G9 sollte wieder Regelschule werden - G 8 sollte parallel (wenn gewünscht UND nachgefragt) erhalten bleiben. Es bleiben zu viele Aspekte auf der Strecke.
152.
Kommentar von :ohne Name 63277
Auch für die Leistungsstärksten bedeutet G8 permanten Stress und schadet der Persönlichkeitsentwicklung
Ich lese oft, das Gymnasium, und damit G8, sei eben nur etwas für "Leistungsstarke". Also ob Jede*r, dem G8 "zu viel" ist, einfach nicht leistungsfähig genug sei und damit nicht aufs Gymnasium gehöre. Das widerspricht meinen Erfahrungen. Ich kenne viele leistungsstarke SuS, die kognitiv die Anforderungen von G8 ohne große Probleme erfüllen […]
Ich lese oft, das Gymnasium, und damit G8, sei eben nur etwas für "Leistungsstarke". Also ob Jede*r, dem G8 "zu viel" ist, einfach nicht leistungsfähig genug sei und damit nicht aufs Gymnasium gehöre. Das widerspricht meinen Erfahrungen. Ich kenne viele leistungsstarke SuS, die kognitiv die Anforderungen von G8 ohne große Probleme erfüllen (könnten). Problematisch ist nicht das reine Leistungsniveau im G8, sondern der allgegenwärtige Zeitdruck und der fehlende Freiraum für außerschulische Interessen und die Persönlichkeitsentwicklung.
Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und bei häufigem Nachmittagsunterricht und einem hohen Hausaufgaben- und Lernpensum (weil im Unterricht weniger erklärt und geübt werden kann) bleibt im G8 unterm Strich kaum Zeit für Sport, Freundschaften, Musik, ehrenamtliches Engagement, Familienzeit, gemütliche Mahlzeiten etc. Auch leistungsstarke Menschen brauchen genug Erholung, Nahrung, Schlaf und Bewegung. Auch leistungsstarke Menschen, insbesondere Heranwachsende, braucht soziale Kontakte und außerschulische Erlebnisse, um sich gesund entwickeln zu können. Leistungsfähigkeit hin oder her.
154.
Kommentar von :Mrs C
Demokratische Entscheidungen
Als Lehrkraft an einem allgemeinbildenden Gymnasium höre ich von allen am Schulleben beteiligten Gruppen (SuS, Eltern, LuL, Schulleitung), dass G9 gewünscht ist. Warum also an G8 festhalten, wenn die große Mehrheit für G9 ist?
Vor ein paar Jahren vertrat ich tatsächlich noch die Meinung, dass sehr gute SuS auch bei G8 noch in der Lage sind, […]
Als Lehrkraft an einem allgemeinbildenden Gymnasium höre ich von allen am Schulleben beteiligten Gruppen (SuS, Eltern, LuL, Schulleitung), dass G9 gewünscht ist. Warum also an G8 festhalten, wenn die große Mehrheit für G9 ist?
Vor ein paar Jahren vertrat ich tatsächlich noch die Meinung, dass sehr gute SuS auch bei G8 noch in der Lage sind, ein Musikinstrument zu spielen, Sport zu machen und sich in schulischen AGs einzubringen. Aber vor allem seit der Corona-Pandemie hat sich das gewandelt. Auch die besten SuS klagen über zu viel Stress bzw. zu wenig Zeit. Und statt ein, zwei SuS an der Schule, die sich in psychiatrischer Behandlung befinden, sind es mittlerweile ein, zwei SuS pro Klasse! Das ist erschreckend und führt dazu, dass man als Lehrkraft immer häufiger darüber nachdenken muss, was man den SuS überhaupt noch zumuten kann statt dass man versucht durch Fördern und Fordern das Bestmögliche aus ihnen herauszuholen.
Jahrgangsbeste SuS, denen eine Teilnahme an der Juniorakademien vorgeschlagen wird, lehnen dies ab, da ihnen alles zusätzliche zu viel wird.
Ebenso bei Wettbewerben wie Jugend debattiert/Debating oder Jugend forscht. Wie sollen wir da noch richtige Leistungsträger hervorbringen, wenn selbst die besten sich nicht mehr imstande fühlen, mehr zu geben bzw. mehr zu lernen?
35.
