Es würde Schülerinnen und Schülern aus meiner Sicht gut tun, wenn sie mehr Zeit zum Lernen hätten. Im Unterricht ist man am G8 Gymnasium hauptsächlich mit den Inhalten des Bildungsplans beschäftigt, für Wettbewerbe, Projekte, Exkursionen und all das, was Schule sonst noch auszeichnet, bleibt zu wenig Zeit.
Zudem wollen viele Eltern auch, dass […]
Es würde Schülerinnen und Schülern aus meiner Sicht gut tun, wenn sie mehr Zeit zum Lernen hätten. Im Unterricht ist man am G8 Gymnasium hauptsächlich mit den Inhalten des Bildungsplans beschäftigt, für Wettbewerbe, Projekte, Exkursionen und all das, was Schule sonst noch auszeichnet, bleibt zu wenig Zeit.
Zudem wollen viele Eltern auch, dass ihre Kinder G9-Gymnasien besuchen. Das G9-Gymnasium in unserem Ort muss jedes Jahr Schülerinnen und Schüler abweisen, während die anderen Gymnasien mit niedrigen Anmeldezahlen kämpfen.
52.
Kommentar von :ohne Name 62215
G8 / G9
Ich unterrichte seit etwa zehn Jahren an einem Gymnasium in Baden-Württemberg.
Meiner Meinung nach würden die meisten Schüler*innen sehr von einem Wechsel zu G9 profitieren. Es wäre dann mehr Zeit zum Üben und Vertiefen.
An meiner Schule sind viele Schüler*innen außerdem so jung und von G8 so beansprucht, wenn sie das Abitur ablegen, dass sie […]
Ich unterrichte seit etwa zehn Jahren an einem Gymnasium in Baden-Württemberg.
Meiner Meinung nach würden die meisten Schüler*innen sehr von einem Wechsel zu G9 profitieren. Es wäre dann mehr Zeit zum Üben und Vertiefen.
An meiner Schule sind viele Schüler*innen außerdem so jung und von G8 so beansprucht, wenn sie das Abitur ablegen, dass sie ohnehin noch nicht mit Studium und Ausbildung beginnen, sondern erstmal ohne Plan Zeit vergeuden.
Ein weiteres Schuljahr mit einer intensiveren Studien- und Berufsberatung könnte hier helfen.
114.
Kommentar von :ohne Name 63106
Eine einzige Hetzjagd
Den Schülern fehlt für ein wirklich qualifiziertes Abitur die nötige Reife. Wir hetzen durch Inhalte, die nicht geübt und vertieft werden können.
Nach dem Abitur wissen die meisten nicht, was sie machen wollen und nutzen das einstmals von der Wirtschaft geforderte frühere Fertigwerden für eine Persönlichkeitserkundung in einem Jahr der […]
Den Schülern fehlt für ein wirklich qualifiziertes Abitur die nötige Reife. Wir hetzen durch Inhalte, die nicht geübt und vertieft werden können.
Nach dem Abitur wissen die meisten nicht, was sie machen wollen und nutzen das einstmals von der Wirtschaft geforderte frühere Fertigwerden für eine Persönlichkeitserkundung in einem Jahr der Orientierung (FSJ u.ä).
Das 8jährige hat dazu geführt, dass wir nur noch durch den Unterricht hetzen und den Schülern die Zeit und Ruhe fehlt Inhalte wirklich zu verstehen.
26.
Kommentar von :ohne Name 53445
Übergang in weiterführende Schule, Bildungsföderalismus
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir […]
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir brauchen dringendst ein einheitliches Bildungssystem und das am besten modern.
Das bedeutet: weg vom klassischen Gymnasium oder der Realschule/Mittelschule und Hauptschule mit Noten, extremem Druck und einer Klassifizierung der Kinder. Hin zu einem modernen, alltagstauglichen Ganztagskonzept ohne Hausaufgaben und Noten mit einer genauen Bewertungsskala wie das an Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen beispielsweise schon üblich ist. Mit positiver Motivation, praktischen Inhalten, Lerncoachings, Aufklärung über finanzielle, politische, sexuelle, biologische und mediale Themen sowie kultureller, sportlicher, sprachlicher und technischer Förderung. Weg von Fächern hin zu lebensnahen Projekten.
