hierauf sollte die Konzentration liegen.
30.
Kommentar von :ohne Name 61366
Das Ziel
Das Gymnasium ist für lernwillige und theoriebegabte Teenager. Dieser Zeitpunkt tritt nicht immer zum Ende des 4. Schuljahres ein, sondern teilweise auch erst später. Er sollte aber auf jeden Fall von Pädagogen festgestellt werden und verbindlich ausgesprochen werden können und nicht durch den Ehrgeiz von Eltern.
Ein G9 ermöglicht sicher auch […]
Das Gymnasium ist für lernwillige und theoriebegabte Teenager. Dieser Zeitpunkt tritt nicht immer zum Ende des 4. Schuljahres ein, sondern teilweise auch erst später. Er sollte aber auf jeden Fall von Pädagogen festgestellt werden und verbindlich ausgesprochen werden können und nicht durch den Ehrgeiz von Eltern.
Ein G9 ermöglicht sicher auch "langsamer" lernenden Jungen und Mädchen Abitur. In der gleichen Zeit ist das Abi aber auch in der Kombi Realschule + berufliches Gymnasium zu erreichen. Und sogar in der gleichen Zeit mit Werkrealschule und beruflichem Abitur (für späte Durchstarter). Warum diskutieren wir hier daher die Abschaffung des G8? G8 ist meines erachtens gut meisterbar für Kinder, die eine klare Gymnasialempfehlung haben inkusive Zeit für Hobbies und chillen.
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Kommentare
Sie konnten den Themenbereich bis zum 22. September 2023, 17 Uhr, kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
Wechsel von Realschule auf Gymnasium hat gut geklappt
Die multilaterale Versetzungsordnung lebt- auch mit G8!
Unser Kind wechselte 2008 von der 6. Klasse Realschule, wo es aufgrund verpflichtender Grundschulempfehlung gelandet war, auf die 7. im Gymnasium, wiederum aufgrund Empfehlung der Realschule. Es musste 2 Jahre Französisch nachlernen. Empfehlung der Schullaufbahnberatung des Schulamtes: im Notfall hier eine 5 bis zum Abi durchziehen - gäbe dann ein Fach-Abitur. Dies war nicht notwendig, bei Beginn der Kursstufe gab es hier eine ordentliche Note und eine DELF-Prüfung. In Englisch und Mathematik direkt ohne Probleme eingestiegen und mit 17 Abitur gemacht, dann Praktikum im Ausland, danach Ingenieursstudium. Es hängt auch vom aufnehmenden Gymnasium ab, wie das klappt. Die Schulleitung an unserem Gymnasium bescheinigte solchen Wechslern eine hohe Motivation. Organisatorisch wurde die Französischnote ein Jahr ausgesetzt.
Problem ist nicht G8, meiner Meinung nach, sondern die Grundschule. Eine Studie bescheinigt Studienanfängern an baden-württembergischen PHs, dass 25% derselben dieses Studium nicht aus der richtigen Motivation beginnen ( "Ein Viertel hat nie gebrannt"). Eine Iglu -Studie bescheinigte, dass in Baden-Württemberg 50% der Grundschulempfehlungen falsch sind - sowohl nach unten, als auch nach oben. Obwohl das Problem teilweise erkannt wurde, wurde das Studium für Grundschulen nur von 6 auf 7 Semester verlängert: es fehlt eindeutig an Fachlichkeit. Weil zuwenig Grundschul-Mathematiklehrer ausgebildet werden, unterrichten zu viele Lehrerinnen ohne Leidenschaft und Verstand dieses schöne Fach. Die Unsicherheit der Lehrerinnen überträgt sich lt. einer amerikanischen Studie auf die Schülerinnen. Die Prägung lässt sich nur schwer beheben. Eh voilà, da ist der Grund, warum in Baden-Württemberg so wenige Abiturienten MINT-Fächer studieren.
Unser Kind hat übrigens über die ganze Schulzeit Hobbies gehabt, Sport getrieben und sich mit Freunden getroffen.
M.E. sollte, wer mit G8 nicht zurecht kommt, auf die Gemeinschaftsschule gehen.
G8/G9
Ich bin als hauptberuflicher Trainer im Leistungssport tätig und bin der Meinung, dass alle Gymnasien einen G9-Weg anbieten sollten. Derzeit bei G8 habe ich teilweise Sechstklässler im Training, welche dreimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben. Wie sollen diese Schüler einen vernünftigen Trainingsumfang bekommen? Desweiteren wird meine Tochter in G8 im Alter von 17 Abitur machen. Ich frage mich, warum wir so früh dran sein müssen in einer Generation, welche höchstwahrscheinlich bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten muss, um das Rentensystem nicht kollabieren zu lassen. Ich bin ganz klar für eine gestreckte Schulzeit G9, welche übrigens fast in allen anderen Bundesländern die Regel ist.