Kommentar von :ohne Name 61912
Keine Qualität im Schnellverfahren
Die Qualität der Bildung wird nicht durch ein gymnasiales Schnellverfahren in 8 Jahren erreicht. Sondern durch eine an die Reife der Jugendlichen orientiert Bildung. Die dazu hinreichend bekannten Rückmeldungen der Universitäten über die Bildung und Reife der Erstsemester sind ein weiterer Beweis dafür.
38.
Kommentar von :M14B
unnötiger Stress, fehlende Bildung
Abitur nach 8 Jahren: Führt zu vollen Stundenplänen für Kinder und Jugendliche, Belastung für Schüler*innen und Lehrkräfte, da zu wenig Zeit zum Üben und Festigen von Gelerntem; echte Studierfähigkeit und "Reife", wie sie eigentlich im Abiturzeugnis verbrieft ist, kann so kaum erreicht werden. Die betroffenen MENSCHEN leiden - genauso wie die […]
Abitur nach 8 Jahren: Führt zu vollen Stundenplänen für Kinder und Jugendliche, Belastung für Schüler*innen und Lehrkräfte, da zu wenig Zeit zum Üben und Festigen von Gelerntem; echte Studierfähigkeit und "Reife", wie sie eigentlich im Abiturzeugnis verbrieft ist, kann so kaum erreicht werden. Die betroffenen MENSCHEN leiden - genauso wie die QUALITÄT ihrer Bildung - und damit längerfristig unser ganzes Land!
Außerdem: dadurch, dass - verständlicher Weise - viele Schüler*innen des 8jährigen, allgemeinbildenden Gymnasiums "abwandern", um im beruflichen, 9jährigen Gymnasium ihr Abitur mit mehr Zeit abzulegen, leiden besonders Gymnasien im ländlichen Raum: ihre Oberstufen werden immer kleiner - dadurch können sie weniger Kurse anbieten, dadurch werden sie (und auch die Stundenpläne...) immer unattraktiver...dadurch kommt es zu noch mehr Abwanderung und das allgemeinbildende Gymnasium wird ausgehöhlt.
45.
Kommentar von :ohne Name 62041
Die Gymnasien bluten aus
Es hat sich inzwischen rumgesprochen - das Abi bekommt man an den beruflichen Gymnasien wesentlich einfacher! Die Wechselströme nach Klasse 10 - weg vom allgemeinbildenden Gymnasium hin zu den beruflichen Gymnasien (mit 13 Jahren bis zum Abitur) sind nicht mehr zu übersehen. Das halte ich für fatal.
48.
Kommentar von :ohne Name 61990
Zu viele Schulwechsel in Klasse 7/8
Ich bin Gymnasiallehrer im Dreiländereck,
Seit 6 Jahren an meiner aktuellen Schule, haben wir fast jedes Jahr eine gesamte Klasse in der Mittelstufe an die Realschule verloren.
Die Konsequenz: Sowohl bei uns, als auch an der Realschule: Klassenneuzusammensetzung.
Der Grund (neben der nichtverbindlichen Grundschulempfehlung): G8.
Ab Klasse 7 […]
Ich bin Gymnasiallehrer im Dreiländereck,
Seit 6 Jahren an meiner aktuellen Schule, haben wir fast jedes Jahr eine gesamte Klasse in der Mittelstufe an die Realschule verloren.
Die Konsequenz: Sowohl bei uns, als auch an der Realschule: Klassenneuzusammensetzung.
Der Grund (neben der nichtverbindlichen Grundschulempfehlung): G8.
Ab Klasse 7 steigen die Anforderungen an das Abstraktionsvermögen rasant in fast allen Fächern, während viele Kinder in ihrer kognitiven Entwicklung aber noch ca. ein halbes Jahr länger bräuchten um die Inhalte überhaupt begreifen zu können.
Nach vielen (nicht selbstverschuldeten) Misserfolgserlebnissen ist die Motivation dann auf ein Minimum gesunken, und wird häufig auch durch den Schulartwechsel nicht wieder gewonnen. Für manche Kinder stellt das ein nicht zu vernachlässigendes Trauma dar.
Aus meiner Sicht ist es daher unbedingt nötig mit G9 die Fachinhalte die höheres Abstraktionsvermögen benötigen etwas später vermitteln zu können.
58.
Kommentar von :ohne Name 62320
G9 auch und gerade für Interessierte und Begabte
In G8 ist es gar nicht möglich, so detailliert und intensiv auf entsprechende Inhalte einzugehen, wie diese es verdient hätten.
