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Strategiepapier Medienbildung

Online-Beteiligung

Die landespolitische Strategie der Medienbildung in Baden-Württemberg zeigt auf, wo und wie Medienbildung bereits jetzt im Land vermittelt wird. Darüber hinaus wurden Handlungsempfehlungen und Ziele identifiziert, um Baden-Württemberg insbesondere auch bei den strukturellen Gegebenheiten einen erkennbaren Schritt nach vorne zu bringen. Dabei wurden alle relevanten Bereiche entlang der Bildungskette vom frühkindlichen und schulischen Bereich über den Bereich der Aus- und Fortbildung bis hin zum außerschulischen Bereich betrachtet.

Frühkindliche Medienbildung

Medien sind bereits im frühesten Kindesalter Bestandteil des täglichen Lebens. Es besteht daher ein Bedarf, Kinder nicht mit ihren Medienerfahrungen allein zu lassen, sondern diese in den Kindertageseinrichtungen pädagogisch aufzugreifen. Frühkindliche Medienbildung unterstützt und fördert Kinder beim aktiven Prozess, die Welt in ihrer Vielfalt und Differenziertheit wahrzunehmen, sich darin zu orientieren und sie zu begreifen. Dazu benötigen Kinder gerade auch im Erfahrungsfeld der Medien vielfältige Gelegenheiten für Erfahrungen, Zeit und Raum zum Erforschen, Experimentieren, Ausprobieren und Erleben.

Schulische Medienbildung

Mit dem Schuleintritt verstärkt sich bei Jugendlichen der Wunsch nach Eigenständigkeit und Abgrenzung zu Erwachsenen. Dies drückt sich auch in einem veränderten Mediennutzungsverhalten aus. Die Anforderungen an eine umfassende Medienbildung wachsen in dieser Lebensphase. Daher ist Medienbildung eine grundlegende, umfassende und systematische Daueraufgabe im gesamten schulischen Bildungswesen.

Im Bereich zukünftiger Handlungsempfehlungen und Umsetzungsschritte werden insbesondere die maßgeblichen Änderungen der Bildungspläne ab 2016/2017 mit der Medienbildung als Leitperspektive, der Grundkurs Medienbildung und die spiralcurriculare Verankerung der Medienbildung in allen Klassen und Schulen sowie der Aufbau der Bildungsplattform dargestellt.

Aus- und Fortbildung von Lehrkräften

Lehrkräfte benötigen für die Vermittlung von Medienbildung sowohl eigene Medien-kompetenz als auch medienpädagogische Fähigkeiten. Dazu müssen sie mit Medien und Medientechnologien kompetent und didaktisch reflektiert umgehen können. Auf Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen nehmen sie im Unterricht Bezug. Damit Lehrkräfte Kinder und Jugendliche beim Erwerb von Medienkompetenzen wirkungsvoll unterstützen können, ist es erforderlich, das Thema Medienbildung verstärkt in die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte einzubeziehen.

Außerschulische Medienbildung in der Jugendarbeit

Die vielfältigen Möglichkeiten der Mediennutzung erfordern die Entwicklung entsprechender Medienkompetenzen und Unterstützung von Heranwachsenden in diesem Prozess. Angesichts dieser Umstände können nicht alle Aspekte und Zielgruppen allein durch Angebote im schulischen Bereich aufgegriffen werden, weshalb außerschulische Angebote eine wichtige Ergänzungsfunktion bei der Erlangung der Medienkompetenz sowie insbesondere zur Vertiefung bereits vorhandener medienspezifischer Kenntnisse haben.

Medienpädagogische Familienarbeit

Viele Eltern fühlen sich mit der rasanten technischen Entwicklung überfordert und haben einen großen Informationsbedarf. Es wird daher ein Bedarf zum Ausbau der Elternarbeit, insbesondere in der individuellen Beratung von Eltern und Familien gesehen. Daher soll die medienpädagogische Elternarbeit weiter ausgebaut und die bereits vorhandenen erfolgreichen Programme weiter erhalten bleiben.

Medienbildung für Migrantinnen und Migranten

Unsere moderne Gesellschaft ist eine Medien- und Einwanderungsgesellschaft. Eltern und Familien mit Migrationshintergrund können teilweise aber nur schwer mit herkömmlichen Angeboten erreicht werden. Daher wurden im Land bereits verschiedene Angebote für Eltern mit Migrationshintergrund entwickelt. Es besteht aber weiterer Bedarf für Angebote, die auf die Bedürfnisse und die Belange unter-schiedlicher Zielgruppen zugeschnitten sind.