Zudem sollte auch über die Schulferien nachgedacht werden, die, zusätzlich zu vielen weiteren Terminen, an denen früher Schulschluss ist, alle von ein bis zwei berufstätigen Elternteilen abgedeckt werden müssen, die nur 30 Tage Urlaub haben - sowohl zeitlich als auch finanziell und pädagogisch wertvoll. Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Kinder so lange wie möglich zusammenbleiben, um die sozialen Strukturen zu stärken, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, Freunde zu finden und ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Auseinanderreißen der Kinder nach dem 4. Schuljahr, wo niemand weiß, was das Kind später beruflich machen könnte, ist vollkommen sinnbefreit, was alle Eltern so sehen, die ich frage. Denn dann wird in der 6. doch aufs Gymnasium gewechselt oder in der 7. auf die Realschule, wo sich das Kind wieder auf neue Personen und Umstände einrichten muss.. keine idealen Voraussetzungen. Dazu sollte sich jeder und jede soviel Zeit zum Lernen nehmen wie gebraucht wird und nicht alle Hobbies und Freunde aufgeben müssen, nur um in 8 Jahren das Abitur zu schaffen. Wichtig ist dabei die Frage: wie können wir Schule wieder attraktiv für Schüler/Schülerinnen und Lehrer/Lehrerinnen machen, sodass lernen Spaß macht und die Neugier der Kinder nicht irgendwann verloren geht.
40.
Kommentar von :ohne Name 61978
G9 mit altbewährter Qualität
Ich bin Lehrer an einem Ulmer Gymnasium. Wir unterrichten G8 und sehen allerorts wie wenig Zeit bleibt. Lehrpläne sind oft nur knapp oder nicht in dieser Zeit zu bewältigen.
Gefühlt bleiben mehr Kinder als vor 20 Jahren auf der Strecke, was nahelegt, dass Kinder heute mehr gefordert werden - zumal auch eine Gymnasialempfehlung nicht mehr […]
Ich bin Lehrer an einem Ulmer Gymnasium. Wir unterrichten G8 und sehen allerorts wie wenig Zeit bleibt. Lehrpläne sind oft nur knapp oder nicht in dieser Zeit zu bewältigen.
Gefühlt bleiben mehr Kinder als vor 20 Jahren auf der Strecke, was nahelegt, dass Kinder heute mehr gefordert werden - zumal auch eine Gymnasialempfehlung nicht mehr erforderlich ist.
G8 verschärft viele Probleme.
G9 würde viele Probleme entschärfen.
Warum sollen Kinder nicht (wenn begabt und fleißig genug) in Ruhe lernen, Zeit für Sport und Musik oder anderes haben? Oder eben genug Zeit um mit nicht optimalen Voraussetzungen, doch das Abitur zu schaffen.
G9 ja - aber vernünftig! Alte Qualität. Genug Personal (das halte ich für eine Utopie - nicht nur wegen der aktuellen Probleme)
125.
Kommentar von :ohne Name 63250
G8 lässt kaum noch Zeit für Musik und Sport
Seit der Einführung des G8 bleibt den Kindern und Jugendlichen kaum noch Zeit für wichtige außerschulische Aktivitäten wie das Musizieren oder Sport, die für die Persönlichkeitsbildung ganz wesentlich sind. Als Instrumentallehrer habe ich das seit Jahren erfahren. Wegen der großem zeitlichen Belastung durch das G8 geben die meisten das Erlernen […]
Seit der Einführung des G8 bleibt den Kindern und Jugendlichen kaum noch Zeit für wichtige außerschulische Aktivitäten wie das Musizieren oder Sport, die für die Persönlichkeitsbildung ganz wesentlich sind. Als Instrumentallehrer habe ich das seit Jahren erfahren. Wegen der großem zeitlichen Belastung durch das G8 geben die meisten das Erlernen eines Instruments früher oder später wieder auf, weil sie kaum noch Zeit zum Üben haben.
46.
Kommentar von :The Flachländ
G9 für echte Bildung
Alle Länder gehen wieder auf G9, da G8 ein Fehler war. Die Niveaus werden durch viele Faktoren nach unten gedrückt. Um so wichtiger ist die Rückkehr zu hinreichend vielen Wochenstunden, auch und gerade in den Sprachen - egal, ob in Reflexionssprachen wie Latein und Griechisch oder in Kommunikationssprachen wie Französisch, Englisch und weiteren […]
Alle Länder gehen wieder auf G9, da G8 ein Fehler war. Die Niveaus werden durch viele Faktoren nach unten gedrückt. Um so wichtiger ist die Rückkehr zu hinreichend vielen Wochenstunden, auch und gerade in den Sprachen - egal, ob in Reflexionssprachen wie Latein und Griechisch oder in Kommunikationssprachen wie Französisch, Englisch und weiteren Sprachen, die immer auch Kulturdurchdringung mit sich bringen.
