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Sanierung Opernhaus Stuttgart

Das Opernhaus in Stuttgart (Foto: © dpa)

Sanierung Opernhaus Stuttgart

Anforderungen der Theater

  • Notwendigkeit der Sanierung
  • Angemessenheit?
  • Internationaler Vergleich
  • Nationaler Vergleich
  • Nachhaltigkeit der Sanierung und Erweiterung
  • Künstlerische Exzellenz erhalten

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Sie konnten den Themenbereich „Anforderungen der Theater“ bis zum 16. Januar 2020, 17 Uhr, kommentieren.

Kommentare : zu Anforderungen der Theater

Die Kommentierungsphase ist beendet. Vielen Dank für Ihre Kommentare.

1. Kommentarvon :ohne Name 8595

Nachhaltigkeit der Sanierung und Erweiterung

angesichts der Risiken, die eine Erweiterung für Denkmal und Bausubstanz haben (Stillstands Risiko mit Kosten s. Theater in Köln, Bonn, Hamburg) sollten die Kosten plausibilisiert werden: 456 Mio. € für die Opernsanierung und nur 20-26 Mio. für eine bis in die Substanz eingreifende Erweiterung. Das sind ca. 5% der Sanierung. Das kann kein

angesichts der Risiken, die eine Erweiterung für Denkmal und Bausubstanz haben (Stillstands Risiko mit Kosten s. Theater in Köln, Bonn, Hamburg) sollten die Kosten plausibilisiert werden: 456 Mio. € für die Opernsanierung und nur 20-26 Mio. für eine bis in die Substanz eingreifende Erweiterung. Das sind ca. 5% der Sanierung. Das kann kein nachhaltiger Ansatz werden.

2. Kommentarvon :Enzo

Was das Staatstheater sein sollte

Das 3-Sparten-Haus mit Ballett, Schauspiel und Oper wird bisher in der Baulichkeit nicht entsprechend wiedergegeben. Das Schauspiel hat sich ehemaligen "Kleine Haus" gesichert, die Oper das "Große Haus" belegt und das Ballett ? ist irgendwie nicht verortet. Daher wäre aus meiner Sicht gerecht entweder eine weitere Spielstätte im Gesamtkomplex

Das 3-Sparten-Haus mit Ballett, Schauspiel und Oper wird bisher in der Baulichkeit nicht entsprechend wiedergegeben. Das Schauspiel hat sich ehemaligen "Kleine Haus" gesichert, die Oper das "Große Haus" belegt und das Ballett ? ist irgendwie nicht verortet. Daher wäre aus meiner Sicht gerecht entweder eine weitere Spielstätte im Gesamtkomplex vorzusehen oder zumindest die Spielstätten für alle Gattungen gleichermaßen nutzbar zu machen. Kleine Opern- oder Balettprojekte im "Kleinen Haus" oder Kammertheater zu spielen, großes Schaupiel im Großen Haus. Diese bauliche Flexibiltät sollte beim Sanierungsprojekt berücksichtigt und sichtbar gemacht werden.

Auch die Werkstätten/Proberäume sollten dauernd erlebbar gemacht werden, wie z.B. analog bei Schaudepots in Museen (Basel etc.) praktiziert. Foyerbereich mit Shop, Abo-/Kartenservice, Cafe, Besucherdienste sollten tagsüber immer zugänglich sein. Das bedingt auch, dass die Staatstheater sich allen Seiten öffnen (zum Schlossgarten und Konrad-Adenauer-Straße.

5. Kommentarvon :Ks

Anforderungen der Theater

Die Sanierungsbedürftigkeit des Opernhauses ist zweifelsfrei nachgewiesen. Die Frage nach der Angemessenheit von Umfang und Aufwand sollte sich angesichts der Kostenprognosen dringend stellen. Ist der Einbau einer klassischen Kreuzbühne wirklich zwingend notwendig? Man begründet dies mit der Notwendigkeit von schnelleren Umbauten der Kulissen. Wie

Die Sanierungsbedürftigkeit des Opernhauses ist zweifelsfrei nachgewiesen. Die Frage nach der Angemessenheit von Umfang und Aufwand sollte sich angesichts der Kostenprognosen dringend stellen.

