Bürgerforum G8/G9

Umsetzungsoptionen G8/G9

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  • G9 flächendeckend an allgemein bildenden Gymnasien
  • Jetziges System beibehalten (G8 und bestehende G9 Optionen)
  • G8 modifizieren und Ausbau von Bestehendem (Modellschulen, gymnasiale Oberstufe an Gemeinschaftsschulen, berufliche
  • Gymnasien)
  • Wahl zwischen G8 und G9 an allgemein bildenden Schulen
  • Option für spätere Entscheidung zwischen G8 und G9
  • „Abitur im eigenen Takt“

Kommentare

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34. Kommentar von :ohne Name 63223

Unbedingt G9

Ich bin seit 20 Jahren Lehrer an einem Gymnasium und habe viele verschiedene Schülerinnen und Schüler erlebt und die Veränderungen in der Gesellschaft, Medienwelt, Erziehung, Schule, Kindheit, Jugend mitgemacht. Schon vor 20 Jahren gab es eine erkleckliche Anzahl an Jugendlichen, denen die Schule nichts mehr gebracht hat. Das gilt auch heute noch:

Ich bin seit 20 Jahren Lehrer an einem Gymnasium und habe viele verschiedene Schülerinnen und Schüler erlebt und die Veränderungen in der Gesellschaft, Medienwelt, Erziehung, Schule, Kindheit, Jugend mitgemacht. Schon vor 20 Jahren gab es eine erkleckliche Anzahl an Jugendlichen, denen die Schule nichts mehr gebracht hat. Das gilt auch heute noch: Die einen brauchen das reale Leben mit Verantwortung und Konsequenz, da Schule für sie keine Relevanz mehr besitzt. Die anderen waren so weit, so interessiert, dass Schule ihnen nicht mehr das Futter bieten kann, das sie benötigen. Die meisten brauchen aber mehr Zeit, um ihre Entwicklungsaufgaben, die ja weit über schulische Aufgaben hinausgehen, durchzuarbeiten. Deshalb unbedingt:

 

G9

 

Dass heute große Freiheiten in der Umsetzung wichtig sind, ist klar. Auslandsjahr/ Austausche/ Ausbildung/ Abitur im eigenen Takt --> letzten Endes braucht es einen Rahmen, den die einzelne Schule ausgestalten darf. Mal enger, sehr viel häufiger weiter.

14. Kommentar von :ohne Name 59305

Wahlmöglichkeit eine gute Option für Eltern

Auch wenn die Umsetzung an Schulen organisatorisch herausfordernd sein könnte, wäre eine Wahlmöglichkeit die beste Option.

Wir haben 3 Kinder, wobei wir ein Mal mit Sicherheit G8 gewählt hätten, beim zweiten G9 in Klasse 5/6 entspannter gewesen wäre, wir in Klasse 7/8 aber sehen, dass auch G8 keine große Schwierigkeit bedeutet und beim jüngsten

Auch wenn die Umsetzung an Schulen organisatorisch herausfordernd sein könnte, wäre eine Wahlmöglichkeit die beste Option.

Wir haben 3 Kinder, wobei wir ein Mal mit Sicherheit G8 gewählt hätten, beim zweiten G9 in Klasse 5/6 entspannter gewesen wäre, wir in Klasse 7/8 aber sehen, dass auch G8 keine große Schwierigkeit bedeutet und beim jüngsten Kind gehen wir aktuell davon aus, dass G9 ihm sicherlich sehr entgegen kommen würde.

 

Ein G8 als Standart und ggf. ein ausweichen auf G9 zu ermöglichen (ab Klasse 7, ähnlich der jetzigen Form an Realschulen) wäre ggf. eine gute Alternative zur generellen Wahlmöglichkeit.

22. Kommentar von :ohne Name 62425

Umsetzung

G9 für alle. Keine Wahlmöglichkeit oder Option zu G8 oder G8-Schnellläufer, da so erneut die Schulen vor einen großen Organisationsaufwand gestellt werden. Ziel muss es zugleich sein, dass die Lehrkräfte dadurch nicht mehr belastet werden. Eine Entlastung durch G9 ist das Ziel. Der erhöhte Aufwand durch ein paralleles G8 oder G8-Schnellläufer sorgt

G9 für alle. Keine Wahlmöglichkeit oder Option zu G8 oder G8-Schnellläufer, da so erneut die Schulen vor einen großen Organisationsaufwand gestellt werden. Ziel muss es zugleich sein, dass die Lehrkräfte dadurch nicht mehr belastet werden. Eine Entlastung durch G9 ist das Ziel. Der erhöhte Aufwand durch ein paralleles G8 oder G8-Schnellläufer sorgt für erneuten überhöhten Leistungsdruck bei den Schülern sowie Eltern und sorgt aufgrund des Mehraufwand beider parallerer Systeme an einer Schule nicht für eine gesteigerte Attraktivität des Lehrerberufs. Daher G9 für alle.

