Für Baden-Württemberg gilt es, die aktuellen und zukünftigen Erzeugungskapazitäten für Wasserstoff und die entsprechenden Bedarfe bis 2030 zu ermitteln. Mit Blick auf die Struktur der Energieversorgung in Baden-Württemberg ist davon auszugehen, dass zukünftig ein erheblicher Anteil des Wasserstoffbedarfs des Landes nicht vor Ort produziert werden wird. Welche Erzeugungspotenziale werden künftig in Baden-Württemberg bestehen?
Der Import von Wasserstoff ist eine weitere Option – welche möglichen Kooperationsländer kommen in Frage? Welche Energiepartnerschaften wären hierfür zu gründen? Wie kann im Rahmen dieser Partnerschaften eine nachhaltige Produktion des Wasserstoffs sichergestellt werden? Welche Rolle räumen Sie der Wasserstofferzeugung auf Basis der Elektrolyse und anderer Technologien ein? Kann „blauer“ beziehungsweise „türkiser“ Wasserstoff mit Blick auf die hierfür erforderliche Verwendung fossiler Energieträger eine Option sein? Wenn ja, über welchen Zeitraum?
Kommentare
Sie konnten bis zum 5. August 2020 an der Online-Kommentierung teilnehmen. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
Grüner Wasserstoff aus Wasserkraft
Grüner Wasserstoff ist das zentrale Element der deutschen Wasserstoffstrategie. Zur Erzeugung von großen Mengen von grünem Wasserstoff bietet Wasserkraft eine Vielzahl von Vorteilen.
Das Ausbaupotential für Wasserkraft in Deutschland ist größtenteils ausgeschöpft. Neben grünem Wasserstoff aus Wind und Solar kann dieser zukünftig in großen Mengen importiert werden. Hierfür ist der Aufbau der Infrastruktur elementar.
In Bezug auf die Wertschöpfung kann bei der Entwicklung und Fertigung der Wasserkraftwerkskomponenten ein großer Anteil in Baden-Württemberg erfolgen.
Wasserstoff erzeugung
das ist erst dann sinnvoll und leicht rational nachvollziehbar wenn ERST DANN der H2 erzeugt wird (gemeint im Falle der Elektrolyse), wenn genug überschüssige reg. Strom z.V. steht.
Alles andere ist von der einen Tasche in die andere gelogen !
Wertschöpfungskette
Wasserstoffwirtschaft ist nur sinnvoll, wenn er aus Erneuerbaren Quellen produziert wird. Vor Ort. Dazu brauchen wir viel Erneuerbare Energie.
Der Glaube, andere Länder könnten die billigen Rohstoffe liefern und wir machen dann Veredlung und Vertrieb hat schon bei anderen Industrien von Textil bis Batterietechnik nicht funktioniert. Wenn BaWü hier führen will, brauchen wir die gesamte Wertschöpfungskette. Hier.
Abgesehen davon ist Wasserstofftransport nicht ganz trivial.
Es wundert mich in diesem Zusammenhang schon, dass Regionen, die bisher Windkraft mit allen Mitteln verhindert haben, nun Wasserstoffregion werden wollen.
Wasserstofferzeuung
Ich stelle die klare Frage, in welcher Form kleine Unternehmen, die selbst entwickelte Wasserstoffsysteme für Wohngebäude gefördert werden?
Brennstoffzelle versus Biomethan-Verbrennungsmotor
Zur Frage von AchimD am 21.07. spätabends:
1) Die CO2-Bilanz bei gleichem Ausgangsstoff Biogas kann über die Wirkungsgradkette well-to wheel bewertet werden. Dampfreformierung in Wasserstoff +Brennstoffzellenfahrzeug schneidet dabei gegenüber einem Biomethan-Ottomotor ca. 25% besser ab. Wobei Biogas per-se CO2-arm ist.
2) NOx Emissionen sind bei der Dampfreformierung nahe 0, beim Brennstoffzellenfahrzeug sowieso. Unverbrannte Kohlenwasserstoffe gibt es auch nicht.
Und dann ist ja noch der Megatrend Elektromobilität - aus meiner Sicht, muss die Wasserstoffroadmap dazu passen, bzw. diesen fördern!
Wasserstofferzeugung
Technologienetwicklung und -demonstration in BW
Kooperation mit Nordafrika
Hohes Potentail der Dampfelektrolyse, Co-Elektrolyse und Methanpyrolyse
Stromerzeugung mitdenken
H2-Förderung ohne echte Förderung der grünen Stromproduktion im Land wird nicht funktionieren. Vorschlag: Jedes H2-Erzeugungsprojekt bekommt statt direkter Beihilfe von der landeseigenen EnBW eine große PV-Anlage und/oder ein Windkraftanlage dazu und kann deren grünen Strom im Rahmen der Projektlaufzeit gratis nutzen.
Wasserstoff auf dem Ausland?
Der Import von Wasserstoff ist einigermaßen widersinnig. Ein Transport per Trailer macht selbst aus grünem Wasserstoff ruckzuck braunen oder grauen Wasserstoff. Der Import könnte also allenfalls per Pipeline sinnvoll sein. Dann kommen, denke ich, nur die Nachbarländer in Frage. Inwieweit dort allerdings grün erzeugter Wasserstoff angeboten wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
Mit blau und türkis den Weg zu grün ebnen
Bei allen Umsetzungskonzepten und Strategien sollte vor allem eine Frage im Vordergrund stehen: Was ist technisch und wirtschaftlich machbar, um schnellstmöglich eine regionale Wasserstoffwirtschaft aufzubauen? So ist beispielsweise eine ausschließliche Fokussierung auf „Grünen Wasserstoff“ gerade am Anfang des Aufbaus einer Wasserstoffwirtschaft eher hinderlich. Sogenannter „Blauer“ und „Türkiser Wasserstoff“ können wichtige Übergangslösungen darstellen, denn sie werden zwar aus fossilen Rohstoffen erzeugt, die entstehenden Schadstoffe gelangen jedoch nicht in die Umwelt, sondern werden langfristig gespeichert oder recycelt.
Grüner Strom - grüner Wasserstoff?
Grüner Strom ist z.zT. die Grundlage für die CO2-Bilanz vieler direkter und indirekter Anwendungen. Die Bahn fährt mit Öko-Strom, die Wärmepumpe nutzt ihn, die E-Mobilität genauso und künftig die H2-Produktion. Es ist schon in mehreren Beiträgen die Frage gestellt worden, wo der viele grüne Strom für viele expandierende Bereiche herkommen soll. Eine realistische Bilanz kann den grünen Strom nicht nur Anwendungen zuschreiben, die sich ihren Anteil bilanziell sichern. Auch der graue Strom muß zunächst grün werden, bevor alle Anwendungen, auch die H2-Produktion, sich in der Bilanz den grünen Strom voll anrechnen lassen können.