Bürgerforum G8/G9

Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern

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  • Auslandsjahr in Schulzeit / nach dem Abitur
  • Während der Schulzeit: Zeit für Entwicklung / Außerschulisches: Sport, Musik, Ehrenamt
  • Persönlichkeitsentwicklung
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  • Abitur-Prüfung
  • „Abitur im eigenen Takt“
  • Unterschiede Jungen und Mädchen
  • spezielle Schülergruppen: Geflüchtete, Migranten, Abbrecher etc.
  • Zeit zum Lernen / Üben

Kommentare

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66. Kommentar von :ohne Name 62401

Außergewöhnliche Interessen

Wäre es nicht schön, wenn wieder Zeit wäre für "Orchideenfächer"? Der Musiker könnte - ähnlich wie der SWR - zusammen mit dem Deutsch- und Fremdsprachenkollegen eine AG anbieten in der Songtexte mit Ihrem Hintergrund analysiert werden. Der Gemeinschaftskundelehrer könnte jede Woche eine aktuelle Stunde anbieten und der Mathematiker Geometrie bei […]

Wäre es nicht schön, wenn wieder Zeit wäre für "Orchideenfächer"? Der Musiker könnte - ähnlich wie der SWR - zusammen mit dem Deutsch- und Fremdsprachenkollegen eine AG anbieten in der Songtexte mit Ihrem Hintergrund analysiert werden. Der Gemeinschaftskundelehrer könnte jede Woche eine aktuelle Stunde anbieten und der Mathematiker Geometrie bei den Mauren und in der Gothik. Letzteres wäre auch zusammen mit dem Kunstlehrer denkbar. Der Sportlehrer könnte mit dem örtlichen Verein Leichtatlethik durchführen (die letzten Europameisterschaften grüßen!).Wie wäre es, wenn der NWT-Kollege mit dem Biologen ein Projekt "Vogelkunde" anbieten könnte? Es soll auch unter Gymnasiasten handwerklich begabte Schüler geben.

Unter G8-Bedingungen sehe ich dafür keine Chance! Schade!

 

67. Kommentar von :ohne Name 62449

ländlicher Raum hat wieder das Nachsehen

Insbesondere im ländlichen Raum mit den teils völlig unzureichenden Kapazitäten und Routen des ÖPNV verunmöglicht G8 mit langen Schultagen schon für Fünftklässler jede außerschulische Aktivität. 3 mal Unterricht bis 15 Uhr, nach weiten Schulwegen und schlechten Busverbindungen gegen 16.30 erschöpft zuhause mit Hausaufgaben ist weder Zeit noch […]

Insbesondere im ländlichen Raum mit den teils völlig unzureichenden Kapazitäten und Routen des ÖPNV verunmöglicht G8 mit langen Schultagen schon für Fünftklässler jede außerschulische Aktivität.

3 mal Unterricht bis 15 Uhr, nach weiten Schulwegen und schlechten Busverbindungen gegen 16.30 erschöpft zuhause mit Hausaufgaben ist weder Zeit noch Energie da für Musik, Sport oder einfach nur Freunde.

G8 benachteiligt massiv Kinder jenseits der Ballungsräume, wo ohnehin schon schlechtere Bildungschancen und weniger Kultureinrichtungen herrschen.

Da ist G9 die einzige Möglichkeit auf eine gymnasialen Bildung mit kindgerechten Kindheit.

70. Kommentar von :ohne Name 54123

Seit wann interessieren die?

Schülerinnen und Schüler haben keine Stühle, die gesund für ihre Körpergröße sind. Bei Erwachsenen undenkbar. Sie müssen mit dem Unterricht zu Zeiten beginnen, die sie nicht wollen, und die wissenschaftlich bewiesen, schlecht zum Lernen sind. Bei Erwachsenen ist Gleitzeit heute eher der Regelfall, als die Ausnahme. SuS haben keine Papiertücher in […]

Schülerinnen und Schüler haben keine Stühle, die gesund für ihre Körpergröße sind. Bei Erwachsenen undenkbar.

Sie müssen mit dem Unterricht zu Zeiten beginnen, die sie nicht wollen, und die wissenschaftlich bewiesen, schlecht zum Lernen sind. Bei Erwachsenen ist Gleitzeit heute eher der Regelfall, als die Ausnahme.

SuS haben keine Papiertücher in den sanitären Einrichtungen - zu teuer.

Die meisten sanitären Einrichtungen sind geschlossen oder in einem schlechten Zustand. Häufig keine Seife. Bei Erwachsenen undenkbar.

SuS müssen auch bei 30°C im Zimmer still sitzen und konzentriert arbeiten - bei Erwachsenen unzulässig.

Also ich frage Sie: seit wann interessiert deren Meinung?

