Die Umkehr zu G9 in anderen Bundesländern führt zur Benachteiligung der G8-Gymnasiast*innen in Ba-Wü, da unsere Kinder ein Jahr weniger Zeit haben sich auf die Anforderungen des Abiturs, das immer mehr aus dem bundesheinheitlichen Aufgabenpool erstellt wird, vorzubereiten. Absolut unfair! Und im Studium wird auch nicht unterschieden, wer G8 oder G9 […]
Die Umkehr zu G9 in anderen Bundesländern führt zur Benachteiligung der G8-Gymnasiast*innen in Ba-Wü, da unsere Kinder ein Jahr weniger Zeit haben sich auf die Anforderungen des Abiturs, das immer mehr aus dem bundesheinheitlichen Aufgabenpool erstellt wird, vorzubereiten. Absolut unfair! Und im Studium wird auch nicht unterschieden, wer G8 oder G9 hatte. Zurück zu G9 sorgt für mehr Gerechtigkeit!
48.
Kommentar von :ohne Name 62074
Lange Nachmittage, dennoch fehlt Zeit
Als Lehrkraft beobachte ich immer wieder an langen Nachmittagen ( bis 17.10 Uhr) mangelnden Antrieb und Konzentration bei meinen Schülerinnen und Schülern. Ich kann es ihnen kaum verdenken. Immer wieder liegen auch Kernfächer an späten Nachmittagsstunden, in denen die Konzentration so erschöpft ist, dass eine Vertiefung von Inhalten kaum möglich […]
Als Lehrkraft beobachte ich immer wieder an langen Nachmittagen ( bis 17.10 Uhr) mangelnden Antrieb und Konzentration bei meinen Schülerinnen und Schülern. Ich kann es ihnen kaum verdenken. Immer wieder liegen auch Kernfächer an späten Nachmittagsstunden, in denen die Konzentration so erschöpft ist, dass eine Vertiefung von Inhalten kaum möglich ist. Schülerinnen und Schülern fehlt zudem schon ab den Unterstufen die Zeit, um sich ihren Interessen, Hobbys und auch dem Einbringen in Vereinen zu widmen.
49.
Kommentar von :TanjaB
Falsche Richtung bei G8
G8 wurde anscheinend für die Wirtschaft eingeführt, damit die SchülerInnen früher zum Studieren kommen (wobei dann komplett übersehen wurde, dass sie bei G8 dann oft noch nicht volljährig sind).
Leider ist dieser Schuss nach hinten losgegangen. Die SchülerInnen kommen zwar früher zum Studieren, aber unter oft schlechteren Voraussetzungen, weil […]
G8 wurde anscheinend für die Wirtschaft eingeführt, damit die SchülerInnen früher zum Studieren kommen (wobei dann komplett übersehen wurde, dass sie bei G8 dann oft noch nicht volljährig sind).
Leider ist dieser Schuss nach hinten losgegangen. Die SchülerInnen kommen zwar früher zum Studieren, aber unter oft schlechteren Voraussetzungen, weil Übungsphasen in jedem Schuljahr fehlen. Diese benötigen SchülerInnen jedoch (in den meisten Fächern) für Verständnisaufbau und Selbstbewusstsein in Bezug auf Problemlösung, etc.
Diese Übungsphasen wurden mit G8 massiv reduziert/gestrichen. G8 ist damit nicht im Sinne der SchülerInnen, die nach dem Abitur unter schlechteren Voraussetzungen ins Studium starten und nicht im Sinne der Wirtschaft, die diese Fehler aus der Bildung dann versuchen muss auszubügeln.
Gleichzeitig haben G8SchülerInnen mehr Nachmittagsunterricht und damit weniger Zeit für Hausaufgaben oder Freizeitaktivitäten wie Vereine. Was das soziale Umfeld verarmen lässt. Stattdessen wird dann in sozialen Medien Anschluss gesucht. Das ist gut für die SchülerInnengesundheit und die Gemeinschaft.
Bei ländlichen Gymnasien mit langen Fahrtwegen der SchülerInnen wird dieser Effekt noch verstärkt.