Kinder- und Jugendmedienschutz

Der gesetzliche Jugendmedienschutz sichert mediale Räume, in denen Kinder und Jugendliche mit Medien in Berührung kommen können, ohne emotional überfordert, verunsichert, verängstigt und damit in ihrer Entwicklung beeinträchtigt zu werden. Insofern ist auch der gesetzliche Jugendmedienschutz eine wichtige Grundlage für die Medienkompetenzentwicklung.

Kriminalprävention

Das Thema Mediensicherheit und Medienkompetenz ist wichtiger Bestandteil der polizeilichen Präventionsarbeit in Baden-Württemberg. Dabei werden verschiedene Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene, Eltern, pädagogische Fachkräfte und Institutionen mit Erziehungs- bzw. Bildungsauftrag unterschieden. Ziel ist es, den Bürgerinnen und Bürgern sicherheitsbewusstes Verhalten in ihrer digitalen Alltagswelt zu vermitteln, Straftaten vorzubeugen und die Opferwerdung zu verhindern.

Medienbildung an Hochschulen

Vor dem Hintergrund des technischen Wandels in der Gesellschaft und der Nachfrage der Wirtschaft nach qualitativ hochwertig ausgebildeten Fachkräften sowie im Hinblick auf die heterogenen Voraussetzungen der Lernenden kommt dem reflektierten, verantwortungsvollen Einsatz digitaler Medien und innovativer Lerntechnologien eine herausragende Rolle in der Wissensvermittlung und beim Kompetenzerwerb zu. Studierende benötigen sowohl inhaltlich-fachliche Kompetenzen als auch Medienkompetenzen, um auf eine immer digitaler und internationaler werdende Arbeitswelt vorbereitet zu sein.

Medienbildung in der beruflichen Weiterbildung

Die Notwendigkeit des Erwerbs von Medienkompetenzen im Wege der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung steht in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt außer Frage. Die Landesregierung strebt die Entwicklung einer Mehrwertstrategie an, die den in der Weiterbildung tätigen Institutionen und Lehrenden gezielt die Mehrwerte aufzeigt, die durch technisch unterstützte Bildungsangebote für alle Beteiligten generiert werden können.

Verbraucherschutz

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen sich sicher im Internet und in den sozialen Netzwerken bewegen, ihre Rechte kennen, Sicherheitseinstellungen vornehmen und sich vor Abzocke schützen können. Die Bürgerinnen und Bürger sollen für den Umgang mit ihren Daten sensibilisiert werden und wissen, wie sie ihre Rechte nutzen können. Mit der Verankerung der Leitperspektive Verbraucherbildung in den neuen Bildungsplänen, die ab dem Schuljahr 2016/2017 eingeführt werden, wird das Thema Verbraucherschutz an den Schulen gestärkt.

Medienbildung für ältere Menschen

Ältere Menschen sollen in die Lage versetzt werden, digitale Medien entsprechend ihren Bedürfnissen kompetent nutzen zu können. Dies beugt einer digitalen Spaltung der Gesellschaft vor. Sie sollen die Möglichkeit haben, auf sie angepasste medienpädagogische Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten bis ins höchste Alter zu erhalten. Dazu zählt auch die Möglichkeit, einen niederschwelligen Zugang zum Internet zu bekommen.

Sie konnten das Strategiepapier Medienbildung bis zum 24. November 2015 hier kommentieren.

Darüber hinaus fand am Mittwoch, 18. November 2015, ein öffentliches Fachgespräch zum Strategiepapier Medienbildung im Literaturhaus, Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart, statt.

Entwurf Strategiepapier Medienbildung (PDF)

Stellungnahme des Staatsministeriums zu den eingegangenen Kommentaren

Kommentare : zum Strategiepapier Medienbildung

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8. Kommentarvon :ohne Name 3017

Schule und Kulturelle (Medien)Bildung

Im Strategiepapier fehlt ein wichtiger Teil der Medienbildung in der Schule, die durch außerschulische Träger der Kulturellen Jugendbildung geleistet und häufig auch finanziert wird. Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg, ihre Mitgliedsverbände sowie weitere regionale Partner bieten eine Vielzahl von Angeboten.

