Hier hatten Sie bis zum 15. Mai 2014 die Möglichkeit den Gesetzentwurf im Allgemeinen zu kommentieren und zu diskutieren.
Ihre Hinweise oder Anregungen zu konkreten Regelungsvorschlägen und Paragraphen des Gesetzentwurfes konnten Sie direkt zu dem betreffenden Gesetzesabschnitt abgeben.
Im Bewusstsein der gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Bedeutung, die der Jagd in Baden-Württemberg zukommt, entwickelt das Land Baden-Württemberg mit diesem Gesetz das geltende Jagdrecht weiter. Die Rahmenbedingungen für die Jagd haben sich während der letzten Jahrzehnte teilweise grundlegend verändert. Daraus haben sich zahlreiche Herausforderungen im Umgang mit Wildtieren und ihren Lebensräumen ergeben. In Baden-Württemberg wurden in den letzten Jahren zahlreiche erfolgreiche Pilotkonzepte im Umgang mit Wildtieren entwickelt und umgesetzt. Die Erfahrungen mit diesen Konzepten bieten eine Grundlage für die praxisgerechte Weiterentwicklung der jagdgesetzlichen Regelungen.
Das Gesetz passt das Jagdrecht den veränderten Rahmenbedingungen, neuen wildtierökologischen Erkenntnissen und den an das Jagdwesen gestellten Anforderungen, insbesondere des Naturschutzes und des Tierschutzes an. Mit der Weiterentwicklung des Jagdrechts leistet das Gesetz einen Beitrag, die Jagd als eine ursprüngliche Form der Nutzung natürlicher Lebensgrundlagen durch den Menschen in Baden-Württemberg zukunftsfähig zu erhalten und dabei die von der Jagd berührten Belange des Natur- und Tierschutzes sowie die Interessen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft zu wahren.
Kommentare
Hier hatten Sie bis zum 15. Mai 2014 die Möglichkeit den Gesetzentwurf im Allgemeinen zu kommentieren und zu diskutieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
neues Landesjagdgesetz BW
Ich habe im September 2012 meine Jägerprüfung bestanden, bin also noch Jungjägerin.
Über viele Dinge des Entwurfes zum neuen Jagdgesetz kann ich nur den Kopf schütteln, das liegt wohl daran, dass ich eine gewissenhafte Schulung in Jagdrecht, Ökologie, Naturschutz, Tierschutz, Hundewesen, Waffenrecht, Waffenkunde, Waffenhandhabung, Schießwesen, Land und Waldbau, Wildtierkunde, Jagdpraxis und Brauchtum, Wildkrankheiten und Wildbrethygiene erhalten habe. In all diesen Fächern habe ich eine schriftliche als auch eine mündliche und praktische Prüfung vor dem Land abgelegt.
Das kann wohl kaum ein weiterer "Naturschutzverein" nachweisen.
Ich werde erst nach 3 x 365 Tagen nach lösens meines Jagdscheines eigenverantwortlich ein Revier übernehmen dürfen. Es ist wie eine Lehrzeit und das ist gut so.
Nicht ohne Grund wird die Jägerprüfung als grünes Abitur bezeichnet. Ich bin mir sicher, dass keiner, der sich mit all diesen Themen umfassend auseinandergesetzt hat, so einen Gestzesentwurf zu Papier bringen könnte.
Selbst für mich als Jungjägerin wird deutlich, dass es sich hierbei um ein in die falsche Richtung getriebenes Halbwissen handelt.
Ohne Anhörung und Akzeptanz der langjährigen Erfahrung und ohne Blickwinkel des tatsächlichen Geschehens, das erscheint mir geradezu als irre.
Dem Volk vorzugaugeln es handle sich hier um eine längst überfällige Überarbeitung des Gesetzes und dass dem Jäger weiterhin sein Spass bleiben wird, ist in meinen Augen eine Frechheit.
Wird hier Spaß mit Totschießen gleichgestellt?