54.
Kommentar von :ShakespeareIsNotAMilkShake
Keine Zeit mehr für Sport, Musik und Freunde
Seit der Einführung von G8 leiden Familien massiv unter dem Zeitdruck und unter dem Leistungsdruck, dem die Kinder ausgesetzt sind. Kinder, die bereits in der Unterstufe zweimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben, haben einfach nicht mehr genügend Freiraum für Vereinssport, für Musikunterricht und für eine eigenständige, eben nicht durchgeplante […]
Seit der Einführung von G8 leiden Familien massiv unter dem Zeitdruck und unter dem Leistungsdruck, dem die Kinder ausgesetzt sind. Kinder, die bereits in der Unterstufe zweimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben, haben einfach nicht mehr genügend Freiraum für Vereinssport, für Musikunterricht und für eine eigenständige, eben nicht durchgeplante Gestaltung ihrer Freizeit mit Spielen, Lesen, Draußensein, Radfahren, Freundschaften außerhalb der Schule pflegen.
G8 verplant die Kinder und auch die Familien in einem sehr ungesunden Maß. In Familien, in denen das finanziell möglich ist, reduzieren dafür manchmal die Mütter (wer sonst?!) ihre Arbeit, um die Kinder und das Familienleben zu entlasten, alleine durch Fahrdienste usw. Besonders in der Mittelstufe ist die Belastung von Schülern durch einen knallvollen Stundenplan richtig heftig. Niemand kann von diesen Jugendlichen erwarten, dass sie nach drei randvollen Schultagen noch Sport treiben, Hausaufgaben erledigen, auf Klassenarbeiten lernen, soziale Kontakte (außerhalb der Schule?!) pflegen, ein Musikinstrument üben und vielleicht sogar Zeit mit ihrer Familie verbringen.
All das, was in den Neunziger Jahren nach meiner persönlichen Einschätzung zu meiner eigenen Bildung und - ja! Stichwort "Studierfähigkeit"! - positiv beigetragen hat, ist in dieser Form heute aufgrund von G8 so nicht mehr möglich: Durch überfüllte Stundenpläne und den dadurch höheren Druck beim Lernen fehlt die Zeit zum eigenständigen Lesen, zum Abschalten und Denken (!), Zeitunglesen, Sporttreiben, Musikmachen, für soziales und politisches Engagement.
Was gewinnen wir, wenn Abiturient:innen die Schule ein Jahr früher verlassen, es ihnen dafür aber häufig an Wissen, Bildung und Reife fehlt? Wenn Familien die Gelegenheit hätten, G8 für sich und ihre Kinder freiwillig und bewusst zu wählen, wäre das eine faire Angelegenheit. Der Status quo, den wir Frau Schavan zu verdanken haben, bedeutet nicht nur ein geklautes Jahr im geschützten Bereich der Schule (... Nestwärme), sondern verschärft zusätzlich zu den bereits genannten Nachteilen die Bildungsungerechtigkeit: Wenn das Tempo im Unterricht anzieht, sind die Kinder entweder auf Hilfe durch die Eltern angewiesen oder eben auf Nachhilfe. Und die kann sich nicht jede Familie leisten.
G8 ist nicht fair. G8 erhöht den Druck in den Schulen an vielen Stellen. G8 ist kontraproduktiv. Höchste Zeit, zu einem flächendeckenden G9 zurückzukehren!
62.
Kommentar von :Klara Müller
Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern
Schülerinnen und Schüler müssen die Möglichkeit haben, ihren Hobbies auch außerhalb der Schule und ihren AGs ausüben zu können; das geht mit den vollen Stundenplänen bei G8 fast nicht.
68.
Kommentar von :ohne Name 62470
Gymnasiallehrer über seine Schüler
Etwa ein Drittel leidet augenscheinlich unter den zeitlichen Anforderungen, also Mittagschule plus Lernzeit, die G8 stellt. Mir tun diese Schüler leid.
73.
Kommentar von :ohne Name 62497
Freizeit fördert den Lernerfolg - deshalb G9!