Ist der Einbau einer klassischen Kreuzbühne wirklich zwingend notwendig? Man begründet dies mit der Notwendigkeit von schnelleren Umbauten der Kulissen. Wie konnte das Haus bisher bespielt werden und dabei mehrfach als 'Oper des Jahres' ausgezeichnet werden? Die Zahl der Opernbesucher ist rückläufig, die Vorstellungen des Balletts hingegen sind ausgebucht. Man könnte z.B. darauf auch reagieren, indem man die Anzahl der Ballettaufführungen erhöht und die der Opern reduziert.

6. Kommentarvon :Dr. Matthias Engel

Für die Menschen und nicht nur für die Räume

Eine Kernaussage des weltweit führenden Architekten und Stadtplaners Prof. Jan Gehl ist, dass sich die Architektur mehr für den Menschen interessieren muss und nicht nur in Gebäuden denken darf. Genau das muss auch bei der Sanierung der Oper gefordert werden. Für die sehr hohe veranschlagte Summe möchte der Bürger eine sichtbare, hörbare und

Eine Kernaussage des weltweit führenden Architekten und Stadtplaners Prof. Jan Gehl ist, dass sich die Architektur mehr für den Menschen interessieren muss und nicht nur in Gebäuden denken darf. Genau das muss auch bei der Sanierung der Oper gefordert werden. Für die sehr hohe veranschlagte Summe möchte der Bürger eine sichtbare, hörbare und spürbare Verbesserung bekommen und nicht nur einen Altbau sanieren und einen erhöhten Raumbedarf hinter den Kulissen finanzieren.

Erst mit einer künstlerischen und baulichen Vision mit faszinierenden Neuerungen wird Akzeptanz erreicht, nicht allein mit der Aussicht auf einen Interimsbau mit anschließend saniertem Status Quo des Bisherigen. Hierzu sollen folgende Ansätze beitragen:

 

- Ein attraktives Kulturerlebnis muss an die Stelle eines bisher größtenteils unbekannten Elfenbeinturm-Betriebs mit weit über tausend Mitarbeitern treten, das auch junge Leute und damit zukünftige Generationen an das Haus zu binden vermag. Die Staatstheater müssen sich hierzu auch baulich den Bürgern viel weiter öffnen und ihre Arbeit in Form eines attraktiven "Gläsernen Staatstheaters" täglich zeigen, mit einladendem Einblick in die Werkstätten und die Probenarbeiten, flankiert mit einem kulturellen Bildungsprogramm.

 

- Mit Neubauten an diesem Ort müssen auch neue zukunftsfähige und flexibel nutzbare Spielstätten geschaffen und die beiden „Guckkastenbühnen“ ergänzt werden. Das können große Proberäume für Staatsorchester, Chor und Ballett sein, die bei verschiedenen Aufführungsformen, wie z.B. Kammerkonzerte, Jugend-/Kinderkonzerte, experimentelles Musik- und Tanztheater für 300 bis 600 Personen zugänglich sind. Platziert im obersten Stock eines neuen Kulissenbaus würde diesem die Krone aufgesetzt, und dem Publikum böte sich ein faszinierender Ausblick über Stuttgart.

 

- Attraktiver zusätzlicher Publikumsbereich außerhalb der Spielstätten sollte nicht, wie schon geplant, in einem Neubau im Hinterhof neben der Oper entstehen, sondern im prächtigen historischen Lang-Bau zwischen dem Großen und dem Kleinen Haus (Dieser wird ja bisher bedauerlicherweise lediglich für die Verwaltung und die Kostümschneiderei genutzt und weist eine später eingezogene Zwischendecke auf, welche die schönen hohen Fenster „zerschneidet“.). Ein großer langer Saal könnte stattdessen breiter Übergang sein und Schauspielhaus und Oper verbinden. Die bisher kaum beachtete dunkle Front könnte die attraktive und einladende Visitenkarte des Hauses zum Park hin sein, abends festlich leuchtend. In diesem Zentralbau fänden ein Informationszentrum, Kartenverkauf, Restaurant, Café, Theatershop und ein kleines Staatstheater-Museum Platz.

