Windkraft im Wald - weniger schädlich als behauptet wird
Viele Menschen sorgen sich um unsere Wälder ? verständlich, denn sie sind Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Doch die Diskussion um Windkraft im Wald ist oft emotional aufgeladen. Ein genauer Blick auf die Fakten zeigt jedoch: Der Bau von Windrädern im Wald ist nicht zwangsläufig umweltschädlicher als auf Freiflächen ? im Gegenteil, er
Viele Menschen sorgen sich um unsere Wälder ? verständlich, denn sie sind Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Doch die Diskussion um Windkraft im Wald ist oft emotional aufgeladen. Ein genauer Blick auf die Fakten zeigt jedoch: Der Bau von Windrädern im Wald ist nicht zwangsläufig umweltschädlicher als auf Freiflächen ? im Gegenteil, er kann in bestimmten Fällen sogar ökologisch sinnvoller sein.
Nur etwa 2% der Windräder in Deutschland stehen überhaupt im Wald. Pro Anlage werden durchschnittlich 0,5 bis 1 Hektar gerodet - meist in wirtschaftlich genutzten Forsten wie auf der Schwend, nicht in Schutzgebieten oder alten Buchenwäldern. Für jede Rodung sind gesetzlich Ausgleichsmaßnahmen
vorgeschrieben, etwa Aufforstung oder Biotopvernetzung (Quelle:
Überraschend dürfte auch sein: Der Bau von Windrädern im Wald kann ökologisch sogar verträglicher sein als auf hochwertigen Offenlandflächen. Viele windempfindliche Vogelarten wie der Rotmilan jagen bevorzugt
im Offenland, nicht im Wald. Zudem bieten Waldstandorte größere Abstände zur Wohnbebauung, was Konflikte mit Anwohnern reduziert. Häufig werden auch bereits geschädigte Waldflächen genutzt,
etwa durch Borkenkäfer oder Sturmschäden, deren ökologischer Wert bereits reduziert ist (Quelle:
Die versiegelte Fläche pro Windrad liegt bei nur etwa 0,05 Hektar. Das ist sehr gering im Vergleich zu anderen Infrastrukturen. Die Auswirkungen auf Bodenorganismen und Mikroorganismen sind lokal begrenzt und werden in Umweltverträglichkeitsprüfungen berücksichtigt (Quelle:
Rotorblätter bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, und es gibt Hinweise auf Mikroplastikabrieb. Die Mengen sind jedoch deutlich geringer als z.B. der Abrieb von Autoreifen. Die Forschung arbeitet zudem an recyclingfähigen Materialien und besseren Beschichtungen (Quelle:
Fazit: Windkraft im Wald ist kein Freifahrtschein aber auch kein ökologisches Desaster. Wenn sorgfältig geplant, kann sie Teil der Lösung sein: Sie spart jährlich tausende Tonnen CO2 pro Anlage, hilft, geschädigte Wälder zu finanzieren und klimaresilient aufzuforsten, und vermeidet Eingriffe in ökologisch hochwertige Offenlandflächen, die oft artenreicher sind als Wirtschaftswälder. Zudem ist das Gebiet auf der Schwend alles andere als unberührte Natur: es gibt asphaltierte Straßen, welche deutlich mehr Flächen versiegeln als die Windräder und es findet eine intensive Fortwirtschaft statt.
13.
Kommentar von :Wald
Ja zur Schwend
Ich finde es nicht richtig und auch nicht demokratisch, dass nur Oberkircher und nicht die Bewohner der betroffenen Ortschaften mitstimmen dürfen !
Lt Fa. Köhler werden nur „0,3“ ha (3000 qm) Fläche je Anlage verschwendet, wie weit für das Fundament in den Boden gegraben wird, wieviel Tonnen Material, Stahl, Beton, vergraben wird, wird nicht
Ich finde es nicht richtig und auch nicht demokratisch, dass nur Oberkircher und nicht die Bewohner der betroffenen Ortschaften mitstimmen dürfen !
Lt Fa. Köhler werden nur „0,3“ ha (3000 qm) Fläche je Anlage verschwendet, wie weit für das Fundament in den Boden gegraben wird, wieviel Tonnen Material, Stahl, Beton, vergraben wird, wird nicht genannt. Sind es 3000 Tonnen oder aufgrund der Höhe der Anlagen sogar mehr ?