Ich als ehemaliges G9 Kind hatte nachmittags Zeit - Zeit für persönliche Interessenförderung wie Musik, Lesen, Sport, etc. Ich hatte Zeit, um mich zu entspannen und ich hatte Zeit, um in Ruhe zu lernen. Ich hatte Zeit, um mich mit Freunden zu treffen. Kurz gesagt: Ich hatte einen echten Ausgleich zur Schule und daher konnte auch mein Gehirn lernen. […]
Ich als ehemaliges G9 Kind hatte nachmittags Zeit - Zeit für persönliche Interessenförderung wie Musik, Lesen, Sport, etc. Ich hatte Zeit, um mich zu entspannen und ich hatte Zeit, um in Ruhe zu lernen. Ich hatte Zeit, um mich mit Freunden zu treffen. Kurz gesagt: Ich hatte einen echten Ausgleich zur Schule und daher konnte auch mein Gehirn lernen.
Meine Schülerinnen und Schüler sind nachmittags meistens im Unterricht und kommen völlig fertig nachhause. Viele haben keine Hobbys mehr (und da wundert man sich, dass unsere Gesellschaft unsozialer wird? Vereinsarbeit ist sooo wichtig und stirbt trotzdem langsam aus).
Wenn man das ganze auf die Arbeitswelt überträgt: Stellen Sie sich vor, sie kommen nach einem anstrengenden 8 Stunden Tag von der Arbeit nachhause und sollen dann noch Dinge für die Arbeit erledigen, Dinge auswendig lernen, etc. Und das jahrelang. - Es funktioniert nicht, bzw. führt zu burnout oder zu deutlich schlechteren Leistungsfähigkeit.
Wir wollen als Land klimaneutral werden, Innovationen fördern, etc. Wir benötigen dringend eine gut ausgebildete Jugend, die später genau diese Dinge angeht und Probleme löst. Das sollte uns die paar zusätzlichen Lehrerstellen doch wert sein - es ist keine Ausgabe, sondern eine Investition, die sich lohnen wird.
Übrigens: Eine Rückkehr zu G9 schließt doch keine Förderungen der anderen Schularten aus - im Gegenteil, in Bildung sollte grundsätzlich viel investiert werden! Lassen Sie sich nicht von der Regierung täuschen, dass anderen Schulen etwas abgeschnitten werden müsse, wenn G9 wieder hergestellt wird. Es offenbart nur die Knausrigkeit der aktuellen Landesregierung in die Zukunft unseres Landes zu investieren!
77.
Kommentar von :Angela Raith
Persönlichkeitsbildung
Das G8-Gymnasium bietet weniger Freiräume zur Entfaltung von kreativem Potential und individuellen Interessen. "The Länd" braucht Persönlichkeiten, die ihre Potentiale kennen!
80.
Kommentar von :ohne Name 62641
G9 - als Chance zu überleben im Stress
Am Gymnasium hat man in Klasse 10 ein Pensum von 38 Unterrichtsstunden, die sich auf 5 Schultage pro Woche verteilen. Meist hat man 1. - 6. Stunde und dann wahlweise noch 2- bis 4-mal Nachmittagsunterricht von 4 bis 2 Stunden. Kinder die nicht das Gymnasium um die nächste Ecke haben, die noch Anreisezeiten von 60 bis 90 Minuten haben, haben nur […]
Am Gymnasium hat man in Klasse 10 ein Pensum von 38 Unterrichtsstunden, die sich auf 5 Schultage pro Woche verteilen. Meist hat man 1. - 6. Stunde und dann wahlweise noch 2- bis 4-mal Nachmittagsunterricht von 4 bis 2 Stunden. Kinder die nicht das Gymnasium um die nächste Ecke haben, die noch Anreisezeiten von 60 bis 90 Minuten haben, haben nur durch den reinen Unterricht schon eine „Arbeitswoche“ von 6:30 bis 18:00 an 2-3 Tagen oder von 6:30 bis 16:30 an 4 Tagen. Meist haben sie eher eine Mischung aus dem Ganzen, da Schulen mit Ganztagesbetrieb nicht alle zur ersten Stunde anfangen dürfen, werden wertvolle Stunden am Vormittag verschenkt.
