Bürgerforum G8/G9

Bedürfnisse von Eltern

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11. Kommentar von :M Fleig

Familienzeit

Wir haben 3 Kinder in G8 und de facto handelt es sich ab der Oberstufe um eine Ganztagesschule. Unterricht bis 17.10 Uhr ist keine Seltenheit und auch in der Unterstufe ist Unterricht an drei Nachmittagen pro Woche vorzufinden. Zeit für gemeinsame Termine mit der Familie sind kaum noch möglich, am Wochenende finden Hausaufgaben und […]

Wir haben 3 Kinder in G8 und de facto handelt es sich ab der Oberstufe um eine Ganztagesschule. Unterricht bis 17.10 Uhr ist keine Seltenheit und auch in der Unterstufe ist Unterricht an drei Nachmittagen pro Woche vorzufinden. Zeit für gemeinsame Termine mit der Familie sind kaum noch möglich, am Wochenende finden Hausaufgaben und Klausurvorbereitung statt (ist bei dem vollen Stundenplan unter Woche kaum zu schaffen). Da die Kinder ja außerhalb der Schule auch noch ihr Leben leben wollen (Sport, Freunde treffen etc.) sind die Tage komplett verplant. Jede Gewerkschaft würde bei diesen Zuständen auf die Barrikaden gehen, aber Kinder und Familien haben kein große Lobby.

12. Kommentar von :ohne Name 54123

Stress nach Feierabend und am WE

Als Elternteil möchte ich mich nach getaner Arbeit mit meiner Familie entspannen und eben nicht noch Tasche richten, Elternbriefe unterschreiben und die Hausaufgaben durchboxen, weil Junior eben erst nach 17 Uhr nach Hause kommt. Und am Wochenende muss das erst recht nicht sein. Die Kinder arbeiten teilweise unter der Woche länger, als wir […]

Als Elternteil möchte ich mich nach getaner Arbeit mit meiner Familie entspannen und eben nicht noch Tasche richten, Elternbriefe unterschreiben und die Hausaufgaben durchboxen, weil Junior eben erst nach 17 Uhr nach Hause kommt. Und am Wochenende muss das erst recht nicht sein. Die Kinder arbeiten teilweise unter der Woche länger, als wir Erwachsene. Das ist doch nicht normal. Und das sollte so auch nicht sein!

13. Kommentar von :ohne Name 54132

Fehlender Ausgleich durch G8

Als Elternteil wünsche ich mir für mein Kind, eine unbeschwerte Kindheit/Jugend. Eine Zeit, in der man sich ausprobieren kann, in der man Hobbys nachgehen darf, die in der Schule überhaupt nicht abgedeckt werden können und die einfach Zeit erfordern. Es ist so unheimlich wichtig, dass unsere Kinder gestärkt, sozial und sozialverankert groß werden […]

Als Elternteil wünsche ich mir für mein Kind, eine unbeschwerte Kindheit/Jugend. Eine Zeit, in der man sich ausprobieren kann, in der man Hobbys nachgehen darf, die in der Schule überhaupt nicht abgedeckt werden können und die einfach Zeit erfordern. Es ist so unheimlich wichtig, dass unsere Kinder gestärkt, sozial und sozialverankert groß werden und dazu gehört eben mehr als nur das pure Lernen in der Schule. Für dieses "Mehr" ist allerdings die Zeit durch G8 viel zu knapp geworden. Familie, Verein, Hobbys, Freundschaften - alles leidet darunter.

Und selbst in der Schule fehlt die Zeit für wichtige Dinge, die zum Leben gehören und die ein bisschen mehr Zeit einfordern und nicht unter Zeitdruck reifen (ausführliche Diskussionen, Wiederaufgreifen von Inhalten, ZEIT für Themen, die den Bildungsplan nur tangieren)...

Hat man ein Kind, das besonders gut sein möchte und dementsprechend lernt, bleibt für andere Dinge kaum noch Zeit - das ist nicht nur schade, sondern geht auf Kosten der Gesundheit. Es fehlt ein Ausgleich, der den Stress reguliert.

Hat man ein Kind, das mehr Übung braucht, ist dies kaum möglich bei diesem Pensum. Und ja, es gibt unglaublich viele Wege der schulischen Bildung in BW, aber wenn ein Kind kognitiv und von der Art des Lernangebots richtig auf einem Gymnasium verortet ist und das auch möchte (und keine fachspezifische Spezialisierung), hat man das durch G8 genau diesen Kindern erschwert und ihnen die Chance genommen, eben ganz allgemeinbildend bis zum Abitur nachhaltig zu lernen.