KI ersetzt Hinterfragen und Verstehen sowie kulturelle Begegnung mit echten Menschen ohnehin nie, Herr Kretschmann.
Und das soll "unheimlich teuer" sein? Ganz Deutschland hat genau dieses mehr als ein halbes Jahrhundert lang als Selbstverständlichkeit betrieben und damit - heute in der Breite der Abiturierten nicht mehr vorhandene - Standards und deren Beherrschung hervorgebracht. Das Deutsch auf Kulturkanälen des Rundfunks und Fernsehens leidet in quälender Weise unüberhörbar, von ideologischen Einfärbungen im gesamten Metier ganz zu schweigen. In anderen Belangen liegen die Dinge sehr ähnlich.
Baden-Württemberg braucht für das ZEUGNIS DER REIFE G9!
103.
Kommentar von :Karl Marx
G8 - eine von vielen Verschlimmbesserungen durch praxisfernen Aktionismus
Unabhängig von Parteizugehörigkeiten betrachtet, hat die Bildungspolitik in Baden-Württemberg in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel Aktionismus an den Tag gelegt und dabei manche sinnvolle Reformen, aber auch jede Menge Verschlimmbesserungen produziert. Man hat den Eindruck, als werde diese Bildungspolitik getrieben von wechselnden Ängsten […]
Unabhängig von Parteizugehörigkeiten betrachtet, hat die Bildungspolitik in Baden-Württemberg in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel Aktionismus an den Tag gelegt und dabei manche sinnvolle Reformen, aber auch jede Menge Verschlimmbesserungen produziert. Man hat den Eindruck, als werde diese Bildungspolitik getrieben von wechselnden Ängsten und Erwartungserfüllungshudeleien, aber nur selten von klaren Strategien und Konzepten, die langfristig verfolgt würden und transparent kommuniziert würden. Man reagiert auf Zurufe aus der Wirtschaft, aus der Wissenschaft, aus internationalen Vergleichsstudien, aus Bildungsgerechtigkeitsinitiativen, aber am Ende stellt man niemanden zufrieden, weder die Wissenschaft noch die Ökonomie noch die Kämpfenden für soziale Gerechtigkeit. Stattdessen diffundiert das System von Jahr zu Jahr, sind Eltern enttäuscht, Lehrkräfte zermürbt, Schülerinnen und Schüler durchlaufen das Schulsystem weitgehend wie einen Fremdkörper, den man so schnell wie möglich hinter sich lassen möchte. In diese Serie reiht sich auch G8 ein - eine Reform, die hingehudelt wurde bei der Einführung, dann jahrelang durch Herumgschraube und kosmetische Reparaturen zu retten versucht wurde, mit dem Bildungsplan 2016 einen U-Turn erlebt hat, tatsächlich aber zu noch schlimmeren Zerreißproben geführt hat. Die Risse werden größer. Der Bildungsplan 2004 wurde als zu inhaltsschwach kritisiert, 2016 wurde ein inhaltlich völlig überfrachteter Bildungsplan präsentiert, mit zermürbenden und bürokratischen Schulcurricula-Schlachten in der Folge. Aktuell werden mehr oder weniger klandestin Bildungspläne einzelner Fächer überarbeitet. Einen vernetzten Gesamtplan scheint man gar nicht mehr anzustreben. Anhörungsverfahren finden zu teils unmöglichen Bedingungen statt, wenn. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich freuen, dass ihre Leidenszeit durch G8 verkürzt worden ist. Aber eigentlich brauchen sie etwas ganz anderes: Ein Bildungssystem, in dem sie sich zuhause fühlen können - zumindest für die Zeit ihrer Kindheit und Adoleszenz, eine Schulzeit, in der Beziehungen wachsen können, Identifikationen entstehen und vertieft werden, Bildung nicht nur utilitaristisch, sondern auch als in sich selbst wertvoll verstanden wird: Eine Schulzeit, in der Persönlichkeiten reifen können und nicht nur Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt vorproduziert und zugeliefert werden. Humanität bedeutet in ihrem Kern die Freiheit von Instrumentalisierung. Wenn man in unser Bildungssystem hineinhört, dann hört man jedoch zuerst die Rufe der Utilitaristen, die Forderungen nach Instrumentalisierung und unmittelbare Verwertbarkeit. Auf diese Weise hat sich auch die berühmte Steuererklärung einen Platz im Bildungsplan gesichert - aber welch Wunder, die Schülerinnen und Schüler freuen sich über diesen ach so verwertbaren Unterrichtsgegenstand gar nicht, natürlich, die Steuererklärung erledigt natürlich sowieso die K. I. Wir haben Bildung zur Ware gemacht, und es wird uns auch noch gelingen, die Schülerinnen und Schüler zur Ware zu machen. Vielleicht mit G7? Instinktiv spüren viele Schülerinnen und Schüler, dass es in diesem System nicht um sie selbst geht, die Entfremdung schreitet voran. Die Bildungspolitik sollte sich ehrlich machen und eine neue Verlässlichkeit schaffen. G9 wäre ein Anfang.