Bei den Kindern der 10. Klasse kann es dann schon mal zu einer Gesamtarbeitszeit von mehr als 50 Stunden kommen und nicht alle haben dann schon ihre Hausaufgaben fertig. Im Bus abschreiben ist auch eher schwierig, bei überfüllten Bussen. Diejenigen, die behaupten, genauso viel Nachmittagsunterricht gehabt zu haben, verwechseln vielleicht Nachmittagsunterricht mit Arbeitsgemeinschaften, die sie selbst noch hatten, aber bei den heutigen SchülerInnen nicht mehr wahrgenommen werden können. Ein Instrument lernen oder in den Sportverein mit 2-3 mal Training in der Woche kann heutzutage kaum noch ein Gymnasiast schaffen.
Vielleicht sollte die Politik den Kindern wieder eine Kindheit geben und die Chancen für alle verbessern.
81.
Kommentar von :G9Füralle
Wie Schüler in G8 lernen
Anders als vielleicht ursprünglich geplant, sind in G8 die Bildungspläne nicht "entschlackt" worden, sondern einfach viele Lerninhalte ein Schuljahr "vorgerutscht". Das hat dazu geführt, dass Schüler oft mit Themen oder Inhalten konfrontiert werden, für die sie noch zu jung sind. In G9 waren Themen / Lernstoffe besser auf den Entwicklungsstand der […]
Anders als vielleicht ursprünglich geplant, sind in G8 die Bildungspläne nicht "entschlackt" worden, sondern einfach viele Lerninhalte ein Schuljahr "vorgerutscht". Das hat dazu geführt, dass Schüler oft mit Themen oder Inhalten konfrontiert werden, für die sie noch zu jung sind. In G9 waren Themen / Lernstoffe besser auf den Entwicklungsstand der Lernenden abgestimmt.
Als Folge gibt es immer mehr Schüler, die statt den Unterrichtsstoff zu verstehen und zu durchdringen, einfach für Leistungsüberprüfungen "lernen", d.h. auswendig lernen, das Gelernte von sich geben und danach alles vergessen, ohne dass etwas wirklich vertieft und verankert ist.
Eine solche Haltung wird durch G8 gefördert, denn es ist viel zu wenig Zeit, um Themen und Inhalte wirklich gründlich zu vertiefen und zu wiederholen. Zu oft wird von Lehrern vorausgesetzt, dass etwas, das einmal erarbeitet und behandelt wurde, auch dauerhafte Schülern vorhanden und abrufbar ist.
Auch die verkürzte Stundenzahl für die Fächer in G8 im Gegensatz zu G9 tut ihr Übriges, dass Unterricht von vielen als eine Hetzjagd durch Lernstoffe empfunden wird. Davon können besonders die Fremdsprachen ein Lied singen. Aber auch andere Fächer sind betroffen.
Und wenn man sich vorstellt, dass beispielsweise ein 8.-Klässler in G8 von 7:30- 15:10 acht Schulstunden (mit Kernfächern am Nachmittag) hat, dann sollte man mal überlegen, wann der Unterricht beispielsweise in GB beginnt, wenn er etwa zwischen 15:00 - 16:00 Uhr endet.
Wirklich altersgemäße Lernzeit für Kinder und Jugendliche bei so frühem Unterrichtsbeginn bedeutet, dass am Vormittag der Pflichtunterricht stattfindet und der Nachmittag mit Hausaufgaben und anderen Aktivitäten ausgefüllt wird.
Immer auf dem neuesten Stand
Abonnieren Sie den Beteiligungsportal-Newsletter.
Um unsere Webseite für Sie optimal gestalten und verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Kommentare
Die Kommentierungsphase ist beendet. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
Benachteiligung der G8-Gymnasiast*innen in Ba-Wü
Die Umkehr zu G9 in anderen Bundesländern führt zur Benachteiligung der G8-Gymnasiast*innen in Ba-Wü, da unsere Kinder ein Jahr weniger Zeit haben sich auf die Anforderungen des Abiturs, das immer mehr aus dem bundesheinheitlichen Aufgabenpool erstellt wird, vorzubereiten. Absolut unfair! Und im Studium wird auch nicht unterschieden, wer G8 oder G9 hatte. Zurück zu G9 sorgt für mehr Gerechtigkeit!
