Ich habe bereits lange in G9 unterrichtet und jetzt in G8. Was mir auffällt, ist der enorme Druck, unter dem Schüler und Eltern stehen, der dann teilweise an die Schule weitergegeben wird. Meiner Wahrnehmung nach haben mehr Jugendliche (und schon Kinder) psychische Probleme und dies auch früher. In meinen Oberstufenkursen bemerke ich das fehlende […]
Ich habe bereits lange in G9 unterrichtet und jetzt in G8. Was mir auffällt, ist der enorme Druck, unter dem Schüler und Eltern stehen, der dann teilweise an die Schule weitergegeben wird. Meiner Wahrnehmung nach haben mehr Jugendliche (und schon Kinder) psychische Probleme und dies auch früher. In meinen Oberstufenkursen bemerke ich das fehlende Jahr oft deutlich am Reflexionsvermögen - ein Jahr Entwicklungszeit ist in dem Alter viel! Ich wünsche mir, dass wir diese Zeit den Kindern und Jugendlichen wieder geben können.
38.
Kommentar von :ohne Name 62497
Mehr Freude im Unterricht durch weniger Zeitdruck
G8 lässt uns Lehrkräften kaum Zeit, um unsere Schülerinnen und Schülern entspannt zu unterrichten. Auf Schüler eingehen, die den Stoff noch nicht verstanden haben (nicht weil sie nicht intelligent genug wären, sondern einfach weil sie noch etwas Zeit bräuchten)? Leider keine Zeit, man muss die zusätzliche Förderung in die Hände der Eltern geben, […]
G8 lässt uns Lehrkräften kaum Zeit, um unsere Schülerinnen und Schülern entspannt zu unterrichten. Auf Schüler eingehen, die den Stoff noch nicht verstanden haben (nicht weil sie nicht intelligent genug wären, sondern einfach weil sie noch etwas Zeit bräuchten)? Leider keine Zeit, man muss die zusätzliche Förderung in die Hände der Eltern geben, die Nachhilfe bezahlen müssen, etc. Das zerreißt einem das Herz! Bildung sollte doch unabhängig vom Elternhaus sein. Ich sollte genug Zeit haben, um Dinge mehrmals erklären und vielfältig üben zu können. Ich bin Lehrerin geworden, um Kinder für meine Fächer zu begeistern, Freude am Lernen zu haben über die Schule hinaus. Oft ist man am Ende des Tages emotional ausgelaugt - denn man kann dem Bildungsanspruch eines Kindes unter diesem Zeitdruck einfach nicht gerecht werden. Viele opfern ihre Pausen und Freizeit, um die negativen Folgen dieses G8-Stresses für die Kinder zu kompensieren, und gehen dabei selbst kaputt. Kein Wunder, dass so viele Lehrkäfte ins Sabbatjahr gehen oder aussteigen.
39.
Kommentar von :ohne Name 54123
Innovation und Spaß am Unterricht
Ich glaube, dass die Unterrichtsqualität in erster Linie von der Freue der Lehrkräfte abhängt. Haben Sie Spaß, Lust auf Experimentieren und Mut zu Neuem überträgt sich das auf die Schüler.
Im G8 ist dafür keine Luft, wagt der Lehrer etwas Neues, und es geht in die Hose, muss er sich rechtfertigen, wie er die liegengelassene Zeit aufholt. Und die […]
Ich glaube, dass die Unterrichtsqualität in erster Linie von der Freue der Lehrkräfte abhängt. Haben Sie Spaß, Lust auf Experimentieren und Mut zu Neuem überträgt sich das auf die Schüler.
Im G8 ist dafür keine Luft, wagt der Lehrer etwas Neues, und es geht in die Hose, muss er sich rechtfertigen, wie er die liegengelassene Zeit aufholt. Und die Schüler müssen ertragen, dass die kommenden Stunden hart und geballt werden.
Auf dem G9 ist das entspannter. Der Lehrer kann Freude an seinem Beruf entwickeln, mal etwas Spannendes machen. Das stärkt ihn und seine Schüler.
40.