 

- Bei der Planung des neuen Kulissenbaus an der Kulturmeile muss generell hinterfragt werden, ob es nach der Erstellung der für den schnellen Wechsel tagesaktueller Bühnenaufbauten sehr sinnvollen Kreuzbühne überhaupt noch größere Abstellflächen für Kulissen braucht, wo es doch schon heute ein modernes Lagerzentrum in Bad Cannstatt gibt und dieses per Lkw täglich angefahren wird, demnächst vielleicht sogar elektrisch. Ebenfalls muss hinterfragt werden, ob der nun öffentlich gemachte hohe Raumbedarf des Hauses gänzlich hier gedeckt werden muss, in einem großen Gebäuderiegel mitten in der engen Innenstadt. So verständlich der Gedanke auch ist, alle und alles auch weiterhin am Ort haben zu wollen, könnten sicherlich Büros und vor allem die Werkstätten der Gewerke, an einem platz- und kostenmäßig viel günstigeren Außenstandort realisieren werden, stark verbesserte und großzügige Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter schaffen, und schon für die Interimszeit nutzbar sein. Hervorragende Arbeit der Kulturschaffenden in gläsernen Werkstätten wäre auch hier ideale Basis, diese den Bürgern nahe zu bringen, natürlich auch für eine engere Zusammenarbeit mit Schulen.

 

Mit diesen Ansätzen stellt sich die Opern-Sanierung in ein neues Licht, erhält mehr Akzeptanz und bietet einen erkennbaren Mehrwert für alle. Danach gilt es, mit Hilfe eines internationalen Wettbewerbs renommierter Architekten und Stadtplaner die Vision Realität werden zu lassen.

3. Kommentarvon :ohne Name 8615

Ständiger Sanierungsplan

Betrachtet man Infrastrukturbauten in Deutschland, so fällt auf, dass diese oft zunächst unter Verursachung erheblicher Mehrkosten möglichst prestigeträchtig erstellt werden, danach aber kein Geld für regelmäßige Renovierungen zur Verfügung steht. So wundert es kaum, dass es bei so vielen Landesgebäuden durchs Dach regnet. Ähnliches gilt auch für

Betrachtet man Infrastrukturbauten in Deutschland, so fällt auf, dass diese oft zunächst unter Verursachung erheblicher Mehrkosten möglichst prestigeträchtig erstellt werden, danach aber kein Geld für regelmäßige Renovierungen zur Verfügung steht. So wundert es kaum, dass es bei so vielen Landesgebäuden durchs Dach regnet. Ähnliches gilt auch für die Oper. Mustert man die in der Stuttgarter Zeitung genannten „Problemstellen“ – sie bestehen vor allem aus veralteter Steuerungstechnik (und Mitarbeiter die größere/bessere Büros wollen—man kann sie wohl getrost ignorieren) so wird klar, dass auch hier in der Vergangenheit kleinere Renovierungen aus Steuergeldmangel nicht stattgefunden haben und final zu einem Zustand führten, der der Chefetage die Forderung nach einem praktischen Neubau auf Kosten des Steuerzahlers ermöglichte.

Um diesen Fehler nicht zu wiederholen sollte im Rahmen der Sanierung ein dauerhafter Sanierungsplan instanziiert werden, der spätestens aller zehn Jahre einen Austausch schnell alternder Komponenten ermöglicht. Auch auf deren Austauschbarkeit sollte geachtet werden. Beim Bau selbst sollte die Planlebensdauer der Gebäude möglichst hoch (>100 Jahre) angesetzt werden, sodass in 40 Jahren nicht schon wieder die nächste Sanierung mit dem Umfang eines Neubaus ansteht.

 

4. Kommentarvon :ohne Name 8622

Kreuzbühne

Wenn schon sanieren, dann richtig. Die Kreuzbühne ist notwendig, um einen modernen Theaterbetrieb zu gewährleisten. Die Verschiebung der Außenwand um 2,5m ist architektonisch und denkmalschutzrechtlich akzeptabel.