Im Strategiepapier fehlt ein wichtiger Teil der Medienbildung in der Schule, die durch außerschulische Träger der Kulturellen Jugendbildung geleistet und häufig auch finanziert wird.

 

Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) Baden-Württemberg, ihre Mitgliedsverbände sowie weitere regionale Partner bieten eine Vielzahl von Angeboten. Unter dem Motto „Vom User zum Producer“ erhalten Schüler/innen und Lehrkräfte erste Impulse zur kulturellen Medienbildung, häufig verstetigen sich diese Impulse von außerschulischen Trägern in dauerhafte Kooperationen zwischen Schulen und Trägern und Experten der Kulturellen Bildung. Ohne diese Partnerschaften – oft finanziert über Drittmittel, wie die Medienprojekte der LKJ – wäre Medienbildung in der Schule noch weniger präsent.

Die außerschulischen Partner können hier schneller und punktgenauer arbeiten und bilden damit eine sinnvolle und effiziente Ergänzung zu den Möglichkeiten der schulischen Akteure.

Ein Strategiepapier der Landesregierung sollte diese Partnerschaften auch zukünftig im Fokus haben und auch CoFinanzierungen ermöglichen.

 

Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung

www.lkjbw.de

 

7. Kommentarvon :ohne Name 3016

Das Medienbildungskonzept der Stadtbibliothek Stuttgart

Die Stadtbibliothek Stuttgart vermittelt den freien Zugang zu analogen wie zu digitalen Wissensquellen und Informationen. Eine digitale Lesekompetenz zu vermitteln und zu stärken, ist ein Schwerpunkt im Angebot - in den Lernstudios der Stadtteilbibliotheken und besonders in der neuen Zentralbibliothek. Workshops, Schulungen und

Die Stadtbibliothek Stuttgart vermittelt den freien Zugang zu analogen wie zu digitalen Wissensquellen und Informationen. Eine digitale Lesekompetenz zu vermitteln und zu stärken, ist ein Schwerpunkt im Angebot - in den Lernstudios der Stadtteilbibliotheken und besonders in der neuen Zentralbibliothek. Workshops, Schulungen und Veranstaltungsreihen vermitteln Einblicke in die Entwicklungen, Hintergründe, Chancen und Risiken der digitalen Welt. In Vorträgen und praktischen Übungen können neue Technologien erprobt werden.

Alle Kinderbibliotheken bieten den Internetführerschein für Kinder an; nach Absolvieren dieser Einführung in das Internet können Kinder die Internetzugänge und -angebote in der Stadtbibliothek nutzen. Darüber hinaus initiiert die Stadtbibliothek stadtweite Projekte zur digitalen Kultur für alle Altersgruppen, so etwa zur Datensicherheit oder zur Computerkunst. Jährlich im Herbst finden in zahlreichen Einrichtungen der Stadtbibliothek "Schülerwochen mit Rechercheschulungen" statt; darüber hinaus informiert die Stadtbibliothek auf Elternabenden über schülerrelevante digitale Medien- und Serviceangebote.

In den Stadtteilbibliotheken unterstützen ehrenamtliche Senioreninternethelfer regelmäßig alle Interessierten beim Umgang mit dem Computer. Bei allen genannten Angeboten zur Medienbildung kommt die interkulturelle Ausrichtung der Stadtbibliothek zum Tragen.

 

6. Kommentarvon :Landesjugendring Baden-Württemberg

"Außerschulische" Medienbildung in der Jugendarbeit

Die Kinder- und Jugendarbeit definiert sich *nicht* in Abgrenzung zur Schule, sondern durch ihre Prinzipien, u. a. dem der Freiwilligkeit. Darüber hinaus ist erwiesen, dass ein Großteil des Lernens nicht im formalen Rahmen geschieht, wie er vor allem in der Schule geboten wird, sondern im non-formalen und zu einem noch viel größeren Teil im

Die Kinder- und Jugendarbeit definiert sich *nicht* in Abgrenzung zur Schule, sondern durch ihre Prinzipien, u. a. dem der Freiwilligkeit. Darüber hinaus ist erwiesen, dass ein Großteil des Lernens nicht im formalen Rahmen geschieht, wie er vor allem in der Schule geboten wird, sondern im non-formalen und zu einem noch viel größeren Teil im informellen Rahmen, wie ihn die Jugendarbeit anbietet.

Ihre Angebote haben nicht nur Ergänzungsfunktion.