Wieviel ha gesunder Wald müssen für die Zufahrstwege abgeholzt werden, befinden die sich auf Oberkircher Gemarkung oder werden die Schneisen von Kappelrodeck bzw. Ottenhöfen in den Wald geschlagen ?
Natur und Wald wird auf Jahrzehnte hinweg unwiderruflich zerstört.
Selbst der BUND hat mittlerweile die Empfehlung rausgegeben auf den Bau von Windrädern in Wäldern zu verzichten.
14.
Kommentar von :ErneuerbareBW
Einordnung einiger der hier genannten Punkte
Die ErneuerbareBW als Teil der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württembergs möchte gerne dazu beitragen, die hier stattfindende Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu halten und möchten helfen einige Punkte, die genannt wurden, einzuordnen.
Grundsätzlich ist es richtig, dass der Bau von Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und
Die ErneuerbareBW als Teil der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württembergs möchte gerne dazu beitragen, die hier stattfindende Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu halten und möchten helfen einige Punkte, die genannt wurden, einzuordnen.
Grundsätzlich ist es richtig, dass der Bau von Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und die Landschaft darstellt. Doch trifft dieser Umstand auf jegliches menschliches Handeln zu. Im Falle der Windenergie werden die Auswirkungen häufig stark überhöht. Zum Verständnis kann es helfen, Zahlen und Fakten in einem größeren Kontext zu betrachten.
Zum Thema Waldrodung und Waldschutz:
Die Regionalverbände Baden-Württemberg sind gerade dabei sogenannte Windvorranggebiete auszuweisen. Für die Suche nach geeigneten Flächen wird die Landschaft genau geprüft. Waldflächen mit hohem ökologischen Wert werden dabei gemieden, zu Naturschutzgebieten und anderen Schutzflächen gibt es einen zusätzlichen Vorsorgeabstand. Bei den ausgewiesenen Waldflächen handelt es sich in der Regel um Monokulturen, von geringem ökologischen Wert, die künftig umgeforstet werden müssen, damit die Wälder in Deutschland zukunftsfähig bleiben. Projektentwickler sind dazu verpflichtet Ausgleichsflächen zu schaffen. Wie viel Ausgleichsfläche notwendig wird ist § 9 Abs. 3 und § 11 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes Baden-Württemberg festgelegt.
Pro moderner Anlage wird während der Bauphase ca. 1 ha Fläche benötigt. Etwa die Hälfte der Fläche wird nach dem Bau wieder aufgeforstet (in der Regel ökologisch wertvoller Mischwald). Wo möglich werden bestehende Forstwege genutzt und gegebenfalls erweitert, um den Flächenverbrauch gering zu halten. Von dem halben Hektar der während der Laufzeit benötigt wird, führt nur das Fundament zu einer kompletten Versiegelung, das sind ca. 25x25m. Ein Fundament besteht aus Beton, ist ca. 3m tief und hat ein Gewicht 1.400-2.600 t. Der restliche Flächenverbrauch bezieht sich auf geschotterte Flächen. Zum Vergleich: pro Kilometer Autobahn werden über 200.000 t Asphalt benötigt.
Dass Waldflächen in denen Windenergieanlagen errichtet wurden, nicht mehr attraktiv sind und zur Erholung nicht mehr zur Verfügung stehen, lässt sich anhand der Erfahrungen mit Bestandsanlagen nicht bestätigen. Zwar muss man sich an die Anlagen gewöhnen, doch dort, wo Anlagen im Wald stehen, erfüllt der Wald nach wie vor seinen ursprünglichen Nutzen.
Zum Thema Mikroplastik:
Abrieb an Windenergieanlagen entsteht vor allem an den Rotorblättern. Diese bestehen zu großen Teilen aus Epoxidharz oder Polyurethan. Im ausgehärteten Zustand sind diese Materialien nicht gesundheitsschädlich. Schätzungen, wie viel Mikroplastik durch den Abrieb in ganz Deutshcland freigesetzt wird, gehen teils weit auseinander und bewegen sich zwischen 80 t und 1.400 t pro Jahr. Zum Vergleich: Der Abrieb durch Autoreifen liegt bei 100.000 t pro Jahr. Der Vergleich soll die Belastung durch Windenergieanlagen nicht wegdiskutieren, soll aber helfen die Zahlen in Kontext zu setzen.
