Bürgerforum G8/G9

Bildungspläne / Bildungsqualität

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  • 265 Jahreswochenstunden (Abitur), Beschluss der Kultusministerkonferenz

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Kommentare

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55. Kommentar von :ohne Name 62956

G9

Im Vergleich zu anderen Bundesländern mit G9 und damit auch mehr Stunden vor der Kursstufe für einzelne Fächer z.B. Biologie wird die Vergleichbarkeit auf der Strecke bleiben. Eine höhere Reife der Abiturienten wirkt sich auch auf viele Fragen, aber vor allem auf die Anworten der Schüler*innen aus. Hier macht ein Jahr an Bildung, […]

Im Vergleich zu anderen Bundesländern mit G9 und damit auch mehr Stunden vor der Kursstufe für einzelne Fächer z.B. Biologie wird die Vergleichbarkeit auf der Strecke bleiben. Eine höhere Reife der Abiturienten wirkt sich auch auf viele Fragen, aber vor allem auf die Anworten der Schüler*innen aus. Hier macht ein Jahr an Bildung, Persönlichkeitsentwicklung halt etwas aus. Das kann G8 nicht leisten. Vor allem nicht mit dem vollgestopften Bildungsplan, der ja auch alles abdecken muss, was andere Bundesländer mit einem Jahr länger abdecken können.

59. Kommentar von :Tja

Sinnvolle Bildungspläne?

Wenn man mit Fachberaterinnen und Fachberatern über die Lehrpläne ihrer Fächer spricht, geben eigentlich alle zu, dass die Bildungspläne sowohl in der Unter- als auch in der Mittel- und Oberstufe "sehr sportlich" sind. Oder anders ausgedrückt: Möchte man die Themen vertiefend bearbeiten, dann wird i.d.R. die zur Verfügung stehende Zeit nicht […]

Wenn man mit Fachberaterinnen und Fachberatern über die Lehrpläne ihrer Fächer spricht, geben eigentlich alle zu, dass die Bildungspläne sowohl in der Unter- als auch in der Mittel- und Oberstufe "sehr sportlich" sind.

Oder anders ausgedrückt: Möchte man die Themen vertiefend bearbeiten, dann wird i.d.R. die zur Verfügung stehende Zeit nicht reichen oder falls man alle im Bildungsplan für die entsprechende Klassenstufe genannten Themen abarbeiten möchte, dann passiert dies sehr oberflächlich - eventuell wird das ein oder andere Thema auch nur kurz angesprochen.

Sinnvolle Bildungsarbeit sieht anders aus...

Beim Übergang von G9 nach G8 sollten die Bildungspläne entschlackt werden - war ein nobler Vorsatz. Doch was ist passiert? Es wurden teilweise Themen aus den Bildungsplänen in der Mittelstufe hinauskatapultiert, von denen man aber wusste, dass sie für das Verständnis in der Oberstufe elementar waren. Folge: Entweder in der Mittel- oder in der Oberstufe musste ein nicht mehr im Bildungsplan erscheinendes Thema zusätzlich erarbeitet werden, obwohl für die ganzen restlichen noch im Bildungsplan vorhanden Themen schon viel zu wenig Zeit zur Verfügung stand.

Fazit: Prinzip Hoffnung - Die Lehrkräfte werden es schon irgendwie richten...

76. Kommentar von :Andreas Lins

G9 bietet die Möglichkeit, mehr zu üben und zu vertiefen

Man muss ja fast schon froh sein, dass die mit der Einführung von G8 einhergehenden Befürchtungen, es würden viele Inhalte aus dem Bildungsplan gestrichen, sich nicht bewahrheitet haben. Was aber gestrichen wurde, ist die Zeit zum Üben und Vertiefen von Inhalten. Gerade für die methodische, prozessorientierte Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen […]

Man muss ja fast schon froh sein, dass die mit der Einführung von G8 einhergehenden Befürchtungen, es würden viele Inhalte aus dem Bildungsplan gestrichen, sich nicht bewahrheitet haben. Was aber gestrichen wurde, ist die Zeit zum Üben und Vertiefen von Inhalten. Gerade für die methodische, prozessorientierte Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen braucht man aber Zeit. Ein Durchhetzen durch die Inhalte führt dazu, dass mehr kurzfristig für Tests und weniger für das Verständnis gelernt wird.

58. Kommentar von :ohne Name 63091

Mehr Inhalt durch G9!

Eine Doppelstunde Napoleon ist noch übrig im BP 2016 im Fach Geschichte - während der gesamten gymnasialen Schulzeit! Zwei Doppelstunden Weimarer Republik sind es noch in der Kursstufe, dafür zwei Doppelstunden griechische Demokratie für 11-Jährige. Am Ende versteht keiner irgendetwas vertieft und die G8-Schüler sind dank ihrer dünnen […]

Eine Doppelstunde Napoleon ist noch übrig im BP 2016 im Fach Geschichte - während der gesamten gymnasialen Schulzeit! Zwei Doppelstunden Weimarer Republik sind es noch in der Kursstufe, dafür zwei Doppelstunden griechische Demokratie für 11-Jährige.

