Gesundheit

Zahl der Drogentoten leicht zurückgegangen

Die Zahl der Drogentoten sinkt im Jahr 2025 auf 191 Todesfälle. Dabei führte allein der Mischkonsum verschiedener Betäubungsmittel oder Ersatz- beziehungsweise Ausweichstoffe in 129 Fällen zum Tode.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Mann setzt sich eine Spritze mit Heroin in den Arm.

„Die Zahl der Drogentoten ist leicht zurückgegangen. Freilich sterben weiterhin zu viele Menschen durch Drogen. Jeder einzelne Todesfall ist einer zu viel. Die Statistik zeigt: Besonders gefährlich ist der Konsum verschiedener Betäubungsmittel, vor allem in Kombination mit anderen illegalen Substanzen, Medikamenten oder Alkohol. Dieser Mischkonsum ist ein unkalkulierbares Gesundheitsrisiko. Besonders tragisch ist dabei, dass immer mehr junge Menschen unter 30 Jahren davon betroffen sind. Mit dem Konsumcannabisgesetz sind Drogen auch einfacher verfügbar – das macht die Sache nicht besser. Wir steuern so gut wir können dagegen: mit Aufklärung, Suchtprävention und einer konsequenten Strafverfolgung. Das ist freilich eine Daueraufgabe – deshalb lassen wir auch nicht nach“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Veröffentlichung der Bilanz der Drogentoten im Jahr 2025.

Zahl der Drogentoten

Unter den Drogentoten des Jahres 2025 waren 159 (2024: 171) Männer und 32 (24) Frauen. 15 (elf) der Verstorbenen waren Heranwachsende, zwei (zwei) Personen zählten zur Altersgruppe der Jugendlichen. Das Durchschnittsalter lag mit 37,2 Jahren exakt auf dem Vorjahresniveau.

Regionale Verteilung der Drogentoten

Die meisten Personen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums verstarben, sind in der Landeshauptstadt Stuttgart mit 40 (20) zu verzeichnen. Es folgen der Landkreis Ludwigsburg mit 15 (sechs) und der Stadtkreis Karlsruhe mit neun (sieben) Todesfällen. Keine Todesfälle im Zusammenhang mit Rauschgift hat die Polizei in den Stadtkreisen Heidelberg und Baden-Baden, dem Main-Tauber-Kreis, dem Hohenlohekreis, dem Enzkreis sowie in Calw, Sigmaringen und Heidenheim registriert.

Häufigste Todesursachen

Eine Überdosis Kokain war mit fünf (vier) Fällen die häufigste Ursache für tödlichen Drogenkonsum, sofern nur eine Substanz konsumiert wurde, gefolgt von Heroin mit vier (fünf) und Substitutionsmitteln mit drei (fünf) Fällen. Insgesamt 23 (28) Menschen starben aufgrund einer Überdosis. In 39 (35) weiteren Fällen waren Langzeitfolgen, suizidale Handlungen oder Unfälle infolge einer Intoxikation todesursächlich.

Die besondere Gefährlichkeit des Konsums verschiedener Betäubungsmittel oder Ersatz- beziehungsweise Ausweichstoffe zusammen mit anderen Drogen, Medikamenten oder Alkohol zeigt sich beim Anstieg der todesursächlichen Vergiftungen. Mischkonsum führte in insgesamt 129 (126) Fällen zum Tode. Besonders auffällig ist die hohe Sterblichkeitsrate beim Mischkonsum von Benzodiazepinen und Kokain sowie im Zusammenhang mit dem Missbrauch von synthetischen Opioiden. Der Anteil der todesursächlichen Mischintoxikationen mit Kokain stieg auf 48 (36) Fälle. Die Anzahl der Todesfälle mit Amphetamin sank auf 24 (33), mit Heroin auf 14 (20). In 54 (50) Fällen war der Mischkonsum von Benzodiazepinen todesursächlich. Der Mischkonsum von Substitutionsmitteln ging zurück und kostete 33 (40) Personen das Leben.