FÜr die Herstellung von Epoxidharz kommt häufig der Stoff Bisphenol-A (BPA) zum Einsatz. Chemisch ungebunden, also als Additiv, ist BPA gesundheitsschädlich. Aus diesem Grund hat die EU die Verwendung von BPA in Lebensmittelverpackungen ab dem 20. Juli 2026 verboten. In Windenergieanlagen wird BPA jedoch als reaktives Mittel verwendet. Es härtet aus und ist dann nicht mehr wasserlöslich. Im Endprodukt sind keine relevanten BPA-Mengen mehr vorhanden.
Zum Thema Bodenaustrocknung:
Es gibt eine Studie aus den USA, die nachgewiesen hat, dass große Windparks zu einer Erhöhung von bis zu einem Grad Celsius der bodennahen Lufttemperatur führen können. Da hier aber große Windparks in einer ganz anderen Klimaregion untersucht wurden, sind die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragbar.
Da Windenergieanlagen die Windgeschwindigkeit um die Anlage herum reduzieren, ist es auch möglich, dass weniger Wasser verdunstet. Wie sich eine Anlage auf das Mikroklima auswirkt, kann daher nicht pauschal beantwortet werden. Die Autoren der US-Studie kommen selbst zum Fazit, dass die langfristigen positiven Effekte durch die CO2-Einsparung, lokale Erwärmungseffekte überkompensieren. Das ist eine wichtige Erkenntnis, da es sich beim Klimawandel und der Energiewende um globale Herausforderungen handelt, die nicht rein isoliert betrachtet werden dürfen.
Zum Thema Grundwasser und Wasserversorgung:
Aufgrund der im Verlgeich zur gesamten Waldfläche geringen Flächenversiegelung und der Fundamenttiefe ist es äußerst unwahrscheinlich, dass einzelne Windenergieanlagen einen negativen Einfluss auf das Grundwasser haben. Uns ist kein Fall bekannt, indem Windenergieanlagen zu einer Verunreinigung von Trinkwasserquellen geführt haben.
Um solche Risiken von vornherein zu vermeiden ist es nicht erlaubt, in Wasserschutzgebieten der Zonen I und II Windenergieanlagen oder andere Industrieanlagen zu errichten. Lediglich in der Wasserschutzzone III ist dies möglich. Ein Restrisiko besteht selbstversändlich immer. Doch das ist, wie eingangs beschrieben, immer bei menschlichen Eingriffe in die Landschaft der Fall. Das kann nicht verhindert werden - jedoch stark minimiert.
Hilft die Windenergie dem Klima- und Naturschutz?
Auch wenn lokal Bäume gefällt werden müssen, hilft die Windenergie massic CO2 einzusparen und trägt damit auch zum Naturschutz bei. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (2021) gleicht eine Windenergieanlage den Energieaufwand für ihre Herstellung bereits nach etwa 4,5 Monaten wieder aus. Die Studienautoren berechneten zusätzlich, dass eine Windenergieanlage mit 2 Megawatt Leistung den CO₂-Ausstoß, der für ihre Herstellung anfiel, bereits nach 5 Monaten wieder eingespart hat. Eine Windenergieanlage spart jedes Jahr rund 4.000 Tonnen CO₂ ein – wenn sie Kohleenergie ersetzt.
Generell sind die hier genannten Risiken und Themen Bestandteil der Prüfung im Genehmigungsprozess. Dieser ist transparent gestaltet. Genehmeigungsanträge können eingesehen werden. Vorab werden zahlreiche Gutachten von unabhängigen Büros durchgeführt.
Wir hoffen, wir konnten mit unserer Einordnung eventuelle Unsicherheiten aufklären.
10.