Lange Nachmittage, dennoch fehlt Zeit
Als Lehrkraft beobachte ich immer wieder an langen Nachmittagen ( bis 17.10 Uhr) mangelnden Antrieb und Konzentration bei meinen Schülerinnen und Schülern. Ich kann es ihnen kaum verdenken. Immer wieder liegen auch Kernfächer an späten Nachmittagsstunden, in denen die Konzentration so erschöpft ist, dass eine Vertiefung von Inhalten kaum möglich ist. Schülerinnen und Schülern fehlt zudem schon ab den Unterstufen die Zeit, um sich ihren Interessen, Hobbys und auch dem Einbringen in Vereinen zu widmen.
Falsche Richtung bei G8
G8 wurde anscheinend für die Wirtschaft eingeführt, damit die SchülerInnen früher zum Studieren kommen (wobei dann komplett übersehen wurde, dass sie bei G8 dann oft noch nicht volljährig sind).
Leider ist dieser Schuss nach hinten losgegangen. Die SchülerInnen kommen zwar früher zum Studieren, aber unter oft schlechteren Voraussetzungen, weil Übungsphasen in jedem Schuljahr fehlen. Diese benötigen SchülerInnen jedoch (in den meisten Fächern) für Verständnisaufbau und Selbstbewusstsein in Bezug auf Problemlösung, etc.
Diese Übungsphasen wurden mit G8 massiv reduziert/gestrichen. G8 ist damit nicht im Sinne der SchülerInnen, die nach dem Abitur unter schlechteren Voraussetzungen ins Studium starten und nicht im Sinne der Wirtschaft, die diese Fehler aus der Bildung dann versuchen muss auszubügeln.
Gleichzeitig haben G8SchülerInnen mehr Nachmittagsunterricht und damit weniger Zeit für Hausaufgaben oder Freizeitaktivitäten wie Vereine. Was das soziale Umfeld verarmen lässt. Stattdessen wird dann in sozialen Medien Anschluss gesucht. Das ist gut für die SchülerInnengesundheit und die Gemeinschaft.
Bei ländlichen Gymnasien mit langen Fahrtwegen der SchülerInnen wird dieser Effekt noch verstärkt.
Keine Zeit mehr für Sport, Musik und Freunde
Seit der Einführung von G8 leiden Familien massiv unter dem Zeitdruck und unter dem Leistungsdruck, dem die Kinder ausgesetzt sind. Kinder, die bereits in der Unterstufe zweimal pro Woche Nachmittagsunterricht haben, haben einfach nicht mehr genügend Freiraum für Vereinssport, für Musikunterricht und für eine eigenständige, eben nicht durchgeplante Gestaltung ihrer Freizeit mit Spielen, Lesen, Draußensein, Radfahren, Freundschaften außerhalb der Schule pflegen.
G8 verplant die Kinder und auch die Familien in einem sehr ungesunden Maß. In Familien, in denen das finanziell möglich ist, reduzieren dafür manchmal die Mütter (wer sonst?!) ihre Arbeit, um die Kinder und das Familienleben zu entlasten, alleine durch Fahrdienste usw. Besonders in der Mittelstufe ist die Belastung von Schülern durch einen knallvollen Stundenplan richtig heftig. Niemand kann von diesen Jugendlichen erwarten, dass sie nach drei randvollen Schultagen noch Sport treiben, Hausaufgaben erledigen, auf Klassenarbeiten lernen, soziale Kontakte (außerhalb der Schule?!) pflegen, ein Musikinstrument üben und vielleicht sogar Zeit mit ihrer Familie verbringen.