Mein Bedürfnis für meine Kinder heißt Zeit. Zeit für Erfolge, Zeit für Rückschläge, Zeit zum Verarbeiten, Zeit zum Lernen, Zeit für mehr Lebensqualität... Das alles spricht ganz klar gegen G8 und für G9.

14. Kommentar von :Sonja S.
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15. Kommentar von :Sonja S.

Gerecht?

Wir sind vor Jahren dem G8 Gymnasium vorbehaltlos entgegengetreten, obwohl wir die seit der Einführung anhaltende Kritik daran beobachten.   Unser Sohn wollte unbedingt auf das Gymnasium und hatte (bzw. hat übrigens immer noch) gute Noten dazu. Den Preis, den er dafür zahlt, erfüllt mich als Eltenteil mit Sorge. Durch die permanenten […]

Wir sind vor Jahren dem G8 Gymnasium vorbehaltlos entgegengetreten, obwohl wir die seit der Einführung anhaltende Kritik daran beobachten.

 

Unser Sohn wollte unbedingt auf das Gymnasium und hatte (bzw. hat übrigens immer noch) gute Noten dazu. Den Preis, den er dafür zahlt, erfüllt mich als Eltenteil mit Sorge. Durch die permanenten Stundenausfälle müssen in den verbleibenden Unterrichtsstunden die Themen "durchgeprügelt" werden und man kann zeitweise vom nötigen regelrechtem Bulimie-Lernen sprechen. Zeit zum Vertiefen oder Wiederholen des Stoffs bleibt kaum. Hobbies wurden auf ein Minimum zurückgeschraubt, genauso wie die Freundschaften. Temporäre gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund des Stress sind bereits aufgetreten, denen wir privat gegensteuern mussten. Familienausflüge finden eigentlich nur noch an den Wochenenden vor den Ferien statt.

 

Hinzu kommt noch, dass unser Sohn aufgrund des damals gültigen Stichtags der Einschulung, bereits mit 5 Jahren eingeschult wurde, was sich jetzt, insbesondere im Hinblick auf die persönliche Reife, teilweise rächt.

 

In der Realität auf dem Gymnasium sieht so aus: Zeit für die persönliche Entfaltung der Kinder bleibt kaum. Kommunikations- Team- und Kritikfähigkeit können aufgrund des Drucks, den Unterichtsstoff durchzudrücken, kaum gefördert werden. Raum für Kreativität bleibt nur in den wenigen Kunststunden, sofern sie überhaupt stattfinden. Ausreichende Feedbackkultur - Fehlanzeige. In einzelnen Fächern ist der coronabedingte, versäumter Unterrichtsstoff noch nicht aufgeholt.

 

Ich habe erhebliche Zweifel, dass so eine umfassende, vertiefte und nachhaltige Allgemeinbildung als Vorbereitung auf ein Studium - was eigentlich auch Aufgabe einer gymnasialen Bildung ist - erfolgen kann.

 

Wir befürchten, dass unsere Kinder durch das Turboabitur Nachteile ggü. Schülern aus Bundesländern mit einem G9 Abtiur haben.

 

Es entsteht der Eindruck, dass nur wegen des selbst erzeugten Lehrermangels und im Hinblick auf die Kosten am umstrittenen G8 Modell festgehalten wird. Andere Bundesländer sind bereits "aufgewacht" und wieder zu G9 zurückgekehrt.

 

Wir als Elternteile würden uns eine Rückkehr zu G9 in BW und eine stressfreiere Kindheit/Jugend für unsere Kinder wünschen.

 

16. Kommentar von :ohne Name 59305

G8 - eine Frage der Schul(leitung) und der Lehrkräfte

Wenn es um die aufzuwendende Zeit zum Lernen oder übrige Zeit für Hobbys geht, erleben wir mit 2 Kindern an unterschiedlichen Gymnasium im städtischen Gebiet (50.000 Einwohner) mit mäßig ausgebautem ÖPNV, dass G8 den Alltag nicht sonderlich bestimmt. Unsere Kinder haben genug Zeit um Hobbies nachzugehen (Sporttraining im Verein/ Musikunterricht/ […]

Wenn es um die aufzuwendende Zeit zum Lernen oder übrige Zeit für Hobbys geht, erleben wir mit 2 Kindern an unterschiedlichen Gymnasium im städtischen Gebiet (50.000 Einwohner) mit mäßig ausgebautem ÖPNV, dass G8 den Alltag nicht sonderlich bestimmt. Unsere Kinder haben genug Zeit um Hobbies nachzugehen (Sporttraining im Verein/ Musikunterricht/ bzw. Jugendgruppe und Ehrenamt). Einzige Herausforderung ist die unpassende Anbindung an den ÖPNV, was zu Lasten des "Eltern-Taxis" geht.