Kommentar von :Waldhex
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Windkraft im Wald - weniger schädlich als behauptet wird
Viele Menschen sorgen sich um unsere Wälder ? verständlich, denn sie sind Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Doch die Diskussion um Windkraft im Wald ist oft emotional aufgeladen. Ein genauer Blick auf die Fakten zeigt jedoch: Der Bau von Windrädern im Wald ist nicht zwangsläufig umweltschädlicher als auf Freiflächen ? im Gegenteil, er
Viele Menschen sorgen sich um unsere Wälder ? verständlich, denn sie sind Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Doch die Diskussion um Windkraft im Wald ist oft emotional aufgeladen. Ein genauer Blick auf die Fakten zeigt jedoch: Der Bau von Windrädern im Wald ist nicht zwangsläufig umweltschädlicher als auf Freiflächen ? im Gegenteil, er kann in bestimmten Fällen sogar ökologisch sinnvoller sein.
Nur etwa 2% der Windräder in Deutschland stehen überhaupt im Wald. Pro Anlage werden durchschnittlich 0,5 bis 1 Hektar gerodet - meist in wirtschaftlich genutzten Forsten wie auf der Schwend, nicht in Schutzgebieten oder alten Buchenwäldern. Für jede Rodung sind gesetzlich Ausgleichsmaßnahmen
vorgeschrieben, etwa Aufforstung oder Biotopvernetzung (Quelle:
www.sauberenergie.de/magazin/sauber-energie-magazin-lesen/windkraft-waldrodung).
Überraschend dürfte auch sein: Der Bau von Windrädern im Wald kann ökologisch sogar verträglicher sein als auf hochwertigen Offenlandflächen. Viele windempfindliche Vogelarten wie der Rotmilan jagen bevorzugt
im Offenland, nicht im Wald. Zudem bieten Waldstandorte größere Abstände zur Wohnbebauung, was Konflikte mit Anwohnern reduziert. Häufig werden auch bereits geschädigte Waldflächen genutzt,
etwa durch Borkenkäfer oder Sturmschäden, deren ökologischer Wert bereits reduziert ist (Quelle:
www.bund-naturschutz.de/energiewende/erneuerbare-energien/vorranggebiete-windenergie).
Die versiegelte Fläche pro Windrad liegt bei nur etwa 0,05 Hektar. Das ist sehr gering im Vergleich zu anderen Infrastrukturen. Die Auswirkungen auf Bodenorganismen und Mikroorganismen sind lokal begrenzt und werden in Umweltverträglichkeitsprüfungen berücksichtigt (Quelle:
www.bund-naturschutz.de/energiewende/erneuerbare-energien/faq-windkraft).
Rotorblätter bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, und es gibt Hinweise auf Mikroplastikabrieb. Die Mengen sind jedoch deutlich geringer als z.B. der Abrieb von Autoreifen. Die Forschung arbeitet zudem an recyclingfähigen Materialien und besseren Beschichtungen (Quelle:
www.bund-naturschutz.de/energiewende/erneuerbare-energien/faq-windkraft).
Fazit: Windkraft im Wald ist kein Freifahrtschein aber auch kein ökologisches Desaster. Wenn sorgfältig geplant, kann sie Teil der Lösung sein: Sie spart jährlich tausende Tonnen CO2 pro Anlage, hilft, geschädigte Wälder zu finanzieren und klimaresilient aufzuforsten, und vermeidet Eingriffe in ökologisch hochwertige Offenlandflächen, die oft artenreicher sind als Wirtschaftswälder. Zudem ist das Gebiet auf der Schwend alles andere als unberührte Natur: es gibt asphaltierte Straßen, welche deutlich mehr Flächen versiegeln als die Windräder und es findet eine intensive Fortwirtschaft statt.
Ja zur Schwend
Ich finde es nicht richtig und auch nicht demokratisch, dass nur Oberkircher und nicht die Bewohner der betroffenen Ortschaften mitstimmen dürfen !
Lt Fa. Köhler werden nur „0,3“ ha (3000 qm) Fläche je Anlage verschwendet, wie weit für das Fundament in den Boden gegraben wird, wieviel Tonnen Material, Stahl, Beton, vergraben wird, wird nicht
Ich finde es nicht richtig und auch nicht demokratisch, dass nur Oberkircher und nicht die Bewohner der betroffenen Ortschaften mitstimmen dürfen !