Das gilt gerade auch für Interessierte Schüler, die gerne tiefer eingestiegen wären, es aber nicht können, weil noch soviel anderes auf dem Zettel steht, der bis zum Abi abgearbeitet sein muss
60.
Kommentar von :ohne Name 62374
G9 ist besser als G8
G9 lässt den Schülern mehr Zeit, die Inhalte zu üben und zu vertiefen. Es ist besser als G8, wo Schüler häufig durch die vielen Themen, die in kurzer Zeit unterrichtet werden, überfordert sind.
80.
Kommentar von :Aresti1
G-8 war ein Rückschritt
An die Stelle einer fundierten grundlegenden Vermittlung von Wissen und Sozialkompetenzen ist ein Hetzen durch immer wieder abgeänderte und zum Teil soinnbefreiete Bildungspläne geworden.
Und das Ganze nur, damit aus der Wirtschaft, die das 9. Gymnasialjahr einsparen wollte, rückmeldet, "die Kids wären noch nicht so weit".
Immer auf dem neuesten Stand
Abonnieren Sie den Beteiligungsportal-Newsletter.
Um unsere Webseite für Sie optimal gestalten und verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Kommentare
Sie konnten den Themenbereich bis zum 22. September 2023, 17 Uhr, kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
G 8 nur als Modell
G9 sollte wieder Regelschule werden - G 8 sollte parallel (wenn gewünscht UND nachgefragt) erhalten bleiben. Es bleiben zu viele Aspekte auf der Strecke.
Auch für die Leistungsstärksten bedeutet G8 permanten Stress und schadet der Persönlichkeitsentwicklung
Ich lese oft, das Gymnasium, und damit G8, sei eben nur etwas für "Leistungsstarke". Also ob Jede*r, dem G8 "zu viel" ist, einfach nicht leistungsfähig genug sei und damit nicht aufs Gymnasium gehöre. Das widerspricht meinen Erfahrungen. Ich kenne viele leistungsstarke SuS, die kognitiv die Anforderungen von G8 ohne große Probleme erfüllen (könnten). Problematisch ist nicht das reine Leistungsniveau im G8, sondern der allgegenwärtige Zeitdruck und der fehlende Freiraum für außerschulische Interessen und die Persönlichkeitsentwicklung.
Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und bei häufigem Nachmittagsunterricht und einem hohen Hausaufgaben- und Lernpensum (weil im Unterricht weniger erklärt und geübt werden kann) bleibt im G8 unterm Strich kaum Zeit für Sport, Freundschaften, Musik, ehrenamtliches Engagement, Familienzeit, gemütliche Mahlzeiten etc. Auch leistungsstarke Menschen brauchen genug Erholung, Nahrung, Schlaf und Bewegung. Auch leistungsstarke Menschen, insbesondere Heranwachsende, braucht soziale Kontakte und außerschulische Erlebnisse, um sich gesund entwickeln zu können. Leistungsfähigkeit hin oder her.
Demokratische Entscheidungen
Als Lehrkraft an einem allgemeinbildenden Gymnasium höre ich von allen am Schulleben beteiligten Gruppen (SuS, Eltern, LuL, Schulleitung), dass G9 gewünscht ist. Warum also an G8 festhalten, wenn die große Mehrheit für G9 ist?
Vor ein paar Jahren vertrat ich tatsächlich noch die Meinung, dass sehr gute SuS auch bei G8 noch in der Lage sind, ein Musikinstrument zu spielen, Sport zu machen und sich in schulischen AGs einzubringen. Aber vor allem seit der Corona-Pandemie hat sich das gewandelt. Auch die besten SuS klagen über zu viel Stress bzw. zu wenig Zeit. Und statt ein, zwei SuS an der Schule, die sich in psychiatrischer Behandlung befinden, sind es mittlerweile ein, zwei SuS pro Klasse! Das ist erschreckend und führt dazu, dass man als Lehrkraft immer häufiger darüber nachdenken muss, was man den SuS überhaupt noch zumuten kann statt dass man versucht durch Fördern und Fordern das Bestmögliche aus ihnen herauszuholen.
Jahrgangsbeste SuS, denen eine Teilnahme an der Juniorakademien vorgeschlagen wird, lehnen dies ab, da ihnen alles zusätzliche zu viel wird.
Ebenso bei Wettbewerben wie Jugend debattiert/Debating oder Jugend forscht. Wie sollen wir da noch richtige Leistungsträger hervorbringen, wenn selbst die besten sich nicht mehr imstande fühlen, mehr zu geben bzw. mehr zu lernen?