126.
Kommentar von :Frank Woitzik
G8 und G9
Ich bin über 30 Jahre Lehrer an einem Gymnasium
In einer komplizierteren Welt ist es dringend nötig, die Schulzeit zu verlängern. G10 wäre noch besser als G9.
Die Menschen werden älter, und das Rentenalter wird steigen müssen. Da ist es wichtig, dass die Schüler besser ausgebildet den Lebensweg starten.
Als Schulleiter komme ich zum Abitur […]
Ich bin über 30 Jahre Lehrer an einem Gymnasium
In einer komplizierteren Welt ist es dringend nötig, die Schulzeit zu verlängern. G10 wäre noch besser als G9.
Die Menschen werden älter, und das Rentenalter wird steigen müssen. Da ist es wichtig, dass die Schüler besser ausgebildet den Lebensweg starten.
Als Schulleiter komme ich zum Abitur an verschiedene Schulen. Es ist ganz eindeutig, dass das G9 Gymnasium besser geeignet ist, die Schüler aufs Leben vorzubereiten.
135.
Kommentar von :ohne Name 63283
G8/G9
Als Instrumentallehrerin erlebe ich mit, wie meine Schüler ab der Mittelstufe bis zum G8-Abitur ihre Schulzeit wahrnehmen. Erschreckend finde ich den hohen psychischen Stress, dem sie sich ausgesetzt fühlen angesichts des doch noch sehr jungen Alters. Auch empfinde ich die meisten meiner Schülerinnen als noch nicht bereit, sich der Frage zu […]
Als Instrumentallehrerin erlebe ich mit, wie meine Schüler ab der Mittelstufe bis zum G8-Abitur ihre Schulzeit wahrnehmen. Erschreckend finde ich den hohen psychischen Stress, dem sie sich ausgesetzt fühlen angesichts des doch noch sehr jungen Alters. Auch empfinde ich die meisten meiner Schülerinnen als noch nicht bereit, sich der Frage zu stellen, was nach dem Abitur kommen könnte. Es gibt zwar ein großes Angebot (Reisen, FSJ, Praktika etc.), aber meines Erachtens wäre ein weiteres Schuljahr zur Selbstfindung und inneren Vorbereitung auf die Zukunft deutlich sinnvoller. Die Jugendlichen, mit denen ich spreche, fühlen sich ab dem 11. Schuljahr enorm unter Druck gesetzt und in einer Art "Eiltempo" durch die Schulzeit gedrängt.
Auch sehe ich es für die Gesellschaft nicht unbedingt als wertvoll an, zum Teil noch nicht mal oder gerade erst volljährige junge Menschen in die Berufswelt zu entlassen, die noch zu wenig Zeit und Raum hatten, sich als Persönlichkeit zu festigen. Wenn man zurückdenkt, wie jung man mit 17/18 Jahren noch ist, sollte man keine Eile haben. Das Leben wird später noch stressreich und gefüllt genug.
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Kommentare
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Für das G9 Gymnasium
Es würde Schülerinnen und Schülern aus meiner Sicht gut tun, wenn sie mehr Zeit zum Lernen hätten. Im Unterricht ist man am G8 Gymnasium hauptsächlich mit den Inhalten des Bildungsplans beschäftigt, für Wettbewerbe, Projekte, Exkursionen und all das, was Schule sonst noch auszeichnet, bleibt zu wenig Zeit.