Lt Fa. Köhler werden nur „0,3“ ha (3000 qm) Fläche je Anlage verschwendet, wie weit für das Fundament in den Boden gegraben wird, wieviel Tonnen Material, Stahl, Beton, vergraben wird, wird nicht genannt. Sind es 3000 Tonnen oder aufgrund der Höhe der Anlagen sogar mehr ?
Wieviel ha gesunder Wald müssen für die Zufahrstwege abgeholzt werden, befinden die sich auf Oberkircher Gemarkung oder werden die Schneisen von Kappelrodeck bzw. Ottenhöfen in den Wald geschlagen ?
Natur und Wald wird auf Jahrzehnte hinweg unwiderruflich zerstört.
Selbst der BUND hat mittlerweile die Empfehlung rausgegeben auf den Bau von Windrädern in Wäldern zu verzichten.
Einordnung einiger der hier genannten Punkte
Die ErneuerbareBW als Teil der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württembergs möchte gerne dazu beitragen, die hier stattfindende Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu halten und möchten helfen einige Punkte, die genannt wurden, einzuordnen.
Grundsätzlich ist es richtig, dass der Bau von Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und
Die ErneuerbareBW als Teil der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württembergs möchte gerne dazu beitragen, die hier stattfindende Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu halten und möchten helfen einige Punkte, die genannt wurden, einzuordnen.
Grundsätzlich ist es richtig, dass der Bau von Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und die Landschaft darstellt. Doch trifft dieser Umstand auf jegliches menschliches Handeln zu. Im Falle der Windenergie werden die Auswirkungen häufig stark überhöht. Zum Verständnis kann es helfen, Zahlen und Fakten in einem größeren Kontext zu betrachten.
Zum Thema Waldrodung und Waldschutz:
Die Regionalverbände Baden-Württemberg sind gerade dabei sogenannte Windvorranggebiete auszuweisen. Für die Suche nach geeigneten Flächen wird die Landschaft genau geprüft. Waldflächen mit hohem ökologischen Wert werden dabei gemieden, zu Naturschutzgebieten und anderen Schutzflächen gibt es einen zusätzlichen Vorsorgeabstand. Bei den ausgewiesenen Waldflächen handelt es sich in der Regel um Monokulturen, von geringem ökologischen Wert, die künftig umgeforstet werden müssen, damit die Wälder in Deutschland zukunftsfähig bleiben. Projektentwickler sind dazu verpflichtet Ausgleichsflächen zu schaffen. Wie viel Ausgleichsfläche notwendig wird ist § 9 Abs. 3 und § 11 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes Baden-Württemberg festgelegt.
Pro moderner Anlage wird während der Bauphase ca. 1 ha Fläche benötigt. Etwa die Hälfte der Fläche wird nach dem Bau wieder aufgeforstet (in der Regel ökologisch wertvoller Mischwald). Wo möglich werden bestehende Forstwege genutzt und gegebenfalls erweitert, um den Flächenverbrauch gering zu halten. Von dem halben Hektar der während der Laufzeit benötigt wird, führt nur das Fundament zu einer kompletten Versiegelung, das sind ca. 25x25m. Ein Fundament besteht aus Beton, ist ca. 3m tief und hat ein Gewicht 1.400-2.600 t. Der restliche Flächenverbrauch bezieht sich auf geschotterte Flächen. Zum Vergleich: pro Kilometer Autobahn werden über 200.000 t Asphalt benötigt.
Dass Waldflächen in denen Windenergieanlagen errichtet wurden, nicht mehr attraktiv sind und zur Erholung nicht mehr zur Verfügung stehen, lässt sich anhand der Erfahrungen mit Bestandsanlagen nicht bestätigen. Zwar muss man sich an die Anlagen gewöhnen, doch dort, wo Anlagen im Wald stehen, erfüllt der Wald nach wie vor seinen ursprünglichen Nutzen.