 

Die Jugendarbeit hat laut § 12 Nr. 2 der Landesverfassung einen klar definierten Erziehungsauftrag und ist laut §1 Jugendbildungsgesetz ein eigenständiger und gleichberechtigter Teil des Bildungswesens. Sie nimmt damit eine wichtige Funktion in der Vermittlung von Medienkompetenz ein. Sie trägt dazu bei, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kritisch, kreativ und verantwortungsbewusst mit Medien umgehen können.

 

Folglich verdient der Abschnitt 3.4 unter anderem eine bessere Überschrift, und zwar: „Non-formale und informelle Medienbildung in der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit“.

 

Weitere Kritikpunkte können unserer Stellungnahme unter www.ljrbw.de/stellungnahmen entnommen werden.

 

5. Kommentarvon :ohne Name 3013

Jugendverbandsarbeit fehlt - Schutzprogramme in Bildungspapier fehl am Platz

Der Fokus wird im Kapitel 3.4 zu eng gefasst und und berücksichtigt nicht die vielfältige Bildungsarbeit, die z.B. Jugendverbände wie DPSG oder KjG jenseits der Schulhofmauern auf Ihren Sommerfreizeiten (Lagerzeitung, Videodokumentation, Foto-Lovestorys) oder Leiterschulungen (Module zu Recht Incl. den einschlägigen Bereichen im Medienrecht)

Der Fokus wird im Kapitel 3.4 zu eng gefasst und und berücksichtigt nicht die vielfältige Bildungsarbeit, die z.B. Jugendverbände wie DPSG oder KjG jenseits der Schulhofmauern auf Ihren Sommerfreizeiten (Lagerzeitung, Videodokumentation, Foto-Lovestorys) oder Leiterschulungen (Module zu Recht Incl. den einschlägigen Bereichen im Medienrecht) leisten.

Um diese Arbeit auch unter den sich wandelnden Anforderungen an die technische Ausstattung solcher Schulungen langfristig zu gewährleisten wäre es wünschenswert, die Bildungseinrichtungen und Tagungshäuser solcher Verbände und Institutionen beim Anschluß an das Internet ebenso zu fördern wie es bei Schulen geplant ist.

 

Mit Kapitel 3.7 hat es ein Thema in ein BILDUNGSpapier geschafft, das mit Bildung nichts zur tun hat aber gerade en vogue und politisch gewollt ist.

 

Das System von JMStV und JUSchG hat seine Berechtigung und seinen Anwendungsbereich, doch liegen diese nicht im Bereich von Bildungsarbeit, ja laufen einer sensibilisierenden Medienarbeit sogar zuwider und haben daher in einem Strategiepapier für Medienbildung nichts verloren.

Eltern wird durch die Propagierung solcher technischen Schutz- und Überwachungsprogramme suggeriert ihre Kinder seien durch die Software vor allem Übel aus dem Internet geschützt und beschäftigen sich selbst nicht mehr mit dem Thema. Dass die Software bei den Nachbarn oder im Internetcafé ggf nicht installiert ist und die Kinder gefährdende Inhalte dann ohne Vorbereitung und Einordnung in einen Kontext durch die Eltern konsumieren ist eine Gefahr die noch viel schwerer wiegt. In diesem Strategiepapier sollte es z.B. auch um Förderung bzw. Umsetzung von Kampagnen in diesem Themenfeld gehen. Dies machen die Klicksafe Kampagne www.youtube.com/watch oder zu anderem Thema das Bundesumweltministerium mit seiner "Zusammen ist es Klimaschutz" Kampagne www.bmub.bund.de/ziek/ vor.

4. Kommentarvon :ohne Name 3013
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3. Kommentarvon :vhs-Verband BW

Bedeutung der Allgemeinen Weiterbildung

Medienkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil moderner Allgemeinbildung. Die Angebote der allgemeinen Weiterbildung tragen dazu bei, dass Menschen sich mit den Chancen, den Risiken und dem praktischen Umgang mit Medien vertraut machen können. Gerade angesichts schneller und ständiger Veränderungen im Bereich der Medien ist die Weiterbildung als

Medienkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil moderner Allgemeinbildung.

Die Angebote der allgemeinen Weiterbildung tragen dazu bei, dass Menschen sich mit den Chancen, den Risiken und dem praktischen Umgang mit Medien vertraut machen können.