 

Allerdings erleben wir auch, dass die Schulleitung bzw. Klassenleitung einen erheblichen Beitrag dazu leistet, wo stressig der Alltag ist. Unsere Kinder haben eine sehr gutes schulisches Leistungsniveau und wir haben bezüglich dem Lernen keine richtigen Probleme. Die Kinder dazu anzuhalten, Hausaufgaben zuverlässig und ordentlich zu machen, gehört für uns zu unserem Selbstverständnis. Ebenso investieren wir auch Zeit um mit unseren Kindern zu lernen bzw. sie dabei zu unterstützen. Das ist für uns kein zusätzlicher Halbtagsjob und auch kein besonderer Stressfaktor.

 

Wir empfinden als Familie mit einem weiteren Kind an der GS und einem Hund G8 nicht als besonders herausfordernd. Bei einer Wahlmöglichkeit hätten wir bei einem Kind G8 gewählt, für das zweite G9, wobei er sich nur in Klasse 5/6 etwas schwerer getan hat. Auch unserem jüngsten Kind würde G9 sicherlich hinsichtlich seiner Lernentwicklung gut tun, wobei die Realschule für uns keine undenkbare Alternative ist.

17. Kommentar von :ohne Name 61942
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18. Kommentar von :ohne Name 61942

Bildungsnahe Eltern verzerren die Realität

An den Kommentaren von sehr Bildungsnahen Eltern sieht man, wie die Realität verzerrt wird. Natürlich schaffen es sehr gut gebildete Eltern, die Interesse an ihren Kindern zeigen, die mangelnde Zeit, die den Schülerinnen und Schülern durch G8 an der Schule bleibt, zu kompensieren. Aber das ist doch nicht die Mehrheit, die selbst hochgebildet jeden […]

An den Kommentaren von sehr Bildungsnahen Eltern sieht man, wie die Realität verzerrt wird. Natürlich schaffen es sehr gut gebildete Eltern, die Interesse an ihren Kindern zeigen, die mangelnde Zeit, die den Schülerinnen und Schülern durch G8 an der Schule bleibt, zu kompensieren. Aber das ist doch nicht die Mehrheit, die selbst hochgebildet jeden Tag ausreichend Zeit hat, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern und für ausreichend Möglichkeit an Hobbys und so weiter zu sorgen. Wir brauchen unbedingt wieder G9 für Chancengerechtigkeit.

19. Kommentar von :ClaraR4

Zeit zum Lernen

Extrem heterogene Elternschaft.

Von Wunsch nach Rundumbetreuung durch die Schule und an der Schule im 9-jährigen System, bis Wunsch nach 8 konzentrierten Jahren in homogener leistungsbereiter Lernumgebung.

20. Kommentar von :ClaraR4

Zeit zum Lernen

  Warum wird begabten Schülern immer unterstellt, ihr gebildeten Eltern würden sie beim Lernen unterstützen? Gerade diese Schüler haben das nicht nötig. Bei weiterem Nachfragen stellt sich heraus, dass auch ihre Eltern schon ohne häusliche Hilfe gut zum Abitur gelangt sind. Neben der Begabung wird kindliches Interesse an Bildung längst in der […]

 

Warum wird begabten Schülern immer unterstellt, ihr gebildeten Eltern würden sie beim Lernen unterstützen? Gerade diese Schüler haben das nicht nötig. Bei weiterem Nachfragen stellt sich heraus, dass auch ihre Eltern schon ohne häusliche Hilfe gut zum Abitur gelangt sind.

Neben der Begabung wird kindliches Interesse an Bildung längst in der frühen Kindheit angelegt durch Zuwendung.

Der Preis: Kein Rückzug, trotz täglicher Erschöpftheit durch den Berufsalltag.Keine Erholung am Wochenende, wegen Kinder stärkenden, gemeinsamen Unternehmungen.