Zum Thema Mikroplastik:
Abrieb an Windenergieanlagen entsteht vor allem an den Rotorblättern. Diese bestehen zu großen Teilen aus Epoxidharz oder Polyurethan. Im ausgehärteten Zustand sind diese Materialien nicht gesundheitsschädlich. Schätzungen, wie viel Mikroplastik durch den Abrieb in ganz Deutshcland freigesetzt wird, gehen teils weit auseinander und bewegen sich zwischen 80 t und 1.400 t pro Jahr. Zum Vergleich: Der Abrieb durch Autoreifen liegt bei 100.000 t pro Jahr. Der Vergleich soll die Belastung durch Windenergieanlagen nicht wegdiskutieren, soll aber helfen die Zahlen in Kontext zu setzen.
FÜr die Herstellung von Epoxidharz kommt häufig der Stoff Bisphenol-A (BPA) zum Einsatz. Chemisch ungebunden, also als Additiv, ist BPA gesundheitsschädlich. Aus diesem Grund hat die EU die Verwendung von BPA in Lebensmittelverpackungen ab dem 20. Juli 2026 verboten. In Windenergieanlagen wird BPA jedoch als reaktives Mittel verwendet. Es härtet aus und ist dann nicht mehr wasserlöslich. Im Endprodukt sind keine relevanten BPA-Mengen mehr vorhanden.
Zum Thema Bodenaustrocknung:
Es gibt eine Studie aus den USA, die nachgewiesen hat, dass große Windparks zu einer Erhöhung von bis zu einem Grad Celsius der bodennahen Lufttemperatur führen können. Da hier aber große Windparks in einer ganz anderen Klimaregion untersucht wurden, sind die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragbar.
Da Windenergieanlagen die Windgeschwindigkeit um die Anlage herum reduzieren, ist es auch möglich, dass weniger Wasser verdunstet. Wie sich eine Anlage auf das Mikroklima auswirkt, kann daher nicht pauschal beantwortet werden. Die Autoren der US-Studie kommen selbst zum Fazit, dass die langfristigen positiven Effekte durch die CO2-Einsparung, lokale Erwärmungseffekte überkompensieren. Das ist eine wichtige Erkenntnis, da es sich beim Klimawandel und der Energiewende um globale Herausforderungen handelt, die nicht rein isoliert betrachtet werden dürfen.
Zum Thema Grundwasser und Wasserversorgung:
Aufgrund der im Verlgeich zur gesamten Waldfläche geringen Flächenversiegelung und der Fundamenttiefe ist es äußerst unwahrscheinlich, dass einzelne Windenergieanlagen einen negativen Einfluss auf das Grundwasser haben. Uns ist kein Fall bekannt, indem Windenergieanlagen zu einer Verunreinigung von Trinkwasserquellen geführt haben.
Um solche Risiken von vornherein zu vermeiden ist es nicht erlaubt, in Wasserschutzgebieten der Zonen I und II Windenergieanlagen oder andere Industrieanlagen zu errichten. Lediglich in der Wasserschutzzone III ist dies möglich. Ein Restrisiko besteht selbstversändlich immer. Doch das ist, wie eingangs beschrieben, immer bei menschlichen Eingriffe in die Landschaft der Fall. Das kann nicht verhindert werden - jedoch stark minimiert.
Hilft die Windenergie dem Klima- und Naturschutz?
Auch wenn lokal Bäume gefällt werden müssen, hilft die Windenergie massic CO2 einzusparen und trägt damit auch zum Naturschutz bei. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (2021) gleicht eine Windenergieanlage den Energieaufwand für ihre Herstellung bereits nach etwa 4,5 Monaten wieder aus. Die Studienautoren berechneten zusätzlich, dass eine Windenergieanlage mit 2 Megawatt Leistung den CO₂-Ausstoß, der für ihre Herstellung anfiel, bereits nach 5 Monaten wieder eingespart hat. Eine Windenergieanlage spart jedes Jahr rund 4.000 Tonnen CO₂ ein – wenn sie Kohleenergie ersetzt.
Generell sind die hier genannten Risiken und Themen Bestandteil der Prüfung im Genehmigungsprozess. Dieser ist transparent gestaltet. Genehmeigungsanträge können eingesehen werden. Vorab werden zahlreiche Gutachten von unabhängigen Büros durchgeführt.
Wir hoffen, wir konnten mit unserer Einordnung eventuelle Unsicherheiten aufklären.