Schießen ist nur der geringste Teil der Aufgaben und Pflichten, die sich ein Jäger auferlegt, und wenn er schießt, ist sein größtes Bestreben, das Wild mit 1 gezielten Schuss zu töten, er macht es mit bestem Wissen und Gewissen, verwertet hinterher das Wildbret, auch das lernt man in der Jägerschule.
Unzählige Steaks und Schnitzel liegen in den Verkaufstheken, die nicht so stressfrei und wohl gehegt zum Wohl des Käufers ihr Leben lassen mussten.
Mein Mann hat seit vielen Jahren ein eigenes Revier. 90 % unserer Freizeit wiedmen wir der Pflege, Hege und den Aufgaben in unserem Revier. Wir arrangieren uns mit Joggern, Mountainbikefahrern, Nordig Walkern, Geo Caching, Wanderern, mit dem Forst, dem Landwirt und mit dem Grundeigentümer und versuchen dabei noch Aufenthaltsräume zu erhalten für unser Wild.
Mit unser ist ist nicht das meines Mannes und mir gemeint, sondern das für uns, unsere Kinder und so es Gott will unsere Kindeskinder.
Außer dem Forst und dem Landwirt und uns, habe ich noch keinen in unserem Revier arbeiten sehen, auch keinen selbsternannten Naturschützer. Es geht sogar soweit, dass Menschenmassen ca 80 bis 150 Leute von "Naturführern" mit dem Megafon durch unser Revier geführt werden um ihnen kund zu tun was sich rechts und links vom Weg befindet. Hallo......... ??
In unserem Revier wurde noch nie ein Hase geschossen, weil wir die wenigen Hasen die es überhaupt noch gibt niemals ausrotten würden. Es fehlen Feldgehölze, Unterschlüpfe u.u.u. das ist nicht des Jäges Schuld.
Vor 2 Tagen haben wir ein Bockkitz das von einem Hund gerissen wurde entsorgt, wohlgemerkt Rehwild ist gerade zu schonen. Nur vom Jäger oder ???
Wir haben eine gestzliche Verpflichtung und nehmen diese sehr ernst.
Alle Anderen dürfen sich im Wald bewegen, tun und lassen was sie als Freizeit betrachten, ohne das Wild zu schonen, da stimmt doch was nicht.
Tierschützer ? sollten mal im Alltag eingreifen nicht da wo sich kompetente ausgebildete Menschen bereits darum kümmern.
Z.B. Rattengift ist frei im Handel für Jedermann erhältlich.
Rattengift hemmt die Blutgerinnung. Unzählige Kleintiere auch unzählige Hunde und Katzen gehen daran zugunde, nein sie verenden jämmerlich "offiziell".
Die Zahlen sind jenseits von denen, die in einem Jagdrevier ihr Ende finden.
Ich kenne wirklich sehr viele Jäger, aber ich kenne keinen, der jemals einen Hund oder eine Katze zur Strecke brachte.
Alljährlich meist im Frühjahr kann man lesen von vergifteten Hunden und Katzen.
Köder, Frischfleisch gespickt mit Glasscherben werden ausgelegt, hatten wir im Februar.
Tierschützer wo seid Ihr??? das fressen Hunde, Katzen, aber auch Füchse, Wildschweine, Dachse, Marder und Vögel.
Unsere Förster und Landwirte wissen und sagen, dass sie ohne das Handeln des Jägers große Probleme bekommen. Will das keiner hören ?
Möglicherweise liegt es ja auch daran, dass die Meinung besteht, dass hauptsächlich Großverdiener und Adlige die Jagd betreiben, das ist ein absoluter Irrtum. Es ist der Mittelstand, der sich dieser Aufgabe verpflichtet fühlt und ich lehne mich auf gegen die Bezeichnung Hobby, es ist vielmehr eine Berufung und der Jäger der dieser Aufgabe nachgeht, scheut weder Kosten noch Aufwand etwas für diese Aufgabe und Verantwortung zu tun.
Nabu und BUND betrachten die Jäger als Feind, unwissend der Verantwortung dem Wissen und der Verpflichtung der sich die Jäger tagtäglich gegenüber sehen und stellen, das ist nicht nur traurig, sondern grünäugig und gefährlich und kann zur Katastrophe führen.