23. Kommentar von :ohne Name 62449

Es gibt bereits die Wahl an den Modellschulen - Ergebnisse eindeutig

Warum wird ein politisch motivierter Prozess in Gang gesetzt, wo wir doch seit rund 10 Jahren eine jährliche Evaluation von G9 an den Modell-Gymnasien haben.

Die neuen Fünftklässler wählen jedes Jahr aufs Neue zwischen G8 und G9. Die Ergebnisse liegen bei knapp 100% für G9. Warum wird dieser langjährige Wählerwille nicht respektiert?

M.W.

Warum wird ein politisch motivierter Prozess in Gang gesetzt, wo wir doch seit rund 10 Jahren eine jährliche Evaluation von G9 an den Modell-Gymnasien haben.

Die neuen Fünftklässler wählen jedes Jahr aufs Neue zwischen G8 und G9. Die Ergebnisse liegen bei knapp 100% für G9. Warum wird dieser langjährige Wählerwille nicht respektiert?

M.W. wurden die G9-Gymnasien bisher nicht zu ihren Konzepten und Erfahungen im Rahmen dieser Entscheidungsfindung befragt. Schade. Und es entlavt den politischen Willen zur Schwächung der genuin gymnasialen Bildung, warum auch immer...

26. Kommentar von :ohne Name 62602

G9 flächendeckend an allgemein bildenden Gymnasien

Leider sieht man bei den Schülern deutlich mehr Stress, mehr ADHS, psychisch angeschlagene Schüler und kaum noch die Möglichkeit für sie, den Alltag durch Sport auszugleichen. Ständig lange Nachmittagsprogramme oder -schule bieten keine Möglichkeit mehr, sich zu erholen!

33. Kommentar von :ohne Name 63073

G9 - keine Frage!

man sollte bei der G8/G9-Frage doch die Fragen, die

a) qualifiziert sind

b) davon betroffen sind.

 

Bei den qualifizierten sollten vorallem die Gymnasial-Lehrkräfte gefragt werden. Diese sind insbesondere durch den PhV vertreten. Würde diese Gruppe entscheiden, gäbe es kein G8.

 

Bei den betroffenen sieht es aber ähnlich aus:

-Musikvereine

man sollte bei der G8/G9-Frage doch die Fragen, die

a) qualifiziert sind

b) davon betroffen sind.

 

Bei den qualifizierten sollten vorallem die Gymnasial-Lehrkräfte gefragt werden. Diese sind insbesondere durch den PhV vertreten. Würde diese Gruppe entscheiden, gäbe es kein G8.

 

Bei den betroffenen sieht es aber ähnlich aus:

-Musikvereine leiden unter G8, auch das Landesjugendorchester

-Sportvereine leiden unter G8

-Familien leiden unter G8

 

Für die Schüler sieht es ähnlich aus:

-Fremdsprachen leiden unter der frühen Einführung von der zweiten Sprache

-die kognitiven Herausforderungen sind mit höherem Alter und Reife besser zu bewältigen

-die volle Stundentafel und die zeitliche Belastung des Nachmittagsunterrichts setzen den Schülern zu. Das betrifft viele Bereiche: soziale Aktivitäten, Zeit für Freunde, Zeit zum lernen, Zeit für Sport, Zeit für Musik, Zeit zum entspannen, Zeit um zu Hause zu helfen, etc.

 

17-Jährige Abiturienten braucht man nicht. Die können sich nichtmal einschreiben! Welchen Nutzen hat es denn für IRGENDJEMANDEN, wenn die Abiturienten noch so jung sind?

 

Mir fallen WIRKLICH keine Vorteile von G8 ein. Bis auf einen: weniger Klassen und dadurch ein wenig Geld gespart.

 

Ja, Bildung mag teuer sein. Keine Bildung ist aber noch teurer!

18. Kommentar von :ohne Name 54124

Anpassungsjahr Klasse 11 wieder etablieren

Das Anpassungsjahr, das beispielsweise Real- und Gemeinschaftsschülern den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe ermöglicht, muss mit G9 in Klasse 11 unbedingt wieder eingeführt werden.

 

Ein gutes Beispiel ist NRW - dort ist in Klasse 11 bereits ein Kurssystem, sodass im Oberstufensystem die Anpassung aller Kursstufenschüler erfolgen kann.

 

Auch

Das Anpassungsjahr, das beispielsweise Real- und Gemeinschaftsschülern den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe ermöglicht, muss mit G9 in Klasse 11 unbedingt wieder eingeführt werden.