Zudem wollen viele Eltern auch, dass ihre Kinder G9-Gymnasien besuchen. Das G9-Gymnasium in unserem Ort muss jedes Jahr Schülerinnen und Schüler abweisen, während die anderen Gymnasien mit niedrigen Anmeldezahlen kämpfen.
G8 / G9
Ich unterrichte seit etwa zehn Jahren an einem Gymnasium in Baden-Württemberg.
Meiner Meinung nach würden die meisten Schüler*innen sehr von einem Wechsel zu G9 profitieren. Es wäre dann mehr Zeit zum Üben und Vertiefen.
An meiner Schule sind viele Schüler*innen außerdem so jung und von G8 so beansprucht, wenn sie das Abitur ablegen, dass sie ohnehin noch nicht mit Studium und Ausbildung beginnen, sondern erstmal ohne Plan Zeit vergeuden.
Ein weiteres Schuljahr mit einer intensiveren Studien- und Berufsberatung könnte hier helfen.
Eine einzige Hetzjagd
Den Schülern fehlt für ein wirklich qualifiziertes Abitur die nötige Reife. Wir hetzen durch Inhalte, die nicht geübt und vertieft werden können.
Nach dem Abitur wissen die meisten nicht, was sie machen wollen und nutzen das einstmals von der Wirtschaft geforderte frühere Fertigwerden für eine Persönlichkeitserkundung in einem Jahr der Orientierung (FSJ u.ä).
Das 8jährige hat dazu geführt, dass wir nur noch durch den Unterricht hetzen und den Schülern die Zeit und Ruhe fehlt Inhalte wirklich zu verstehen.
Übergang in weiterführende Schule, Bildungsföderalismus
Ganz wichtig: endlich eine einheitliche Bundesbildungspolitik. Es bringt Deutschland politisch nur ins Hintertreffen, wenn verschiedenste Bundesländer alle ihr eigenes Süppchen kochen. Davon haben weder Schüler/Schülerinnen etwas, noch Eltern, Lehrer oder die Unternehmen, welche später mit den ausgebildeten Fachpersonen arbeiten sollen. Wir brauchen dringendst ein einheitliches Bildungssystem und das am besten modern.
Das bedeutet: weg vom klassischen Gymnasium oder der Realschule/Mittelschule und Hauptschule mit Noten, extremem Druck und einer Klassifizierung der Kinder. Hin zu einem modernen, alltagstauglichen Ganztagskonzept ohne Hausaufgaben und Noten mit einer genauen Bewertungsskala wie das an Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen beispielsweise schon üblich ist. Mit positiver Motivation, praktischen Inhalten, Lerncoachings, Aufklärung über finanzielle, politische, sexuelle, biologische und mediale Themen sowie kultureller, sportlicher, sprachlicher und technischer Förderung. Weg von Fächern hin zu lebensnahen Projekten.
Zudem sollte auch über die Schulferien nachgedacht werden, die, zusätzlich zu vielen weiteren Terminen, an denen früher Schulschluss ist, alle von ein bis zwei berufstätigen Elternteilen abgedeckt werden müssen, die nur 30 Tage Urlaub haben - sowohl zeitlich als auch finanziell und pädagogisch wertvoll. Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass die Kinder so lange wie möglich zusammenbleiben, um die sozialen Strukturen zu stärken, eine starke Gemeinschaft aufzubauen, Freunde zu finden und ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Auseinanderreißen der Kinder nach dem 4. Schuljahr, wo niemand weiß, was das Kind später beruflich machen könnte, ist vollkommen sinnbefreit, was alle Eltern so sehen, die ich frage. Denn dann wird in der 6. doch aufs Gymnasium gewechselt oder in der 7. auf die Realschule, wo sich das Kind wieder auf neue Personen und Umstände einrichten muss.. keine idealen Voraussetzungen. Dazu sollte sich jeder und jede soviel Zeit zum Lernen nehmen wie gebraucht wird und nicht alle Hobbies und Freunde aufgeben müssen, nur um in 8 Jahren das Abitur zu schaffen. Wichtig ist dabei die Frage: wie können wir Schule wieder attraktiv für Schüler/Schülerinnen und Lehrer/Lehrerinnen machen, sodass lernen Spaß macht und die Neugier der Kinder nicht irgendwann verloren geht.