Das ist doch erschreckend oder ?
Natürlich kann ein Ministerpräsident nicht verstehen, warum die Jäger so emotional reagieren, weil er sich mit seinem Wissen nicht auf der Ebene eines in jeglicher Richtung geschulten und vom Land geprüften Jägers "Naturschützers" bewegt.
Ich zumindest kann und darf nicht die Farbe meiner Kleidung, auch nicht meine Verantwortung und meines Tuns, mit der Farbe und dem Tun dieser politischen Vertretern gleichsetzen, denn grün bedeutet für mich vor allem Verantwortung, inbegriffen Naturschutz, Tierschutz, Landschaftsschutz, anerkannte Erfahrung, und auch Demokratie.
Ein Verstehen und eine Akzeptanz kann nur dann stattfinden, wenn zumindest 30 000 Jäger in BW nicht bevormundet, übergangen und auch nicht überhört werden, vom Forst und den Landwirten ganz zu schweigen.
Sollte es zu einem Gesetz in dieser Form kommen ist es zum Scheitern verurteilt und keiner der es bestimmt, kann jemals stolz darauf sein.
Jetzt bin ich noch gespannt ob mein Aufschrieb dann irgendwo ankommt oder erscheint, oder ob er wie so viele Meinungen dann einfach untergeht.
Es war nicht einfach, sich hier registrieren zu lassen, aber ich bin sicher das wurde bewusst so kompliziert gemacht, unzählige werden daran scheitern ohne Ihre Meinung abgeben zu können.
Die Berichte werden nicht zeitnah eingestellt und zuvor überarbeitet,
das nennt man Demokratie!!!! Ich fühle mich schon wieder betrogen.
Christine Scheffold
Das Rad neu erfinden ?!
Guten Morgen,
auch ich Thomas Wolf aus 69190 Walldorf, möchte mich hier auf dieser Plattform zu Wort melden, da es unser Bürgers Pflicht ist, unter anderem Entscheidungen unserer Obrigkeit die nicht zu unserem aller Wohle sind, kritisch zu hinterfragen und nicht blindlinks zu akzeptieren. Denn nur so können wir ihnen die " Augen" öffnen und sie erkennen können, dass diese Gesetztes Änderung unnötig ist. Da das jetzige Jagdgesetz mit seinen zahlreichen Verordnungen bis ins Kleinste alles regelt.
Sogar der moralische Aspekt der Waidgerechtigkeit wird im Bundesjagdgesetz besonders unter
§ 19- 22 hervorgehoben. Zusammengefasst ohne auf ein " Juristendeutsch" zurück zu greifen, Waidgerechtigkeit ist das, was ein kluger, sachkundiger, fachkundiger und anständiger Jäger tun, bzw. nicht tun und lassen würde gegenüber dem Wild u. a. Tieren ( z.B. Hunde und Katzen....) seinen Mitjägern und anderen Menschen.
Warum das Rad neu erfinden und dem " Baby" einen neuen Namen geben. Jagd und
Wildtiermanagementgesetz halte ich persönlich im Wortlaut für unpassend, denn dahinter steckt wirtschaftlich gesehen " Profit" und Profit, soll bitte nicht im Zusammenhang mit unserem Wald und den dortigen Wildtieren genannt werden. Da Jäger und Jägerinnen durch ihren Einsatz vieles leisten, das wie ein " Ehrenamt" an unsere Gesellschaft gleich zu stellen ist und private Geldmittel in keinem geringen Umfang einsetzten für Naturschutz und Hege.
Ich hoffe, dass ich am 08.05.2014 in Hambrücken Fach.- und Sachkundige Vertreter des Ministeriums antreffen werde, um mit fundierten Tatsachen ihnen die " Augen " zu öffnen.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Thomas Wolf
thomas-walldorf@web.de
Jagd- und Wildtiermanagementgesetz
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Verwendung des Begriffs "Management" ist in diesem Zusammenhang geradezu lächerlich!