All das, was in den Neunziger Jahren nach meiner persönlichen Einschätzung zu meiner eigenen Bildung und - ja! Stichwort "Studierfähigkeit"! - positiv beigetragen hat, ist in dieser Form heute aufgrund von G8 so nicht mehr möglich: Durch überfüllte Stundenpläne und den dadurch höheren Druck beim Lernen fehlt die Zeit zum eigenständigen Lesen, zum Abschalten und Denken (!), Zeitunglesen, Sporttreiben, Musikmachen, für soziales und politisches Engagement.
Was gewinnen wir, wenn Abiturient:innen die Schule ein Jahr früher verlassen, es ihnen dafür aber häufig an Wissen, Bildung und Reife fehlt? Wenn Familien die Gelegenheit hätten, G8 für sich und ihre Kinder freiwillig und bewusst zu wählen, wäre das eine faire Angelegenheit. Der Status quo, den wir Frau Schavan zu verdanken haben, bedeutet nicht nur ein geklautes Jahr im geschützten Bereich der Schule (... Nestwärme), sondern verschärft zusätzlich zu den bereits genannten Nachteilen die Bildungsungerechtigkeit: Wenn das Tempo im Unterricht anzieht, sind die Kinder entweder auf Hilfe durch die Eltern angewiesen oder eben auf Nachhilfe. Und die kann sich nicht jede Familie leisten.
G8 ist nicht fair. G8 erhöht den Druck in den Schulen an vielen Stellen. G8 ist kontraproduktiv. Höchste Zeit, zu einem flächendeckenden G9 zurückzukehren!
Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern
Schülerinnen und Schüler müssen die Möglichkeit haben, ihren Hobbies auch außerhalb der Schule und ihren AGs ausüben zu können; das geht mit den vollen Stundenplänen bei G8 fast nicht.
Gymnasiallehrer über seine Schüler
Etwa ein Drittel leidet augenscheinlich unter den zeitlichen Anforderungen, also Mittagschule plus Lernzeit, die G8 stellt. Mir tun diese Schüler leid.
Freizeit fördert den Lernerfolg - deshalb G9!
Ich als ehemaliges G9 Kind hatte nachmittags Zeit - Zeit für persönliche Interessenförderung wie Musik, Lesen, Sport, etc. Ich hatte Zeit, um mich zu entspannen und ich hatte Zeit, um in Ruhe zu lernen. Ich hatte Zeit, um mich mit Freunden zu treffen. Kurz gesagt: Ich hatte einen echten Ausgleich zur Schule und daher konnte auch mein Gehirn lernen.
Meine Schülerinnen und Schüler sind nachmittags meistens im Unterricht und kommen völlig fertig nachhause. Viele haben keine Hobbys mehr (und da wundert man sich, dass unsere Gesellschaft unsozialer wird? Vereinsarbeit ist sooo wichtig und stirbt trotzdem langsam aus).
Wenn man das ganze auf die Arbeitswelt überträgt: Stellen Sie sich vor, sie kommen nach einem anstrengenden 8 Stunden Tag von der Arbeit nachhause und sollen dann noch Dinge für die Arbeit erledigen, Dinge auswendig lernen, etc. Und das jahrelang. - Es funktioniert nicht, bzw. führt zu burnout oder zu deutlich schlechteren Leistungsfähigkeit.
Wir wollen als Land klimaneutral werden, Innovationen fördern, etc. Wir benötigen dringend eine gut ausgebildete Jugend, die später genau diese Dinge angeht und Probleme löst. Das sollte uns die paar zusätzlichen Lehrerstellen doch wert sein - es ist keine Ausgabe, sondern eine Investition, die sich lohnen wird.
Übrigens: Eine Rückkehr zu G9 schließt doch keine Förderungen der anderen Schularten aus - im Gegenteil, in Bildung sollte grundsätzlich viel investiert werden! Lassen Sie sich nicht von der Regierung täuschen, dass anderen Schulen etwas abgeschnitten werden müsse, wenn G9 wieder hergestellt wird. Es offenbart nur die Knausrigkeit der aktuellen Landesregierung in die Zukunft unseres Landes zu investieren!
