Bürgerforum G8/G9

Bildungspläne / Bildungsqualität

Berechne Lesezeit
  • Teilen
  • „Neue Lernkultur“
  • Unterschiede zwischen den Bildungsplänen für G8- und G9-Modellschulen
  • Menge der Inhalte
  • Studier- und Ausbildungsfähigkeit
  • Anforderung durch KI / Entwicklungen des 21. Jahrhunderts
  • 265 Jahreswochenstunden (Abitur), Beschluss der Kultusministerkonferenz

  • Abituraufgaben

Kommentare

Die Kommentierungsphase ist beendet. Vielen Dank für Ihre Kommentare!

51. Kommentar von :ohne Name 62797

G8-Bildungspläne ignorieren Entwicklungspsychologie

Seit 30 Jahren im Schuldienst, habe ich eine gute Vergleichsmöglichkeit zwischen G9 und G8. Abgesehen davon, dass bisher kein Bildungsplan das geopferte Schuljahr vom Umfang her komplett gestrichen hat, werden Abstraktionsvermögen und Diskutierfähigkeit jeweils oberhalb der Entwicklungsstufen der Kinder gefordert. Entwicklungspsychologisch […]

Seit 30 Jahren im Schuldienst, habe ich eine gute Vergleichsmöglichkeit zwischen G9 und G8. Abgesehen davon, dass bisher kein Bildungsplan das geopferte Schuljahr vom Umfang her komplett gestrichen hat, werden Abstraktionsvermögen und Diskutierfähigkeit jeweils oberhalb der Entwicklungsstufen der Kinder gefordert. Entwicklungspsychologisch konsequent wäre die Streichung des dreizehnten Schuljahrs gewesen, und das ist die Frage: Soll das Abitur ein "Downgrade" bekommen? Dann kann G8 klappen. Sonst: G9!

52. Kommentar von :ohne Name 62692

Neue Bildungspläne sinnvoll?

Änderungen in der Gesellschaft erfordern natürlich auch Anpassung im Unterricht. Der aktuelle Bildungsplan ist für die in G8 verbliebene Unterrichtszeit in vielen Fächern überfrachtet.

53. Kommentar von :FrauS

Niveau

Mit G9 wäre es möglich, das Abitur wieder auf das Niveau zu bringen , wo es einmal war.

54. Kommentar von :ohne Name 62839

Unterschiede G8/G9

Ich halte den Versuch der Lehrplanänderungen beim Übergang von G9 auf G8 für gescheitert, nicht G8 an sich.   1. Sprachen 5.Klasse 1. Fremdsprache, 6. Klasse 2.Fremdsprache   In einer Zeit in der die Kinder durch den Übergang, den Eintritt in die Pubertät, die Verzögerung der Entwicklung bei den Jungen besonders belastet sind wurden 2 […]

Ich halte den Versuch der Lehrplanänderungen beim Übergang von G9 auf G8 für gescheitert, nicht G8 an sich.

 

1. Sprachen 5.Klasse 1. Fremdsprache, 6. Klasse 2.Fremdsprache

 

In einer Zeit in der die Kinder durch den Übergang, den Eintritt in die Pubertät, die Verzögerung der Entwicklung bei den Jungen besonders belastet sind wurden 2 Fremdsprachen-Starts gelegt, statt den Kindern (auch den vorher schon bilingualen Kindern) mehr Luft zu lassen für die intensive Lernerei. 5.Klasse 1.Fremdsprache 7. Klasse 2.Fremdsprache.

 

2. Anpassung auf kindliche/jugendliche Entwicklung

 

Ich denke man hätte den Stoff und die Zeit mehr und besser aus der 9. und 10. Klasse rausgenommen. So angeboten hätte m.E. das G8 eine Chance gehabt und gerade am Anfang des Gymnasiums Zeit für Sport und andere Hobbies gelassen und nach oben genug Freiwilligkeit für dann schon entwickelten Ehrgeiz und Schulhobbies gelassen.