Einer der ehernen Grundsätze der Managementlehre besteht darin, dass (Handlungs-) Kompetenz und Verantwortung (für die Folgen dieses Handelns) in einer Hand sein müssen. Das wird bei diesem Entwurf auf den Kopf gestellt. Der Verantwortliche (auch finanziell) wird von einem sog. Beauftragten bevormundet, der wahrscheinlich nur seiner Ideologie verpflichtet ist und dann noch vom Steuerzahler dafür bezahlt wird.
Konzepte mit so einem grundlegenden "Strickfehler" haben auf Dauer noch nie funktioniert.
Die guten Menschen
Ich finde es schon sehr beeindruckend was ich hier lesen muss.
Besonders welche Aggressionen und tiefe Mordlust hier beschrieben ist. Aber es sind nicht die Jäger die dieses hier ausdrücken sondern die sogenannten „Gut Menschen“ die gerne anderen sagen was Sie zu tun haben.
Ich sehe hier nur Jäger die sachlich erklären und argumentieren ohne jemand zu beleidigen.
Dieses kann ich leider von den „Tierschützer“ nicht sehen. Wirklich eine Schande das solche Menschen einfach ihren Müll hier abladen dürfen und ihre Ideologie als Tatsache versuchen zu verkaufen.
Einseitig und rein ideologisch geführt
Einseitig und rein ideologisch geführt, so ist mein inhaltlicher Eindruck.
Die beschrieben Anhörungsrunden, die der Vorbereitung der Novellierung dienen sollten, erwecken im nach hinein nicht weniger als den Eindruck eines demokratischen Täuschungsmanövers. Wesentliche Inhalte der Anhörungen, vorgetragen von europaweit anerkannten Fachleuten der einzelnen Disziplinen, finden schlicht überhaupt keine Berücksichtigung in dem nun vorliegenden Entwurf. Stattdessen wird eine einseitige mediale Kampagne mit puplikumswirksamer Fokusreduzierung geführt. Dargestellt werden im wesentlichen die Jagdschutzmaßnahmen mit Blick auf wildernde Hunde und Katzen, die in der bisherigen Praxis maximal ultima ratio waren. Die wesentlichen Gängeleien des Entwurfs mit dem Ziel das Gesetz unter den ideologisch geführten Naturschutz und dessen Lobby zu stellen werden verschleiert, argumentativ und medial wirksam verbogen oder gleich ganz verschwiegen.
Als Resüme der Anhörungen kann nur die folgende Bilanz gezogen werden:
Wir lassen alle Argumente vortragen und entscheiden am Ende so, wie wir es für Richtig halten.
Der Argumentationsleitfaden der grünen Ideologen ist dabei ebenso leicht wie einfallslos.
Immer nach dem Motto: die Jäger, Grundeigentümer und Landwirte sowie deren Anhänger konnten sich im Vorfeld ausführlich äußern und Ihre Argumente vortragen. Nun haben wir auf der Grundlage dieser Anhörungen entschieden. Dass die Entscheidungen im Wesentlichen die Standpunkte grüner Ideologen und Naturschutzverbandslobbyisten tragen sei nun eine Folge der Abwägung aller Argumente.
Auf die Empörung der Jägerschaft reagiert man vor dem Hintergrund ausführlicher Abstimmung mit Unverständnis.
Das ist in den Augen der wirklich Betroffenen schlichter Hohn. In dem Zusammenhang darf ich darauf hinweisen, dass die Jäger die einzigen anerkannten Naturschützer sind, die zu diesem Zweck eine lange Ausbildung mit anschließender Prüfung durchlaufen. Ausgerechnet dieser Personenkreis soll nun idealistisch handelnden Kreisen berichten und unterstellt werden. Das ist, mit Verlaub ungefähr so, als ob der Schwanz mit dem Hunde wedelt.