Auffallend sind weiterhin die Rauschgifttodesfälle im Zusammenhang mit Neuen psychoaktiven Stoffen (NpS), insbesondere synthetischen Opioiden. Nachdem die Todesfälle im Jahr 2024 auf 26 (2023: zwei) stark angestiegen waren, verblieben sie 2025 auf einem hohen Niveau von 20 Fällen. „Die Anzahl der Todesfälle durch Neue psychoaktive Stoffe ist weiterhin besorgniserregend. Hier macht sich das Anbauverbot von Schlafmohn in Afghanistan bemerkbar: Die Verfügbarkeit von Heroin sank, was ein Ausweichen auf Neue psychoaktive Stoffe und synthetische Opioide oder opioidhaltige Medikamente zur Folge hatte“, stellt Innenminister Thomas Strobl fest.

Präventionsarbeit

Um Rauschgiftkriminalität nachhaltig zu bekämpfen braucht es eine umfassende Präventionsarbeit. Neben der Polizei sind Kommunen, Sozialeinrichtungen und Schulen bei der Suchtprävention aktiv. Die Polizei Baden-Württemberg steht den Schulen als verlässlicher Kooperationspartner zur Seite und setzt dabei auf etablierte Präventionsprogramme: Zum Thema Drogenprävention bietet sie ein landesweit einheitliches Präventionsprogramm im Baukastenprinzip für die Klassenstufen sechs bis neun an. Die Polizei hat das Programm in Zusammenarbeit mit kommunalen und regionalen Partnern sowie landesweit zuständigen Stellen der Suchtprävention entwickelt und inhaltlich sowie grafisch im letzten Jahr überarbeitet sowie um das Thema „Drogen im Straßenverkehr“ für die Klassen acht und neun erweitert. Im Jahr 2025 informierte die Polizei Baden-Württemberg erneut tausende von Schülerinnen und Schülern über legale und illegale Drogen. Neben dem Schulprogramm werden auch Elternabende und Informationsveranstaltungen für Multiplikatoren und theaterpädagogische Projekte gegen Drogen angeboten. Die von der Landesregierung herausgegebenen Broschüre „Risiko Drogen“ enthält wertvolle Informationen zu Risiken und Folgen des Suchtmittelkonsums. Die Broschüre „Sucht erkennen und vorbeugen“ (PDF) des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) bietet Eltern und Erziehungsberechtigten überdies umfassende Informationen. Ein Informationsblatt zum Thema Vapes und E-Zigaretten (PDF) klärt über die Gefahren des Konsums dieser Produkte bei Kindern und Jugendlichen auf. Es richtet sich sowohl an Eltern als auch an Schulfachkräfte, um die Präventionsarbeit zu unterstützen.

Präventionsmaterialien können auf dem Informationsportal der Polizei Baden-Württemberg unter dem Punkt „Prävention“ abgerufen werden. Zusätzlich bietet die Webseite „Polizei für dich“ ein erweitertes Präventionsangebot für Jugendliche an.

„Wir richten eine große Bandbreite an Präventionsprogrammen, gerade auch im schulischen Kontext, und digitalen Informationsmaterialien direkt an junge Menschen, um möglichst viele zu erreichen und über die gesundheitlichen Gefahren des Drogenkonsums aufzuklären“, so Innenminister Thomas Strobl.

Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität

Ein besonders erfolgreicher Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel gelang der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Stuttgart des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und des Zollfahndungsamts Stuttgart im August 2025. „Der Ermittlungserfolg zeigt eindrücklich, wie eng und vertrauensvoll wir mit nationalen, europäischen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um so dem organisierten Rauschgifthandel und -schmuggel die Stirn zu bieten“, so Innenminister Thomas Strobl. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und den griechischen Behörden gelang es, einen Lkw der international agierenden Tätergruppierung sowie ein Begleitfahrzeug im Landkreis Göppingen zu durchsuchen. Dabei stellten die Ermittler rund 300 Kilogramm Kokain, verbaut in einem Schmuggelversteck im Tank des Lkw, und Bargeld in Höhe von rund 183.000 Euro sicher. Der Lkw-Fahrer und die beiden Insassen des Begleitfahrzeugs wurden festgenommen, dem Haftrichter vorgeführt und die erlassenen Haftbefehle in Vollzug gesetzt. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und der Kommunen: Sicherheit in Baden-Württemberg