Gerade angesichts schneller und ständiger Veränderungen im Bereich der Medien ist die Weiterbildung als längste Phase des lebensbegleitenden Lernens besonders wichtig. Die allgemeine Weiterbildung sollte daher in der Medienbildungs-Strategie des Landes angemessen berücksichtigt (was z. B. in der obenstehenden Kurzfassung nicht der Fall ist) und entsprechend gefördert werden.

 

2. Kommentarvon :Oliver Rack

Medienbildung des Bürgers als Sender/Prosument

Publizistik und Meinungsbildung wurden durch das WWW demokratisiert. Die Meinung nährt sich aus von Algorithmen gesteuerten Newsfeeds, linearen Abonnements und diskursiver Interaktion. Nicht mehr die publizistische Elite ist “Vierte Gewalt” sondern der Schwarm. Der Konsument wurde zum Prosument und zum Teil hauptberuflicher "Profi" – im Gros eine

Publizistik und Meinungsbildung wurden durch das WWW demokratisiert. Die Meinung nährt sich aus von Algorithmen gesteuerten Newsfeeds, linearen Abonnements und diskursiver Interaktion. Nicht mehr die publizistische Elite ist “Vierte Gewalt” sondern der Schwarm. Der Konsument wurde zum Prosument und zum Teil hauptberuflicher "Profi" – im Gros eine unregulierte Wahrnehmungswolke in der nur noch ein kleiner Teil sich an Medienrecht und Presse-Codex orientiert. Hier ist Kompetenz für die neue Publizistik in der Fläche gefragt, nicht eben nur als Rezipient und Nutzer sondern eben auch als Sender. Neben Sorgfaltspflicht und Achtung von Persönlichkeitsrechten und Zitationsbedingungen sowie Urheber- bzw. Nutzungsrecht müssen auch Trennung zu Werbung bzw. Kennzeichnungspflicht und die Sensibilisierung von Schleichwerbung entsprechend einem Breitenpublikum vermittelt werden. Die Sendelizenzfreie Möglichkeit für jeden/jede beispielsweise, Bewegtbildbeiträge über Video-Portale einer großen Zuschauerschaft zu "senden" ist ein Zugewinn. Allerdings sollten hier auch Konfentionen zu den genannten Punkten eingehalten werden. Hier sollte im Schulunterricht und bei der Erwachsenenbildung nachgesorgt werden. "Öffentlichkeit" ist im Urheberrecht § 15 Allgemeines genau definiert und lässt sich auf das Handeln im Internet ganz einfach übertragen. Daraus abgeleitet handeln viele Menschen in der Form öffentlich, dass sie sich an journalistische Regeln halten müssen. Wir tun unserer Gesellschaft nichts Gutes, wenn wir diesen Aspekt und die Sensibilisierung dazu vernachlässigen – das gilt insbesondere in den Sozialmedien.

Oliver Rack. IOX – Institut für Digitalen Wandel, Smart Citizenship, CivicTech und Innovationskultur, Mannheim / Open Data Rhein-Neckar

1. Kommentarvon :ohne Name 3001

Öffentliche Bibliotheken!

Sie haben (wieder einmal) die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken im Land vergessen. Diese machen schon heute in den Großstädten eine zum Teil hervorragende Arbeit im Bereich der Medien- und Informationskompetenzvermittlung. Sie tragen mit einem breiten Angebot (Makerspaces, Bibliothekslabore) als außerschulische Partner zu Ihren Zielen bei und

Sie haben (wieder einmal) die Rolle der Öffentlichen Bibliotheken im Land vergessen. Diese machen schon heute in den Großstädten eine zum Teil hervorragende Arbeit im Bereich der Medien- und Informationskompetenzvermittlung. Sie tragen mit einem breiten Angebot (Makerspaces, Bibliothekslabore) als außerschulische Partner zu Ihren Zielen bei und benötigen eine entsprechende Aufmerksamkeit und Unterstützung. Gerade Bibliotheken sind aufgrund ihrer Zugänglichkeit und niederen Eingangshürden prädestiniert, die Medienbildung als Teil des lebenslangen Lernens zu unterstützen. Die Freiwilligkeit der Nutzung und das breite Angebot einer Bibliothek lässt vor allem Kinder und Jugendliche Eigeninteressen entwickeln, die jenseits der schulisch institutionalisierten Angebote eine hohe Wirksamkeit entfalten.