G9 mit altbewährter Qualität
Ich bin Lehrer an einem Ulmer Gymnasium. Wir unterrichten G8 und sehen allerorts wie wenig Zeit bleibt. Lehrpläne sind oft nur knapp oder nicht in dieser Zeit zu bewältigen.
Gefühlt bleiben mehr Kinder als vor 20 Jahren auf der Strecke, was nahelegt, dass Kinder heute mehr gefordert werden - zumal auch eine Gymnasialempfehlung nicht mehr erforderlich ist.
G8 verschärft viele Probleme.
G9 würde viele Probleme entschärfen.
Warum sollen Kinder nicht (wenn begabt und fleißig genug) in Ruhe lernen, Zeit für Sport und Musik oder anderes haben? Oder eben genug Zeit um mit nicht optimalen Voraussetzungen, doch das Abitur zu schaffen.
G9 ja - aber vernünftig! Alte Qualität. Genug Personal (das halte ich für eine Utopie - nicht nur wegen der aktuellen Probleme)
G8 lässt kaum noch Zeit für Musik und Sport
Seit der Einführung des G8 bleibt den Kindern und Jugendlichen kaum noch Zeit für wichtige außerschulische Aktivitäten wie das Musizieren oder Sport, die für die Persönlichkeitsbildung ganz wesentlich sind. Als Instrumentallehrer habe ich das seit Jahren erfahren. Wegen der großem zeitlichen Belastung durch das G8 geben die meisten das Erlernen eines Instruments früher oder später wieder auf, weil sie kaum noch Zeit zum Üben haben.
G9 für echte Bildung
Alle Länder gehen wieder auf G9, da G8 ein Fehler war. Die Niveaus werden durch viele Faktoren nach unten gedrückt. Um so wichtiger ist die Rückkehr zu hinreichend vielen Wochenstunden, auch und gerade in den Sprachen - egal, ob in Reflexionssprachen wie Latein und Griechisch oder in Kommunikationssprachen wie Französisch, Englisch und weiteren Sprachen, die immer auch Kulturdurchdringung mit sich bringen.
KI ersetzt Hinterfragen und Verstehen sowie kulturelle Begegnung mit echten Menschen ohnehin nie, Herr Kretschmann.
Und das soll "unheimlich teuer" sein? Ganz Deutschland hat genau dieses mehr als ein halbes Jahrhundert lang als Selbstverständlichkeit betrieben und damit - heute in der Breite der Abiturierten nicht mehr vorhandene - Standards und deren Beherrschung hervorgebracht. Das Deutsch auf Kulturkanälen des Rundfunks und Fernsehens leidet in quälender Weise unüberhörbar, von ideologischen Einfärbungen im gesamten Metier ganz zu schweigen. In anderen Belangen liegen die Dinge sehr ähnlich.
Baden-Württemberg braucht für das ZEUGNIS DER REIFE G9!
G8 - eine von vielen Verschlimmbesserungen durch praxisfernen Aktionismus
Unabhängig von Parteizugehörigkeiten betrachtet, hat die Bildungspolitik in Baden-Württemberg in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel Aktionismus an den Tag gelegt und dabei manche sinnvolle Reformen, aber auch jede Menge Verschlimmbesserungen produziert. Man hat den Eindruck, als werde diese Bildungspolitik getrieben von wechselnden Ängsten und Erwartungserfüllungshudeleien, aber nur selten von klaren Strategien und Konzepten, die langfristig verfolgt würden und transparent kommuniziert würden. Man reagiert auf Zurufe aus der Wirtschaft, aus der Wissenschaft, aus internationalen Vergleichsstudien, aus Bildungsgerechtigkeitsinitiativen, aber am Ende stellt man niemanden zufrieden, weder die Wissenschaft noch die Ökonomie noch die Kämpfenden für soziale Gerechtigkeit. Stattdessen diffundiert das System von Jahr zu Jahr, sind Eltern enttäuscht, Lehrkräfte zermürbt, Schülerinnen und Schüler durchlaufen das Schulsystem weitgehend wie einen Fremdkörper, den man so schnell wie möglich hinter sich lassen möchte. In diese Serie reiht sich auch G8 ein - eine Reform, die hingehudelt wurde bei der Einführung, dann jahrelang durch Herumgschraube und kosmetische Reparaturen zu retten versucht wurde, mit dem Bildungsplan 2016 einen U-Turn erlebt hat, tatsächlich aber zu noch schlimmeren Zerreißproben geführt hat. Die Risse werden größer. Der Bildungsplan 2004 wurde als zu inhaltsschwach kritisiert, 2016 wurde ein inhaltlich völlig überfrachteter Bildungsplan präsentiert, mit zermürbenden und bürokratischen Schulcurricula-Schlachten in der Folge. Aktuell werden mehr oder weniger klandestin Bildungspläne einzelner Fächer überarbeitet. Einen vernetzten Gesamtplan scheint man gar nicht mehr anzustreben. Anhörungsverfahren finden zu teils unmöglichen Bedingungen statt, wenn. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich freuen, dass ihre Leidenszeit durch G8 verkürzt worden ist. Aber eigentlich brauchen sie etwas ganz anderes: Ein Bildungssystem, in dem sie sich zuhause fühlen können - zumindest für die Zeit ihrer Kindheit und Adoleszenz, eine Schulzeit, in der Beziehungen wachsen können, Identifikationen entstehen und vertieft werden, Bildung nicht nur utilitaristisch, sondern auch als in sich selbst wertvoll verstanden wird: Eine Schulzeit, in der Persönlichkeiten reifen können und nicht nur Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt vorproduziert und zugeliefert werden. Humanität bedeutet in ihrem Kern die Freiheit von Instrumentalisierung. Wenn man in unser Bildungssystem hineinhört, dann hört man jedoch zuerst die Rufe der Utilitaristen, die Forderungen nach Instrumentalisierung und unmittelbare Verwertbarkeit. Auf diese Weise hat sich auch die berühmte Steuererklärung einen Platz im Bildungsplan gesichert - aber welch Wunder, die Schülerinnen und Schüler freuen sich über diesen ach so verwertbaren Unterrichtsgegenstand gar nicht, natürlich, die Steuererklärung erledigt natürlich sowieso die K. I. Wir haben Bildung zur Ware gemacht, und es wird uns auch noch gelingen, die Schülerinnen und Schüler zur Ware zu machen. Vielleicht mit G7? Instinktiv spüren viele Schülerinnen und Schüler, dass es in diesem System nicht um sie selbst geht, die Entfremdung schreitet voran. Die Bildungspolitik sollte sich ehrlich machen und eine neue Verlässlichkeit schaffen. G9 wäre ein Anfang.
G8 und G9
Ich bin über 30 Jahre Lehrer an einem Gymnasium
In einer komplizierteren Welt ist es dringend nötig, die Schulzeit zu verlängern. G10 wäre noch besser als G9.
Die Menschen werden älter, und das Rentenalter wird steigen müssen. Da ist es wichtig, dass die Schüler besser ausgebildet den Lebensweg starten.
Als Schulleiter komme ich zum Abitur an verschiedene Schulen. Es ist ganz eindeutig, dass das G9 Gymnasium besser geeignet ist, die Schüler aufs Leben vorzubereiten.
G8/G9
Als Instrumentallehrerin erlebe ich mit, wie meine Schüler ab der Mittelstufe bis zum G8-Abitur ihre Schulzeit wahrnehmen. Erschreckend finde ich den hohen psychischen Stress, dem sie sich ausgesetzt fühlen angesichts des doch noch sehr jungen Alters. Auch empfinde ich die meisten meiner Schülerinnen als noch nicht bereit, sich der Frage zu stellen, was nach dem Abitur kommen könnte. Es gibt zwar ein großes Angebot (Reisen, FSJ, Praktika etc.), aber meines Erachtens wäre ein weiteres Schuljahr zur Selbstfindung und inneren Vorbereitung auf die Zukunft deutlich sinnvoller. Die Jugendlichen, mit denen ich spreche, fühlen sich ab dem 11. Schuljahr enorm unter Druck gesetzt und in einer Art "Eiltempo" durch die Schulzeit gedrängt.
Auch sehe ich es für die Gesellschaft nicht unbedingt als wertvoll an, zum Teil noch nicht mal oder gerade erst volljährige junge Menschen in die Berufswelt zu entlassen, die noch zu wenig Zeit und Raum hatten, sich als Persönlichkeit zu festigen. Wenn man zurückdenkt, wie jung man mit 17/18 Jahren noch ist, sollte man keine Eile haben. Das Leben wird später noch stressreich und gefüllt genug.