 

Ein gutes Beispiel ist NRW - dort ist in Klasse 11 bereits ein Kurssystem, sodass im Oberstufensystem die Anpassung aller Kursstufenschüler erfolgen kann.

 

Auch ein Auslandssemester ist in dieser Klassenstufe gut machbar.

30. Kommentar von :Aresti1

Es gab doch eine optimale Lösung

Zeitweise existierte doch ein "doppeltes Gymnasium", G-8 und G-9- Zweige parallel.

Organisatorisch problemfrei und für jede/n die richtige Geschwindigkeit zum gründlich ausgebildeten Abitur.

Es ist immer schade, wenn funktionierende Lösungen durch "politisch gewollte" ersetzt werden.

10. Kommentar von :ohne Name 55789

Umsetzung des G8 an der Schule und die Auswirkung auf die Schülerinnen und Schüler

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.

 

Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule,

Wir haben zwei Töchter, die in Klasse 1 - 4 auf der Waldorfschule Uhlandshöhe gelernt und die beide dann in Klasse 5 auf ein humanistisches Gymnasium in einen G8-Turbozug gewechselt haben.

 

Beide haben die Schule bis zum Abitur ohne Probleme gemeistert, in den Anfangsjahren ohne Nachmittagsschule, später dann 2 x pro Woche Nachmittagsschule, wohlgemarkt ohne Hausaufgaben an den "Nachmittagsschultagen". Sie hatten Zeit für ihren aufwendigen Sport, waren Mitglieder im Landeskader und hatten trotzdem noch Freizeit und Muße.

 

Unsere Erfahrung war, dass die Schule es sehr gut geschafft hat, die "Kann"-Inhalte der Lehrpläne so zu straffen, dass alle "Muss"-Inhalte untergebracht waren, ohne dass die Kinder zu wenig "Input" gehabt hätten - die Lehrer waren sehr engagiert und haben alle gemeinsam für ihr Fachgebiet den Lehrplan so zusammengestellt, dass auch Freizeit und Muße für die Kinder bei gleichzeitiger Erfüllung des Lehrplans nicht zu kurz gekommen sind.

 

Unsere Erfahrung war im Vergleich zu anderen Kindern von Freunden und Bekannten, dass an vielen Schulen die Lehrpläne sklavisch von G9 auf G8 übertragen wurden, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Lehrinhalte eventuell weggelassen werden könnten ("Kann" - zu "Muss""-Inhalten), was dann zur Folge hatte, dass viele Kinder schon in der 5. Klasse 4 x pro Woche Nachmittagsunterricht hatten und noch dazu die Hausaufgaben gemacht werden mussten - ein untragbarer Zustand!

 

Wir haben bei der Schule unserer Töchter die Erfahrung gemacht, dass der Umstieg von G9 auf G8 problemlos möglich war - allerdings nur durch das hohe Engagement der Lehrer, sich mit der Materie intensiv zu befassen und sich nicht auf "Dienst nach Vorschrift" auszuruhen

20. Kommentar von :Frieder Wirth

Zurück zu G9

Guten Tag,

 

ich möchte an dieser Stelle unbedingt für ein 9-jähriges Gymnasium werben! Es hat sich gezeigt, dass die Jugend nicht schneller und besser ausgebildet im Berufsleben ankommt. Vielmehr zeigen sich viele negative Aspekte bei G8:

 

- schulischer Stress durch enge Taktung an Prüfungen

- Druck nimmt zu, so dass psychische

Guten Tag,

 

ich möchte an dieser Stelle unbedingt für ein 9-jähriges Gymnasium werben! Es hat sich gezeigt, dass die Jugend nicht schneller und besser ausgebildet im Berufsleben ankommt. Vielmehr zeigen sich viele negative Aspekte bei G8:

 

- schulischer Stress durch enge Taktung an Prüfungen

- Druck nimmt zu, so dass psychische Auffälligkeiten sich häufen und krankheitsbedingte Ausfälle bei Klassenarbeiten zunehmen

- Unselbständigkeit nach dem Abschluss und oftmals keine klare Perspektive um einen weiteren Bildungsweg zu verfolgen

- zu lange Schul-/Unterrichtszeiten, so dass kaum mehr Raum für soziales, musisches, künstlerisches und sportliches Engagement außerhalb der Schule ermöglicht wird oder freie Zeit verbleibt, welche für die psychische Gesundheit unabdingbar ist

- Schulcurriculae/Bildungspläne viel zu überfrachtet, daher bleibt wenig Raum individuellen Lernprozessen Raum zu lassen und Schüler dort zu fördern, wo enorme Lernprozesse stattfinden, weil eine gute Passung zwischen fachlich hohem Niveau und intrinsischer Motivation aufeinandertreffen

 

Mit freundlichen Grüßen,

Frieder Wirth