Online-Kommentierung
Mit der Änderung des Schulgesetzes sollen die Sprachfördergruppen ebenso wie die Juniorklassen als Kernelemente des Sprachförderkonzepts „SprachFit“ etabliert werden.
Weitere Informationen aus dem Vorblatt des Gesetzentwurfs
Sprachfördergruppen sowie Juniorklassen werden als wesentliche Bausteine des Sprachförderkonzepts „SprachFit“ gesetzlich verankert und die Bedingungen für ihre Einrichtung ebenso wie die entsprechenden Besuchspflichten und ihre Voraussetzungen geregelt. Die Grundschulförderklassen werden aufgehoben, die Möglichkeit der Zurückstellung vom Schulbesuch entfällt für Kinder mit der Verpflichtung, die Juniorklasse zu besuchen.
Der Bildungsgang des allgemein bildenden Gymnasiums der Normalform wird auf neun Jahre verlängert und damit die Möglichkeit für eine Anreicherung mit neuen Innovationselementen geschaffen.
Der Auftrag der auf der Grundschule aufbauenden Schulen wird angepasst, um ihre Attraktivität für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler zu erhalten.
Das Übergangsverfahren von der Grundschule auf die weiterführende Schule wird durch die Einbeziehung der Kompetenzmessung valider und damit passgenauer ausgestaltet. Voraussetzung für die Aufnahme in das allgemein bildende Gymnasium wird künftig eine pädagogische Gesamtwürdigung durch die Klassenkonferenz oder die erfolgreiche Teilnahme an einer zentral bereit gestellten Kompetenzmessung sein. Zusammen mit dem Elternwunsch basiert die Schulartwahl damit auf drei Elementen, von denen zwei erfüllt sein müssen.
Für den Fall, dass keine der genannten Voraussetzungen dem Elternwunsch entspricht, wird die Möglichkeit geschaffen, durch einen Potentialtest zusätzliche Orientierung zu erhalten und zugleich die Aufnahmevoraussetzung für das Gymnasium zu erfüllen.
Pädagogische Fachverfahren sollen über die vorhandene Nutzer- und Zugangsverwaltung der Digitalen Bildungsplattform SCHULE@BW erreichbar sein.
Die Auskunftspflichtigen, die zu erhebenden Daten und Hilfsmerkmale und der Erhebungsstichtag für die Ganztagsausbaustatistik werden bestimmt und die Ermächtigungsgrundlage für die erforderliche Rechtsverordnung geschaffen.
Keine.
Durch die Implementierung des Sprachförderkonzepts „SprachFit“ mit den Sprachfördergruppen sowie den Juniorklassen, den neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium mit seinen nicht im Schulgesetz verankerten fünf Innovationselementen, den Innovationselementen an Hauptschulen/Werkrealschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen, die Ausweitung des Ganztags nach Paragraf 4a SchG im Primarbereich der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), die Nutzer- und Zugangsverwaltung der Digitalen Bildungsplattform SCHULE@BW sowie die Ganztagsausbaustatistik entstehen Kosten für öffentliche Haushalte, die in der Begründung des Änderungsgesetzes unter Punkt 5 der Begründung (Finanzielle Auswirkungen) aufgeschlüsselt sind. Über die Bereitstellung von Haushaltsmitteln und Stellen für die oben genannten Maßnahmen ist im Rahmen der künftigen Haushaltsplanaufstellungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen und deren zielgerichteter Steuerung zu entscheiden.
Für Bürgerinnen und Bürger entstehen keine zusätzlichen Bürokratielasten. Der Schulaufsichtsbehörde werden neue schulaufsichtsrechtliche Aufgaben zugewiesen. Vollzugstauglichkeit wird gewährleistet.
Die Änderungen des Schulgesetzes fördern die nachhaltige Entwicklung in mehreren Zielbereichen, insbesondere in den Bereichen der sozialen und der ökonomischen Nachhaltigkeit.
Der Digitaltauglichkeits-Check nach Nummer 5.4.2 der Verwaltungsvorschrift (VwV) der Landesregierung und der Ministerien zur Erarbeitung von Regelungen (VwV Regelungen) wurde durchgeführt.
Mit den Regelungen wird eine grundsätzliche Möglichkeit der digitalen Umsetzbarkeit der Übermittlung der Daten zur Einschätzung über den Entwicklungsstand beziehungsweise des Sprachförderbedarfes geschaffen.