Kommentar von :ohne Name 62521
gewünschte zusätzliche Themen haben keinen Platz
Gerne kümmern wir Lehrkräfte uns um das Lernen fürs Leben. Dazu gehören Projekte wie "Löwen retten Leben" (Erlernen der Herzdruckmassage), Antimobbingtrainings, Projekte zum Klimaschutz oder den neu ins Leben gerufenen "Katastrophenschutztag", den wir jährlich durchführen sollen. Desweiteren ist dringend gewünscht, dass die Berufsorientierung […]
Gerne kümmern wir Lehrkräfte uns um das Lernen fürs Leben. Dazu gehören Projekte wie "Löwen retten Leben" (Erlernen der Herzdruckmassage), Antimobbingtrainings, Projekte zum Klimaschutz oder den neu ins Leben gerufenen "Katastrophenschutztag", den wir jährlich durchführen sollen. Desweiteren ist dringend gewünscht, dass die Berufsorientierung einen immer größeren Stellenwert und damit Zeit im Unterricht bekommt. Ohne Frage hat dies alles eine wichtige Bedeutung. Es stellt nur ein riesiges Problem dar, alle diese Herzensprojekte neben den sehr straff gestalteten Bildungsplaninhalten unterzubringen, so dass den Jugendlichen genug Zeit zum Üben und Lernen bleibt.
54.
Kommentar von :ohne Name 62788
Gleichbehandlung
Warum bekommen Gemeinschaftsschulen, kleine Klassen, Extras wo man hinschaut, das Gymnasium machen sie kaputt. Die Problemfälle an Schulen werden immer mehr, aber es gibt keine Zeit mehr hierfür.
78.
Kommentar von :ohne Name 63496
G9
Als Musiklehrerin erteile ich Nachmittags Unterricht im Fach Querflöte und Klavier und bin auch als Ausbilderin für Musikvereine tätig.
Durch das G8 haben viele SchülerInnen weniger Zeit für ihr "Musikhobby" und sind durch den Nachmittagsunterricht zeitlich sehr eingeschränkt.
Viele überlegen sich dann, ob sie das Hobby noch durchführen bzw.
[…]
Als Musiklehrerin erteile ich Nachmittags Unterricht im Fach Querflöte und Klavier und bin auch als Ausbilderin für Musikvereine tätig.
Durch das G8 haben viele SchülerInnen weniger Zeit für ihr "Musikhobby" und sind durch den Nachmittagsunterricht zeitlich sehr eingeschränkt.
Viele überlegen sich dann, ob sie das Hobby noch durchführen bzw.
einplanen können.
Sehr schade für die Musik.
79.
Kommentar von :ohne Name 63499
Die Experten fragen
Nicht die, die sich dafür halten....
Immer das gleiche Spiel - von oben nach unten "Neuerungen", die einem den Beruf erschweren. Alles unterliegt der Finanzierbarkeit und nicht was richtig und nötig wäre.
Es unterrichten viele Kolleginnen und Kollegen Teilzeit, weil der Tag nur 24 Stunden hat und die Anforderungen immer weiter steigen. Der Frust […]
Nicht die, die sich dafür halten....
Immer das gleiche Spiel - von oben nach unten "Neuerungen", die einem den Beruf erschweren. Alles unterliegt der Finanzierbarkeit und nicht was richtig und nötig wäre.
Es unterrichten viele Kolleginnen und Kollegen Teilzeit, weil der Tag nur 24 Stunden hat und die Anforderungen immer weiter steigen. Der Frust sitzt tief, weil man sich nur hin und hergeschubst fühlt. Man wird nicht gehört - die echten Experten werden nicht gehört (hier für das Gymnasium der PhV).
Es wird immer erst reagiert, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist...
80.
Kommentar von :ohne Name 63514
Arbeitsbedingungen
G9 verbessert die organisationalen Arbeitsbedingungen, führt zur Entzerrung von komplexen Tätigkeit der Lehrkräfte und dient der Gesunderhaltung bei der Arbeit
82.
Kommentar von :ohne Name 54132
G9!
Ein großes Bedürfnis wäre, dass wir Lehrkräfte endlich von der Politik gehört werden. Dann würde G9 schon längst wieder (und aus den unterschiedlichsten Gründen!) zu unserem Alltag gehören.