Auswirkungen auf das Personal in allen Schulen
Man kann nicht über eine Verlängerung der gymnasialen Schulzeit diskutieren, ohne über die Auswirkungen für den Landeshaushalt zu beachten. Geld, das für zusätzliche Lehrkräfte im Rahmen von G9 ausgegeben wird, an anderer Stelle fehlen. Ein Beispiel: Seit Jahren wird gefordert, an den Grundschulen Förderstunden einzurichten. Bisher ohne Erfolg: Die Grundschulen sind die einzige Schulart ohne Förderstunden. Ein anderes Beispiel: An den SBBZ und in der Inklusion fehlen rund 15 Prozent der für eine auskömmliche Lehrkräfteversorgung. Seit Jahren fällt massiv Unterricht aus und das Bildungsrecht der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung wird mit Füßen getreten.
Es geht um KINDER …
… also welche Art von Pädagog*innen kamen auf die Idee mit G8?
Dass überhaupt Argumente für G8 gefunden werden können, liegt an unserem meiner Meinung nach sehr verbogen Schulsystem. In der Bildungslandschaft, die ich mir vorstelle, sind diese Argumente aber nicht plausibel. Denn dort wird, verkürzt dargestellt, schüler- und kompetenzorientiert unterrichtet.
Kleiner Exkurs: Effizienz, eine auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft und eine Leistungsgesellschaft haben uns viel Wohlstand gebracht. Doch wer sich den sozialen und ökologischen Zustand der Welt anschaut, muss zu dem Ergebnis kommen, dass diese Leitsterne ausgedient haben, da sie mittlerweile mehr Schaden als Nutzen bringen.
Zurück zur Schule: G8 folgt diesen ausgedienten Leitideen. Es ist Zeit, umzudenken. Die Vorteile von G8 sind nur in dem veralteten System plausibel.
Wer größer denkt,
wer sich eine bessere Bildungslandschaft vorstellen kann,
wer pädagogisch denkt,
wer es Kindern erlaubt , Kinder zu sein
setzt sich für G9 ein.
Wir müssen anfangen, Schule umzubauen und neu zu denken. Es gibt dazu viele Ansatzpunkte. Warum nicht bei G8 anfangen und es abschaffen.
alles soll bitte so bleiben wie es ist - nur besser
Jede Veränderung an einer Stelle hat eine Auswirkung an einer anderen Stelle - aber wenn man an keiner Stelle anfängt, ändert sich nie etwas!
Jeder möchte auf der Seite der Gewinner stehen und nicht zu den Verlieren gehören, jeder versucht seinen Teil am Kuchen so groß wie möglich zu machen - und das auf dem Rücken unserer Kinder.
Der Kuchen ist nicht groß genug für alle, noch nicht (das kann nur die Politik ändern und die Budgets entsprechend erhöhen). Aber wenn man nicht genug Kuchen hat, soll man den fertigen Kuchen nicht lieber essen und gleichzeitig anfangen neuen Kuchen zu backen, damit die, die noch nichts abbekommen haben, in der nächsten Runde etwas bekommen?
Wofür hat man fertige Konzepte in der Schullade, was wäre sofort umsetzbar und würde das System vorübergehend sogar entlasten? - Eine Umstellung auf G9 - das gibt Luft sich um die anderen nicht minder wichtigen Themen und Schularten zu kümmern.
Übergang in weiterführende Schule, Bildungsföderalismus
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir brauchen dringendst ein einheitliches Bildungssystem und das am besten modern.
Das bedeutet: weg vom klassischen Gymnasium oder der Realschule/Mittelschule und Hauptschule mit Noten, extremem Druck und einer Klassifizierung der Kinder. Hin zu einem modernen, alltagstauglichen Ganztagskonzept ohne Hausaufgaben und Noten mit einer genauen Bewertungsskala wie das an Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen beispielsweise schon üblich ist. Mit positiver Motivation, praktischen Inhalten, Lerncoachings, Aufklärung über finanzielle, politische, sexuelle, biologische und mediale Themen sowie kultureller, sportlicher, sprachlicher und technischer Förderung. Weg von Fächern hin zu lebensnahen Projekten.
Zudem sollte auch über die Schulferien nachgedacht werden, die, zusätzlich zu vielen weiteren Terminen, an denen früher Schulschluss ist, alle von ein bis zwei berufstätigen Elternteilen abgedeckt werden müssen, die nur 30 Tage Urlaub haben - sowohl zeitlich als auch finanziell und pädagogisch wertvoll. Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Kinder so lange wie möglich zusammenbleiben, um die sozialen Strukturen zu stärken, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, Freunde zu finden und ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Auseinanderreißen der Kinder nach dem 4. Schuljahr, wo niemand weiß, was das Kind später beruflich machen könnte, ist vollkommen sinnbefreit, was alle Eltern so sehen, die ich frage. Denn dann wird in der 6. doch aufs Gymnasium gewechselt oder in der 7. auf die Realschule, wo sich das Kind wieder auf neue Personen und Umstände einrichten muss.. keine idealen Voraussetzungen. Dazu sollte sich jeder und jede soviel Zeit zum Lernen nehmen wie gebraucht wird und nicht alle Hobbies und Freunde aufgeben müssen, nur um in 8 Jahren das Abitur zu schaffen. Wichtig ist dabei die Frage: wie können wir Schule wieder attraktiv für Schüler/Schülerinnen und Lehrer/Lehrerinnen machen, sodass lernen Spaß macht und die Neugier der Kinder nicht irgendwann verloren geht.