Die Nutzung der bereits vorhandenen Nutzenden- und Zugangsverwaltung der Digitalen Bildungsplattform Schule@BW dient der Umsetzung des langfristigen strategischen Leitbilds des Landes zur Digitalisierung von Prozessen.
Die Einführung der Ganztagsausbaustatistik enthält digitalrelevante Vorgaben, die einer zügigen, digitalen und medienbruchfreien Abwicklung des Verfahrens nicht entgegenstehen.
Die Maßnahmen der Schulgesetzänderung, insbesondere die Sprachfördermaß-nahmen und die Verlängerung des gymnasialen Bildungsgangs auf neun Jahre erhöhen die vergleichsrelevanten Kosten im Sinne von Paragraf 18 a Privatschulgesetz (PSchG) und wirken sich entsprechend finanziell auf die Kopfsatzzuschüsse an Ersatzschulen gemäß Paragraf 18 Absatz 2a PSchG aus.
Die Ausweitung des Ganztags im Bereich der SBBZ kann zu höheren Ausgaben bei den SBBZ in freier Trägerschaft führen, da sich die Bezuschussung der Lehrkräfte und Schulleitungen nach den sich für die öffentlichen SBBZ geltenden Bestimmungen richtet.
Die für die Ganztagsausbaustatistik zu erhebenden Daten liegen den freien Trägern regelmäßig vor. Es entsteht allenfalls unerheblicher Aufwand für die Aufbereitung der Daten.


Kommentare
Sie konnten den Gesetzentwurf bis zum 17. September 2024 kommentieren. Vielen Dank für Ihre Kommentare!
Chancengleichheit durch Bildungsvielfalt
Die Abschaffung der Werkrealschule ohne die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule, wäre für tausende Schüler und Schülerinnen fatal. Gerade in den Werkrealschulen haben junge Menschen die Möglichkeit sich in ihrer eigenen Geschwindigkeit zu entwickeln, sich mit ihren Stärken auseinanderzusetzten und ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Die großen Werkrealschulen bieten eine hervorragende Möglichkeit Bildungsungerechtigkeit zu bekämpfen und gleichzeitig den Mittelstand zu stärken.
Es ist mir ein Rätsel, wie es zu einem Gesetzesentwurf kommen kann, der offensichtlich in Kauf nimmt, Kinder und Jugendliche die Mehr Zeit benötigen, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen, mit noch weniger Bildungschancen zu bestrafen und aus der Mitte der Gesellschaft auszuschließen.
Die Schullandschaft muss unbedingt so vielfältig sein, wie es unsere Schülerinnen und Schüler sind.
Biologie in der Sek I auf Bundesniveau mit Stunden versorgen! +2 für die Zukunftswissenschaft
- Zwei Unterrichtsstunden Biologie mehr in Klasse 10 und 11 sind dringend notwendig, damit Baden-Württemberg das Bundesniveau erreicht.
- Seit Einführung von G8 und Schaffung des Faches NWT verlor die Biologie in der Sek I im sprachlichen Profil 1 Wochenstunde (statt 10 nur noch 9) ,
im naturwissenschaftlichen Profil sogar 4 (statt 12 Stunden Biologieunterricht + 1Stunde Biologiepraktikum nur noch 9). Das ist ein echter Realverlust, da die biologischen Inhalte in NWT gestrichen wurden.
- Eine verantwortliche Vorbereitung der SuS auf die Oberstufenkurse, die zum IQB Abitur führen, ist mit dieser Stundenausstattung nicht möglich.
- Zusätzlich zum allgemeinen Fachunterricht sind Querschnittsthemen / Leitperspektiven wie z.B. BNE zu unterrichten - mit weniger Stunden als vorher. Dieser bei G8 bereits mehrfach monierte Zustand soll nun fortgeschrieben werden: Das kann nicht sein.
Zur näheren Begründung:
Sachlich falsch ist die Aussage beim Innovationselement 2. "... das Fach Biologie wird somit gestärkt."