83.
Kommentar von :ohne Name 63547
Experten fragen
Von außen betrachtet erscheint es als unwichtig, ob die Kinder in 8 oder in 9 Jahren zum Abitur geführt werden. Doch wenn man die wahren Experten (Lehrer, Schüler und Eltern) fragt, ist die Antwort fast einstimmig: Schüler wie Lehrkräfte fühlen sich durch G8 zunehmend gestresst - der Nachmittagsunterricht hat stark zugenommen, wodurch die […]
Von außen betrachtet erscheint es als unwichtig, ob die Kinder in 8 oder in 9 Jahren zum Abitur geführt werden. Doch wenn man die wahren Experten (Lehrer, Schüler und Eltern) fragt, ist die Antwort fast einstimmig: Schüler wie Lehrkräfte fühlen sich durch G8 zunehmend gestresst - der Nachmittagsunterricht hat stark zugenommen, wodurch die Möglichkeiten von "Zeit für die Kinder" z.B. in AGs oder auch in Klassengesprächen stark abgenommen hat. Das ist nicht befriedigend und trägt bestimmt nicht zu einer guten, kindgerechten und trotzdem leistungsfördernden Atmosphäre an Schulen bei!
Vor allem nach der Pandemie haben die Kinder große Defizite in vielen Bereichen, die auch von der Schule aufgefangen werden sollen und müssen! Hier wäre der Zeitpunkt gewesen, sofort für alle ein weiteres Jahr einzufügen!!! Diese Chance ist vertan, doch auch die nächsten Generationen Schüler wie Lehrer würden sich freuen, in Zukunft mehr Zeit zu haben!
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G8 bedeutet Stress für alle Beteiligten
Ich habe bereits lange in G9 unterrichtet und jetzt in G8. Was mir auffällt, ist der enorme Druck, unter dem Schüler und Eltern stehen, der dann teilweise an die Schule weitergegeben wird. Meiner Wahrnehmung nach haben mehr Jugendliche (und schon Kinder) psychische Probleme und dies auch früher. In meinen Oberstufenkursen bemerke ich das fehlende Jahr oft deutlich am Reflexionsvermögen - ein Jahr Entwicklungszeit ist in dem Alter viel! Ich wünsche mir, dass wir diese Zeit den Kindern und Jugendlichen wieder geben können.
Mehr Freude im Unterricht durch weniger Zeitdruck
G8 lässt uns Lehrkräften kaum Zeit, um unsere Schülerinnen und Schülern entspannt zu unterrichten. Auf Schüler eingehen, die den Stoff noch nicht verstanden haben (nicht weil sie nicht intelligent genug wären, sondern einfach weil sie noch etwas Zeit bräuchten)? Leider keine Zeit, man muss die zusätzliche Förderung in die Hände der Eltern geben, die Nachhilfe bezahlen müssen, etc. Das zerreißt einem das Herz! Bildung sollte doch unabhängig vom Elternhaus sein. Ich sollte genug Zeit haben, um Dinge mehrmals erklären und vielfältig üben zu können. Ich bin Lehrerin geworden, um Kinder für meine Fächer zu begeistern, Freude am Lernen zu haben über die Schule hinaus. Oft ist man am Ende des Tages emotional ausgelaugt - denn man kann dem Bildungsanspruch eines Kindes unter diesem Zeitdruck einfach nicht gerecht werden. Viele opfern ihre Pausen und Freizeit, um die negativen Folgen dieses G8-Stresses für die Kinder zu kompensieren, und gehen dabei selbst kaputt. Kein Wunder, dass so viele Lehrkäfte ins Sabbatjahr gehen oder aussteigen.
Innovation und Spaß am Unterricht
Ich glaube, dass die Unterrichtsqualität in erster Linie von der Freue der Lehrkräfte abhängt. Haben Sie Spaß, Lust auf Experimentieren und Mut zu Neuem überträgt sich das auf die Schüler.
Im G8 ist dafür keine Luft, wagt der Lehrer etwas Neues, und es geht in die Hose, muss er sich rechtfertigen, wie er die liegengelassene Zeit aufholt. Und die Schüler müssen ertragen, dass die kommenden Stunden hart und geballt werden.