111. Kommentar von :S.I.

Schulische Bildung und Persönlichkeitsentwicklung gleichermaßen

Die meisten jungen Menschen sind noch orientierungslos, wenn sie das Gymnasium verlassen und haben plötzlich sehr viel Zeit und keine Idee was sie mit ihrem Berufsleben (oder auch sonstigen Leben) anfangen sollen. Der Dschungel an Möglichkeiten ist groß und häufig fehlt die praktische Vorstellung zu den Berufen, die dann nach dem Studium ausgeübt […]

Die meisten jungen Menschen sind noch orientierungslos, wenn sie das Gymnasium verlassen und haben plötzlich sehr viel Zeit und keine Idee was sie mit ihrem Berufsleben (oder auch sonstigen Leben) anfangen sollen. Der Dschungel an Möglichkeiten ist groß und häufig fehlt die praktische Vorstellung zu den Berufen, die dann nach dem Studium ausgeübt werden könnten. Sinnvoller wäre, G9 zu belassen, und während der Zeit Orientierungspraktikas anzubieten. Wenn ich weiß wofür, fällt das Lernen für das Abitur definitiv leichter.

Wünschenswert wäre, dass die schulische Bildung und die Persönlichkeitsentwicklung gleichermaßen sich entwickeln können. Dazu braucht es Zeit und Unterstützung, was in 8 Jahren sicher weniger möglich ist als in 9 Jahren.

 

130. Kommentar von :ohne Name 63490

Diskussion um G8/G9, Ganztagsbetreung nur Spitze eines Eisberges

Die ganze Diskussion um G8 oder G9, die Planungen zur flächendeckenden Ganztagesbetreuung in allen Schulen sind für mich ein Hinweis darauf, dass in der gesellschaftlichen Struktur etwas gewaltig schief zu laufen droht. All diese Planungen zielen darauf ab, Kindererziehung insgesamt zu institutionalisieren. Eine großflächige "Abschiebung" von […]

Die ganze Diskussion um G8 oder G9, die Planungen zur flächendeckenden Ganztagesbetreuung in allen Schulen sind für mich ein Hinweis darauf, dass in der gesellschaftlichen Struktur etwas gewaltig schief zu laufen droht. All diese Planungen zielen darauf ab, Kindererziehung insgesamt zu institutionalisieren. Eine großflächige "Abschiebung" von Kindern aus ihrem Elternhaus in die öffentliche Obhut droht. Die Gründe dafür mögen begründbar und nachvollziehbar sein: Eltern bedürfen doppelter Einkommen, wollen gleichberechtigt Karriere machen, die Wirtschaft braucht alle verfügbaren Fachkräfte - alles bekannt, alles irgendwie auch richtig. Für mich wird das Wohl der Kinder dabei völlig außer Acht gelassen. Früher hieß es mal: Für die Erziehung eines Kindes braucht's ein ganzes Dorf. Heute soll's die Schule richten. Ich sehe hier große gesellschaftliche Risiken: Soziale Kompetenz wird so nur unter den gleichen Bildungsschichten erlernt. Die Gymnasiast*innen, Realschüler*innen und Hauptschüler*innen bleiben stets unter sich. Eine gesellschaftliche Durchmischung wird verhindert, vor allem dann, wenn außerschulische gemeinsame Aktivitäten kaum mehr möglich werden. Gewachsene gesellschaftliche Strukturen, in denen sich die Menschen unterschiedlichster Herkunft und Bildung treffen, durchmsichen, voneinander lernen, werden so langsam aber sicher trocken gelegt. Sportvereine, Musikvereine und -schulen, auch die Kirchen mit Konfirmation- und Firmunterricht erfüllen bislang noch diesen so wichtigen Auftrag. Ein Kind, das ein funktionierendes Vereinsleben nun durch Zeitnot nicht mehr von früh an kennenlernen kann/darf, wird es als Erwachsener auch nicht mehr annehmen. Noch übernehmen die o.g. außerschulischen Bildungsträger diese besondere und wichtige Aufgabe, trotz immer enger werdenden Raum und Zeitfenster. Verantwortungsvolle Menschen, die in diesem Bereich ehrenamtlich arbeiten oder sogar ihre berufliche Erfüllung sehen, schauen leider meist nur sprachlos zu und versuchen, dennoch interessierten Jugendlichen und Kindern ihre Angebote und Aufgaben in immer enger werdenden Zeitfenstern zur Verfügung zu stellen. Immer mehr Jugendliche und Kinder werden aber ihre außerschulischen Aktivitäten einstellen. Es wird kommen: Fußballvereine können keine Jugendmannschaften mehr stellen, Musikvereine, Chöre und Orchester, die nicht schulgebunden sind, werden Nachwuchsprobleme bekommen. Integrationen in den Schulalltag sind gut gemeint, oft nicht umsetzbar und hemmen die außerschulischen Träger in ihrer eigentlichen Ausrichtung. Ich bin mir nicht sicher, ob dies alles gut für Kinder, Jugendliche und die ganze Gesellschaft ist.