55. Kommentar von :ohne Name 62956

G9

Im Vergleich zu anderen Bundesländern mit G9 und damit auch mehr Stunden vor der Kursstufe für einzelne Fächer z.B. Biologie wird die Vergleichbarkeit auf der Strecke bleiben. Eine höhere Reife der Abiturienten wirkt sich auch auf viele Fragen, aber vor allem auf die Anworten der Schüler*innen aus. Hier macht ein Jahr an Bildung, […]

Im Vergleich zu anderen Bundesländern mit G9 und damit auch mehr Stunden vor der Kursstufe für einzelne Fächer z.B. Biologie wird die Vergleichbarkeit auf der Strecke bleiben. Eine höhere Reife der Abiturienten wirkt sich auch auf viele Fragen, aber vor allem auf die Anworten der Schüler*innen aus. Hier macht ein Jahr an Bildung, Persönlichkeitsentwicklung halt etwas aus. Das kann G8 nicht leisten. Vor allem nicht mit dem vollgestopften Bildungsplan, der ja auch alles abdecken muss, was andere Bundesländer mit einem Jahr länger abdecken können.

56. Kommentar von :ohne Name 63019

G8 oder G9

Das Problem ist nicht G8 oder G9, sondern dass man bei einem Schüleranteil von fast 50 % eines Jahrgangs schon lange nicht mehr von einem Gymnasium sprechen kann. Angemessen wäre die Bezeichnung G-Null (G0).   Was früher die Schularten waren, sind heute Leistungsniveaus - grundlegendes, mittleres, erweitertes. Das mittlere Leistungsniveau muss […]

Das Problem ist nicht G8 oder G9, sondern dass man bei einem Schüleranteil von fast 50 % eines Jahrgangs schon lange nicht mehr von einem Gymnasium sprechen kann. Angemessen wäre die Bezeichnung G-Null (G0).

 

Was früher die Schularten waren, sind heute Leistungsniveaus - grundlegendes, mittleres, erweitertes. Das mittlere Leistungsniveau muss nach Gauss immer dasjenige mit dem größten Anteil sein. Die Unterschiede sind an den Rändern immer am höchsten und in der Mitte am geringsten. Daher müsste ein Anteil von ca. 60 % im mittleren Niveau zu finden sein und höchstens 20 % auf dem erweiterten. Nur dann kann man wirklich auf gymnasialem, d.h. akademisch vorbereitendem Niveau unterrichten. Die Hälfte der jetzigen sog. Gymnasiasten befindet sich in der falschen Schulart. Nach VERA 2022 ist das glasklar belegt. Wieso wird das nie erwähnt bzw. so geflissentlich verschwiegen?

 

Bei einem Anteil von max. 20 % könnte man über G8 oder G9 diskutieren. Diese Frage stellt sich bei einem Pseudogymnasium G-Null, wie das seit Jahren schon der Fall ist, gar nicht erst.

 

Oder anders gesagt: bei dem Niedrig- bzw. Nicht-Niveau des jetzigen Gymnasiums sind 8 Jahre mehr als genug; wenn man einen schlechten Zustand auch noch zeitlich verlängert, wird es nur noch schlimmer.

57. Kommentar von :M24Orion

G9 wegen besserer Verzahnung der Themen

Seit der Einführung von G8 ist die Verzahnung der Themen zwischen den Fächern deutlich schlechter geworden. Z.B. Schüler lernen heute das Thema Dichte in der 6. Klasse ohne entsprechend gefestigte Mathekenntnisse von Bio-Lehrern denen häufig auch der entsprechende Bezug zum Thema fehlt. Bei G9 konnte die Dichte von Physiklehrern in der 8. Klasse […]

Seit der Einführung von G8 ist die Verzahnung der Themen zwischen den Fächern deutlich schlechter geworden. Z.B. Schüler lernen heute das Thema Dichte in der 6. Klasse ohne entsprechend gefestigte Mathekenntnisse von Bio-Lehrern denen häufig auch der entsprechende Bezug zum Thema fehlt. Bei G9 konnte die Dichte von Physiklehrern in der 8. Klasse auf einem ganz anderen Niveau unterrichtet werden.

58. Kommentar von :ohne Name 63091

Mehr Inhalt durch G9!

Eine Doppelstunde Napoleon ist noch übrig im BP 2016 im Fach Geschichte - während der gesamten gymnasialen Schulzeit! Zwei Doppelstunden Weimarer Republik sind es noch in der Kursstufe, dafür zwei Doppelstunden griechische Demokratie für 11-Jährige. Am Ende versteht keiner irgendetwas vertieft und die G8-Schüler sind dank ihrer dünnen […]

Eine Doppelstunde Napoleon ist noch übrig im BP 2016 im Fach Geschichte - während der gesamten gymnasialen Schulzeit! Zwei Doppelstunden Weimarer Republik sind es noch in der Kursstufe, dafür zwei Doppelstunden griechische Demokratie für 11-Jährige.

