Erläuterung der Dialogischen Themensammlung
„Dialogische Themensammlung“ ist ein Fachbegriff. Er umschreibt den Beginn der Dialogischen Bürgerbeteiligung. Bei der Dialogischen Themensammlung geht es darum, die Themen für die folgenden Schritte der Bürgerbeteiligung in einer „Themenlandkarte“ zu bündeln. Das Besondere ist, dass diese Themenlandkarte partizipativ erstellt wird. Das Thema der vorliegenden Bürgerbeteiligung ist die Frage der Mobilfunkversorgung in Altenriet. Bei der Dialogischen Themensammlung geht es nun also darum, welche Themenaspekte und Fragen bei der späteren Bürgerwerkstatt diskutiert und welche Akteurinnen und Akteure dort angehört werden sollen.
In einem ersten Schritt erstellt die Servicestelle Bürgerbeteiligung gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung Altenriet den ersten Entwurf der sogenannten Themenlandkarte (PDF).
Darin sind wichtige Themen der späteren Bürgerbeteiligung notiert. In einem zweiten Schritt (Dialogische Themensammlung) lädt die Servicestelle Bürgerbeteiligung, Interessengruppen, Verbände, Behörden oder Expertinnen und Experten ein. Gemeinsam wird der Entwurf der Themenlandkarte verbessert. Das ergibt den zweiten Entwurf.
Im dritten Schritt veröffentlicht die Servicestelle die so erarbeitete Themenlandkarte auf dem Beteiligungsportal Baden-Württemberg. Dann können alle Einwohnerinnen und Einwohner online diesen zweiten Entwurf ergänzen. Erst danach liegt eine fertige Themenlandkarte vor.
Die Servicestelle Bürgerbeteiligung entscheidet gemeinsam mit der Gemeinde Altenriet, wer zur Dialogischen Themensammlung eingeladen wird. Sie orientiert sich dabei an öffentlich zugänglichen Informationen. Abzuwägen ist zwischen einer arbeitsfähigen Gruppe und dem Ideal, jedweden Interessenten einzuladen. Wir entscheiden uns beim Vor-Ort-Termin für eine arbeitsfähige Gruppe. Die Öffentlichkeit kann den Entwurf online später noch verändern.
Eine Sammlung der Themenaspekte verdeutlicht grafisch, wie komplex das streitige Thema ist. Wichtig ist, dass sich alle Bedürfnisse in der Themensammlung wiederfinden. Nur so können auch die heiklen, manchmal „unter den Teppich gekehrten“ Fragen auf die Agenda kommen. Die graphische Darstellung zeigt, dass es kein „schwarz-weiß“ gibt. Es ist sozusagen der „bunte“ Strauß an Fragen zur Mobilfunkversorgung.
Die Dialogische Themensammlung ist die erste Phase. In der zweiten Phase diskutieren zufällig ausgeloste Bürgerinnen und
Bürger Altenriets über die relevanten Themen. Das nennen wir „Bürgerwerkstatt“1. Die Teilnehmenden hören Unabhängige, aber auch Interessenvertretungen jeder Richtung. Die Bürgerwerkstatt kann selbst Einfluss darauf nehmen, wen sie noch ergänzend anhören will. Am Ende gibt die Bürgerwerkstatt eine Stellungnahme in Form von Empfehlungen für den Gemeinderat ab.
1 In anderen Kommunen nennen wir dieses Verfahren „Bürgerforum nach Baden-Württemberger Modell“. In Altenriet haben wir uns dazu entschieden, das Format „Bürgerwerkstatt“ zu nennen, da es bereits eine lokale Gruppe gibt, die sich „Bürgerforum“ nennt.
Es gibt zwei Ziele:
- In der ersten Phase geht es um das Gehörtwerden. Es ist wichtig, dass die relevanten Themenaspekte überhaupt auf die Agenda kommen.
