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Naturschutz

Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwald

Landschaftsaufnahme eines Waldsees im Nationalpark Schwarzwald

Mehr Raum für Wildnis – das will die Landesregierung in Baden-Württemberg ermöglichen und deshalb den Nationalpark Schwarzwald weiterentwickeln. Wie die Weiterentwicklung konkret aussehen kann, wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess ausgearbeitet. Neben den gesetzlich verankerten Gremien des Nationalparks konnten sich auch Bürgerinnen und Bürger an diesem Prozess beteiligen.

Informationsveranstaltungen, Themenführungen und -workshops sowie eine Online-Plattform – seit Mai 2022 gab es viele verschiedene Möglichkeiten für interessierte Bürgerinnen und Bürger, sich über den Prozess der Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwald zu informieren und ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Ein weiteres Herzstück der Beteiligung war ein Bürgerforum aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürger aus ganz Baden-Württemberg und der Region direkt um den Nationalpark. Das Forum vereinte verschiedene Sichtweisen aus einem Querschnitt der Gesellschaft. Darüber hinaus begleiteten die bestehenden Gremien des Nationalparks – Rat und Beirat – die Weiterentwicklung eng. Sowohl Bürgerforum als auch Nationalparkrat und -beirat formulierten Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Nationalparks an die Landesregierung. Beide Empfehlungspapiere wurden am 21. Juli 2023 offiziell an Landesumweltministerin Thekla Walker übergeben.

Nationalpark Schwarzwald: Empfehlungen des Bürgerforums zur Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwalds an das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (PDF)

Alle Ergebnisse fließen in die Überlegungen des Landes zur Weiterentwicklung und die Arbeit der Nationalparkverwaltung ein. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Nationalparks Schwarzwald. Dort wird auch weiterhin berichtet, wie es mit den Ergebnisse weitergeht.

Nationalpark Schwarzwald: Beteiligungen zur Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwald

Vorbereitung der Bürgerbeteiligung

Bevor ein eigentlicher Beteiligungsprozess startet, will seine Gestaltung gut durchdacht werden. Deshalb wurden im Frühjahr 2022 Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg in einer repräsentativen Telefonumfrage zur Weiterentwicklung des Nationalparks Schwarzwald befragt. Damit sollten sowohl ein tiefergehender Eindruck als auch verlässliche Daten zur Haltung und zu Argumentationslinien der Bevölkerung in Land und Region gewonnen werden. Die Ergebnisse können Sie auf der Seite des Umweltministeriums nachlesen.

Außerdem fanden Vorgespräche mit regionalen Vertreterinnen und Vertretern statt. Darauf aufbauend wurde eine Übersicht der für die Weiterentwicklung relevanten Themen, eine sogenannte Akteurs- und Themenlandkarte (PDF) erstellt.

Themen und Akteure einbringen

Sie konnten bis zum 30. April 2022 vorschlagen, über welche Themen das Bürgerforum Ihrer Meinung nach sprechen sollte und welche zentralen Akteurinnen und Akteure in einer der Sitzungen Raum finden sollten.

Hintergrund

Am 1. Januar 2014 wurde der Nationalpark Schwarzwald – als erster und bisher einziger Nationalpark Baden-Württembergs – gegründet. Nationalparks unterscheiden sich von anderen Schutzgebieten vor allem durch den Schutz der natürlichen Prozesse. Das bedeutet, dass der Mensch auf dem Großteil der Fläche (ab 2044 mindestens 75 Prozent) Natur Natur sein lässt. Hier in der sogenannten Kernzone hat die Natur Raum, ihre eigene, kraftvolle Dynamik ungestört zu entfalten. Es entsteht und herrscht Wildnis. Im verbleibenden Teil, der Managementzone, bleibt das dauerhaft anders – hier geht es beispielsweise darum, besondere Lebensräume wie die wilden Feuchtweiden zu erhalten, sensible Arten wie das Auerhuhn und auch die umliegenden Wälder zu schützen. Zum Beispiel vor Borkenkäfern, die im Nationalpark helfen, den Wald wilder werden zu lassen. Besucherinnen und Besucher des Nationalparks können über Wildnis staunen, lernen und sich in dieser Oase fernab des Alltags erholen.

In ihrem Koalitionsvertrag hat die Landesregierung festgelegt, die Schutzgebiete in Baden-Württemberg insgesamt zu stärken. Auch der Nationalpark Schwarzwald soll deshalb auf Basis fachlicher Kriterien in einem transparenten Beteiligungsprozess erweitert und weiterentwickelt werden.

Ganz konkret heißt das: Die Fläche des Nationalparks soll wachsen. Gleichzeitig wird der Nationalpark auch inhaltlich weiterentwickelt. Welche Themen zukünftig dabei eine besondere Rolle spielen sollen, wird gemeinsam mit Menschen aus der Region und ganz Baden-Württemberg ausgearbeitet.

Flächenerweiterung: Zwei Teilgebiete sollen zusammenwachsen

Die Internationale Union zum Schutz der Natur (IUCN) gibt für Nationalparke eine Mindestfläche von 10.000 Hektar vor, die der Nationalpark Schwarzwald gerade so erreicht. Zudem besteht der Nationalpark Schwarzwald seit seiner Gründung aus zwei Teilgebieten. Prozesse wie eine natürliche Waldentwicklung bedürfen aber möglichst großer und unzerteilter Flächen, da menschliche Einflüsse wie Forstwirtschaft oder Wegebau sie verändern und stören. Eine Verbindung der beiden Gebiete des Nationalparks stabilisiert und steigert die Biodiversität und ökologische Resilienz.

Inhaltliche Weiterentwicklung: Gemeinsame Perspektiven stärken

Der Nationalpark Schwarzwald soll aber nicht nur räumlich erweitert werden. Die inhaltliche Weiterentwicklung widmet sich Themen, die im bestehenden Nationalpark wenig beachtet sind oder die perspektivisch gestärkt werden sollen. Dabei ist der Landesregierung und der Nationalparkverwaltung zentrales Anliegen, dass diese Themen die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen vor Ort und darüber hinaus widerspiegeln.

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