Auf dem G9 ist das entspannter. Der Lehrer kann Freude an seinem Beruf entwickeln, mal etwas Spannendes machen. Das stärkt ihn und seine Schüler.
gewünschte zusätzliche Themen haben keinen Platz
Gerne kümmern wir Lehrkräfte uns um das Lernen fürs Leben. Dazu gehören Projekte wie "Löwen retten Leben" (Erlernen der Herzdruckmassage), Antimobbingtrainings, Projekte zum Klimaschutz oder den neu ins Leben gerufenen "Katastrophenschutztag", den wir jährlich durchführen sollen. Desweiteren ist dringend gewünscht, dass die Berufsorientierung einen immer größeren Stellenwert und damit Zeit im Unterricht bekommt. Ohne Frage hat dies alles eine wichtige Bedeutung. Es stellt nur ein riesiges Problem dar, alle diese Herzensprojekte neben den sehr straff gestalteten Bildungsplaninhalten unterzubringen, so dass den Jugendlichen genug Zeit zum Üben und Lernen bleibt.
Gleichbehandlung
Warum bekommen Gemeinschaftsschulen, kleine Klassen, Extras wo man hinschaut, das Gymnasium machen sie kaputt. Die Problemfälle an Schulen werden immer mehr, aber es gibt keine Zeit mehr hierfür.
G9
Als Musiklehrerin erteile ich Nachmittags Unterricht im Fach Querflöte und Klavier und bin auch als Ausbilderin für Musikvereine tätig.
Durch das G8 haben viele SchülerInnen weniger Zeit für ihr "Musikhobby" und sind durch den Nachmittagsunterricht zeitlich sehr eingeschränkt.
Viele überlegen sich dann, ob sie das Hobby noch durchführen bzw.
einplanen können.
Sehr schade für die Musik.
Die Experten fragen
Nicht die, die sich dafür halten....
Immer das gleiche Spiel - von oben nach unten "Neuerungen", die einem den Beruf erschweren. Alles unterliegt der Finanzierbarkeit und nicht was richtig und nötig wäre.
Es unterrichten viele Kolleginnen und Kollegen Teilzeit, weil der Tag nur 24 Stunden hat und die Anforderungen immer weiter steigen. Der Frust sitzt tief, weil man sich nur hin und hergeschubst fühlt. Man wird nicht gehört - die echten Experten werden nicht gehört (hier für das Gymnasium der PhV).
Es wird immer erst reagiert, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist...
Arbeitsbedingungen
G9 verbessert die organisationalen Arbeitsbedingungen, führt zur Entzerrung von komplexen Tätigkeit der Lehrkräfte und dient der Gesunderhaltung bei der Arbeit
G9!
Ein großes Bedürfnis wäre, dass wir Lehrkräfte endlich von der Politik gehört werden. Dann würde G9 schon längst wieder (und aus den unterschiedlichsten Gründen!) zu unserem Alltag gehören.
Experten fragen
Von außen betrachtet erscheint es als unwichtig, ob die Kinder in 8 oder in 9 Jahren zum Abitur geführt werden. Doch wenn man die wahren Experten (Lehrer, Schüler und Eltern) fragt, ist die Antwort fast einstimmig: Schüler wie Lehrkräfte fühlen sich durch G8 zunehmend gestresst - der Nachmittagsunterricht hat stark zugenommen, wodurch die Möglichkeiten von "Zeit für die Kinder" z.B. in AGs oder auch in Klassengesprächen stark abgenommen hat. Das ist nicht befriedigend und trägt bestimmt nicht zu einer guten, kindgerechten und trotzdem leistungsfördernden Atmosphäre an Schulen bei!
Vor allem nach der Pandemie haben die Kinder große Defizite in vielen Bereichen, die auch von der Schule aufgefangen werden sollen und müssen! Hier wäre der Zeitpunkt gewesen, sofort für alle ein weiteres Jahr einzufügen!!! Diese Chance ist vertan, doch auch die nächsten Generationen Schüler wie Lehrer würden sich freuen, in Zukunft mehr Zeit zu haben!