Am Ende versteht keiner irgendetwas vertieft und die G8-Schüler sind dank ihrer dünnen historischen Kenntnisse erstaunt, dass sich aktuelle Konflikte und der Krieg in Europa historisch einordnen lassen… Da müssen sowohl mehr Zeit durch G9 als auch mehr Stoff her! Oder soll ChatGPT das Wissen und das Kontextualisieren künftig übernehmen?

68. Kommentar von :Micha 63355

Komplexe Inhalte

Ausgerechnet das Fach, das vernetztes Denken wie kein anderes fördert, die Geographie, wurde in der Vergangenheit immer stärker zusammengekürzt. Wie sollen junge Leute sich der Folgen jeglichen wirtschaftlichen Handelns auf ihre Umwelt bewußt werden, wenn sie die Interdependenz aller Gefaktoren nicht erkennen und damit auch nicht die […]

Ausgerechnet das Fach, das vernetztes Denken wie kein anderes fördert, die Geographie, wurde in der Vergangenheit immer stärker zusammengekürzt.

Wie sollen junge Leute sich der Folgen jeglichen wirtschaftlichen Handelns auf ihre Umwelt bewußt werden, wenn sie die Interdependenz aller Gefaktoren nicht erkennen und damit auch nicht die Nachhaltigkeit unserer Resourcen für künftige Generationen im Blick haben?

15. Kommentar von :ohne Name 55789

Umsetzung des G8 an der Schule und die Auswirkung auf die Schülerinnen und Schüler

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.   Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule, […]

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.

 

Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule, wohlgemarkt ohne Hausaufgaben an den "Nachmittagsschultagen". Sie hatten Zeit für ihren aufwendigen Sport, waren Mitglieder im Landeskader und hatten trotzdem noch Freizeit und Muße.

 

Unsere Erfahrung war, dass die Schule es sehr gut geschafft hat, die "Kann"-Inhalte der Lehrpläne so zu straffen, dass alle "Muss"-Inhalte untergebracht waren, ohne dass die Kinder zu wenig "Input" gehabt hätten - die Lehrer waren sehr engagiert und haben alle gemeinsam für ihr Fachgebiet den Lehrplan so zusammengestellt, dass auch Freizeit und Muße für die Kinder bei gleichzeitiger Erfüllung des Lehrplans nicht zu kurz gekommen sind.

 

Unsere Erfahrung war im Vergleich zu anderen Kindern von Freunden und Bekannten, dass an vielen Schulen die Lehrpläne sklavisch von G9 auf G8 übertragen wurden, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Lehrinhalte eventuell weggelassen werden könnten ("Kann" - zu "Muss""-Inhalten), was dann zur Folge hatte, dass viele Kinder schon in der 5. Klasse 4 x pro Woche Nachmittagsunterricht hatten und noch dazu die Hausaufgaben gemacht werden mussten - ein untragbarer Zustand!

 

Wir haben bei der Schule unserer Töchter die Erfahrung gemacht, dass der Umstieg von G9 auf G8 problemlos möglich war - allerdings nur durch das hohe Engagement der Lehrer, sich mit der Materie intensiv zu befassen und sich nicht auf "Dienst nach Vorschrift" auszuruhen

23. Kommentar von :ohne Name 61942

Sabbat Jahr für Schülerinnen und Schüler

Seit der Einführung von G8 scheint es nahezu obligatorisch, dass nach dem Abitur ein Jahr Urlaub im Ausland gemacht wird. Die Schülerinnen und Schüler merken selber, dass sie eigentlich noch nicht reif genug sind, um die Ausbildung selbstständig an einer Hochschule fortzusetzen. Natürlich ist ein Auslandsaufenthalt positiv für die persönliche […]

Seit der Einführung von G8 scheint es nahezu obligatorisch, dass nach dem Abitur ein Jahr Urlaub im Ausland gemacht wird. Die Schülerinnen und Schüler merken selber, dass sie eigentlich noch nicht reif genug sind, um die Ausbildung selbstständig an einer Hochschule fortzusetzen. Natürlich ist ein Auslandsaufenthalt positiv für die persönliche Entwicklung und die Selbstständigkeit, Aber dafür ein Jahr Bildung sausen zu lassen, um Neuseeland kennen zu lernen, das können wir uns eigentlich nicht leisten. Um im Ausland Erfahrungen zu sammeln, sollten die Ferien reichen und in der übrigen Zeit des 13. Schuljahres sollten wichtige Bildung Inhalte, Demokratieverständnis, vertiefte Kenntnisse in den Fächern erarbeitet werden. es ist dringend notwendig, wieder G9 einzuführen.

25. Kommentar von :ohne Name 61990

Allgemeinbildung nicht ohne Informatik!