Denn an der Stundenausstattung des Faches ändert sich in Klasse 5 und 6 sowie in den Mittelstufenklassen nichts. Zum Erreichen der Biologie Bildungsstandards in 7/8 bzw. 9/10 (jetziger G 8 Rechnung) stehen weiterhin nur 5 Stunden für jetzt 5 Jahrgangsstufen zur Verfügung. Biologie ist damit ab Klasse 7 zum einstündigen Fach degradiert. Insgesamt stehen nach wie vor 9 Stunden von Klasse 5 bis 11 zur Verfügung.
Durch die Auflösung des Fächerverbundes BNT in 2 Stunden Biologie und je eine Stunde Chemie bzw. Physik werden die ehemals in den Fächerverbund eingebrachten Stunden wieder sichtbar. Das Fach Biologie erhält dabei genau die 2 Stunden zurück, die es bereits im alten G 9 schon hatte. (Die Chemie- und die Physikstunde kommen aus dem alten naturwissenschaftlichen Zug. Sie wurden als „Naturphänomene“ zum eigenständigen Fach ausgebaut und später in den Fächerverbund BNT eingebracht. Jetzt sollen sie wieder den ursprünglichen Fächern zurückgegeben werden.)
Die alte Stundenausstattung des Faches in G9 entspricht der in den anderen Bundesländern. Angesichts des bundesweit einheitlichen Abiturs besteht nach der Vorlage weiterhin eine eklatante Ungleichbehandlung zu Lasten der Schüler*innen in Baden-Württemberg.
Allein das Fach Physik profitiert von dieser vorgeblichen Stärkung des MINT Bereiches. Als einzige Naturwissenschaft gewinnt es tatsächlich real eine Wochenstunde und so ist zusammen mit der ehemaligen BNT-Stunde in der 7.Klasse ein „überwiegend projekthaft im Rahmen eines naturwissenschaftlichen Projektunterrichts“ vorgesehener Unterricht möglich. Diese dezidiert projektorientierte Zielsetzung ist dabei unbedingt zu begrüßen, ebenso ihre Spiegelung im Bereich der Demokratiebildung.
Realistisch ist das Ministerium in der Einschätzung, dass „bei angespannter Unterrichtsversorgung im Fach Physik vor Ort (…) auch Fachlehrkräfte anderer Naturwissenschaften zum Einsatz kommen“ müssen. In der Praxis werden insbesondere Biologiefachlehrkräfte den Projektunterricht Physik in Klasse 7 fach-fremd unterrichten müssen – während das Fach Biologie im Bundesvergleich weiterhin wesentlich zu gering ausgestattet bleibt.
Weniger Stoff, mehr Stunden!
Liebes KM, es wäre schön, wenn im Zuge der Einführung von G9 der gleiche Stoff auf mehr Stunden verteilt würde. Wir brauchen mehr Zeit für eine intensive und tiefgreifende Beschäftigung des Stoffes um echte Kompetenzen bei den SuS zu erreichen. Das genaue Gegenteil ist leider schon im BP2016 V2 der Biologie Oberstufe der Fall. Noch mehr Themen, noch mehr Stoff....statt eines gewinnbringenden, wissenschaftspropädeutischen Unterrichts der zu einem tiefen Verständnis der Biologie führen könnte, werden nur noch Themen abgehakt. Moderne, offene Unterrichtsmethoden, praktisches Arbeiten, eigenverantwortliches Arbeiten etc. fallen dem Aberglauben, viel Stoff heißt gute Bildung zum Opfer. Und danach schreibt man ein Biologie Abitur das neben der großen Stofffülle vor allem eines ist: Ein Test auf Stressresistenz und schnelles arbeiten und schreiben. Lasst Schülern und Lehrern Luft zum Arbeiten. Ermöglicht Bedingungen die echten kompetenzbasierten Unterricht ermöglichen und sichert damit einen qualitativ hochwertigen, zeitgemäßen Unterricht....am besten Gestern!
Biologiestunden
Ich kann es nicht fassen, dass man zuerst unser Biologie- Abitur durch eine nicht zu schaffende Stofffülle überfrachtet, die jede Möglichkeit zum Tiefgang nimmt und zugleich die bestehenden Stundenzahlen ab Klasse 7 auf nun 5 Schuljahre verteilt. Das bedeutet 5 Stunden auf 5 Jahre - entweder immer einstündigen Unterricht in einer Naturwissenschaft der Zukunft oder immer wieder Jahre ohne Biologie!!
In den anderen Bundesländern mit denen wir uns vergleichen sollen, gibt es bis zu 2 Stunden mehr!