Auswirkungen auf andere Schularten
Ein flächendeckendes G9 würde die Attraktivität des Gym. weiter erhöhen! Doch schon jetzt beklagen die Gym die große Heterogenität ihrer SuS. Manches Gym klagt über Platznot.
Schaut man sich die Angebote der Beruflichen Gym an, entdeckt man eine riesige Vielfalt, die ein Gym nicht bieten kann. Die Berufl. Gym sorgen sich zu Recht wg. sinkender Schülerzahlen im Falle eines G9. Das Angebot müsste dann dort bedauerlicherweise reduziert werden.
Auch die Gemeinschaftsschulen würden weitere SuS an die Gym verlieren, die sie für das Gelingen ihres Konzeptes brauchen!
Bei einer 40 - 50 % Übertrittsquote auf die Gym, bei der über 90 % der SuS eine Gym-Empfehlung der Grundschule haben, darf gefragt werden, ob das Konzept der Gym überhaupt noch zeitgemäß ist.
Keine erfolgreiche und mit Deutschland vergleichbare Bildungsnation hat noch ein gegliedertes Bildungssystem und trennt so früh wie wir die Kinder in "Leistungsgruppen" auf!
Die Bildungswissenschaft ist sich überwiegend einig, dass die Strukturen in diesen Ländern es mehr Kindern ermöglichen, einen erfolgreichen Bildungsabschluss zu erhalten. Und das dazu noch stressfreier und mit den Kompetenzen für das 21. Jahrhundert ausgestattet.
Was übrigens auch Teilhabe, Stärkung der Demokratie und nicht zuletzt auch Lebensglück des Einzelnen ermöglicht!
Egal, welche Argumente auch angeführt werden, DAS ist m. E. ein zentrales Argument, nicht auf Symptome wie G8/G9 zu schauen, sondern unser Bildungssystem als Ganzes auf den Prüfstand zu stellen!
Wer bitte hat überhaupt das G8 erfunden
Es geht hier um die Zukunft unseres Landes. Immer mehr Fächer in immer weniger Zeit packen? Dann noch jede Menge Unterrichtsausfall wegen Lehrermangel. Mut zur Lücke ist bei uns an der Tagesordnung. Traurig aber wahr. Warum hat man das überhaupt mal eingeführt? Es ist für alle Lehrer, Kinder und Eltern das Beste wieder auf G9 zu setzen. Ausser wor wollen noch weiter absteigen.
Kinder stärken
G9 wird nicht die Lösung sein, zu wenig Lehrer*innen, zudem unglaublich teuer. Es gibt bereits verschiedenste Wege zum G9 und die damit verbundene Hochschulreife, für mich nicht nachvollziehbar warum es für Kinder denen G8 zu konzentriert ist, nicht über die GMS oder beruflichen Gymnasien ihren Abschluss machen sollten.
Die Kinder müssen für ihre Zukunft sehr viel stemmen, das elitäre Ellenbogengesellschaftsdenken verhilft da nicht weiter, es ist aus der Zeit gefallen. Lernen und Bildung sollte sich auf gemeinschaftliches Lernen konzentrieren, leben und lernen durch Heterogenität, der zukünftige Spiegel unserer Gesellschaft. Hierauf sollte die Konzentration liegen.
Das Ziel
Das Gymnasium ist für lernwillige und theoriebegabte Teenager. Dieser Zeitpunkt tritt nicht immer zum Ende des 4. Schuljahres ein, sondern teilweise auch erst später. Er sollte aber auf jeden Fall von Pädagogen festgestellt werden und verbindlich ausgesprochen werden können und nicht durch den Ehrgeiz von Eltern.
Ein G9 ermöglicht sicher auch "langsamer" lernenden Jungen und Mädchen Abitur. In der gleichen Zeit ist das Abi aber auch in der Kombi Realschule + berufliches Gymnasium zu erreichen. Und sogar in der gleichen Zeit mit Werkrealschule und beruflichem Abitur (für späte Durchstarter). Warum diskutieren wir hier daher die Abschaffung des G8? G8 ist meines erachtens gut meisterbar für Kinder, die eine klare Gymnasialempfehlung haben inkusive Zeit für Hobbies und chillen.