131. Kommentar von :ohne Name 63514

Nach dem Abi erst mal reisen

Die meisten Schüler sind nicht 18, wenn sie das Abitur machen. Sie können keinen Mietvertrag unterschreiben, sie können sich nicht immatrikulieren. Aber wenn sie aus betuchten Elternhäusern kommen, gehe sie auf lange und weite Reisen. War das beabsichtigt? Und die Unbetuchten?

137. Kommentar von :ohne Name 63361

Außerschulische Bildungspartner berücksichtigen!

Seit der Einführung von G 8 haben die außerschulischen Bildungsparnter (ABP), so etwa Musikschulen, Sportvereine, Kunstschulen, Pfadfinder usw. mit zahlreichen Hürden zu kämpfen: a) durch die G 8-bedingte Stundenplanverdichtung ist die nachmittägliche Verfügbarkeit der Kinder bzw. Schüler für die ABP deutlich erschwert worden; b) dadurch wird es […]

Seit der Einführung von G 8 haben die außerschulischen Bildungsparnter (ABP), so etwa Musikschulen, Sportvereine, Kunstschulen, Pfadfinder usw. mit zahlreichen Hürden zu kämpfen:

a) durch die G 8-bedingte Stundenplanverdichtung ist die nachmittägliche Verfügbarkeit der Kinder bzw. Schüler für die ABP deutlich erschwert worden;

b) dadurch wird es für die ABP schwierig, sinnvolle Stunden- bzw. Trainingspläne zu organisieren;

c) die hohe zeitliche Beanspruchung der Schüler durch G 8 nimmt ihnen die Motivation, Angebote der ABP zu besuchen bzw. dafür in der Freizeit genügend zu tun (Bsp. Musik: üben);

d) durch G 8-bedingte Schülerrückgänge oder G 8-bedingten vorzeitigen Schülerausstieg klagen die ABP zurecht auch über Einnahmenverluste, die teils existenzbedrohend sind.

 

Die Wiedereinführung des G 9 wäre auch ein wichtiges Signal dahingehend, die Existenz der ABP zu würdigen und in ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen zu stärken, in dem ihnen wieder mehr Spielräume zugestanden werden. Die Angebote der ABPs sind kein schöner Zusatz, sondern inhaltlich und für die Entwicklung der jungen Leute genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die Schule bzw. das Gymnasium! Denn der fertige Abiturient soll am Ende nicht nur mit Fachwissen gesegnet sein, sondern auch ein junger, persönlichkeitsgestärkter und mündiger Mensch sein, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht! Diese "Lernanteile" werden kaum am Gymnasium, aber umso mehr bei außerschulischen Bildungsangeboten erworben!

143. Kommentar von :ohne Name 63667

Persönlichkeitsbildung

Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Entwicklungsschub die Kinder mit 16/17 Jahren machen. Ich erlebe es regelmäßig, dass im Laufe der Klasse 11 ein großer Schritt Richtung "Erwachsen werden" stattfindet mit dem Ergebnis, dass die SchülerInnen selbständiger, strukturierter und motivierter Lernen und ein vorher nicht da gewesener Ehrgeiz […]

Es ist immer wieder erstaunlich, welchen Entwicklungsschub die Kinder mit 16/17 Jahren machen. Ich erlebe es regelmäßig, dass im Laufe der Klasse 11 ein großer Schritt Richtung "Erwachsen werden" stattfindet mit dem Ergebnis, dass die SchülerInnen selbständiger, strukturierter und motivierter Lernen und ein vorher nicht da gewesener Ehrgeiz auftaucht. Auch Diskussionsbeiträge werden reflektierter und die Kompetenz des Bewerten und Beurteilen, das in den neuen Bildungsstandards an Bedeutung gewonnen hat, fällt den SchülerInnen leichter. An G9-Schulen passiert dies noch VOR der Kursstufe. Der Kursstufenunterricht profitiert in jeglicher Hinsicht davon.

69. Kommentar von :ohne Name 62425

Stärkung für das Ehrenamt

Schüler erhalten durch G9 wieder die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. In BW muss das Ehrenamt gestärkt werden.

75. Kommentar von :Aresti1

Überfordert

G-8 ist einfach zu schnell, die Kindheit und Jugend "verschult" durch den leistungsdruck total und das "Lernen in der Welt da draußen" im Alltag entfällt für viele Gymnasiast*innen, die eh schon etwas im Bildungs-Elfenbein-Turm gehalten werden. Ich möchtre meine Erfahrungen aus diversen Nebenjobs jedenfalls nicht missen und nicht den Kontakt zu […]

G-8 ist einfach zu schnell, die Kindheit und Jugend "verschult" durch den leistungsdruck total und das "Lernen in der Welt da draußen" im Alltag entfällt für viele Gymnasiast*innen, die eh schon etwas im Bildungs-Elfenbein-Turm gehalten werden.

Ich möchtre meine Erfahrungen aus diversen Nebenjobs jedenfalls nicht missen und nicht den Kontakt zu Mitmenschen, die einen anderen Bildungsweg eingeschlagen haben/nur einschlagen konnten.