Das Land stärkt die kreative Arbeit der baden-württembergischen Privattheater mit Projektförderungen in Höhe von insgesamt rund 243.000 Euro. Sieben Privattheater in Rottenburg, Offenburg, Rottweil, Freiburg, Schorndorf und Stuttgart wurden für die Unterstützung ausgewählt – darunter drei Figurentheater. Außerdem erhält das Ensemble Materialtheater Stuttgart für zwei Jahre eine Konzeptionsförderung.
Kunststaatssekretär Arne Braun sagt: „Unsere Privattheater bewegen mit ihren Stücken viele Menschen – es geht darin um soziale Spaltung oder die Zukunft unserer Demokratie. Und dafür verleihen wir ihnen Rückenwind. Denn eine solche Theaterlandschaft stärkt auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die öffentliche Debatte. Diese Stücke unterhalten nicht nur, sondern lösen Diskussionen aus. Ich freue mich auf jedes einzelne Bühnenabenteuer in diesen Theatern.“
Das Ministerium unterstützt Projekte, die ohne Hilfe nicht entstehen könnten. Viele Theater kämpfen mit steigenden Kosten. Deshalb hat das Land die maximale Fördersumme pro Projekt bereits 2024 auf bis zu 40.000 Euro erhöht. Eine Jury wählt die Projekte jedes Jahr aus.
Geförderte Theater
20.400 Euro
„Die Zeitmaschine“ nach H.G. Wells kommt als Figuren- und Schauspieltheater in Kooperation mit dem FITZ – Theater animierter Formen Stuttgart auf die Bühne. Die Inszenierung in Form einer Farce liest den Stoff aus aktueller wissenschaftlicher, gesellschaftlicher und klimabezogener Perspektive neu und stellt die Frage: Wie wollen wir künftig leben?
20.000 Euro
Georg Ringsgwandls Stubenoper „Der verreckte Hof“ wird vom Theater Eurodistrict im Rahmen der Projektreihe Bauernleben-Bauernsterben aufgeführt. Die Stubenoper spielt auf einem Bauernhof und verhandelt die große Welt.
39.000 Euro
„Start up – Fuck ab“ (AT) verlässt die ausgetretenen Pfade einer stereotypen und oft pauschalen Kapitalismuskritik und konzentriert sich auf konkrete gesellschaftliche Verhältnisse in Deutschland und Europa mit besonderem Fokus auf die Wirtschaft.
40.000 Euro
Mit „WHO CARES?“ wird im neu entstehenden Güterbahnareal Freiburg ein partizipatives Kunstprojekt über die Grundlagen des Zusammenlebens entwickelt. Im Zentrum steht „Care“ als gesellschaftliche Praxis, verstanden als Aufmerksamkeit und Verantwortung gegenüber Menschen, Räumen, Dingen, Natur und Ressourcen.
27.445 Euro
Das Stück „Die Walreiterin“ für Zuschauende von acht Jahren bis ins Erwachsenenalter erzählt von einem Mädchen, das die Gesänge der Wale verstehen kann. Im Zentrum stehen der mystisch poetische Charakter der Wale sowie ihre Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht.
30.000 Euro
Deutschland im Jahr 2035: Die Demokratie ist abgeschafft und eine rechtsgerichtete Regierung hat die Macht übernommen. Im Exil lebende Autorinnen und Autoren versuchen, die Bevölkerung über Ereignisse aufzuklären, die dem noch wenige Jahre zuvor geltenden Verständnis einer diversen und emphatischen Gesellschaft zuwiderlaufen. Im Stück „Das ist, dass ich euch warnte, als es noch nicht zu spät war“ erlebt das Publikum diese Dystopie als Mahnung aus der Zukunft. Zuschauende werden mit realen Orten in Stuttgart konfrontiert, die in wenigen Jahren schon ganz anders aussehen könnten, sollte die Demokratie ihre Wehrhaftigkeit verlieren.
40.000 Euro (2026 bis 2027)
Das Figurentheater arbeitet an zwei neuen Stücken, die sich mit Geschichte, Angst und dem Zusammenleben der Generationen beschäftigen. Eines der Stücke ist eine Koproduktion mit dem FITZ – Theater animierter Formen Stuttgart und dem Internationalen Figurentheaterfestival Erlangen. Dabei handelt es sich um die Jubiläumsproduktion zum vierzigjährigen Bestehen des Ensembles Materialtheater.
26.000 Euro
„TRAD WHY’s? – Müssen wir da wirklich noch einmal durch?“ setzt sich mit Rollenbildern von Frauen auseinander und fragt, warum alte Muster wieder stärker werden. In der Stückentwicklung nähern sich die Theaterschaffenden dem Phänomen der „Trad Wives“ durch performative Szenen, dokumentarisches Material und audiovisuelle Mittel.