Das neue Gesetz ist in weiten Teilen praxisfremd und mag hoffentlich zu einer Neuorienterung bei den Jagdpächtern führen. Halbierung der Pachtpreise, Ausstiegsklauseln als Wildschadenfolge, oder unverpachtbare Reviere, das werden die Folgen dieses Gesetzes sein. Selbst die ganze hier laufende Diskussion hat doch keinen anderen Zweck als den Anschein der Beteiligung zu erwecken.
zu Kommentar 215: wer hier pseudosachlich ist, erklärt sich von alleine
Sehr geehrter Herr Hamper,
aufgrund Ihrer Wortwahl möchte ich Ihre hier angegebenen Titel ernsthaft bezweifeln und spreche Sie deshalb nur mit Nachnamen an.
Auch Ihre Meinung, die Sie hier vertreten, ist für einen angeblichen Inhaber eines Lehrstuhls mehr als fragwürdig. Offenheit für andere Meinungen scheint nicht Ihre Stärke zu sein.
Auch Ihre Gleichsetzungen der Jäger mit Vergewaltigern, feigen Mördern und Geisteskrankheit ist diffamierend und höchst beleidigend.
Der Vorwurf der Pseudosachlichkeit entlarvt sich bei Ihren Äußerungen von selbst.
Ich könnte Ihnen aufgrund Ihrer Wortwahl mindestens ebenso viele unfreundliche Adjektive entgegen werfen, wie Sie das tun.
Aber auf dieses Niveau begebe ich mich nicht.
Ich habe im Gegensatz zu Ihnen so viel geistigen Horizont, daß ich mich mit Andersdenkenden auch sachlich auseinandersetzen kann.
Diese Eigenschaft scheint Ihnen völlig abhanden gekommen zu sein.
Gerade solche Meinungen, wie die von Ihnen tragen maximal dazu bei, sich und Ihr Anliegen komplett zu disqualifizieren.
Für mich stellen Sie vielmehr einen weiteren Beweis dar, vehement gegen dieses neue Gesetz einzutreten, da ich im Gesetzestext sehr viele Parallelen Ihrer "Gesinnungsgenossen" entdecken kann.
Mit einer offenen und liberalen Gesellschaft haben weder der Gesetzestext noch Sie zu tun.
Endlich tut sich was
Die Gesetzesmühlen mahlen leider seeehr, seeehr langsam... 78 Jahre nach dem unter Göring diese unsägliche Regelung getroffen worden ist, tut sich endlich was. Natürlich gehört die Jagd verboten. Selbstverständlich ist die Jagd ein Relikt des "Neanderthalers" und gehört nicht mehr in die heutige Zeit. Im Jägerlaitein hält sich der Jäger für unverzichtbar, das ist aber vollkommener Irrtum. Wie die Beispiele aus anderen eurupäischen Ländern zeigen, funktioniert die Natur wunderbar auch ganz ohne Jäger (Holland, große Teile von Belgien, Schweiz und letztendlich die letzten Urteile des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)) zeigen nur daß dieser Irrtum endlich in die Wirklichkeit ankommt. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist gegen die Jagd - es kann einfach nicht sein daß sich die 300.000 Jäger dem Willen der vielen Millionen wiedersetzen auf Grund eines Gesetzes von 1936. Und ja, ich will die Freiheit haben auf meinem eigenem Grundstück die Jagd zu verbieten. Daher bitte, bitte liebe Regierung... schafft Gesetze im Sinne der Mehrheit, nicht im Sinne der wenigen "Gleicheren" unter uns. Danke.
Warum jagen Jäger wirklich?
Auch wenn die Kommentare in diesem Beteiligungsportal von Jägern dominiert scheinen, machen sie doch nur 0,4 Prozent der Bevölkerung aus. Wir, die nichtjagende Mehrheit der Bevölkerung, haben kein Verständnis, wenn Jäger Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Wir haben kein Verständnis, wenn Jäger aus Versehen Menschen oder Ponys auf der Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Wir haben genug davon, als Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker von Jägern angepöbelt und bedroht zu werden. Wir haben kein Verständnis, dass Jäger Hasen tot schießen, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen. Wir haben kein Verständnis, dass Jäger massenhaft Jagd auf Füchse machen, obwohl Deutschland offiziell tollwutfrei ist und das Märchen vom Fuchsbandwurm als Jägerlatein entarvt wurde. Wir haben kein Verständnis, dass Jäger sogar in Naturschutzgebieten und Nationalparks Tiere tot schießen dürfen. Und: Wir haben kein Verständnis, dass eine kleine Minderheit von 0,4 Prozent der Bevölkerung als Hobby Jagd auf Tiere macht, an denen wir uns erfreuen.