Was sind das für Entscheidungen? Wer denkt sich so etwas aus? Der Frust bei allen Kollegen sitzt tief wie nie zuvor!
Langjährige Biologielehrerin
IMP "obsolet"?
Das Fach IMP kann durch die Änderungen nicht „obsolet“ sein. Wieso sollen Schulen, die das wollen, dieses Fach nicht weiter anbieten?
Das avisierte einstündige Fach Medienbildung/Informatik kann IMP nicht ersetzen, da die Inhalte von IMP viel umfangreicher sind:
IMP hat alle drei Fachbereiche fächerverbindend, aber nicht fächerübergreifend vierstündig vertieft!
Inhalte die im Bildungsplan für Mathematik und Physik vor vielen Jahren im Bildungsplan enthalten waren und für G8 gestrichen werden mussten, kamen mit zusätzlichen Inhalten mit IMP wieder.
Zudem fand Astronomie und Astrophysik endlich einen Platz in der Mittelstufe.
(Dass dies zwingend notwendig ist zeigt eine repräsentative Umfrage, wobei mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung glaubt, die Sonne drehe sich um die Erde.)
Dies würde nun vollkommen entfallen:
Beispiele aus der Physik:
• Vertiefung der Optik: Teleskop, Mikroskop, Kamera
• Glasfasertechnik
• Bilderfassung
• Halbleiterphysik
• viele elektronische Praktika: Halbleitertechnik, Logikschaltungen
• Schwerpunkt Astronomie und Astrophysik
Allein in Astronomie fielen folgende Inhalte weg:
• Aufbau des Sonnensystems.
• Historische Veränderungen im Weltbild.
• Das Sonnensystem als Teil der Milchstraße.
• Astronomische Messungen planen und durchführen.
• Orientierung am Sternhimmel.
• Geophysik.
• Die Sonne und ihre Eigenschaften.
• Strahlungsarten.
• Besonderheiten des Standorts Erde.
• Die Erde als notwendig schützenswertes Objekt aus astronomischer Sicht.
• Keplergesetze.
• Gravitationsgesetzt und kosmische Geschwindigkeiten.
• Raumfahrttechnik.
• Entwicklung von Sternen.
• Entdeckung extrasolarer Planeten.
Diese Inhalte müssen in einem vernünftigen, nachhaltigen Bildungsplan enthalten sein.
Mit IMP und den Inhalten verschwände ein breit aufgestelltes, nachhaltiges Fach zur Lösung mathematischer Probleme, zur Förderung der Experimentierfähigkeit aber insbesondere zur Befähigung zu naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen.
Dies alles leistet NwT nicht, das zudem oft fachfremd unterrichtet wird.
2015 wurde mit der Bildungsplanänderung die Sorge groß, dass Astronomie an den Schulen in der Mittelstufe entfällt, die bis dahin partiell in NwT enthalten war.
Mit IMP konnte in Baden-Württemberg endlich dieses wichtige Fach etabliert werden und von Schülerinnen und Schülern bis zur Oberstufe gewählt werden.
IMP ist das Fach, das naturwissenschaftlich interessierte, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler als zusätzliches Hauptfach wählen.
Ich möchte daher bitten, die Beschlussfassung zum Wohle insbesondere dieser Schülerinnen und Schüler überdenken.
Es wäre ein falsches Signal, den MINT-Bereich angeblich stärken zu wollen und mit der Abschaffung von IMP genau das Gegenteil zu erreichen.
Gemeinschaftskunde
der neue Bildungsplan hat oder hätte die Chance, das von den Schülern kaum ernstgenommene, meist einstündige Fach "Gemeinschaftskunde" aufzuwerten.
Es bleibt einstündig. Mit ein paar Extraaktionen, außerhalb des normalen Unterrichts.