Keine Qualität im Schnellverfahren
Die Qualität der Bildung wird nicht durch ein gymnasiales Schnellverfahren in 8 Jahren erreicht. Sondern durch eine an die Reife der Jugendlichen orientiert Bildung. Die dazu hinreichend bekannten Rückmeldungen der Universitäten über die Bildung und Reife der Erstsemester sind ein weiterer Beweis dafür.
unnötiger Stress, fehlende Bildung
Abitur nach 8 Jahren: Führt zu vollen Stundenplänen für Kinder und Jugendliche, Belastung für Schüler*innen und Lehrkräfte, da zu wenig Zeit zum Üben und Festigen von Gelerntem; echte Studierfähigkeit und "Reife", wie sie eigentlich im Abiturzeugnis verbrieft ist, kann so kaum erreicht werden. Die betroffenen MENSCHEN leiden - genauso wie die QUALITÄT ihrer Bildung - und damit längerfristig unser ganzes Land!
Außerdem: dadurch, dass - verständlicher Weise - viele Schüler*innen des 8jährigen, allgemeinbildenden Gymnasiums "abwandern", um im beruflichen, 9jährigen Gymnasium ihr Abitur mit mehr Zeit abzulegen, leiden besonders Gymnasien im ländlichen Raum: ihre Oberstufen werden immer kleiner - dadurch können sie weniger Kurse anbieten, dadurch werden sie (und auch die Stundenpläne...) immer unattraktiver...dadurch kommt es zu noch mehr Abwanderung und das allgemeinbildende Gymnasium wird ausgehöhlt.
Die Gymnasien bluten aus
Es hat sich inzwischen rumgesprochen - das Abi bekommt man an den beruflichen Gymnasien wesentlich einfacher! Die Wechselströme nach Klasse 10 - weg vom allgemeinbildenden Gymnasium hin zu den beruflichen Gymnasien (mit 13 Jahren bis zum Abitur) sind nicht mehr zu übersehen. Das halte ich für fatal.
Zu viele Schulwechsel in Klasse 7/8
Ich bin Gymnasiallehrer im Dreiländereck,
Seit 6 Jahren an meiner aktuellen Schule, haben wir fast jedes Jahr eine gesamte Klasse in der Mittelstufe an die Realschule verloren.
Die Konsequenz: Sowohl bei uns, als auch an der Realschule: Klassenneuzusammensetzung.
Der Grund (neben der nichtverbindlichen Grundschulempfehlung): G8.
Ab Klasse 7 steigen die Anforderungen an das Abstraktionsvermögen rasant in fast allen Fächern, während viele Kinder in ihrer kognitiven Entwicklung aber noch ca. ein halbes Jahr länger bräuchten um die Inhalte überhaupt begreifen zu können.
Nach vielen (nicht selbstverschuldeten) Misserfolgserlebnissen ist die Motivation dann auf ein Minimum gesunken, und wird häufig auch durch den Schulartwechsel nicht wieder gewonnen. Für manche Kinder stellt das ein nicht zu vernachlässigendes Trauma dar.
Aus meiner Sicht ist es daher unbedingt nötig mit G9 die Fachinhalte die höheres Abstraktionsvermögen benötigen etwas später vermitteln zu können.
G9 auch und gerade für Interessierte und Begabte
In G8 ist es gar nicht möglich, so detailliert und intensiv auf entsprechende Inhalte einzugehen, wie diese es verdient hätten.
Das gilt gerade auch für Interessierte Schüler, die gerne tiefer eingestiegen wären, es aber nicht können, weil noch soviel anderes auf dem Zettel steht, der bis zum Abi abgearbeitet sein muss
G9 ist besser als G8
G9 lässt den Schülern mehr Zeit, die Inhalte zu üben und zu vertiefen. Es ist besser als G8, wo Schüler häufig durch die vielen Themen, die in kurzer Zeit unterrichtet werden, überfordert sind.
G-8 war ein Rückschritt
An die Stelle einer fundierten grundlegenden Vermittlung von Wissen und Sozialkompetenzen ist ein Hetzen durch immer wieder abgeänderte und zum Teil soinnbefreiete Bildungspläne geworden.
Und das Ganze nur, damit aus der Wirtschaft, die das 9. Gymnasialjahr einsparen wollte, rückmeldet, "die Kids wären noch nicht so weit".