- In der zweiten Phase geht es um ein Meinungsbild. Die Zufallsbürgerinnen und -bürger nehmen sich stellvertretend für andere Bürgerinnen und Bürger viel Zeit, um bei dieser Frage in die Tiefe zu gehen. Das macht ihre Einschätzungen so wertvoll.
Wichtig: Bei der Dialogischen Bürgerbeteiligung werden keine Entscheidungen getroffen. Sondern: Das Ergebnis der Bürgerwerkstatt hilft dem Gemeinderat für seine Entscheidung zum Mobilfunk, denn dieser entscheidet weiterhin im Sinne des Allgemeinwohls.
Argumente werden gesammelt, gefiltert und bewertet. Denn die öffentliche Debatte spiegelt oft nur einen Teil der Bürgerschaft wider. Lokale Interessengruppen, Verbände oder Soziale Medien prägen die öffentliche Debatte. Die Dialogische Bürgerbeteiligung ist das Instrument, mit der Stimmen aus der ganzen Breite der Bevölkerung einbezogen werden. Die Empfehlungen der Bürgerwerkstatt werden zum Abschluss an den Gemeinderat für seine Entscheidungen übergeben.
- altenriet bewegt - Gemeinschaft der Selbstständigen e.V.
- Boule-Treff
- Bürgerinitiative „GEOverschiebung Mobilfunkmast Altenriet“
- Bürgerforum Altenriet
- DRK Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck e.V. - Bereitschaft Neckartenzlingen
- Diakonie-Verein
- Elternbeiräte
- Kindergarten Schatzkiste
- Kindergarten Kuckucksnest
- Grundschule Altenriet
- Freiwillige Feuerwehr
- Gemeinderatsfraktionen
- Gemeindeverwaltung
- Jugendtreff Altenriet
- Kindergärten:
- Kindergarten Schatzkiste
- Kindergarten Kuckucksnest
- Kirchen:
- Evangelische Gesamtkirchengemeinde Altenriet-Schlaitdorf
- Kath. Gesamtkirchengemeinde Neckar-Aich
- Kleintierzuchtverein Altenriet e.V.
- Liederkranz Altenriet 1888 e.V.
- Malteser Hilfsdienst e.V. Bereitschaft Altenriet-Schlaitdorf
- Mobilfunk Bürgerforum e.V.
- NZ Höllbach-HEXA e.V.
- Reitverein Altenriet
- Schulen:
- Grundschule Altenriet
- Kernzeit Grundschule
- Schulwerkstatt e.V.
- Schulwerkstatt e.V. - Freie Schule für lebendiges Lernen
- Seniorenkreis
- SPD-Ortsverein Neckar-, Erms- und Aichtal
- Tennisverein Altenriet e.V.
- Turn- und Sportverein
- Vorhabenträger Telefonicá
Inputgeberinnen und -geber für das Bürgerforum
Zu Beginn des Bürgerforums machen sich die Zufallsbürgerinnen und Zufallsbürger ein breites Bild vom Thema. Dafür werden Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Verbänden und Zivilgesellschaft einen Input geben.
Im Rahmen der Dialogischen Themensammlung wurden zahlreiche Vorschläge für Inputgebende gemacht und bereits besprochen, wer in der ersten Sitzung „gesetzt“ ist. Im Rahmen der Online-Beteiligung können Sie weitere Inputgebende vorschlagen.
Diese Vorschlagsliste wird den Zufallsbürgerinnen und -bürgern in der ersten Sitzung des Bürgerforums am 30. September 2026 zur Diskussion und Entscheidung vorgelegt. Die Zufallsbürgerinnen und -bürgern werden – bis auf wenige gesetzte Akteure – eigenverantwortlich auswählen, welche Inputgebenden sie anhören wollen. Erfahrungsgemäß übernehmen sie dabei einen Teil der vorgeschlagenen Inputgebenden, während sie andere verwerfen oder weitere Inputgebende benennen.