Glaubt man der Jäger-Propaganda in Zeitungen und Fernsehberichten, wäre Deutschland ohne Jagd dem Untergang geweiht: Jäger retten den Wald vor Rehen. Jäger retten die Landwirtschaft vor der Verwüstung durch Wildschweinhorden. Im Übrigen seien Jäger anerkannte Naturschützer. Wer das nicht verstehe, sei ein naturentfremdeter Städter.
Zum Unglück der Jäger glauben immer weniger Menschen das Jägerlatein. Zumal namhafte Biologen und Zoologen in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass die Natur sich in unbejagten Gebieten selbst reguliert - und die Jagd somit überflüssig ist.
Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen Nationalparks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)
Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)
Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.
Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.
Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.
Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen (Neumann-Neudamm, 2012) mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf, die da sind: Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen, so der jagende Rechtsanwalt. Und er gibt offen zu:
»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. Deren Anforderungen regeln höchstens, wie wir jagen, nicht aber ob wir es tun.«
Und weiter: »Wir verwechseln zu gern die erfreulichen und wichtigen Begleiterscheinungen, die unser Tun rechtfertigen sollen, mit dessen wirklichen Gründen.
Sex haben wir, weil er uns Lust und Genuss bereitet.
Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«
Es war ein Baden-Württemberger, nämlich Prof. Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, der es schon vor Jahrzehnten auf den Punkt brachte:
»Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«
Blick auf die Fakten...
In der Schweiz gibt es mehrere Beispiele dafür, daß Jagd heutzutage völlig demissioniert ist. Wir leben NICHT mehr in der Steinzeit, in welcher die Jagd zum Überleben wichtig war.
Ich habe an mehreren Orten in Deutschland gewohnt und es fiel mir überall auf, daß der Großteil der Jägerschaft aus Spass am Töten ihr Hobby ausübt.
Wenn Schon Jagd, dann bitte Berufsjäger, oder noch wesentlich besser: Wildhüter. Doch auch solche werden in der Schweiz in besagten Gebieten nicht gebraucht.
Die Art und Weise, wie etliche "Jäger" sich mir gegenüber behaupteten, war fast ausschließlich überheblich und mit einem Ton, der wirklich unangebracht war. In Mittelfranken schoß einer der Herren in die Luft, weil meine damilge Ehefrau mit dem Hund lief, der keine Leine brauchte und deswegen auch nicht angeleint war. Ein zweiter schoß auf meine beiden Hunde, die wegen Läufigkeit ausgebüchst waren. Ergebnis: einer davon tot, der andere schwer verletzt. Katzen wurden geschossen - innerhalb des Wohngebietes.
Hier in Rheinland-Pfalz war vor zwie Jahren einer jener netten Herren, der uns verbieten wollte, auf öffentlichen Wegen an unserem mitgebrachten Campingtisch unseren Wein zu trinken und den Sonnenuntergang zu genießen und in welchem Ton!
Letztens war hier einer, der meinte, wenn er Füchse schieße, dann hätten die eine Verwertung... er meinte er läßt ihnen das Fell gerben und macht Deko draus! Ich kenne hier jeden Fuchs, jedes Reh, jeden Dachs seit diese ausgeschlüpft sind.
Solche brutale Jägereien sind m.E. einfach völlig anachronistisch.
Meine klare Meinung: WEG MIT DER JAGD! Weg mit tötungsgeilen Killern unserer Wilditere! Unsere Wildtiere sind schon durch den immensen Tötungen im Straßenverkehr so dezimiert, daß wir nicht noch Jäger brauchen, die mit dem Fleisch dieser Tiere Umsatz machen wollen, um die Jagdpacht gering zu halten.
Zudem: in einem solch dicht besiedelten Land wie Deutschland ist das Hobby Schießen in freier Wildbahn einfach nicht mehr zeitgemäß.