Dabei gibt es, nicht nur aktuell, wirklich wichtiges zu diskutieren udn zu verstehen
1. Geflüchteteproblematik - das ist so komplex - von Genfer Flüchtlingskonvention (nie gehört...) bis IHK und zu wenige Auszubildende
2. Gaza-Krieg: sehr komplex
3. Ukraine-Krieg: sehr komplex.
4. Wahlerfolge, die Demokratie in frage stellender Parteien: auch sehr komplex.
UND - v.a., die Kinder sind voller russischer Desinformation - WER, wenn nicht ausgebildete Politikwissenschaftler, können da Durchblick verschaffen.
eigentlich bräuchte die Gemeinschaftskunde gefühlt eher 3 stunden - wer soll es denn sonst erklären - manchmal hat es den Eindruck: der Ethik - Lehrer mit "Ist Krieg gut". das ist aber v.a. eine moralische Frage und keine politische.
und das Fach sollte Politik heißen, nicht „Gemeinschaftskunde“ – so ein nebulöser begriff.
eine vertane Chance bei einer – man sollte es nicht glauben – grünen Regierung, die doch eigentlich sehr demokratiefreundlich sein sollte.
Französisch
Um eine Fremdsprache zu erlernen und im fremdsprachigen Ausland handlungsfähig zu werden, braucht es zumindest im Anfangsunterricht vier Wochenstunden. Sprachliche Strukturen müssen regelmäßig geübt und gefestigt werden und der Fremdsprachenunterricht braucht die vierte Wochenstunde, um genügend Zeit für die Vorbereitung und Durchführung von Sprechaktivitäten wie Dialoge/Rollenspiele von Alltagssituationen, Diskussionen etc. zu haben. Auch die schwierige Aussprache des Französischen bedarf mehr Übungszeit als etwa im Englischunterricht. Nur dann gelingt es, dass unsere Schülerinnen und Schüler Französisch auch SPRECHEN können.
Ich kritisiere darüber hinaus (auch im Hinblick auf eine möglicherweise kommende Arbeitszeiterfassung) die Mehrbelastung für Fremdsprachenlehrkräfte mit mehreren 3-stündigen Lehraufträgen. Im Fremdsprachenunterricht, insbesondere im Anfangsunterricht, müssen, egal ob 3- oder 4-stündig, zusätzlich zu den Klassenarbeiten regelmäßig (mindestens im 2-wöchigen Rhythmus) Vokabeltests geschrieben und korrigiert werden. Der Korrekturaufwand würde sich somit bei gleichem Deputat deutlich erhöhen.
2. Fremdsprache
Ich schließe mich dem Tenor der vorangegangenen Kommentare an!
Bereits jetzt sind die vorgegebenen Kompetenzen im Fach Französisch als 2. Fremdsprache nur für eine kleine Schülerzahl, nicht aber für das Gros, erreichbar, was oft zu Frust und Stress sowohl bei den Lernenden als auch bei den Unterrichtenden führt.
4 Wochenstunden in den ersten Lernjahren sind das Minimum, um mit genug Raum für Übungen und Wiederholungen eine solide Grundlage in allen Kompetenzen aufzubauen.
2. Fremdsprache am GYM - 3 Wochenstunden reichen nicht aus!
Zunächst einmal möchte ich meine Enttäuschung über die Kommunikation in Bezug auf die Änderung des Schulgesetzes äußern. Jährlich kommen wir Lehrkräfte in unzähligen Konferenzen zusammen, sollen unsere Schule weiterentwickeln und Zielvereinbarungen treffen. Bei einer so großen Veränderung, wie sie uns aktuell bevorsteht, verzichtet die Landesregierung auf ein flächendeckendes Feedback seiner Lehrkräfte. Nicht ganz: Es besteht ja die Möglichkeit, sich über die Online-Kommentierung einzubringen, die für 7 Wochen – von denen 6 Wochen Sommerferien waren – still und leise freigeschaltet wurde. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Als Französischlehrkraft betrifft mich persönlich der Punkt der Stundenverteilung in der 2. Fremdsprache, mit dem ich aus verschiedenen Gründen nicht einverstanden bin.
1. Sprache lernt man nur, indem man sie spricht, und zwar so häufig wie möglich. Für die allermeisten SchülerInnen bietet ausschließlich der Unterricht diese Sprechmöglichkeit. Gerade im Anfängerunterricht ist eine häufige Umwälzung sehr wichtig. An meiner Schule beginnen wir Französisch mit 5 Wochenstunden, was bedeutet, dass wir die SchülerInnen mind. drei Mal sehen. Und meine Beobachtungen der letzten Jahre zeigen, dass die SchülerInnen zu Beginn total motiviert sind, die Sprache zu lernen. Allerdings ist es durch die aktuelle Stundenanzahl nicht möglich, die Wochenstunden so hoch zu halten, was bedeutet, dass diese in den Folgejahren zurückgehen. Die SchülerInnen erfahren dadurch ein schnelleres Unterrichtstempo, eine nicht-ausreichende Umwälzung im Unterricht und eine Verlagerung von Übungsphasen in die Hausaufgabe. SchülerInnen, die mehr Zeit bräuchten, um diese Sprache gut zu lernen, bleiben auf der Strecke und resignieren.