Ich bin Informatiklehrer an einem G8 Gymnasium mit Schulversuch Informatik und der Meinung, dass es bis zur Kursstufe in Baden-Württemberg viel zu wenig Informatik-Unterricht gibt.   Nicht erst seit dem KI-Hype, ist eine informatische Grundbildung unabdingbar für die Anforderungen der Berufs- und Lebenswelt im Ländle. Bereits seit längerem fehlt […]

Ich bin Informatiklehrer an einem G8 Gymnasium mit Schulversuch Informatik und der Meinung, dass es bis zur Kursstufe in Baden-Württemberg viel zu wenig Informatik-Unterricht gibt.

 

Nicht erst seit dem KI-Hype, ist eine informatische Grundbildung unabdingbar für die Anforderungen der Berufs- und Lebenswelt im Ländle. Bereits seit längerem fehlt es an Fachkräften in diesem Bereich, und das wo im Maschinenbau bereits jetzt beinahe die Hälfte der ausgeschriebenen Stellen an Menschen mit grundständiger Ausbildung/Studium aus dem IT/Informatik-Bereich vergeben wird. Hinzu kommt, dass um sich in unserer rasant veränderten, auf "digitalen Konsum" ausgerichteten Lebensrealität mit smarten, vernetzten Geräten als mündiger Bürger zu bewegen es schon lange nicht mehr ausreicht die informatischen Systeme nur zu bedienen. Viel zu viele Jugendliche und junge Erwachsene passen sich an die von ausländischen Unternehmen vorgegebenen Apps/Applikationen an, statt diese selbst zu gestalten.

In unserer Verwaltung entscheidet oft die Ausgabe eines Computerprogramms über Anträge, statt ein vor dem Bildschirm sitzender rational denkender Mensch, welcher auch mal das 'Programm' hinterfrägt.

sich

Unser aktueller Bildungsplan wird den Anforderungen an einen spiralcurriculär aufgebauten Informatik-Unterricht für alle nicht gerecht. Es gibt faktisch nur 1 Stunde Informatik für alle in Klasse 7. Benötigt wird jedoch 1 Stunde Informatik pro Schuljahr von Klasse 5 bis 7. Mit der Stundentafel von G8 ist das nicht möglich. Es sind bereits zu viele Schulstunden pro Schuljahr; mehr geht nicht und andere Fächer möchten/können (zurecht) keine Stunden abgeben.

 

G9 ist hier der Ausweg!

33. Kommentar von :ohne Name 62419

Komprimieren als Kompensation

Durch das Fehlen des einen Schuljahres landeten viele Themen in den niedrigeren Klassenstufen, auch das hinzunehmen von neuen Fächern erzeugt eine Lerndichte bei den Kindern die nicht gut ist.

40. Kommentar von :ohne Name 62515

Der Bildungsplan kann nicht umgesetzt werden.....

Wer sich die Bildungspläne anschaut, wird erschlagen von einer Fülle an Kompetenzen, die die Schüler am Ende bestimmter Klassenstufen erreicht haben sollen. Wer sich die Realität anschaut, weiß, dass diese oft ganz anders aussieht. Viele Gymnasiasten können nicht einmal stolperfrei einen Text laut vorlesen, geschweige denn, ihn ohne Hilfe […]

Wer sich die Bildungspläne anschaut, wird erschlagen von einer Fülle an Kompetenzen, die die Schüler am Ende bestimmter Klassenstufen erreicht haben sollen.

Wer sich die Realität anschaut, weiß, dass diese oft ganz anders aussieht. Viele Gymnasiasten können nicht einmal stolperfrei einen Text laut vorlesen, geschweige denn, ihn ohne Hilfe verstehen; man hat nicht die Zeit, um das zu üben und zu vermitteln, was für die angestrebte Studierfähigkeit eigentlich wichtig wäre. Inhalte, die früher in Klasse 11 unterrichtet wurden, finden sich jetzt in Klasse 9, als sei das Verständnis bestimmter Aspekte und Zusammenhänge jederzeit möglich, und man müsse nur ein geeignetes Plätzchen dafür finden....

 

Hinzu kommen auf der Seite der Schulen Stundenausfälle, fehlende "echte" Vertretungen, immer wieder Neuerungen, z.B. durch neue Fächer oder differenziertere Inhalte auf akademischem Niveau (wenn man den Grammatikrahmen in die Hand nimmt z.B.), man soll ins Theater gehen, der Bewegungsarmut entgegenwirken, Suchtprävention betreiben, den Umgang mit Medien schulen, die Inklusion bewältigen, Flüchtlinge integrieren, Leseförderung betreiben, Anti-Mobbing-Strategien entwickeln, mehr Demokratiefähigkeit erreichen (mit einer lächerlich geringen Stundenzahl für das Fach Gemeinschaftskunde), und ... und ... und...

Wie stellt sich die Landesregierung das eigentlich ganz konkret vor?

Wann und wie sollen die vielerorts an und über den Grenzen arbeitenden Lehrkräfte das leisten?