Persönlichkeitsbildung
Das G8-Gymnasium bietet weniger Freiräume zur Entfaltung von kreativem Potential und individuellen Interessen. "The Länd" braucht Persönlichkeiten, die ihre Potentiale kennen!
G9 - als Chance zu überleben im Stress
Am Gymnasium hat man in Klasse 10 ein Pensum von 38 Unterrichtsstunden, die sich auf 5 Schultage pro Woche verteilen. Meist hat man 1. - 6. Stunde und dann wahlweise noch 2- bis 4-mal Nachmittagsunterricht von 4 bis 2 Stunden. Kinder die nicht das Gymnasium um die nächste Ecke haben, die noch Anreisezeiten von 60 bis 90 Minuten haben, haben nur durch den reinen Unterricht schon eine „Arbeitswoche“ von 6:30 bis 18:00 an 2-3 Tagen oder von 6:30 bis 16:30 an 4 Tagen. Meist haben sie eher eine Mischung aus dem Ganzen, da Schulen mit Ganztagesbetrieb nicht alle zur ersten Stunde anfangen dürfen, werden wertvolle Stunden am Vormittag verschenkt.
Bei den Kindern der 10. Klasse kann es dann schon mal zu einer Gesamtarbeitszeit von mehr als 50 Stunden kommen und nicht alle haben dann schon ihre Hausaufgaben fertig. Im Bus abschreiben ist auch eher schwierig, bei überfüllten Bussen. Diejenigen, die behaupten, genauso viel Nachmittagsunterricht gehabt zu haben, verwechseln vielleicht Nachmittagsunterricht mit Arbeitsgemeinschaften, die sie selbst noch hatten, aber bei den heutigen SchülerInnen nicht mehr wahrgenommen werden können. Ein Instrument lernen oder in den Sportverein mit 2-3 mal Training in der Woche kann heutzutage kaum noch ein Gymnasiast schaffen.
Vielleicht sollte die Politik den Kindern wieder eine Kindheit geben und die Chancen für alle verbessern.
Wie Schüler in G8 lernen
Anders als vielleicht ursprünglich geplant, sind in G8 die Bildungspläne nicht "entschlackt" worden, sondern einfach viele Lerninhalte ein Schuljahr "vorgerutscht". Das hat dazu geführt, dass Schüler oft mit Themen oder Inhalten konfrontiert werden, für die sie noch zu jung sind. In G9 waren Themen / Lernstoffe besser auf den Entwicklungsstand der Lernenden abgestimmt.
Als Folge gibt es immer mehr Schüler, die statt den Unterrichtsstoff zu verstehen und zu durchdringen, einfach für Leistungsüberprüfungen "lernen", d.h. auswendig lernen, das Gelernte von sich geben und danach alles vergessen, ohne dass etwas wirklich vertieft und verankert ist.
Eine solche Haltung wird durch G8 gefördert, denn es ist viel zu wenig Zeit, um Themen und Inhalte wirklich gründlich zu vertiefen und zu wiederholen. Zu oft wird von Lehrern vorausgesetzt, dass etwas, das einmal erarbeitet und behandelt wurde, auch dauerhafte Schülern vorhanden und abrufbar ist.
Auch die verkürzte Stundenzahl für die Fächer in G8 im Gegensatz zu G9 tut ihr Übriges, dass Unterricht von vielen als eine Hetzjagd durch Lernstoffe empfunden wird. Davon können besonders die Fremdsprachen ein Lied singen. Aber auch andere Fächer sind betroffen.
Und wenn man sich vorstellt, dass beispielsweise ein 8.-Klässler in G8 von 7:30- 15:10 acht Schulstunden (mit Kernfächern am Nachmittag) hat, dann sollte man mal überlegen, wann der Unterricht beispielsweise in GB beginnt, wenn er etwa zwischen 15:00 - 16:00 Uhr endet.
Wirklich altersgemäße Lernzeit für Kinder und Jugendliche bei so frühem Unterrichtsbeginn bedeutet, dass am Vormittag der Pflichtunterricht stattfindet und der Nachmittag mit Hausaufgaben und anderen Aktivitäten ausgefüllt wird.