Bei einer weiteren Reduzierung der Wochenstundenzahl wird es noch schwieriger, den SchülerInnen eine gesprochene Sprache beizubringen, die sie auch selbstbewusst im Alltag oder später für ihren Beruf nutzen. Die Sprache stirbt!
2. Wenn ein Hauptfach durchgehend 3-stündig unterrichtet wird, ist es dann nicht eher ein Nebenfach? Es verliert in jedem Fall an Bedeutung bei den SchülerInnen und bedeutet gleichzeitig weniger Zeit für den Einzelnen, da jede Lehrkraft mehr Klassen und mehr Korrekturen zu leisten hat.
3. Die aktuellen Französischlehrbücher sind nicht darauf ausgerichtet, dass Französisch 3-stündig unterrichtet wird, sie müssten weiter ausgedünnt werden, obwohl sie in den letzten 20 Jahren schon stark vereinfacht wurden. Gibt es eine Absprache zwischen dem Ministerium und den Schulbuchverlagen, die bereits mit neuen Schulbüchern in den Startlöchern stehen? Ich bin mir sicher, dass viele Schulen sich aktuell kein neues Lehrbuch leisten können, da viele gerade dabei sind, ein neues einzuführen.
4. Frankreich und Deutschland gelten (noch) als das Herz Europas, von einem Europa, das momentan mit vielen Herausforderungen zu kämpfen hat. Reduzieren wir (als Nachbarbundesland von Frankreich) insbesondere die Stellung der französischen Sprache, wird auch diese deutsch-französische Freundschaft weiter auf die Probe gestellt. Schon jetzt ist es (verglichen mit vor 20 Jahren) schwierig, junge Menschen dazu zu bewegen, an einem Austauschprogramm teilzunehmen. Französisch sollte weiterhin gestärkt werden, so dass wir das diesjährige Motto der EU „Ensemble pour la democratie!“ und die Bildung einer europäischen Identität auch weiterhin verfolgen können.
Sicherlich könnten noch weitere Gründe angeführt werden, die für die Beibehaltung der aktuellen Stundenzahl oder eher noch für eine Ausweitung der Stundenzahl sprächen. In jedem Fall ist es aber wichtig, dass das Vorhaben der Verteilung von durchgängig 3 Wochenstunden von Klasse 6-10 auf den Prüfstand kommt. Holen Sie sich Experten (z.B. Französischlehrkräfte) hinzu! Werfen Sie einen Blick in die Vergangenheit, G9 gab es ja schon einmal. Damals begann an den meisten Schulen die 2. Fremdsprache in 7. Klasse. Das bedeutet, dass eine Umverteilung der geplanten Stunden das Mindeste ist, was umgesetzt werden müsste, um die Sprache nicht sterben zu lassen. 5 Stunden im 1. Lernjahr, 4 Stunden im 2. Lernjahr, 3 Stunden im 3.+4. Lernjahr. Idealer wäre eine Erweiterung um 2 Stunden, so dass auch im 3. und 4. Lernjahr 4 Wochenstunden stattfinden könnten.
Ist es vielleicht sogar möglich, den Schulen weiterhin einen gewissen Spielraum bei der Verteilung der Stunden zu lassen? Wieso muss alles von vorne herein festgeschrieben werden?
Ich bleibe zu Beginn dieses gerade begonnenen Schuljahres nachdenklich zurück, harre der Dinge, die da kommen und hoffe, dass sich doch noch Einiges in die richtige Richtung bewegt.
Änderung des Schulgesetzes
Ich persönlich finde die Änderungen sehr positiv, als aktueller Schüler finde ich es jedoch schade daß sie erst jetzt kommen, warum nicht schon früher? Ich finde jedoch gut dass man sich nun langsam an Änderungen unseres viel zu alten Schulsystems rantraut Gerade mehr Zeit für Sozialwissenschaften ist meiner Meinung nach in der heutigen Zeit extrem wichtig.