Am Ende versteht keiner irgendetwas vertieft und die G8-Schüler sind dank ihrer dünnen historischen Kenntnisse erstaunt, dass sich aktuelle Konflikte und der Krieg in Europa historisch einordnen lassen… Da müssen sowohl mehr Zeit durch G9 als auch mehr Stoff her! Oder soll ChatGPT das Wissen und das Kontextualisieren künftig übernehmen?

59. Kommentar von :Tja

Sinnvolle Bildungspläne?

Wenn man mit Fachberaterinnen und Fachberatern über die Lehrpläne ihrer Fächer spricht, geben eigentlich alle zu, dass die Bildungspläne sowohl in der Unter- als auch in der Mittel- und Oberstufe "sehr sportlich" sind. Oder anders ausgedrückt: Möchte man die Themen vertiefend bearbeiten, dann wird i.d.R. die zur Verfügung stehende Zeit nicht […]

Wenn man mit Fachberaterinnen und Fachberatern über die Lehrpläne ihrer Fächer spricht, geben eigentlich alle zu, dass die Bildungspläne sowohl in der Unter- als auch in der Mittel- und Oberstufe "sehr sportlich" sind.

Oder anders ausgedrückt: Möchte man die Themen vertiefend bearbeiten, dann wird i.d.R. die zur Verfügung stehende Zeit nicht reichen oder falls man alle im Bildungsplan für die entsprechende Klassenstufe genannten Themen abarbeiten möchte, dann passiert dies sehr oberflächlich - eventuell wird das ein oder andere Thema auch nur kurz angesprochen.

Sinnvolle Bildungsarbeit sieht anders aus...

Beim Übergang von G9 nach G8 sollten die Bildungspläne entschlackt werden - war ein nobler Vorsatz. Doch was ist passiert? Es wurden teilweise Themen aus den Bildungsplänen in der Mittelstufe hinauskatapultiert, von denen man aber wusste, dass sie für das Verständnis in der Oberstufe elementar waren. Folge: Entweder in der Mittel- oder in der Oberstufe musste ein nicht mehr im Bildungsplan erscheinendes Thema zusätzlich erarbeitet werden, obwohl für die ganzen restlichen noch im Bildungsplan vorhanden Themen schon viel zu wenig Zeit zur Verfügung stand.

Fazit: Prinzip Hoffnung - Die Lehrkräfte werden es schon irgendwie richten...

60. Kommentar von :Tja

Widerspruch im Bildungsplan

Irgendwie muss man das wohl nicht verstehen: Einerseits diskutiert (fast) die ganze Welt - v.a. nach diesem Sommer - über die Klimaerwärmung und ihre Folgen. Als hätten es die (bildungs-)politischen Entscheidungsträger vorhergesehen, wurde im neuesten G8-Bildungsplan in die Präambel ein schön zu lesender Verweis auf die Nachhaltigkeit eingebaut. […]

Irgendwie muss man das wohl nicht verstehen:

Einerseits diskutiert (fast) die ganze Welt - v.a. nach diesem Sommer - über die Klimaerwärmung und ihre Folgen.

Als hätten es die (bildungs-)politischen Entscheidungsträger vorhergesehen, wurde im neuesten G8-Bildungsplan in die Präambel ein schön zu lesender Verweis auf die Nachhaltigkeit eingebaut.

Andererseits wird aber von eben den gleichen (bildungs-)politischen Entscheidungsträgern dem einzigen Fach im Gymnasium, welches die Klimaerwärmung und ihre Folgen sowie den Zusammenhang mit dem Begriff Nachhaltigkeit umfassend darstellen könnte, massiv die Stunden gekürzt: Dem Fach Geographie.

Dass inzwischen Lehrkräfte anderer Fächer, z.B. aus den Fremdsprachen, Deutsch und/oder Religion/Ethik, diesen Themenbereich mit i.d.R. wenigen bis keinen Kenntnissen abgrasen möchten, macht diesen bildungsplanerischen Fehler leider nicht besser...